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Rebekka Bakken: Keine andere Wahl

Ein Interview von Matthias Scheidl

München, 11.02.2005, erster Tag der Sicherheitskonferenz. Die Atmosphäre ist angespannt. Ich schiebe mich am Hauptbahnhof an zahlreichen Polizeiwagen und Kerls in Leder vorbei und finde mich endlich in einem Hotel zu einer Konferenz ganz anderer Art ein.

Rebekka Bakken

Musik aus der Einsamkeit heraus

Rebekka Bakken

Es führt zu mir selbst

Rebekka, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Album. Es gefällt mir ausgezeichnet!

Oh, danke!

Als ich die CD das erste Mal gehört hatte, da schoss mir diese Frage durch den Kopf: Is that you? Ist das wirklich Rebekka Bakken? Das Album klingt ja doch anders als die vorherigen. Wie würdest du selbst Dein neues Album »IS THAT YOU?« beschreiben?

Das bin ich in konzentrierterer Form, es führt mich zu mir selbst zurück. Ich weiß, dass es ganz anders ist verglichen mit meinen älteren Aufnahmen, aber ich dachte mir, dass der Titel passt, weil viele Leute diese Seite von mir nicht kennen.

Die Arbeit an »THE ART OF HOW TO FALL« gab mir viel Kraft und Energie. Es war einfach umwerfend, etwas zu tun, was zu 100 Prozent ich war, meinen eigenen Songs zu trauen und mich durch sie führen zu lassen. Und da habe ich eben gespürt: Das fühlt sich so kraftvoll an, da steckt so viel drin, dass ich einfach mit meinem eigenen Material weitermachen muss.

Ich wollte damit herauskommen, ohne es zu verurteilen oder einzuschränken und ich wollte nicht mehr so selbstkritisch sein, sondern einfach Spaß an meiner Musik haben.

»THE ART OF HOW TO FALL« hat Dich also darin bestärkt, Deine Gedanken und Gefühle in eigenen Songs auszudrücken ...

Ja, die Arbeit an dem Album, aber auch das Touren und alle Erfahrungen im vergangenen Jahr haben mir klar gemacht, dass es der richtige Weg ist, mich auf das zu fokussieren, was ich mit dem ganzen Körper als richtig wahrnehme und dass ich weiter auf diese Stimmen hören muss. Oft tun wir das ja nicht, weil wir ängstlich sind. Ja, das war so cool!

Rebekka Bakken

Inzwischen bin ich selbstzentrierter

Davon war ja offenbar auch die musikalische Richtung betroffen. Es ist jetzt weniger Jazz und mehr Pop ...

Ganz richtig!

... ist das also das, was für Dich im Moment das Richtige ist?

Ich denke, ich bin jetzt weniger durch meine Umgebung beeinflusst. Das war anders, als ich an »THE ART OF HOW TO FALL« gearbeitet habe, weil ich da noch mit vielen Jazzern gespielt habe. Inzwischen bin ich selbstzentrierter geworden und denke weniger an das, was um mich herum ist. Für mich war es eine Rückkehr zu einer natürlicheren Art und Weise, an Dinge heranzugehen, nämlich mehr aus der Einsamkeit heraus. Wenn ich Musik mache, dann brauche ich Raum für mich, einen Raum, der zu mir spricht und nicht zu sehr von außen gestört wird. Und dieser Raum enthält für mich sehr viel Lebendiges, was ich gerne nach außen bringen möchte.

(Sie greift zu einer Zigarette, zündet sie aber nicht an.)
Also vielleicht ist es weniger Jazz, aber ganz bestimmt bin das mehr ich selbst! Ich bin eh kein Jazzer – das bin ich auch nie gewesen – ach was weiß ich, Scheiß drauf! Ich will auch gar nicht in ein Gebiet eindringen, wo ich mich nicht auskenne.

Deine neue Band – ich glaube, nur Eivind Aarset ist von der vorherigen geblieben – gab Dir dann offenbar die Möglichkeit, es ein bisschen anders zu machen ...

Ich habe mir diese Leute ausgesucht, weil ich spürte, dass sie in der Lage wären, sich in meine Songs einzufühlen und die Idee dahinter zu verstehen. Für die Umsetzung meiner Ideen habe ich eine neue Besetzung gebraucht. Ok, ich wollte eine Pop-Einspielung machen. Ich glaube jetzt zwar nicht, dass das ein Pop-Album ist, aber mir wurde klar, dass ich jetzt mit Sicherheit den Jazz verlassen habe, auch wenn ich nie eine ausdrückliche Jazz-Künstlerin gewesen bin. Ich bin zwar noch auf einem Jazz-Label, aber was interessiert mich, wie die Dinge scheinen? Ich weiß, was meine Musik ist, und ich werde weitermachen, sie ohne Kompromisse auszuloten.

Kommunikation statt finnischer Energie

Rebekka Bakken

Was interessiert mich,
wie die Dinge scheinen?

Auf der neuen CD singst Du »So ro« auf Norwegisch. Ich glaube, das ist der erste Song von Dir, den wir auf Norwegisch zu hören bekommen?

Gut informiert, Mann!

Ich mag es. Ein schönes Schlaflied!

Danke! Das ist ein Schlaflied – ziemlich düster –, wie man es für sich selbst schreibt, wenn man 18 Jahre alt ist.

Hm, ich habe mir schon gedacht, dass Du da noch ein Teenie warst, als Du das geschrieben hast. Das stimmt also?

(Sie lacht.) Ja!

Ich habe irgendwo gelesen, dass Du in Deiner Jugend eine CD mit norwegischen Songs gemacht hast, die nie veröffentlicht wurde ...

Mmh, das war keine ganze CD, nur vier oder fünf Songs. Ich dachte, sie wären fabelhaft – und ich denke das noch immer –, aber niemand wollte sie haben!

Ist »So ro« dann aus dieser Zeit?

Ja, das stimmt. Das Lied singe ich aus irgend einem Grund immer wieder. Es ist so einfach! Immer in der selben Tonart und die Melodielinie ist auch kein Thema. Ja, eines meiner ersten Lieder ...

Gibt es einen bestimmten Grund dafür, dass Du nur wenige Lieder auf Norwegisch singst?

Rebekka Bakken

Die eigene Mitte ist das, was wichtig ist

Als ich vor zehn Jahren aus Norwegen weggezogen bin, da habe ich meine Alltagssprache geändert. Sie ist jetzt Englisch. Ich denke, bis zu diesem Zeitpunkt habe ich alles auf Norwegisch geschrieben. Ich schreibe einfach in der Sprache, die ich auch im Alltag benutze. Wenn ich also noch ein wenig länger im deutschsprachigen Raum bleibe, werde ich vermutlich irgendwann anfangen, deutsche Songs zu schreiben. (lacht)

Nein, also ich habe einfach wenige Songs auf Norwegisch und schon gar kein neues Material.

Du hast ganz aufgehört auf Norwegisch zu schreiben?

Ja! Ich bin ja nie dort. Sicherlich würde ich es tun, wenn ich dort wäre. Aber es ist ja auch so, dass die Texte für mich wichtig sind. Schließlich will ich kommunizieren, wenn ich eine Aufnahme mache. Das mach' ich ja nicht für mich selbst. Da bräuchte ich ja keine Platte zu machen, sondern könnte zu Hause sitzen und vor mich hin spielen. Das tue ich zwar auch, aber der Grund, weshalb ich eine Aufnahme mache, ist doch gerade, dass ich sie jemandem geben möchte. Und wenn ich sie jemandem gebe, dann soll der auch wissen, worüber ich spreche.

Also wenn ich hier sitzen würde und Norwegisch spräche, ... nun gut, bei Dir wäre das ok, aber wenn ich hier Finnisch spräche, dann könntest Du zwar meine Energie spüren, aber Du hättest keine Ahnung, wovon ich spreche, das ist doch Blödsinn!

Manchmal macht man auch Musik, wo der Text nicht wichtig ist, dann spielt es auch keine Rolle, aber ich möchte einfach, dass meine Zuhörer wissen, worüber ich singe.

Du bist nicht oft in Norwegen auf Tour?

Nein.

The only thing you need to know is who you are

Rebekka Bakken

Gott ist alles und nichts

Das letzte Lied auf der neuen CD mit dem Titel »As Long As There Is A Voyage Away« beginnst Du mit der Zeile »The only thing you need to know is who you are«. Ich denke, das zieht sich als Motiv durch Deine ganze Musik und auch durch Dein Leben...

(zustimmendes Nicken)

... Ich habe darüber nachgedacht und mich gefragt, ob es wohl zutreffend ist, Dich als spirituelle Sucherin zu bezeichnen?

Wenn ich diese Frage mit ja beantworten würde, wäre die Gefahr, dass es missverstanden werden könnte. Viele Leute haben eine bestimmte Vorstellung davon, was ein spiritueller Sucher ist und die meisten haben eine falsche Vorstellung ...

Ich weiß ...

... und deswegen ist es so schwer ... (tiefes Durchatmen) ... zu sagen. Ich meine: Was ist denn das Wichtigste überhaupt vor allem? Wir müssen die Nichtigkeit von allem kennen, von dem wir denken, es wäre etwas. Und wir müssen aufhören zu denken, dass wir Wissen anhäufen müssten fürs Leben. Ich meine, was ist Leben? Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich Dir das erklären müsste ... aber die Seele, die eigene Mitte, das ist das einzige, was wirklich ist.

Oder lass' es mich anders ausdrücken: Wir sollten das finden, was wirklich ist, also was übrig bleibt, wenn alles andere vergangen ist.

Hmm, ich frage das auch, weil Du ja zwei Lieder gesungen hast, die einen ganz expliziten religiösen Kontext haben: »Overmåde Full Av Nåde« und ...

Wow, du bist so gut informiert ...

... und den »Jesus Song«, den ich persönlich sehr gerne mag. Gibt es da eine Beziehung zwischen Deinem eigenen Suchen und diesen explizit religiösen Themen?

Rebekka Bakken

Wo Furcht ist, ist keine Liebe

Ahh, Du bist ausgezeichnet! Jetzt fange ich zu brennen an. Das sind sehr wichtige Dinge für mich. Also erstmal: »Overmåde Full Av Nåde« und all' diese Dinge haben doch fürchterliche Texte; also für mich ist das Mist. Das gibt genau das wieder, wie ich als Kind mit Religion in Berührung gekommen bin. Religion hat mich damals so weit von mir selbst weg gebracht, was bedeutet, dass sie mich auch von Gott entfernt hat. Es gab so viele falsche Auffassungen, mit denen ich konfrontiert wurde.

Als ich dann älter und selbstbestimmter wurde, stellte sich die Frage: Bin ich an einem Ehrfurcht gebietenden Gott interessiert, an einem Gott als geistigem Bild, an Gott als Jesus, an Gott als etwas, über das ich in der Bibel nachlesen muss? Denn wenn es das ist, was meinen Glauben ausmacht, dann bin ich doch eine Närrin, denn dann hängt es davon ab, welche Quelle am glaubwürdigsten ist. Ich will kein Trottel sein. Ich will nicht an etwas glauben, weil mir jemand sagt, ich sollte es tun, oder weil ich Angst vor Bestrafung habe.

Ich habe dann begriffen, dass diese Art zu glauben auch eine beträchtliche Furcht erzeugt, und wo Furcht ist, da ist keine Liebe, und wo keine Liebe ist, kannst du überhaupt nichts finden.

Inzwischen bin ich all diese Dogmen und Lehren losgeworden und auch die Assoziationen, die damit zusammenhängen, und ich verstehe jetzt, dass Jesus einfach einer von uns gewesen ist, und auch Buddha und all die anderen. Und wir haben immer noch Leute wie sie unter uns! Menschen, die erkannt haben, wer sie sind. Für uns sind das eben Berichte, die uns bekräftigen sollen, aber wir müssen sehr aufpassen, wie wir diese Berichte verwenden. Sie dürfen nicht unsere Leitpunkte sein, weil wir sonst zum Teufel sind. Das einzige, was Du wissen musst, ist wer du bist. Wenn du dich selbst kennst, dann kennst du Jesus und Buddha und wen auch immer.

Das Thema ist sehr wichtig für dich, Du hast aber eine eigene Auffassung dazu entwickelt ...

Nicht so sehr eine Auffassung als ein Gefühl. Aber weißt du, ich bin selbst überrascht, dass wir jetzt darüber reden, weil ich das normalerweise für mich behalte, aber ich bin jetzt durch Dich in Versuchung gekommen. (lacht)

Es ist eine private Sache und jeder hat davon ein Bild entwickelt – nicht jeder, aber viele haben ein eigenes Bild. Daher ist das ein heikles Thema. Viele Leute haben ein bestimmtes Bild von Gott, und wenn ich jetzt darüber spreche, bringen sie das mit ihrem Bild in Verbindung. Aber Gott ist alles und Gott ist nichts.

Danke für deine Offenheit!

(lacht)

Rebekka Bakken

Ich gebe das, was ich will

Auf der einen Seite versuchst Du ja immer, das zu tun, was Du tun willst und tun musst. Auf der anderen Seite gibt es so etwas wie einen Markt. Du sagtest ja, dass Du kommunizieren und für andere Leute singen willst. Sind diese beiden Seiten manchmal ein Konflikt für dich?

Nein, dann wäre ich zum Teufel. Ich habe etwas, das ich gerne teilen möchte. Das ist alles, was mich bestimmt. Ich habe keine Wahl; ich liebe es, das zu tun. Das, was es ist, gebe ich. Vor dem Hintergrund, was die eigene Absicht ist; also für mich wäre es niemals eine Frage, ob ich auf den Markt oder meine künstlerische Seite hören sollte. Das wird für mich niemals ein Thema sein.

Rebekka Bakken

Die guten und muffigen Seiten

Gut, ich weiß natürlich nicht, was die Zukunft bringen wird, aber ich habe keine Wahl! Wenn ich wählen könnte, das würde doch bedeuten, dass ich nicht weiß, was ich eigentlich tue! Ich weiß, was ich tue, und für mich heißt das: teilen, ob du es willst, oder nicht. Wenn Du es nicht magst, ist es ok. Ich werde Dir meine Musik nicht aufdrängen.

Ich bin aber äußerst dankbar und sehr demütig, wenn du es magst. Aber ich bin nicht davon abhängig. Meine Musik hat ja schon mein Leben bereichert und mir viel Power gegeben, und meine Dankbarkeit dafür lässt sie mich anderen weitergeben. Ich gebe aber das, was ich will, und werde nicht von dir verlangen, es zu mögen.

Es kann hart sein, aber es ist einfach

Vielleicht bist Du als Künstlerin ja auf der glücklichen Seite. Wenn du singst, tu' das, was du tun musst, dann klingt das sehr einfach. Aber in Wirklichkeit ist das doch für die Leute oft nicht einfach.

Warum? Weißt du, warum es nicht einfach ist? Nicht weil es kompliziert ist, das ist doch Bullshit. Die Leute haben einfach nicht den Mumm dazu, oder sie wollen es nicht, weil Veränderung ... , es ist nicht schwierig, Du must einfach nur Deine Scheiße ansehen, Du musst den Mumm haben, Dich selbst anzusehen mit den guten und den muffigen Seiten. Du musst die Dinge sehen, die Du an allen anderen kritisierst und dann erkennen, dass Du selbst auch diesen Aspekt hast. Und Du musst eben gewillt sein, Veränderung zu erleben. Das ist etwas, wovor wir am meisten Angst haben.

Danach zu leben ist überhaupt nicht schwierig! Es ist schwierig, weil es eine Menge Mut und Energie erfordert, aber es ist nicht kompliziert.

Man muss es tun.

Man muss es tun. Es ist einfach. Es kann hart sein, aber es ist einfach.

Ich fühle vollkommene Erfüllung in meinem Leben

Im März gehst Du wieder auf Tour. Wie findest Du eigentlich Zeit für neue Ideen, wenn Du unterwegs bist und ganz mit Musik beschäftigt bist?

Musik ist für mich ein fortlaufender Prozess. Wenn ich erschöpft bin und wieder auftanken muss, dann mache ich das mit Musik. Es ist eigentlich ein Segen, denn wenn mir nicht gut ist, oder wenn ich müde und leer bin, wie heile ich mich selbst? Ich spiele! Wie renke ich mich wieder ein? Ich spiele! Das, was ich produziere, benutze ich auch dafür, um wieder auf den rechten Weg kommen. Ich benutze immer Musik, ich mache immer Musik.

Bei der letzten Platte war das auch so, dass das Musikmachen mit den Jungs so antreibend war und die Tatsache, dass ich so konzentriert darauf war, etwas Neues zu machen, gab mir so viel Energie, dass ich bereits das Material für die nächste Platte geschrieben habe. Ich könnte wirklich schon mit der dritten anfangen!

Wirklich? Das ist ja eine glückliche Situation!

Rebekka Bakken

Ein langweiliger Mensch,
der nur Musik macht?

Es ist eine wunderbare Situation.

Wenn Du so produktiv bist, dann bestätigt das ja, dass Du wirklich dort bist, wo Du sein musst. Und dann kannst Du auch viel geben ...

Ja, genau! Je extrovertierter und gebender ich bin, desto mehr kommt auch zurück! Es ist dann, wie wenn ich explodieren würde ...

Gibt es da eigentlich noch eine Seite an Dir über die Musik hinaus? Interessen, die mit Musik gar nichts zu tun haben?

Weißt du, was ich noch mag? Ich mag Wirtschaft und Politik. Nein, nicht Politik – Politik mag ich gar nicht, aber ich interessiere mich für Finanzpolitik und möchte wissen, wie die Dinge zusammenhängen.

Du hast Wirtschaft und Philosophie studiert.

Ja. Ich bin schon auch an Philosophie interessiert, aber ich hab' gemerkt, dass man das nicht über den Verstand betreiben kann; das muss schon über tiefere Schichten laufen, wenn es irgendeine Bedeutung haben soll. Ich habe praktisch mit dem Lesen abgeschlossen.

Aber ich bin eine Art Hobby-Wirtschaftlerin.

Was bedeutet denn das?

Keine Ahnung. Wahrscheinlich wird jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, lachen und denken, dass ich komplett lächerlich bin. Wenn ich denke, was mich sonst noch interessiert ... nicht viel. Ich mag es, nichts zu tun und zu beobachten, was passiert, wenn ich nichts tue. Ich verbringe also einige Zeit damit, aber grundsätzlich ist mein Leben mit Musik angefüllt und dem, was daran hängt: den Plattenaufnahmen und so. Daher habe ich eigentlich nicht viel Zeit, noch andere Dinge zu tun.

Vielleicht werde ich zu einem langweiligen Menschen, der nur Musik macht ... und schläft.

Naja, solange Du so viel durch die Musik zu geben hast, ist das doch ok!

Ja! Ich fühle vollkommene Erfüllung in meinem Leben. Auch wenn es die Musik nicht gäbe, weiß ich, dass ich sicher wäre. Aber die Musik ist für mich ein Weg, mein Leben auszudrücken. Mein Gott, das klingt wie eine Floskel, aber es ist verdammt wahr! Es ist wirklich wahr!

Ich bin definitiv kein Drache!

Rebekka Bakken

»Ich habe praktisch mit dem Lesen abgeschlossen«

Dieser Song »Why Do All The Good Guys Get The Dragons« hat mich neugierig gemacht. Bist Du ein gutes Mädel oder ein Drache?

Ha, Du bist endlich der erste, der schnallt, worum es hier geht! Ich spiele ja hier mit der Idee, dass ich selbst ein Drache sei. Niemand hat das bisher kapiert.

Wow!

Ich habe extreme Angst davor, dass ich ein ... in einer Beziehung, also ich möchte keine Beziehung haben, das macht dich doch verrückt ...

Ist das die Erfahrung, auf der das Lied beruht?

Nein, das Lied beruht auf Beobachtung. Bist Du verheiratet oder hast Du eine Beziehung?

Ich bin zurzeit Single ...

Wie gut für Dich! So bleibst Du geistig gesund! Das sind also Beobachtungen, ich habe nette Kerls kennen gelernt, liebenswerte Leute wie mein Vater, die werden oft angezogen von richtig taffen Kontrollfreaks.

Die Leute haben oft die Angewohnheit, einzuteilen in gute und schlechte Typen, good guys and bad guys. Ich glaube, dass man in einer Beziehung sehr leicht zu einem Drachen werden kann. Ich denke auch, die meisten sind in einer Beziehung, um einander umzubringen.

Aber ich mache hier natürlich auch Spaß! Ich glaube definitiv, dass ich kein Drache bin, aber ich denke, dass man in einer Beziehung sehr leicht zu einem werden kann. Du musst dich mal selbst fragen, warum sich diese Jungs da so hingezogen fühlen.

Ja, das wäre mal die Frage ... ich weiß nicht, ob das stimmt, vielleicht ist es ja Deine Erfahrung.

Ach nein. Das ist doch mehr ein Spiel, oder ein Stereotyp einer Beziehung, der oft in Filmen aufgegriffen wird.

(spielt immer noch mit der Zigarette und den Streichhölzern)
Ich will jetzt eigentlich rauchen, und ich versuche es auch zu tun, aber immer wenn ich viel Leben in mir spüre, dann geht's nicht. Also tue ich es nicht. Danke Dir für das nette Interview!

Ich danke Dir!

© 2005 - Matthias Scheidl, exklusiv für Nordische Musik
Fotos: Mephisto (2) und Universal (alle restlichen)
Rebekka Bakkens Discografie siehe im zweiten Interview.



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