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Battlelore: Wir sind Finnen; wir verbeugen uns vor niemandem

Ein Interview von Nathalie Martin

Die Tolkien-inspirierte Band Battlelore aus Lappeenranta entführt
mit Fantasy-Metal in die alte Welt der Schwerter und Magie.

Ein Interview mit Bandgründer/Gitarrist Jyri Vahvanen
und Sänger Patrik Mennander – für die der »Herr der Ringe«
fast so etwas wie eine Religion bedeutet.

Battlelore

Vom Mittelalter-Rollenspiel zum Fantasy-Metal

Ulla Pirttijärvi

Tolkiens Fan, der Baum

Wieso eine Band im »Herr der Ringe«-Stil?

Jyri: Mit 13 Jahren kam ich zum ersten Mal mit Tolkien in Kontakt – und wurde sein Fan. Er hat mich inspiriert. All unsere Songs basieren auf unsere Sichtweise der Welt und Schriften Tolkiens. Musik mache ich schon lange, ich spielte erst Bass, dann E-Gitarre. Mit 17 war ich Gitarrist in einer Black Metal Band.

Wie entstand daraus Battlelore?

Jyri: Ich wollte eine Band gründen, die die Musik macht, die ich mag und schon immer machen wollte. Zuerst gab's nur den Basser (Miika) und den Gitarristen (mich). Aber den passenden Sänger zu finden war nicht schwer ...
Patrick: (lacht) ... ja, mich.
Jyri: Wir sind nämlich beide große Mittelalter-Rollenspiel-Fans und kennen uns von da – und wir spielen heute noch. Auch unser Bassist Miika, sowie unser Drummer (und zugleich mein Bruder) Henri, sind riesige Rollenspiel- und Tolkien-Fans.

Wo kommt Euer Bandname her?

Ulla Pirttijärvi

Schlachten und Folklore

Jyri: Wen du die Geschichte von Mittelerde anschaust, ist sie sehr gewalttätige und voll von Schlachten (battles), Kämpfe und Tragödien. Das mit »Folklore« kombiniert gibt einen sehr bezeichnenden Namen für uns: »Battlelore«.

Ihr habt ein »ausländisches« Label: Napalm Records aus Österreich. Wieso?

Jyri: Wir haben im Gründungsjahr, 1999, unser erstes Promotape »Warrior's Tale« für ein finnisches Label, das Bands suchte aufgenommen. Es war ein schlechtes Demo ...
Patrick: ... jaja, ich weiß. Das sagt jede Band über ihr erstes Demo ...
Jyri: ... aber unseres war wirklich schlecht. Ein Jahr später haben wir das zweite Promotape »Dark Fantasy« gemacht. Mit dem haben wir das Interesse eines österreichisches Labels (Napalm Records) geweckt. Nach einem weiteren Kurz-Tape (ohne Titel) extra für dieses Label, haben wir einen Vertrag bekommen. Unser Debütalbum »WHERE THE SHADOWS LIE« erschien dann 2002, bekam gute Kritiken – und wir bekamen Fans. (Pause) Für eine finnische Band ist das österreichische Label besser, als ein finnisches: So können wir gleich außerhalb Finnlands touren.

Und ...

Ulla Pirttijärvi

Jyri:... was ich noch sagen möchte: Wir haben nichts mit den »Lord Of The Rings«-Filmen zu tun!
Patrick: Uns gab's schon viel früher!
Jyir: Wir dachten ja, jeder würde sagen, dass wir auf den »Herr der Ringe«-Zug aufspringen, weil es gerade in ist. Aber das ist nicht wahr – und bisher haben wir das zum Glück noch nicht gehört. Wir haben viele treue Fans. Einer flog extra von Deutschland nach Finnland, um zwei unserer Gigs zu sehen.

Fans in Deutschland

Woher kommen Eure Fans?

Jyri: Die meisten Fans haben wir in Deutschland. In Finnland sind wir fast unbekannt. Wir denken, das liegt am österreichischen Label: Deswegen sind wir in Mitteleuropa bekannter.
Patrick: ... wenn man in Finnland 500 bis1000 Platten verkauft, ist das viel.

Wo habt Ihr schon getourt, bzw werdet Ihr touren?

Ulla Pirttijärvi

»Wir waren da entspannter«

Jyri: Vergangenes Jahr tourten wir im Rahmen der »The Magic of Angels Festival Tour 2003« durch Deutschland (Berlin, Heidelberg, Glauchau, Frankfurt, um mal ein paar Stationen zu nennen), Spanien, Belgien, Niederlande, Österreich und Schweiz. Für 2004 ist eine (Deutschland)Tour geplant, bisher steht aber nur ein Konzert fest, auf dem Piorno-Rock Festival in Spanien.

Wie war die Tour für euch?

Jyri: Bei unserer ersten Europatour erwarteten wir nichts, keinen roten Teppich, nichts. Da war eine norwegische Band dabei: Die Jungs haben sich wegen jeder Kleinigkeit, die nicht optimal lief, aufgeregt. Wir waren da entspannter. Nach der Tour merkte ich, dass in Finnland alles viel organisierter ist ... auf unserer Tour war alles chaotisch (lacht). Aber "That's the way it is." Die Tour war eine großartige Erfahrung für uns.

Wie war die Stimmung unter den Bands?

Jyri: In Wien haben wir den »Kopf« der Plattenfirma getroffen, und er war ganz begeistert von uns; wir waren die erfolgreichste Band der Tour. Und das ganz ohne es irgendjemandem recht machen zu wollen: Wir sind Finnen, wir verbeugen uns vor niemandem, wir spielen einfach.
Patrick: Wir freuten uns sehr über den Erfolg und die Unterstützung; nicht nur von unseren Fans, sondern auch von den anderen Bands. Wir waren auf der Tour ja nur Support-Act, aber die anderen Bands meinten, wir hätten headlinen sollen. Das Gefühl nach der Tour war jedenfalls großartig.

Dann willkommen 2004! Kiitos Patrik ja Jyri.

© 2004 Nathalie Martin, exklusiv für Nordische Musik

Discografie

1999 Warriors Tale – Promo
2000 Dark Fantasy – Promo
2002

Where The Shadows Lie

2003 Sword Song


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