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Entwine - (Der Mythos über) kalte und dunkle Winter

Ein Interview von Horst Gassner

Mit dem Vorbild HIM an die Spitze?
Über den andauernden Vegleich sind die sechs Finnen aus verständlichen Gründen nicht sehr glücklich.

Ein Gespräch mit dem Gitarristen Jaani Kähkönen über Vorbilder, Veränderungen und die finnische Melancholie.

Entwine

Death, Gothic, HIM

Entwine

»Es fühlte sich besser an ...«

In ganz frühen Jahren, zu Euren Gründerzeitzen, hat Entwine Death Metal gespielt. Was war der Grund zu Gothic Metal zu wechseln?

Entwine hat niemals Death Metal gespielt. Kaamos, die frühere Band von Aksu und Tom spielten Death Metal. Es handelt sich also um zwei unterschiedliche Gruppen!

Nun ja – in Eurer Bandbio steht das anders. Aber egal. Welche Pläne habt ihr in Bezug auf den Stil in der nahen Zukunft? Können wir einen weiteren Stilwechsel erwarten?

Mit »DIEVERSITY« wurde unser Stil etwas härter, als dies auf den Vorgängeralben der Fall war. Es gab aber keine Entscheidung, den Stil dahingehend zu entwickeln, das hat sich einfach so ergeben. Es fühlte sich einfach um vieles besser an, etwas härter zu spielen.

Anfangs hatten wir gewisse Bedenken, aber wir haben sehr bald realisiert, dass wir nur das tun müssen, wobei wir uns wohl fühlen und dass wir nicht über die Meinung anderer Leute nachdenken sollten. Wir sind absolut zufrieden mit dem neuen Sound und dem gesamten Album im Allgemeinen.

Mika Tauriainen

Aksu Hanttu

Riitta Heikkonen
Tim Mikola
Janni Kähkönen
Joni Miettinen

Wenn man interessant bleiben will, dann muss man seinen Stil auch einfach etwas anpassen und deshalb werden wir auch in Zukunft unseren Stil immer wieder etwas »verfeinern«. Gegen Ende des Jahres werden wir mit dem Schreiben neuer Songs beginnen – dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.

Warum sollte ein Metalfan euer Album »DIEVERSITY« kaufen? Was hebt diese Scheibe von der Masse der Neuerscheinungen ab?

Das ist eine schwierige Frage! Ich kann nur sagen, dass jeder von uns 100% gegeben hat. Wir haben sehr hart gearbeitet und jeden einzelnen Song so gut als möglich klingen zu lassen. Heutzutage ist es wirklich sehr schwierig, sich von der Masse abzuheben, aber wir haben unser Bestmögliches getan, um damit erfolgreich zu sein.

Ihr wurdet ja – besonders in der Vergangenheit – mit HIM verglichen. Seht ihr das eher als Kompliment oder als Vorwurf, für zu wenig Eigenständigkeit?

Meiner Meinung nach ist es ein Kompliment an HIM, weil wir die Musik von HIM einfach so gut finden, dass wir denselben Musikstil verfolgen wollen. In »DIEVERSITY« finden sich aber trotzdem nicht sehr viele Einflüsse von HIM. Aber das »HIM-Etikett« wird vermutlich für immer an uns kleben bleiben.

Doch wie ich schon sagte: Auf »DIEVERSITY« haben wir aber unseren eigenen Sound gefunden. Hoffentlich werden sich die Leute das Album anhören und dann selbst entscheiden, ob das eigenständig klingt oder nicht.

Lieblinge

Was sind Eure Lieblingsbands?

Es gibt nur wenige Gruppen, die der gesamten Band gefallen, darunter Rammstein, Linkin Park, Metallica, Alice In Chains und Pantera. Wenn ich zuhause bin, dann höre ich auch sehr viel andere Musik - eigentlich fast alles. Ich höre etwas Pop, aber auch sehr viel Blues und »Roots stuff«. Derzeit zählt Jonny Lang zu meinen Favoriten, aber ich höre auch regelmäßig Panteras »VULGAR DISPLAY OF POWER«.

Skandinavischer Metal erlebt derzeit ein Hoch. Welche Erklärung hast Du dafür?

Kalte und dunkle Winter ;-).

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was mit Skandinavien los ist, aber wir haben derzeit wirklich sehr gute Metal-Bands. Vor allem schwedische Bands sind hier absolut herausragend.

Was ist aus eurer Sicht typisch für den finnischen Metal?

Finnischer Metal ist viel melancholischer als in anderen Staaten. Als Finne ist es für mich etwas schwierig, die Unterschiede zu erkennen – viel einfacher wäre es für mich, deutschen oder britischen Metal zu analysieren.

Aber meiner Meinung nach ist die finnische Mentalität viel melancholischer, deshalb ist es wahrscheinlich für uns leichter, dunkle und düstere Metal-Songs zu schreiben.

Hattet ihr erwartet, dass »DIEVERSITY« in den finnischen Charts stürmt?

Die beiden letzten Alben waren ebenfalls in den Charts vertreten, so war es keine wirklich große Überraschung. Die Chartpositionen waren allerdings wirklich nett: Die Single »Bitter Sweet« erreichte die Top 3, und das Album erkomm den 11. Platz.

Diese Charterfolge bedeuten mir nicht sonderlich viel, aber natürlich gibt einem das mehr Energie, wenn man sieht, dass andere Lewute die eigene Musik mögen.

Live

Lass uns noch ein wenig über Eure Shows sprechen. Habt Ihr eine Lieblingskonzerthalle in Europa?

Von denjenigen, in denen wir gespielt haben, sind das: Planet Music in Wien, La Loco in Paris, Klubben in Stockholm, Easy Shorre in Halle, das Rockefeller in Oslo und das Tavastia in Helsinki. Fast jede der Hallen hat ihr Gutes, weshalb es schwierig ist, einen Favoriten zu nennen. Das Rockefeller ist aber auf jeden Fall eines der Besten.

Was sind Eure Live-Pläne? Europa-Tour? Wacken oder das Summer Breeze?

Wie schon erwähnt, ist eine Europatournee für den Herbst geplant, aber da ist noch nichts fix. Derzeit touren wir in Finnland und im Sommer werden wir auf einigen Festivals spielen. Wir haben 2002 auf dem Summer Breeze gespielt und das war einfach super!

Deshalb würden wir uns freuen, auch heuer wieder dort spielen zu können. Wir wollen generell so viele Festivals wie möglich spielen, speziell in Mitteleuropa. An uns soll es nicht scheitern!

Spielt ihr denn lieber auf großen Festivals oder lieber in kleinen Hallen?

Es gibt an beidem etwas Gutes. Natürlich ist es bewegend, vor 5.000 schreienden Fans zu spielen, aber andererseits ist es auch großartig, Auge in Auge dem Fan gegenüber zu stehen und die Reaktionen hautnah zu spüren.

Auf Festivals erreichst Du aber immer auch viele Leute, die dich vorher nicht kannten, und so hast Du die Chance, neue Fans zu erreichen, wenn du gut genug bist. Ich für mich kann sagen: ich bin ein Festival-Typ.

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet – mit welcher Band würdet ihr auf Tour gehen?

Kiss oder Rammstein. Ich mochte schon immer Bands, die auch eine gute Show abziehen. Ich hoffe, dass Entwine eines Tages groß genug ist, damit wir unsere eigene Pyrotechnik und Rauchbomben mitbringen können.

Line-Up:
Mika Tauriainen – Gesang
Tom Mikkola – Gitarre
Jaani Kähkönen – Gitarre
Joni Miettinen – Bass
Aksu Hanttu – Schlagzeug
Riitta Heikkonen – Keyboards

© 2004 Horst Gassner
Foto-Credits: Toni Härkönen

Discografie

1999 The Treasures Within Hearts
2001 Gone
2002

Time Of Despair

2004 DiEversity


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