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The Haunted: rEVOLVEr – mit der Knarre nach vorn

Ein Interview von Oliver Teutsch

Mit nur drei Alben erarbeitete sich die Band einen hervorragenden Ruf als internationaler Trash-Act und erregte durch ausgedehnte Tourneen mit Bands wie Slayer, Nile, Nasum, Napalm Death, Hammerfall, In Flames und, und, und weiteres Aufsehen. Ihre vierte CD verspricht wieder viel Neues, verleugnet aber auch die alten Trash-Wurzeln nicht.
Bassist und Songwriter Jonas Björler im Gespräch.

The Haunted

Man KANN es hören

The Haunted

Jonas Björler: schwierig zu erklären ...

Was meinst Du, wodurch sich nordische, also skandinavische Musik von Musik aus anderen Regionen unterscheidet?

Ich schätze, dass nordische Bands häufig mehr Wert auf Melodien in ihrer Musik legen, welche auch oft sehr melancholisch und düster ist. Möglicherweise ist es das musikalische Erbe des nordischen Folk, der die Musiker heute inspiriert.

Eine eindeutige Antwort darauf gibt es wahrscheinlich nicht, aber vielleicht kannst du mir verraten, was für Dich persönlich die Hauptunterschiede ausmachen.

Für gewöhnlich kann ich den Unterschied einer nordischen Band und einer Band von außerhalb der Region hören. Es hat etwas damit zu tun, wie wir Harmonien benutzen und Songs arrangieren. Es ist schwierig zu erklären, aber man KANN es hören!

Definitiv kein Mainstream

Kommen wir zum neuen Album: In Eurer Entwicklung von Album zu Album kann man Veränderungen sehen. Was genau wolltet Ihr verändern oder verbessern im Vergleich zu den früheren Aufnahmen?

The Haunted

Grenzen brechen

Bei den Aufnahmen zum ersten Album hatten wir sehr viel Spaß, da es nicht besonders vielseitig ist und eigentlich alle Songs einfach schnell sind! Auf »MADE ME DO IT« beschäftigten wir uns dann auch mehr mit Variationen in den Songs und deren Strukturen.

Mit »ONE KILL WONDER« wollten wir wieder zurück zu den Wurzeln und ein extrem brutales Album machen – was uns, denke ich, gelang. Und nun, mit Peter (Dolving, Anm.d. Red.) zurück am Gesang wollten wir die Grenzen brechen – also Songs machen, die zu »The Haunted 2004« passen. Wir mögen alle »rEVOLVEr«, da es die vielseitigste CD der Band ist.

Das Album hat einen sehr transparenten und trotzdem druckvollen Sound. Dies ist bestimmt der herausragenden Leistung des Produzenten-Teams Patric J. Stehen & Fredrik Nordström, sowie dem Toningenieur Tue Madsen zu verdanken. Was gab euch die Selbstsicherheit, diesen sehr vielseitigen Gesang auszuprobieren?

Es ist nichts neues für The Haunted, cleanen Gesang zu benutzen. Wenn man sich »In Vein« von der ersten Platte anhört, findet man ihn auch und merkt, dass es einer besten Songs auf der Platte ist.

The Haunted

Auf »MADE ME DO IT« haben wir auch zwei Songs mit cleanem Gesang: »Hollow Ground« und »Under The Surface«. Auf »ONE KILL WONDER« wollten wir so brutal wie möglich sein, also verzichteten wir auf Cleangesang bei der Platte. Ich glaube, es hat etwas Positives, wenn man im Stande ist, den Hörer mit jeder Neuerscheinung zu überraschen.

Mit »Abysmal«, »All Against All« und »Burnt To A Shell« sind drei Rock'n'Roll-beeinflusste Songs auf der Platte, die aber auch »Arschtritt-Charakter« haben. War es Euer Anliegen, damit eine größeres Publium zu erreichen?

Es ist definitiv kein Mainstream, und das war auch nie der Plan. Wir schrieben einfach Lieder, die wir alle sehr mochten. Möglicherweise sind wir als Musiker einfach gewachsen?

Man weiß nie, was passiert

The Haunted

»Die Gejagten«

Ihr scheint beim Songwriting weniger Aufmerksamkeit auf die Wirkung einzelner Riffs gelegt zu haben, sondern mehr auf den kompletten Song. Manche Tracks wie »Abysmal«, »Who Will Decide«, »Liquid Burns« oder das sehr intensive »My Shadow«, hinterlassen mit ihren exzellenten Finals einen intensiven Eindruck. Ist diese Art von Songwriting eine Art neue Philosophie?

Ja, das war der Plan. Wir wollten dieses mal einfach den Schwerpunkt auf die Lieder und weniger auf die Riffs legen. Es ist ein Teil der „rEVOLVEr“-Philosophie, aber man weiß nie, was mit The Haunted passiert.

Die nächste CD kann komplett anders klingen. Es gibt keine Richtlinien für eine CD; wir gehen einfach unseren Weg und machen Musik. Die aktuellste CD reflektiert also auch immer die Stimmung, die man im Moment hat – das ist auch der Grund, warum unsere Alben unterschiedlich klingen.

Nachdem Ihr in Schweden mit zwei gewonnenen Grammys große Erfolge feiert konntet, stellt sich die Frage: Kommt The Haunted auch nach Deutschland?

The Haunted

Wir gehen im Oktober mit Damageplan und Shadows Fall auf eine US-Tour. Ich glaube, im Februar und März 2005 werden wir in Europa und Deutschland touren. Ich hoffe euch da zu sehen!

Vielen Dank für Deine Zeit!

Danke für dein Interesse an The Haunted.

Line-Up:
Peter Dolving – Vocals
Anders Björler - Guitar
Jonas Björler – Bass
Jesen – Guitar
Per Möller Jensen - Drums

© 2004 Oliver Teutsch
Foto-Credits: Olle Carlsson

Discografie

1998 The Haunted
2000 Made Me Do It
2001

Live Rounds In Tokyo (Live)

2003 One Kill Wonder
2004 rEVOLVEr


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