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Jan Garbarek: Wir bewegen uns in Kirchen wie Aliens

Ein Interview von Frank Keil

Es war nicht leicht, einen Interviewtermin mit Jan Garbarek zu bekommen. Normalerweise gibt er während seiner Tourneen keine Interviews.

Aber ich wollte nicht warten, bis eines fernen Tages mal wieder eine der üblichen Promotourneen veranstaltet wird und man als x-ter Journalist in ein Hotelzimmer geführt wird, wo einem der Musiker zum x-ten Mal an diesem Tag die ihm längst vertrauten Fragen beantworten soll.

Jan Garbarek

»Jetzt nicht«

Jan Garbarek

Schwarze Herren

Irgendwann hatte ich dann Garbareks Tourmanager an der Strippe. Es war ein kurzes, eher unangenehmes Gespräch. Ich bekam einen Termin; am nächsten Morgen nach einem Konzert, in dem die Jan Gabarek Group in kleiner Besetzung spielen sollte und das ich mir gleichfalls ansehen würde. In Rendsburg, oben in Schleswig-Holstein, in einer Kirche.

Ich war rechtzeitig vor Ort. Ich wollte mich wenigstens kurz vorstellen, so macht man das ja. »Jetzt nicht!«, blufft mich der Tourmanager an, der schwarz gekleidet war wie Jan Garabek und der dessen Saxofonkoffer trug. Er scheuchte mich weg wie eine Fliege, während Garbarek durch die Kirche schritt und sich vor dem Altar ansah, was man an Bühne aufgebaut hatte. Ja, so sind diese Leute, dachte ich.

Es wurde ein anständiges, ein gutes Konzert. Die drei Herren waren schwarz gekleidet und widmeten sich mit ernsten und noch mehr verschlossenen Mienen ihren Instrumenten: Wolfgang Dauner seinem Keyboard, Eberhard Weber seinem Bass und Garbarek seinem Saxofon. Manchmal trat er aus dem Licht und verschwand im Dunkeln. Nur Marylin Mazur hüpfte wie ein bunter Vogel ausgelassen hinter ihrem Schlagwerk und brachte eine gehörige Portion Lebensfreude ins Spiel.

Die Leute waren aus dem Häuschen. Noch als sie die Kirche wieder verließen, erzählten sie sich, was für ein grandioser Abend es gewesen sei, Jan Garbarek in einer Rendsburger Kirche. Ich wollte nicht in Rendsburg übernachten, was ich hätte tun sollen. Ich fuhr nach Hause und nahm am nächsten Morgen den Zug Richtung Flensburg.

Die Eisenbahnbrücke

Jan Garbarek

Englischer Graf?

Kurz vor Rendsburg fährt der Zug über eine langgeschwungene Eisenbahnbrücke. Normalerweise ist das kein Problem. Doch der Zug hielt an. Mitten auf der Brücke. Man kann von dort oben über die ganze Stadt und den Nordostseekanal sehen. Und noch weiter bis nach Dänemark, Schweden, bis nach Spitzbergen. Der Zug hielt und hielt. Zehn Minuten, zwanzig Minuten, dreißig Minuten, und ohne dass ein Grund zu erkennen war. Ich würde die Verabredung nicht einhalten können. Zum Glück hatte ich die Handynummer des Tourmanagers dabei. »Das ist Ihr Problem! Herr Gabarek wird nicht auf Sie warten!«, bellte er. Dann drückte er mich weg. Vielleicht hatte er sein Handy auch aus dem Fenster geworfen; war draufgesprungen, hatte es einfach zerbissen und war jetzt dabei, die Überreste mit einem Hammer zu zerbröseln.

Kurz überlegte ich, einfach auszusteigen, über die Gleise zu klettern, abzurutschen, mich mit einer Hand an der letzten Stahlstrebe festzuhalten und mich wie in einem amerikanischen Spielfilm nur mit einer Hand wieder aufs Rettende zu ziehen. Ich ließ es lieber. Irgendwann ruckte der Zug wieder an und fuhr sehr langsam weiter. Ich stürzte aus dem Bahnhof und hastete zu dem kleinen Hotel am Marktplatz.

Marilyn Mazur und Wolfgang Dauner waren noch beim Frühstück. Sie saßen an zwei einzelnen Tischen, weit voneinander getrennt und lasen Zeitungen. Es sah ein wenig traurig aus. Aber vielleicht will man morgens unbedingt seine Ruhe haben, wenn man seit Jahren zusammen tourt. Jan Garbarek saß im ersten Stock in einem plüschigen Raum voller plüschiger Möbel, die auf dicken Teppichen ruhten. Er selbst wirkte noch zerbrechlicher als gestern auf der Bühne, in seinen schwarzen Sachen, mit seinem Haarzopf; irgendwie wie ein englischer Graf, der gleich Blut in ein schneeweißes Taschentuch husten wird. Als ich meine Verspätung entschuldigen und erklären wollte, winkte er nur freundlich ab. »No problem«. Unser Gespräch begann.

Die zusätzliche Kraft

Jan Garbarek

Kirchen & Musik

Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie wie gestern in einer Kirche auftreten oder in einer Konzerthalle?

Das ist zunächst eine Frage der Akustik. Das ist das, was uns als Musiker zunächst interessiert. Man könnte sagen: Für manche Projekte sind Kirchen sehr gut geeignet. In vielen Kirchen steckt eine zusätzliche Kraft; man fühlt die Hingabe und die Liebe, die man einst in sie hineingesteckt hat. Das ist nicht unbedingt bei modernen Kirchen so, da hat man diese Empfindungen nicht immer. Jedenfalls kommt dieser Aspekt manchmal dazu und manchmal eben nicht.

In vielen Kirchen und auch auf Plätzen ist eine ganz ähnliche Stimmung wie einem üblichen Konzertsaal. Da steht eine P.A., es gibt eine Lichtanlage, das Publikum sitzt im Dunklen, und du siehst nicht, wer wo sitzt und was er macht. Wir sind eine kleine Band, das Licht ist auf uns gerichtet, und wir gucken ins Schwarze.

Ich fand es gestern Abend einen interessanten Kontrast: Ihre elegische und sphärische Musik, hinter Ihnen der abgehängte Altar und rechts von Ihnen diese massiven Gedenktafeln für all die Gefallenen der letzten Kriege ...

Wir bemerken so etwas meistens nicht. Wir haben selten die Gelegenheit, einen Raum richtig zu erkunden und dann mit ihm zu experimentieren. Da steckt so viel Geschichte in einem Raum, er enthält so viele Geschichten, so viele Emotionen sind in diesen Gebäuden eingeschlossen – und wir bewegen uns in ihnen wie Aliens.

Wir treten in diese Welt ein, wir schauen sie uns als Musiker an; erkunden, wie wir uns stellen werden, um optimal zu spielen. Anders ist es, wenn ich mit dem Hilliard Ensemble auftreten. Die Musiker dieses Ensembles erkunden sehr genau die Geschichte der Kirchen, in denen wir spielen. Zum meinem großen Erstaunen kennen die wirklich alle Kirchen Europas, vielleicht sogar der Welt. Die kennen sich ausgezeichnet aus mit den verschiedenen Baustilen und den Epochen.

Sie konnten mir jeweils eine Menge über unseren abendlichen Auftrittsort erzählen. Sie nehmen sich auch die Zeit, diese Orte vorher zu besichtigen; manchmal bleiben sie da ein, zwei Tage. Aber bei meiner jetzigen Tour, da fahren wir am Morgen los, erreichen den nächsten Ort, wir essen zu Mittag, dann der Soundcheck, das Konzert, ein Nachtmahl und ab ins Bett. Und nächsten Tag das selbe.

Hilliard Ensemble und Therapeuten


Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble

War die Zusammenarbeit mit dem Hilliard Ensemble ein Wendepunkt in Ihrer Karriere?

Ein anderer Wendepunkt, vielleicht. Ich habe mit so vielen Leuten zusammengearbeitet die vergangenen Jahre, ja Jahrzehnte, und alles hat jeweils einen großen Einfluss auf meine Art zu spielen gehabt, und wenn man so will auch auf meine Karriere.

Dass es überhaupt auf ein so großes Interesse stieß! Ich dachte damals, o.k., wir haben eine sehr schöne Platte eingespielt, wir mochten das sehr gerne, und wir waren mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Ich dachte, das könnte einige wenige Leute interessieren. Aber als nach einigen Monaten die Verkaufszahlen kamen, waren wir wirklich überrascht. Ich war begeistert, denn ich habe sehr gerne mit dem Ensemble gearbeitet, und es ergaben sich viele Auftritte daraus. Das werden wir demnächst fortsetzen.

Es war für Sie das erste Mal, dass Sie Musik und Texte kombiniert haben ...

Jan Garbarek

... dann erwischt es uns irgendwie ...

Ich habe nicht im strengen Sinne das vertont, was gesungen wurde. Gut – die erste Platte besteht aus europäischen Kirchenliedern, und das sind Worte aus der Bibel. Das zweite Album beruht auf Texten von überall aus der Welt. Manchmal sind es nur Fragmente von Sätzen. Ich habe schon früher Stücke eingespielt, in denen Worte wichtig sind, aber eben aber nicht von ihrer Bedeutung, sondern vom Klang her. Sie ergeben in keiner Sprache einen wörtlichen Sinn.

So habe ich Musik gemacht, die auf norwegische Gedichte zurückgriff, und ich habe mit Folk-Musikern zusammengearbeitet, wo durchaus der Text eigenständig war. Aber in der Art und Weise, wie wir hier Musik und Worte kombiniert haben, war das schon neu und einmalig. Und auch, dass es vier Stimmen sind und ein Saxophon und eben keine Rhythmusinstrumente vorkommen, wie ich sie normalerweise benutze.

Mir ist aufgefallen, dass in der therapeutischen Szene diese beiden Platten sehr häufig gespielt werden ...

Ich bin mit Psychotherapie nicht vertraut, aber ich kann es mir gut vorstellen. Diese Musik weckt auf sehr einfache und doch tiefe Weise Assoziationen. Wenn wir als Gegenwartseuropäer diese Kirchenmusik aus dem Mittelalter hören, dann erwischt es uns irgendwie. Wir reagieren anders als wir sonst reagieren, und möglicherweise werden tiefere Schichten in uns berührt.

Das ging auch mir so, als ich sie zum ersten Mal singen hörte, und es inspirierte meine Art zu spielen. Was da genau passierte und noch immer passiert, das ist alles sehr unbestimmt. Und wenn Therapeuten das zu nutzen verstehen, dann ist das gut.

Würden Sie zustimmen, dass Ihre Musik etwas Spirituelles enthält?

Jan Garbarek

Aus Erdlöchern in die Kathedralen

Ja, das vermute ich. Musik ist für uns – und das klingt schrecklich banal – unser Leben. Sie bringt uns mit allen Teilen unserer Persönlichkeit in Kontakt – auch mit unseren spirituellen Anteilen, was immer das auch ist.

Gestern Abend Ihr Konzert, das war ja schon fast eine Mischung aus Gottesdienst und Popkonzert ...

Ich denke, das geschieht wie automatisch, wenn da einer vorne steht, und ihm gegenüber sitzen die Menschen. Was dabei passiert, können wir sehen; wir können es genießen, aber wir können es nicht berühren. Aber wir können davon berührt werden! Ein guter spiritueller Redner – ein Priester, wenn man mag – befindet sich in einer ganz ähnlichen Lage wie ein Musiker, der seine Musik erschafft. Wer immer bereit ist, sich auszudrücken, wird diese Erfahrung machen.

Und es gibt da natürlich Berührungspunkte: eine gewisse Dramaturgie, es gibt die Kraft und den Einfluss von Licht und auch der Töne und Klänge. Im Mittelalter – das vermute ich wenigstens – waren diese riesigen Kirchen dazu da, dieses dramatische Geschehen, von dem die Bibel erzählt, zu illustrieren. Die Leute kamen aus ihren Katen und Erdlöchern, betraten diese für sie riesigen Kathedralen und wurden mit einem ganz anderen Leben konfrontiert.

Familiengeschichte(n)

Jan Garbarek

Sind Sie selbst als Kind religiös geprägt worden?

Nicht mehr als andere auch. Gut, es gab die Sonntagsschule, die in der Kirche stattfand. In Norwegen ist der Protestantismus ja Staatsreligion. Als ich Kind war, hatten wir eine sozialdemokratische Regierung. Die versuchte den Einfluss der Kirche einzuschränken; dagegen wehrten sich wieder andere – so ging es hin und her. Nein, ich bin als Kind nicht besonders kirchlich geprägt worden.

Ihr Vater kam aus Polen ...

Mein Vater, ja. Meine Mutter ist Norwegerin. Sie kommt – glaube ich – aus einer sehr religiösen Familie. Aber als sie wegzog, nach Oslo, gut fünfhundert, sechshundert Kilometer entfernt, hatte sie nicht mehr diesen Kontakt zu ihrer Familie.

Mein Vater war Kriegsgefangener. Sie brachten ihn nach Norwegen in ein Arbeitslager, und er musste die norwegische Eisenbahn mit aufbauen, oben im Norden. Aber er blieb und heiratete eben eine Norwegerin. Er war ein Katholik, aber er praktizierte das nicht. Das war ihr Hintergrund, aber ehrlich gesagt haben wir nie darüber geredet.

Hatten Ihre Eltern etwas mit Musik zu tun?

Nein. Kein bisschen.

Sie sind der Erste in Ihrer Familie ...

Ich bin der erste, ja. Ich dachte anfangs nie daran, Musiker zu werden. Denn als ich jung war, gab es keine Möglichkeit, als Musiker in Norwegen sein Geld zu verdienen. Erst recht nicht als Jazzmusiker. Wenn, dann gab es die Möglichkeit, in einem Symphonieorchester unterzukommen. Aber ich spielte Saxofon, und das hat da keinen Platz. Ich hatte andere Pläne. Ich war immer unterwegs und kam nie recht dazu, diese umzusetzen. Und das mache ich nun seit 34 Jahren.

Coltrane

Jan Garbarek

Schreie und endlose Stille

Es gibt diese Geschichte: Der junge Jan Garbarek, gerade mal 14 Jahre alt, hört eines Tages im Radio einen Song von John Coltrane ...

Das ist wirklich passiert. Es war ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich war 14, und er war wirklich der erste Musiker, der mich auf einer tieferen Stufe berührt und in mir etwas zum Klingen brachte. Ich wusste am Anfang nicht, was es gewesen war. Aber später, als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass das, was er spielte, absolut unbeschreiblich gewesen war.

Ich hatte keine Vorstellung von der Komplexität und der Genialität, mit der er spielte. Es war etwas, was mich sehr viel tiefer erwischte. Und das ist spannend: Denn es heißt, dass es die Chance gibt, dass man mit seiner Musik bei einem Menschen etwas ganz tief in ihm bewegen kann. So wie Künstler es tun und vielleicht ja jeder Mensch.

Es öffnete meinen Blick für diese Möglichkeit. Coltrane hat ständig seinen Stil geändert. Das war für mich nicht wichtig. Er konnte spielen wie und was er wollte; mich kümmerte das nicht. Ich hörte etwas anderes. Er spielte eine sehr ekstatische Musik. Sehr laut, sehr lärmig, neue ungewöhnliche Klänge dazwischen, Schreie fast. Aber ich hörte aus all dem eine tiefe, endlose Stille heraus; eine unbeschreibliche Ruhe.

Das berührte mich sehr emotional. Es ist ein Rätsel, wenn man darüber nachdenkt: Ein kleiner Junge in Norwegen hört Radio, nachdem irgendjemand diese Platte zu einer örtlichen Radiostation gebracht hatte, und es ist Musik aus den USA, gespielt von einem schwarzen Musiker, mit einem ganz anderen Hintergrund – es hätte nichts Gegensätzlicheres geben können. Aber als ich diese Klänge hörte, erwischte es mich.

Anja Garbarek

Anja Garbarek

Tochter Anja Garbarek

Was gab Ihnen die Kraft, ganz alleine Saxophon zu lernen?

Ich war in diesem Alter, wo man einfach motiviert ist, das zu machen, was man machen will. So etwas passiert auch Sportlern und anderen Künstlern. Und irgendwann entscheidet es sich, ob etwas ein Hobby wird oder ob etwas alles andere völlig absorbiert. Man verliert die Übersicht.

Man geht ganz in das hinein, was man tun will. Alles, was ich bis dahin mit Leidenschaft tat – Fußball, Ski laufen, Schlittschuh – von diesem Moment war es damit vorbei. Sofort! O.k., vor ein paar Jahren habe ich wieder damit angefangen. Nicht mit Fußball, aber mit Ski laufen und wandern, durch die Berge wandern, nun ist es Zeit dafür.

Ihre Tochter ist in Ihre Fußstapfen getreten und hat sich gleichfalls der Musik verschrieben ...

Ihr Lebensweg ist wieder ganz anders. Sie wollte keinesfalls Musikerin werden, sondern Schauspielerin. Aber auch das gab sie wieder auf. Zufällig kam jemand vorbei, als sie in einem Chor während einer Theateraufführung sang, und sie fragten sie gleich, ob sie eine Platte machen möchte. Sie hatte nie daran gedacht. Und dann ging alles seiner Wege.

Für mich war das eine echte Überraschung. Ich habe sie nie in diese Richtung gedrängt, und sie wollte auch als Kind nie ein Instrument lernen; das interessierte sie alles nicht. Ich habe sie nie singen gehört. Bis ich sie auf dieser Theaterbühne singen sah und hörte. Ich war freudig überrascht. Mittlerweile schreibt sie ihre Texte, ihre Melodien. Kurzum: Sie ist eine Musikerin.

Schauen Sie sich regelmäßig in Plattengeschäfte um, um auf Stand zu sein?

Jan Garbarek

Ich höre mir nicht viel Musik an

Ich höre mir nicht viel Musik an. Ich höre die klassische Moderne rauf und runter. Ravel, Debussy, Strawinsky – und ältere Jazzsachen, aber die neuen Musiktrends verfolge ich nicht. Es ist sehr schwierig, sich in einem Plattenladen zurecht zu finden. Wenn ich da mal reingehe und diese Tausenden von Platten sehe, habe ich sofort vergessen, nach was ich schauen wollte und gehe gleich wieder. Also mache ich mir einen Zettel, hake Punkt für Punkt ab und schaue nicht nach links und rechts.

Wie geht es Ihnen als Musikmensch, wenn Sie durch die Welt gehen und überall dröhnt Musik: Auf dem Flughafen, im Supermarkt ...

Was es für mich und uns so schwierig macht: Wenn wir etwas hören, dann analysieren wir das Gehörte sofort. Die Tonalität, die Akkordfolge, den Rhythmus, wie das Stück aufgebaut ist. Es besetzt sofort unsere Konzentration und unsere Aufmerksamkeit. Ich verstehe nicht, wie man zum Beispiel in einem Jeansgeschäft arbeiten kann, wo man den ganzen Tag beschallt wird. Es scheint sie nicht zu belasten. Oh, ich muss los!


Sein Tourmanager hatte den Raum betreten, und er sah mich nicht mal aus den Augenwinkeln heraus an. Flugs war Jan Garbarek entschwunden, aufgesprungen wie ein scheues Kind. Ich packte mein Aufnahmegerät zusammen und nahm den nächsten Zug. Nichts gegen Rendsburg – aber man kann in Rendsburg nicht viel erleben und muss dort nicht länger als nötig bleiben.

© Frank Keil



Discografie
(nicht enthalten – bzw. nur die wichtigsten Titel –sind die zahlreichen CDs,
wo Garbarek als Begleiter mitwirkte)

1969 The Esoteric Circle
1970 Afric Pepperbird
1971

Sart

1972 Tryptikon
1973 Witchi-tai-to
1974 Belonging (mit Keith Jarret)
1974 Luminessence (mit Keith Jarret)
1975 Arbour Zena (mit Keith Jarret)
1975 Dansere
1976 Dis
1977 My Song (mit Keith Jarret)
1977 Places
1978 Photo With ...
1979 Personal Mountains (mit Keith Jarret)
1979 Nude Ants (mit Keith Jarret)
1979 Magico (mit Charlie Haden & Egberto Gismonti)
1979 Folk Songs (mit Charlie Haden & Egberto Gismonti)
1979 Eventyr
1980 Aftenland (mit Kjell Johnsen)
1981 Paths, Prints
1983 Wayfarer
1984 Song For Everyone (mit Shankar)
1984 It's OK To Listen To The Gray Voice
1986 All Those Born With Wings
1988 Legend Of The Seven Dreams
1988 Rosensfole (mit Agnes Buen Garnås)
1990 Ragas And Sagas (mit Ustad Fateh Ali Khan & Musicians From Pakistan)
1990 I Took Up The Runes
1990 Star (mit Miroslav Vitous & Peter Erskine)
1992 Atmos (mit Miroslav Vitous)
1992 Twelve Moons
1992 Madar (mit Anouar Brahem und Ustad Shaukat Hussein)
1993 Officium (mit dem Hilliard Endesmble)
1995 Visible World
1998 Rites
2004 In Praise Of Dreams


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