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Markku Peltola & Band: »Viele sagen, es wäre Filmmusik«

Ein Interview von Tim Jonathan Kleinecke

Der Backstage-Raum im Zerwirk ist zwei Etagen höher und sieht eher aus wie ein Abrisshaus. Eine alte Theke mit dem üblichen Catering, einer einzigen orangefarbenen Leuchte und praktisch ohne Steckdose, dafür mit Putz und Staub auf dem Boden.

Na, macht nix: Wir ziehen uns in den noch mehr im Renovierungszustand befindlichen Nebenraum zurück, ohne Licht und einer wackeligen Stromversorgung für das Aufnahmegerät (die dann auch prompt zusammenbricht) und hocken auf dem Boden.

Auf das Interview hat das keinen negativen Einfluss: Peltola erzählt mit finnischer Einsilbigkeit, aber gut gelaunt. Beim Interview fungierte der Tonmann Nuuti Vappavuori als Dolmetscher, kiitos!

Markku Peltola

Musik vom unentdeckten Kontinent

Markku Peltola

Buster ist der Größte

Gratulation zu einem sehr guten Konzert und auch zu der wunderbaren CD. Deine Musik ist schwer zu beschreiben, da ist alles mögliche drin, kannst Du mir helfen?

Ja, das ist wirklich schwer, ich kann das auch nicht so recht. Es ist Musik von einem unentdeckten Kontinent (lacht).

Die CD heißt ja »Auf Buster Keatons Reiterhof«. Woher dieser Name, und was hat Buster Keaton mit Eurer Musik zu tun?

Ich bin ein großer Verehrer von Buster Keaton, und der Name soll den Respekt, die Verehrung für die Pioniere des Films wiederspiegeln, stellvertretend dafür Buster Keaton: Er ist der größte von allen.

Die Musik könnte ja auch Filmmusik sein, als solche funktionieren.

Ja, viele Leute sagen, es wäre Filmmusik.

Wie entstehen die Stücke? Als Komponist wirst Du allein genannt; kommst Du in den Proberaum und verteilst Noten oder wie läuft das?

Markku Peltola

Die Stücke sind von mir, klar. Aber ich verteile keine Noten; ich spiele die Grundidee des Stücks und sage den Musikern der Band, was ich gerne hätte, und wie ich mir das in etwa vorstelle.

Das Stück als Ganzes und der Sound der Band entsteht dann beim Proben mit allen Musikern. Und die Musiker sind so gut, die brauchen keine Noten (lacht).

Insbesondere die Kombination Violine – Posaune ist sehr reizvoll und ungewöhnlich.

Das hatte ich schon im Kopf, als mir die Stücke einfielen.

Morgen Nürnberg

Du bist in Europa vor allem seit Aki Kaurismäkis Film »Mann ohne Vergangenheit« bekannt, also als Schauspieler. Was ist für Dich der Unterschied in der Arbeit als Schauspieler bzw. Musiker?

Ich komme eigentlich vom Theater, bin seit vielen Jahren Theater-Schauspieler. Und dieser Film war auch nicht mein erster. Musik mache ich schon seit 20 Jahren.

Aber ich bin lieber Musiker, das ist viel direkter, wenn du mit einer Band arbeitest und auf der Bühne stehst, noch direkter als Theater. Und ich kann mehr machen, was ich will und nicht, was ein anderer will (lacht).

Markku Peltola

How is working with Aki Kaurismäki?

Yes, it is! (lacht)

Markku Peltola

Kannst Du das ein bisschen präzisieren?

(grinst, lacht, trinkt von seinem Bier und lacht wieder)

Na gut, wie sind die weiteren Pläne?

Morgen Nürnberg (lacht).

Ich meinte das etwas weiter in der Zukunft ...

Wir machen jetzt diese Tour, und dann geht's heim. Was die Band angeht: wir haben schon die zweite Platte aufgenommen. Aber da wird nichts verraten.

Ja, dann viel Glück dafür und Dankeschön.

Danke auch.

Kippis!

Kippis!

© Tim Jonathan Kleinecke, exklusiv für Nordische Musik
Foto-Credits: Tim Jonathan Kleinecke und Markku Peltola



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