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Exportschlager Musik - eine finnische Erfolgsgeschichte jenseits von Nokia

Cannes, wir kommen! Music Export Finland, ein Lobbyist für die kreativen Höhenflüge seiner Musiker

Ein Interview von Eva-Maria Vochazer

Musik hat sich in Finnland in den letzten fünf Jahren zu einem Exportschlager entwickelt. Zwar spielt Nokia in der Wirtschaft des skandinavischen Landes noch in einer völlig anderen Liga – aber die Absatzahlen zeigen nach oben, denn die finnische Musikbranche wächst mit zweistelligen Wachstumsraten.

HIM, Nightwish oder The Rasmus sind weltweit erfolgreich, aber auch andere Bands aus der Rock-, Pop-, Metal- oder Jazzszene können beachtliche Erfolge verbuchen.

Finnlands Musikindustrie will ihren Teil dazu beitragen, dass das Ausfuhrgut Musik professionellen Rückenwind erhält. Aus diesem Grund ist im Jahr 2003 Music Export Finland (Musex) gegründet worden, ein Verband, der sich seit Anfang diesen Jahres als Vertreter der gesamten finnischen Musikbranche etabliert hat: Ein Zusammenschluss aller wichtigen Beteiligten der Branche, von Labels über Verlage bis hin Musikervereinigungen.

An der Spitze von Musex steht eine Frau: Paulina Ahokas. Ein besonderer Coup ist der Chefin unlängst gelungen: Finnland wird den Eröffnungsabend der weltgrößten Musikmesse MIDEM in Cannes im Januar 2006 gestalten – und damit eine Plattform vor 10.000 der wichtigsten Vertreter der Branche finden. Eva-Maria Vochazer sprach mit Paulina Ahokas über die finnische Erfolgsstory.

Viele Künstler aus verschiedenen Bereichen haben Erfolg

Seit dem Jahr 2000 ist der Wert des finnischen Musikmarktes jedes Jahr um rund 31 Prozent gewachsen. Wohin geht der Trend jetzt?

Paulina Ahokas

Paulina Ahokas: Chefin der MUSEX

Paulina Ahokas: Eigentlich hat diese Entwicklung schon 1999 eingesetzt. 1999, 2001, 2002 und 2003 waren es jeweils 31% Wachstum. Mitte Oktober werden wir die Zahlen für 2004 veröffentlichen. Es gibt diese Verzögerungen, weil man alle Einzelposten für Copyrights und Tantiemen berücksichtigen muss. Das kann alles erst ungefähr ein Jahr später genau mit eingerechnet werden.

Ich kann noch nicht so viel über die Zahlen für 2004 sagen, aber wir haben guten Grund für die Annahme, dass wir mit einer höheren Wachstumsrate als in den Vorjahren rechnen können. Ich möchte aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Einzelheiten bekannt geben.

Welche finnischen Bands werden Ihrer Einschätzung nach in diesem Jahr zu den erfolgreichsten Acts gehören?

Vorneweg: Das Beste ist ohnehin, dass es im Moment so viele finnische Künstler aus verschiedenen Bereichen gibt, die erfolgreich sind. Natürlich gibt es Bands wie HIM; The Rasmus, Nightwish oder Apocalyptica, die ganz vorne in den Mainstream-Charts mitspielen und sehr hohe Verkaufszahlen haben.

Aber es gibt auch die Nischenmärkte. Aus Finnland kommt zum Beispiel elektronische Musik, die in ihrem Segment sehr erfolgreich ist. Es gibt aber auch Jazz wie vom Ilmiliekki Quartett oder vom Five Corners Quintett, die fantastische Alben veröffentlicht und sehr große Beachtung gefunden haben. Und dann zum Beispiel Weltmusik-Ensembles wie Värttina, die bei der anstehenden Weltpremiere des Musicals »Herr der Ringe« im Londoner Westend mitwirken, weil sie die Musik mitkomponiert haben.

MUSEX

The 69 Eyes

Es gibt also viele verschiedene finnische Musiker, die in ihrem Genre sehr respektiert werden. Und dann gibt es natürlich erfolgreiche Popbands wie The Crash.

Aber das vielleicht Wichtigste, was es über die finnischen Musikexportzahlen und finnische Bands zu sagen gibt, ist die Tatsache, dass sie sehr breit aufgestellt sind. Festzuhalten bleibt, dass es immer mehr finnische Musiker gibt, die sich im Ausland gut verkaufen.

Gibt es im Moment interessante Newcomer?

Da fallen mir im Metal-Genre sofort Children of Bodom ein. Die eigentlich keine Newcomer sind, aber diese Band ist im Moment in ihrem Bereich sehr erfolgreich. Oder im Segment Elektronik-Pop Husky Rescue. Die Band war in Großbritannien sehr erfolgreich und hat einige sehr beachtete Auftritte bei Festivals hingelegt.

Oder: The 69 Eyes, die derzeit in Japan für Furore sorgen und dort schon viele Fans haben. 22 Pistepirkko haben in diesem Jahr ein fantastisches neues Album vorgelegt. Und dann gibt es im Popbereich die sehr interessanten Newcomer Sister Flo, die mit »TRAGICIAN´S HAT« ein wunderbares Album veröffentlicht haben.

Neue Bands in Helsinki entdecken

MUSEX

Ville Valo / HIM

Müssen wir uns jetzt daran gewöhnen, dass die aufregendste Musik derzeit nicht aus London, Liverpool oder Manchester kommt, sondern aus Helsinki, Tampere und Turku?

Jaaa. (lacht). Es passiert tatsächlich eine Menge im Moment. In der Presse ist in letzter Zeit häufig darüber geschrieben worden, dass Helsinki derzeit eine der interessantesten Städte ist, wenn es darum geht, neue Bands zu entdecken.

Sie bezeichnen das Jahr 2000 als den Wendepunkt, was den Erfolg finnischer Musik im Ausland betrifft, mit den Hits von HIM, Bomfunk MCs und Darude. Können Sie rückblickend mehr darüber sagen?

Einerseits ist Finnland durch diese Bands erstmals auf der Weltkarte der internationalen Musikindustrie aufgetaucht. Auf der anderen Seite aber waren diese Erfolge auch eine große Inspiration für andere finnische Künstlern und ihre Teams.

Die Tatsache, dass diese Bands Erfolg hatten, hat anderen Musikern und den Verantwortlichen um sie herum gezeigt, dass man es auf dem internationalen Markt schaffen kann. Und das hat eine ganze Bewegung in Gang gebracht. Ein Ergebnis dieser Entwicklung ist, dass zum Beispiel auf der Musikmesse Popkomm Mitte September in Berlin 26 finnische Unternehmen vertreten waren.

Es ist einfach eine neue Energie zu spüren – sowohl bei den Bands, aber auch bei ihren Labels, also bei allen Verantwortlichen. Es gibt eine neue Energie, einen neuen Ehrgeiz mit dem Ziel, Dinge auf dem internationalen Markt anzustoßen. Und das hat mit dem Jahr 2000 angefangen, und jetzt sind wir gerade dabei, die Ernte einzufahren.

Finnische Musikerziehung macht es möglich

MUSEX

Nightwish

Welches sind die entscheidenden Faktoren hinter dem derzeitigen Erfolgen der finnischen Musikindustrie?

Wissen Sie, wenn wir über das gute Abschneiden der finnischen Musikexporte reden, dann müssen wir auch über das finnische Musikerziehungssystem sprechen, das seit den 60er Jahren aufgebaut worden ist. Das hat sich sehr verändert. Zuerst konzentrierte es sich vor allem auf die klassische Ausbildung.

Aber immer mehr Kinder und Jugendliche besuchen heute die Musikschulen und können dort unter einer großen Bandbreite an neuen Angeboten und Techniken wählen, zum Beispiel, wie man mit elektronischem Equipment umgeht. Das ist bestimmt einer der Hintergründe dafür, dass es in Finnland heute so viele gute Musiker gibt.

Es gibt auch ganz einfache Dinge und Hintergründe, aber diese haben einen Einfluss auf die jüngste Entwicklung gehabt, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Finnland Mitte der 90er Jahre der EU beigetreten ist. Auf diese Weise sind für uns Handelshindernisse innerhalb Europas abgebaut worden.

Oder die Tatsache, dass finnische Unternehmen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise in Finnland sehr hart kämpfen mussten, um sich neue Märkte zu erschließen. Auch die finnische Musikindustrie hat sich damals gesagt: Wir können uns ja tatsächlich auch im Auslandsgeschäft bewähren, lasst uns das einfach tun.

Und dann muss man natürlich auch die intensive Fremdsprachenerziehung in Finnland berücksichtigen. Sehr viele junge Leute, aber auch Beschäftigte in den Unternehmen, haben heute gute Fremdsprachenkenntnisse.

Es ist inzwischen sicherlich innerhalb Finnlands ein Netzwerk entstanden, wie zum Beispiel Plattenstudios, Studiotechniker, Labels, Promoter ...

MUSEX

Apocalyptica

Ja, genau. Dieses ganze Netzwerk ist jetzt seit einiger Zeit aufgebaut worden. Es gibt, wie gesagt, derzeit viele sehr gute Musiker in Finnland, aber um als Künstler in der populären Musik auch im Ausland erfolgreich sein zu können, muss eine gesamte Produktionskette funktionieren. Es reicht nicht allein aus, dass es gute Musiker in einem Land gibt – es muss auch gute Produzenten geben.

Und andere Verantwortliche müssen dafür sorgen, dass das Produkt auch für das internationale Publikum interessant ist und eng mit ihren ausländischen Partnern zusammenarbeiten. Und es geht auch darum, Netzwerke für den internationalen Vertrieb aufzubauen. Und ich glaube, dass die finnische Musikbranche in den letzten Jahren sehr stark an Reife gewonnen hat.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Märkten

Welches sind die für den finnischen Musikmarkt wichtigsten Märkte in Europa?

Wenn es nach aktuellen Marktforschungsergebnissen geht, sind es natürlich die skandinavischen Länder. Aber selbstverständlich auch Deutschland und die Schweiz. Die finnischen Unternehmen sagen, dass die deutschsprachigen Länder zu den interessantesten Märkten gehören. Das trifft natürlich nicht nur für die Musikbranche zu, sondern auch für andere Industriebereiche.

Traditionell bestehen zwischen Finnland und Deutschland bereits seit langer Zeit sehr gute Handelsbeziehungen. Und dann ist natürlich auch Großbritannien für uns wichtig – und, wenn wir den europäischen Markt verlassen, auch Japan. Viele finnische Musikunternehmen unterhalten enge Beziehungen zu Japan.

Was ist eigentlich die Aufgabe von Music Export Finland?

Das Wichtigste an unserer Tätigkeit ist: Wir arbeiten immer mit den Unternehmen. Wir arbeiten niemals direkt mit einer Band zusammen. Denn wenn wir direkt mit den Bands arbeiten würden, dann würden wir uns zu deren Plattenfirmen oder Agenturen entwickeln.

MUSEX

Värttinä

Unsere Hauptaufgabe ist es, professionelle Unterstützung zu bieten, wenn das Team rund um eine Band bereits fest aufgestellt ist. Die Plattenfirma, die Verleger, das Management, die Agentur, das sind die Ansprechpartner, mit denen wir arbeiten. Und mit diesen Verantwortlichen kooperieren wir sehr eng.

Wir fragen dann: »Was plant Ihr, in welchem Rahmen wollt Ihr Eure Bands gerne präsentieren, damit sich die Exportzahlen verbessern?« Unsere Vorgabe ist es, Möglichkeiten für Kontakte aufzuzeigen, zum Beispiel Veranstaltungen, wo sich wichtige Branchenvertreter treffen. Wir können Messen oder Kongresse nennen oder auch spezielle Unternehmen ansprechen, wo die finnischen Firmen ihre Bands effizient präsentieren können.

Auf diese Weise können wir unterstützend wirken. Wichtige Branchentreffs sind natürlich die Popkomm in Berlin, das South By South West Festival im amerikanischen Austin oder die MIDEM in Cannes.

In Zusammenarbeit mit den finnischen Unternehmen organisieren wir aber auch unsere eigenen Verkaufsveranstaltungen: Zum Beispiel die »Finnischen Musiktage«, die jedes Jahr in Japan stattfinden.

Finnische Musiktage in Tokio als Plattform für Bands

Welche Bands hat Musex in diesem Jahr bei den »Finnischen Musiktagen« in Tokio präsentiert?

Wir hatten insgesamt acht so genannte Showcases. Es gab eine »Metal Night« und eine »Rock Night». Im Rahmen der »Metal Night« traten Kiuas, Ensiferum, To/Die/For und Twilightning auf. Beim »Rock-Showcase« waren die Tigerbombs, Boomhauer, The 69 Eyes und Deep Insight am Start.

Wir haben bei der Veranstaltung eng mit einem japanischen Promoter zusammengearbeitet. Und in Zusammenarbeit mit den finnischen Musikindustrie haben wir Bands ausgesucht, die in Kürze Alben auf dem japanischen Markt herausbringen wollen oder dies in Erwägung ziehen.

MUSEX

Crash

Und so war es für alle diese Bands das erste Mal, dass sie in Japan den Medien, den Verantwortlichen der japanischen Musikbranche – und natürlich auch ihren Fans präsentiert wurden. Und es lief sehr gut. Vor allem die »Metal Night« war ein großer Erfolg. Und natürlich hatten wir in Tokio auch einen »Trading Day« angesetzt, an dem sich die finnischen Unternehmen und ihre Repräsentanten mit ihren japanischen Kollegen getroffen haben.

Musex ist im Jahr 2003 gegründet worden – wie hat sich die der Verband seitdem entwickelt?

Um es ganz korrekt zu sagen – erst seit Anfang des Jahres 2005 repräsentieren wir die gesamte finnische Musikindustrie. Davor ist Musex vor allem in der Rolle einer Consulting-Agentur aufgetreten. Ich selbst wurde als Consultant für zwölf verschiedene Unternehmen eingestellt.

Und jetzt sind sie die Chefin des gesamten Verbandes?

So ist es (lacht).

Wie viele Mitglieder hat Musex heute?

Alle wichtigen finnischen Handels- und Branchenorganisationen sind bei uns Mitglied, so zum Beispiel die Komponisten- und Copyright-Gesellschaft, der Verband der finnischen Musikverleger, der Verband der unabhängigen Plattenproduzenten Finnlands, das finnische Musik-Informationszentrum oder die Union Finnischer Musiker. Auf diese Weise ist die gesamte Bandbreite der finnischen Musikbranche in unserem Verband repräsentiert.

Erhält Musex auch staatliche Unterstützung?

Ja, durch das Handels- und Industrieministerium. Dieses unterstützt unser Jahresbudget mit einem kleinen Beitrag.

Aber der größte Beitrag zur Finanzierung der Arbeit von Musex kommt zum Beispiel von den Labels, also von der Musikbranche selbst?

MUSEX

The Rasmus

Ja, die Musikindustrie selbst leistet den größten Beitrag.

Die finnische Musikbranche war in diesem Jahr sehr stark auf der Berliner Popkomm vertreten. Was war für Sie bei diesem Branchentreff besonders wichtig?

Die Popkomm hat für uns immer zwei Aspekte: Da gibt es einerseits die Handelsmesse, die einen sehr guten Branchentreff für die finnischen Unternehmen darstellt. Diese Messe war für uns bis jetzt wahrscheinlich die erfolgreichste Veranstaltung. Die finnischen Unternehmen konnten sehr gute Kontakte knüpfen und Verträge schließen.

Wir waren in diesem Jahr besonders froh und erwartungsvoll, weil so viele finnische Unternehmen ihre Teilnahme an der Popkomm zugesagt haben. Das unterstreicht noch ein Mal die Tatsache, dass im Moment sehr viel passiert, dass die Unternehmen auch gerne mit uns arbeiten und daran glauben, dass sie Gewinne machen können und sich ihre Investitionen auszahlen.

Finnische Showcases auf der Popkomm


Und neben der Handelsmesse gibt es natürlich noch die Showcases. Es ist für die Unternehmen sehr wichtig, dass sie ihre Bands in diesem Rahmen präsentieren können. Die wichtigsten Entscheider der gesamten europäischen Musikbranche sind auf der Popkomm vertreten. Es sind so viele von ihnen da! (lacht).

Wir hatten zum Beispiel einen besonderen Rock- und Popshowcase im Berliner Franz Club, mit einem sehr viel versprechenden Programm: Humane, Iconcrash, Poets Of The Fall, die durch das Computerspiel Max Payne bekannt geworden sind – und die wirklich fantastischen Tigerbombs, die derzeit auf MTV Nordic sehr viel gespielt werden. Auch die Band Disco Ensemble ist derzeit sehr erfolgreich, sie ist in diesem Jahr sehr viel in Westeuropa auf Tournee gewesen und hat viele Fans gewonnen.

MUSEX

Children Of Bodom

Auch der Jazz-Showcase war für uns in Berlin wichtig, dort sind zum Beispiel das Ilmiliekki Quartett und Quintessence aufgetreten.

Großereignis MIDEM in Cannes

Mit der MIDEM in Cannes steht Anfang des nächsten Jahres ein weiterer sehr wichtiger Branchentreff vor der Tür – und Finnland, also finnische Bands, werden erstmals den sehr prestigeträchtigen Eröffnungsabend gestalten ...

Ja, und in diesem Jahr feiert die MIDEM außerdem ihren 40. Geburtstag, und so ist dies eine ganz besondere Ehre.

Wie lange haben Sie gebraucht, um diesen sehr wichtigen Termin für Finnland an Land ziehen zu können?

Wir haben das innerhalb der Musikbranche bereits seit einigen Jahren diskutiert. Schon zu den Zeiten, in denen Musex nur als Consultant aufgetreten ist, war das für uns ein ehrgeiziges Ziel, das wir uns für die Zukunft gesetzt haben.

2006, also das Jubiläumsjahr der MIDEM, ist ein Großereignis – und wir haben schon zu einem frühen Zeitpunkt mit den MIDEM-Veranstaltern und mit unseren Partnern in Finnland darüber gesprochen. Es war ein jahrelanger Prozess. Und es war die ganze Anstrengung wert! Und mit wem ich derzeit auch innnerhalb des Business in Finnland oder auch europaweit spreche – alle sind sich darüber einig, dass 2006 der perfekte Zeitpunkt dafür ist, um Finnland am Eröffnungsabend der MIDEM zu präsentieren.

MUSEX

22 Pistepirkko

Steht denn schon fest, welche Bands an diesem wichtigen Abend auftreten werden?

Wir haben die Bewerbungsrunde für diese Gala bereits gestartet. Wir haben wahnsinnig viele Bewerbungen erhalten! Wir diskutieren gerade über die endgültige Auswahl. Beim finnischen Branchentreff »Music and Media« Mitte Oktober in Tampere werden wir die Namen der Bands dann bekannt geben.

Aber kann man davon ausgehen, dass die international bekannten finnischen Bands wie HIM oder Nightwish in Cannes spielen werden?

Es werden sicherlich nicht alle dieser bekannten Bands auftreten. Apocalyptica, Nightwish, The Rasmus sind im Gespräch – es ist sinnvoll, dass es einer dieser großen Namen sein wird, um die Markterfolge zu feiern. Aber auf der anderen Seite haben wir uns schon im Vorfeld der MIDEM gesagt, dass diese Künstler international bereits erfolgreich sind. Diese Bands haben ihre Teams aufgestellt, obwohl es immer noch Märkte gibt, in die sie noch viel Arbeit stecken müssen. Diese Bands müssen sich nicht um neue Verträge bemühen.

Und so haben wir uns schon sehr früh bei den Vorbereitungen auf Cannes darauf festgelegt, dass wir Bands eine Auftrittsmöglichkeit geben sollen, die noch auf der Suche nach internationalen Plattenverträgen sind. Oder sich in einem Stadium ihrer Karriere befinden, wo sie noch einmal guten Rückenwind gebrauchen können. Und eine weitere wichtige Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Gala: Es müssen richtig gute Live-Bands sein! (lacht)

Wie viele Bands werden denn in Cannes auftreten? Ist das denn schon entschieden?

Es sieht im Moment so aus, dass auf drei Bühnen gespielt wird. Also werden wahrscheinlich acht bis elf, vielleicht sogar zwölf Bands auftreten.

Besondere Gelegenheit nutzen

Sie klingen sehr optimistisch ...

Das liegt auch an der Einstellung der finnischen Musikunternehmen. Sie wollen diese besondere Gelegenheit wirklich nutzen. Wir haben schon im Vorfeld der Vorbereitungen zur Popkomm sehr viel Rückmeldung von Unternehmen bekommen, die ihre viel versprechende neue Bands präsentieren wollten (lacht). So haben wir derzeit sehr guten Grund dafür, optimistisch zu sein!

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen zur Arbeit von Musex im Internet unter:
www.musexfinland.fi

© 2005 Eva-Maria Vochazer, exklusiv für Nordische Musik
Foto-Credits: Aki Roukala (Crash), Ingo Pertramer (Rasmus), Universal (Apocalyptica, Children Of Bodom,) Petteri Laakso (69 Eyes), Nathalie Martin (HIM), Stefan Merx (22 Pistepirkko)



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