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Private Line: Call Private Line if you need ... öh ... some stuff

Ein Interview von Nathalie Martin

Private Line haben ihre Seelen dem dekadenten »Hardrock'n'Roll« verschrieben. Ein Interview mit Agentin Mira und den Gitarristen Jack und Illy, Bassist Spit, Schlagzeuger Eliaz, direkt aus dem Proberaum – nur der Mann, der alle Antworten kennt, Sänger Sammy, fehlt.

Private Line

Zwischen Sex-Hotline und David Hasselhoff

Eure Musik erinnert an eine Mischung aus Backyard Babies, Hanoi Rocks und Mötley Crüe, sind das eure musikalischen Einflüsse?

Private Line

Sammy und Illy bringen den 80er Jahre Hardrock nach Vaasa ...

Alle: Ja, Backyard Babies, Mötley Crüe, ...
Jack: Hanoi Rocks gilt vor allem für mich, ich mag auch Marilyn Manson ...
Spit: Yeah, and last but not least: David Hasselhoff! (alle lachen)
Jack: Ich würde sagen, den größten Einfluss hatte 80er-Jahre-Hardrock – die Zeit in der wir aufgewachsen sind.

Also auch z.B. KISS?

Alle im Chor: Of course!
Eliaz: Das erste Album das ich gekauft habe, war von KISS.
Spit: Meins auch!

Und Euer Look / Kleiderstil – ist der auch Mötley Crüe inspiriert?

(Jack grinst)
Eliaz: Öhm ... so sehen wir aus, wenn wir gerade vom Proben kommen.
Illy: Ja, und ich sehe aus wie Bob Marley ... schreib das unter musikalische Einflüsse (lacht) ... nein besser nicht!

Ein paar Wort zu Eurer Bandgeschichte ...?

Jack: Gegründet wurde Private Line 1995. Das einzige Mitglied, das von damals noch übrig ist, ist Sammy (der leider nicht anwesend ist), das zweitälteste Mitglied – nicht nach Jahren, nur nach Bandjahren – ist Eliaz ...
Eliaz: Bis Illy '99 dazu kam, befand sich die Band in einer At »stand-by«-Status. Unsere erste Scheibe gab's 2002: »Six Songs of Hellcity Trendkills«, eine Mini-CD.

Die war ja ziemlich erfolgreich ...

Private Line

... und stehlen die Seelen der Mädchen auf dem Rockperry-Festival

Jack: Ja: Im Jahr drauf machten wir eine 40-Gigs Tour durch Finnland. Danach haben wir mit den Aufnahmen zum neuen Album angefangen, veröffentlichten eine Mini-CD inklusive »Sleep Tight«, dem Soundtrack zum finnischen Film »Restless 3« (»Levottomat 3«) ...
Illy: Yeah, but the movie sucked (alle lachen).

Das lag nicht am Titelsong. Dieser verhalf Private Line aber zu einem größeren Bekanntheitsgrad.

Illy: Mit der »Forever And A Day«-Single kamen wir dieses Jahr auf Platz 3 der finnischen Single-Charts.
(Der Song ist auch auf dem aktuellen Album »21st Century Pirates«.)

Kommen wir zu Eurem Bandnamen ...

Eliaz: 1995 (alle grinsen).
Illys: Here we are again.
Eliaz: Eigentlich sollte das Sammy erklären ... Na ja, das kommt von der Werbung einer Sex-Hotline – call private line if you need ... öh ... some stuff' (alle grinsen).
(Ob der Name nüchtern entstand oder eher Schnapsidee war, lassen wir mal beiseite ...)

Rock'n'Roll Piraten

Näxter Name bitte: Der Albumtitel?

Jack: Wir sind »Rock'n'Roll Piraten«. Wir stehlen, nein, das ist vielleicht das falsche Wort, wir nehmen etwas von all den Bands die uns beeinflussen, und vermischen es.
Illy: Wir bringen den 80er Jahre Hardrock ins 21. Jahrhundert.
Jack: Wir wollen die Seelen der Girls stehlen (grinst) ... es gibt so viele Gründe.
Illy: We're sailing 'bout society.

Ich habe bisher nur kurz in Eure Scheibe reingehört, aber der Mötley-Crüe-Song »Live Wire« passt da perfekt rein.

Private Line

Loud As F**k

Jack: Danke! Wir haben schon öfter Mötley Crüe Songs gespielt, zum Beispiel »Kickstart (My Heart)« und haben neulich eine Show vor »Brides Of Destruction« gespielt. Nikki Sixx ist eins unserer Idole.
Eliaz (strahlend): Es war unglaublich, ich sitze am Schlagzeug und sehe aus den Augenwinkeln Nikki da stehen ...
(führt pantomimisch Daumen hoch und rhythmisches Kopfschütteln vor).

Ist »1-800-Out-Of-Nowhere« Euer erstes Musikvideo?

Eliaz: Jein. Es gibt noch ein Live-Video von »Forever And A Day«, aber mit den Videos ist es hier nicht so einfach.
Jack: Es gibt nur drei Kanäle in Finnland die Musikvideos zeigen – und die finnische »Top 40«- Sendung (Charts).

Wird Euer Album auch außerhalb Finnlands veröffentlicht?

Jack: Ja in Russland und Japan. Ich denke Japan ist ein guter Ort für Bands wie uns. Negative waren auch schon dort, Backyard Babies, Hanoi Rocks, Nightwish.
Mira, Eliaz und Illy im Chor: ... und wir fragen uns warum?!
Jack: ... hm, vielleicht haben Hanoi Rocks den Weg geebnet? 'they did a good job there'. Vielleicht schaffen wir es auch mal nach Deutschland ... (grinst)

Okei, das Interview ist beendet

Ihr seid ursprünglich nicht aus Helsinki?

Jack: Nein wir sind hierher gezogen ...
Illy: ... where all the shit happens.
Eliaz: Ursprünglich kommen wir aus einer kleinen Stadt in Mittelfinnland.

Aus welcher?

Eliaz: Kennst du sicher nicht: Jyväskylä.

Jyväskylä? ... doch, aber ich mag diese Stadt nicht besonders ...

Private Line

Sammy – zwischen Vince Neil und Sebastian Bach

Spit: (Aufspringen vortäuschend) Okei, das Interview ist beendet (grinst).
Ein wildes Durcheinander in dem die Band alle Vorzüge ihrer Heimatstadt preist, bricht aus und endet einstimmig mit: »You've been at the wrong places!«

Reden wir über 2004, wo spielt Ihr überall?

Jack: Gerade haben wir auf Provinssirock gespielt, vor zwei Wochen.
Illy: Drei Wochen!
Spit: Vier Wochen!
Jack: ??? Öhm ... ja und dann spielen wir Rockperry, RMJ, Midnight Party Planet, Lappeenranta Festival, ...

Spielt Ihr auch Club-Gigs?

Jack: Anfang des Jahres haben wir eine Club-Tour durch Finnland gemacht, mit zehn Gigs. Das Problem ist, für Bands wie uns gibt es in ganz Finnland vielleicht 20-25 Clubs wo wir spielen können.
Illy: Das ist Finnland!
Jack: Du darfst auch nicht zu oft in den gleichen Clubs / Orten spielen, sonst kommt keiner mehr.
Illy: Ja, es heißt dann: 'Private Line? Die hab ich erst gestern gesehen'.

Wo spielt Ihr denn in Helsinki?

Eliaz: Nosturi, Gloria, Tavastia – Finnlands Rock Club Nummer Eins.

Ist Gloria nicht eher für Teenies?

Spit: Ist es, ... aber auch da musst du spielen (grinst).

Habt Ihr schon außerhalb Finnlands gespielt?

Private Line

Hey ho, let's go!

Jack: Im Oktober spielen wir in Italien, Venedig. Das wird unser erster außerfinnischer Gig.
Eliaz: Es ist interessant: Spanien und Italien scheinen ein Faible für Bands aus dem Norden zu haben. Es gibt da eine große »schwarze« Untergrundszene. Die 69 Eyes sind da sehr populär.

Wie bekannt seid Ihr in Finnland?

Jack: Wir haben eine recht große Fangemeinde hier.

Werdet Ihr schon auf der Straße erkannt?

Illy: Nicht in Helsinki, aber in kleineren Orten.
Jack: Finnische Fans sind eher ... wie soll ich sagen ... schüchtern.
Eliaz: Sogar wenn Ville Valo durch Helsinkis Straßen läuft, bleiben sie nur stehen und tuscheln – hinter vorgehaltener Hand – 'schau mal, da ist er'.
Jack: Nach einem Gig ist das anders, da kommen Fans zu dir und reden mit dir. Ich unterhalte mich gerne mit Fans. Ich bin nicht der »Ich-bin-ein-super-Rockstar«-Typ ... (grinst) Noch nicht. Außer zuhause (grinst).
(Eliaz deutet das pantomimisch an, alle lachen)

»Ich habe keine Ahnung«

Was habt Ihr vor Private Line gemacht?

Eliaz: Sammy und ich spielten in einer D:A:D-Coverband namens S:A:D (Surmanajotivoli After Dark). Und vor einer Woche haben wir WASP im Semifinal gespielt.
Illy: Billion Dollar Babies (Alice Cooper Tribute Band). Deadbabes ... (lacht,) die Originalbesetzung waren eigentlich »Private Line und Lasse«.

Könnt Ihr schon von eurer Musik leben, oder habt Ihr Jobs?

Private Line

Nicht nur für »Cheerleaders & Dopedealers« geeignet

Jack: Wir können nicht ... aber wir arbeiten auch nicht.
Illy: Bis auf mich, ich bin der Einzige. In Finnland ist das nicht so einfach, es gibt zu wenig Leute (damit potentielle Käufer) und zu viele Bands.
Jack: Aber nach der Japan-Veröffentlichung können wir vielleicht davon leben. Im Moment ist Private Line mein »Lebens-Hobby«. HIM und Rasmus haben es ja auch geschafft.
Mira: Rasmus waren in Finnland ja schon berühmt, aber HIM mussten es erst im Ausland schaffen und zurückkommen, um es auch hier zu schaffen.

Welche CD habt Ihr zuletzt gekauft?

Jack: Velvet Revolver.
Illy: Monster Magnet.
Eliaz: Flaming Sideburns.
Spit: (auf deutsch) »Ich habe keine Ahnung«.

(Dieser in perfektem deutsch vorgetragene Satz, animiert den Rest der Band ihre gesamten Deutschkenntnisse anzubringen.)

Jack: (grinsend) Arschloch.
Illy und Eliaz im Chor: Ich habe Sauerkraut in der Lederhose.
Illy (kopfschüttelnd): It's amazing what they're teaching at school today!
Spit: Ah it was Turbonegro. Tschüss.

Und um bei den Alben zu bleiben, lassen wir Jack das Interview beenden:

Jack: Check out our new Album!

Kiitti, pojat ja mira!


Private Line


»I'm the dog who bites the feeding hand,
perfect drug for the fashion queen«
Crack in reality
Eine Biografie


Private Line

nur privat ein »Super-Rockstar« –
bis jetzt

Als die Lehrer in einer Gesamtschule in einer kleinen Stadt in Mittelfinnland versuchten, den 11jährigen Sammy für Mathe und Geographie zu interessieren anstelle seines überwältigenden Interesses für Acts wie W.A.S.P, Mötley Crüe und Hanoi Rocks, ignorierten sie absichtlich die Tatsache, dass ein anderes Kind – namens Eliaz – eine Klassentür weiter exakt die gleichen Interessen hatte.

Private Line wurde ursprünglich Mitte der 90er gegründet, von Sammy, Gitarrist Jari und einigen ihrer Schulkameraden. Eliaz – das Kind im Block, äh in der Schule – schloss sich der Band an, kurz nachdem er Sammy bei einer Party getroffen hatte. Sie fanden schnell heraus, dass es nicht nur Musik war, die sie verband, sondern sie sich ebenso für die gesamte Rock'n'Roll-Dekadenz interessierten. Private Line nahmen an ein paar Bandwettbewerben teil und benutzten all ihre Preisgelder, um 1998 ihre erste EP aufzunehmen und zu veröffentlichen.

Das Material auf »Smooth Motions« kombinierte Hardrock-Einflüsse und wilde Rhythmen. Die Band begann zu touren und erlebte danach einige Besetzungswechsel. Das neue Line-Up, bestehend aus Sammy, Eliaz, Jari, Spit und Illy, ging ins Studio um eine Fünf-Song-Promo-CD aufzunehmen, die gute Reaktionen bekam, vor allem außerhalb Finnlands.

Trotz der guten Reaktion auf die Promo-CD war das Jahr 2001 eine etwas unsichere Zeit für die Band: Jari verließ die Gruppe und schloss sich den finnischen Metal-Königen »Timo Rautiainen ja Trio Niskalaukaus« an. Sammy zog außerdem nach Helsinki Rock City; der Rest der Band folgte kurz drauf. Anfang 2002 traf Sammy auf Jack (Ex-Palm Cut), während er das Nachtleben Helsinkis erforschte, und sie beschlossen, ihre Kräfte zu vereinen und neues Leben in Private Line zu hauchen.

Private Line

Die Band begann intensiv zu proben und nahm neues Kick-ass-Material auf. Im Dezember 2002 veröffentlichte Private Line eine neue Mini-CD namens »Six Songs Of Hellcity Trendkill« (Bad Habits/ Kråklund Records). Die Mini-CD bekam glänzende Kritiken von finnischen Rockmedien; auch viele international Print- und Onlinemagazinen waren enthusiastisch über diesen finnischen Newcomer. Die Band spielte eine 40-Show Tour in Finnland und schuf sich eine fanatische Fanbasis. Private Lines »Loud as f**k«-Mischung aus 80er Sleaze und frühem 90er Alternative Punk schlug nun immer größere Wellen. Leadsänger Sammys Gesang, Bühnenpräsenz und effektvolle Darbietung wurden häufig mit denen von Vince Neil (Mötley Crüe) und Sebastian Bach (Skid Row) verglichen.

Das Jahr 2004 verspricht das Durchbruch-Jahr für Private Line zu werden: Ihre erste Single »Forever And A Day« wurde am elften Februar veröffentlicht und gab ihr Debüt auf Platz drei der finnischen Singlecharts. Das lang erwartete Debütalbum »21st Century Pirates« erschien am 14. April. Die Band kommt auch im »Levottomat 3«-Film und Original Soundtrack vor, mit ihrem Song »Sleep Tight«.

Private Line ist nun bereit die Welt in Brand zu stecken.

Line-Up:
Sammy: Gesang
Jack: Gitarre
Spit: Bass
Ilari: Gitarre
Eliaz: Schlagzeug

© Nathalie Martin, exklusiv für Nordische Musik
Foto-Credits Nathalie Martin und Private Line

Discografie

2004 21st Century Pirates
2002 Six Songs Of Hellcity Trendkill (EP)


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