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The Royal Beat Conspiracy: Sex, Dreck, Glam - und souliger Rock'n'Roll

Ein Interview von Nathalie Martin

Sie haben »Stil, Klasse und den Willen die Rock'n'Roll Fackel weiterzutragen«.

In ihrer schwedischen Heimat haben The Royal Beat Conspiracy längst Kultstatus.

Ane Brun

»Meine Grammatik ist nicht so gut«

The Royal Beat Conspiracy

... originell und aufregend ...

Bereits seit 1997 rocken die Göteborger in dieser Besetzung: Gitarrist Tord Komsell und Sänger L-P Anderson spielten schon vorher zusammen bei Cry - einer Mischung aus MC5, Stooges, Groovies und Birdman Band. Mehrere Alben hatten sie aufgenommen, doch dann war die Zeit reif für Veränderungen.

Die Schweden schnappten sich den Bassisten Ulf Janson sowie Schlagzeuger Per-Olof Björklund, und The Royal Beat Conspiracy waren geboren. Anderson tituliert sie seine Traumband. »Eine Band, die alle Arten von Musik spielt, originell und aufregend ist. Eine Band, die genau die Musik macht, die ich selbst am liebsten hören würde.« Möge die Fackel weiter leuchten.

Wieso sprichst du so gut deutsch?

Ich habe mal in Deutschland gewohnt. Als ich 14 war, habe ich mich verliebt und bin nach Hamburg gezogen - nach einem halben Jahr hatte ich kein Geld mehr und musste zurück . Aber meine Grammatik ist nicht so gut (lacht).

Wie war der Karlsruher Gig?

The Royal Beat Conspiracy

Verliebt in Hamburg

(Lacht) Anstrengend. Wir sind noch etwas müde von Langenau (bei Ulm), wo wir gestern waren, morgen geht's nach Wiesbaden. Wir waren jetzt schon dreimal in Deutschland, das erste Mal 2001. Jetzt spielen wir zehn Gigs, und es ist jedes Mal anders. Mal stehst du vor 30, mal vor 500 Leuten. 2001 haben wir auf Roskilde in Dänemark gespielt.

(Pause) Schon komisch, wenn man da immer als »Kind« hin ist und den Traum hatte dort zu spielen - und plötzlich steht man selbst da oben. Es ist so überwältigend, soviel Emotionen.

International Noise und Royal Beat

Wie lange gibt es euch schon?

Cry brach im August 1997 auseinander, und im Oktober 1997 haben wir The Royal Beat Conspiracy gegründet - es ging ziemlich schnell. (lacht) 1998 haben wir unsere erste Single rausgebracht.

Allerdings touren wir gerade ohne unseren Keyboarder - der ist kürzlich Vater geworden.

The Royal Beat Conspiracy

»Der Keyboarder ist Vater ...«

Wie würdest du Euren Musikstil beschreiben?

Als Mischung aus allen möglichen Musikrichtungen, die wir selbst mögen. (lacht) Und ich denke, wir sind damit auf dem richtigen Weg.

Wieso seid ihr bei dem dänischen Label Bad Afro unter Vertrag und nicht bei einem schwedischen?

Als wir mit TRBC angefangen haben, gab es einen Hype in Schweden. Wir machten den Song »Disco Boy«, der sehr populär war. Wären wir beispielsweise zu Virgin Schweden gegangen, hätten wir nur solche Songs produzieren müssen. So sind wir zu Bad Afro. (lacht) Wir verdienen dann zwar weniger Geld, dafür machen wir aber unsere Musik.

Euer Name erinnert an The International Noise Conspiracy. Wer hat denn da wen inspiriert?

The Royal Beat Conspiracy

»Ich brauche Druck«

Uns gibt es länger als TINC. Wir waren mal auf der Liste der dreißig besten Konzerte Schwedens, TINC wurden wohl dadurch inspiriert. Wir sind in Schweden bekannter, TINC dafür außerhalb. Die Ähnlichkeit hat schon zu so manchen Verwechslungen geführt (lacht), vor allem als wir gleichzeitig getourt haben. In Berlin haben wir sogar mal am gleichen Abend, aber in verschiedenen Clubs gespielt. Das hat die Leute wirklich verwirrt, einige standen sicher beim falschen Konzert.

»Burning Band«

Schweden hat eine recht große Musikszene. Werden Musiker besonders unterstützt und gefördert?

In Schweden bist du als Musiker nie ohne Geld, die Regierung unterstützt dich, anders als beispielsweise in den USA. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile: Ich möchte in einer »Burning Band« sein, ich brauche Druck.

Ich arbeite nebenher noch als DJ und schreibe für eine schwedische Musikzeitschrift.

The Royal Beat Conspiracy

Alle helfen sich gegenseitig

Wie ist das Verhältnis der schwedischen Bands untereinander?

Wir kennen uns fast alle und helfen uns auch: Beispielsweise versuchen die Bands bei Gigs außerhalb Schwedens (USA, Europa) schwedische Musiker mitzunehmen, und wer einen Plattenvertrag hat hilft anderen. Außerdem gibt es eine große Untergrundszene, die sich gegenseitig unterstützt.

Zukunftspläne?

Weiter touren, eventuell nächstes Jahr ein neues Album.

Habt ihr tatsächlich keine Homepage?

Es ist eine Schande - ja. (lacht) In Schweden hat das die Leute so genervt, dass sie schon selbst angefangen haben, selbst Seiten zu machen. Aber ich denke, dass wir in naher Zukunft wirklich eine Homepage machen sollten.

© 2004 Nathalie Martin (Text und Fotos), exklusiv für Nordische Musik



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