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Viktoria Tolstoy: Von Jazz-Traditionen und einem verlorenen Telefon

Ein Interview von Petra von Schenck

Auch kleine Pausen müssen sein:
Zwischen einzelnen Tour-Abschnitten verbrachte Viktoria Tolstoy ein paar Tage zu Hause in Schweden und gab Auskunft über schwedische Jazz-Traditionen, die Liebe zum Beruf und ein Mobiltelefon, das auf sehr speziellem Weg verschwand ... und für großen Wirbel sorgte.

Viktoria Tolstoy

Singen ist wie essen und schlafen

Viktoria Tolstoy

Singen in der Aula

Du hast selbst keinerlei Gesangsausbildung absolviert und bist trotzdem sehr erfolgreich. Wie hast Du Deinen Weg in das Musikbusiness gefunden? Wie hast Du herausgefunden, dass Du speziell Jazz magst und diesen Weg gehen möchtest?

Es ist hauptsächlich wegen meines Vaters – er ist auch ein Jazz-Musiker und spielt Klavier. So haben wir, seit ich sehr klein war, zu Hause zusammen gespielt ebenso wie auf verschiedenen Bühnen. Er hat mich verschiedenen guten – älteren und erfahreneren – Musikern vorgestellt. Mit ungefähr 16, 17 Jahren bekam ich die Chance, mit ihnen zu singen. So denke ich, das war meine Schule.

Gesungen habe ich mein ganzes Leben – es ist wie essen und schlafen. Es ist natürlich. Ich mache es jeden Tag und könnte nicht ohne leben.

Du hast also sehr früh angefangen, vor Publikum zu singen?

Ja, das habe ich. Ich denke ... (nachdenklich) ... ja ... als ich 17 oder so war. Aber ich habe auch gesungen, als ich noch ein kleines Mädchen war und in die Schule ging. Ich habe immer auf großen Veranstaltungen in der Musik-Aula für die ganze Schule gesungen – und ich liebte es sofort! Ich dachte: »Wow! Das ist es, was ich sein möchte!«

Viktoria Tolstoy

Keine Friseurin ...

Ich habe niemals in meinem Leben irgendwelche Gedanken gehabt, etwas anderes sein zu wollen ... was andere Mädchen gerne sein möchten, wie zum Beispiel Friseurin ... oder ... ich weis es nicht (lacht herzlich). Es war mein ganzes Leben lang mein Ziel. Wo ich auch immer heute bin, ich bin soo glücklich darüber! Ich bin in der Lage, von meinem Hobby zu leben und es zu lieben, jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Das ist phantastisch! Ich meine: Nicht alle Leute tun das, aber ich liebe es, zur Arbeit zu gehen.

Von EMI über Blue Note zu ACT

Du hast das erste Album Skandinaviens gemacht, das bei Blue Note Records veröffentlicht wurde. Wie kam das zustande?

Meine Plattenfirma zu dieser Zeit – EMI – war es, die sie einfach um Erlaubnis gefragt hatten, das Label zu benutzen, um auf Blue Note zu sein. Sie haben nur das Album hingeschickt und das O.K. von ihnen bekommen. So hat es geklappt. Aber jetzt denke ich, das ACT-Label ist viel besser. Es ist eine sehr gute deutsche Plattenfirma, und ich bin froh, dass sie mich wollten.

Denkst Du, dass sie flexibler agieren können als die großen Platten-Label?

Ja, das ist eine kleinere Gesellschaft und eine, die Musik wirklich liebt ,und bei der der Focus auf der Musik liegt. Die Musik hat Priorität, nicht das Geld. Die Musik kommt zuerst, und wenn die Leute herausfinden, dass diese Musik gut ist, dann kommt auch das Geld automatisch. Sie bringen musikalisch wirklich das Beste aus jedem Künstler hervor und darum liebe ich sie.

Viktoria Tolstoy

Are These Boots Made For Walkin?

Es ist ein Musik- und kein Geld-Unternehmen. All diese großen Unternehmen sind nur so besessen vom Verkaufen, Verkaufen, Verkaufen. Das ist hier sehr schön – Du hast beides: Du machst großartige Musik, und Du verkaufst. Ich habe noch nie so viele Alben verkauft, wie ich es jetzt gerade mit ACT tue.

Wie hast Du begonnen?

Mein erstes Label war ein kleines Label in Schweden in einer sehr kleinen Stadt namens Uppsala. Da gab es ein kleines Label, und dieses hat mein erstes Album gemacht. Danach kam EMI und griff mich und sagte: »Du musst zu uns kommen, wir sind viel größer.« Ich war sehr jung und so meinte ich: »O.K., vielleicht ist das besser.«

Hast Du auch andere Ideen, was Du neben der Musik tun möchtest? Du hast ja auch bereits in einem schwedischen Film mitgespielt.

Ja, das habe ich, aber ich werde mich vollständig auf die Musik konzentrieren. Das fühlt sich jetzt richtig an. Ich habe keine Zeit für etwas anderes, und ich hatte nur einen kleinen Part in diesem Film und habe ein paar Lieder gesungen. Aber das ist nichts, was ich im Besonderen tun möchte.

Ich möchte auf Tour gehen und das Album promoten – weißt Du, das nimmt den größten Teil meiner Zeit ein. Darauf möchte ich mich jetzt konzentrieren.

Vielleicht könntest Du auch Filmmusik komponieren und singen?

Ja, absolut, wenn ich diese Möglichkeit hätte, würde ich es auf jeden Fall machen, mit meiner Musik und vielleicht Musik und Schauspielern. Wenn sie mir ein sehr gutes Skript geben würden und sagen würden:» Hier ist es.« – natürlich würde ich es mir anschauen. Meine Türen sind für alle Richtungen und neue Dinge offen.

Jazz-Familien

Viktoria Tolstoy

Meine Türen sind offen

Schweden hat eine lange Tradition als ein Land des Jazz. Wie kam die Idee auf, ein Album über diese Art von Musik zu machen?

Tatsächlich war es Siggis erste Idee (der Chef von Viktorias Plattenfirma ACT, die Red.). Er rückte mit dem Namen »MY SWEDISH HEART« heraus. Ich dachte: »Wow! Das ist fantastisch!«

Dann habe ich mich bei meinen Lieblingsmusikern hier in Schweden beworben und machte wirklich ein eigenes Album. Das ist Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Mein Vater kannte die meisten dieser Typen und hat auch Bücher über einige der Jungs geschrieben. So bin ich sehr vertraut damit und stehe diesen Musikern sehr nah. Leider sind die meisten heute tot.

Bengt-Arne Wallin, der ja auch zu den Jazz-Größen aus dieser Zeit gehört, hat an Deinem neuen Album mitgewirkt. Wie kam der Kontakt mit ihm zustande?

Ich kannte ihn schon einige Jahre und habe mit ihm zusammen gespielt – das allererste Mal vielleicht vor zehn Jahren. Er ist seeehr lustig, ein ganz besonderer Typ. Ab und zu schreibt er die Musik.

Ich meine, ich kenne ihn, so war das kein Problem. Schweden ist ein ziemlich kleines Land: Wenn es um Jazz geht, kennen sich die meisten Leute. Wir sind wie eine Familie hier, unterstützen einander und hören einander zu – es ist sehr einfach, miteinander in Kontakt zu kommen.

Kontakte zu Dänemark

Viktoria Tolstoy

1. Platz beim ABBA-Lookalike?

Gibt es auch Verbindungen oder einen Austausch zwischen schwedischen Musikern und Musikern anderer skandinavischer Länder – wie zum Beispiel mit Norwegen, die ja auch sehr rege sind? Tauschen sich diese aus?

Ja, das denke ich – genauso wie mit Dänemark. Was mich persönlich angeht: Ich habe mehr persönliche Kontakte mit den dänischen Musikern. Das liegt vielleicht daran, das ich mehr in Dänemark spiele als ich es in Norwegen tue. Ich denke, Dänemark, Norwegen und Schweden sind sehr miteinander verbunden, und wir haben einen ähnlichen Sound ... die Art, Musik zu schreiben und sie zu spielen, ist sehr ähnlich.

Zur Zeit gibt es einen regelrechten Boom dieses Musikstils und dieser Art des Jazz, der nun auch andere Teile von Europa erfasst. Hat dies auch die skandinavische – und spezieller: die schwedische Musikszene verändert? Merkst Du da eine Veränderung, jetzt, da so viele Leute auch ausserhalb von Skandinavien diese Musik hören?

Ja. Es gibt jetzt mehr Musiker, die hochkommen nach Schweden und auch mehr Schauplätze zum Spielen. Ich denke ... es fühlt sich an, als ob es auch in Schweden größer und größer wird. Das Interesse für Jazz ist größer, weil sie wissen, dass zum Beispiel e.s.t. oder Rigmor sehr erfolgreich in Europa sind.

Es ist mehr – wie würdest Du sagen? – akzeptabel geworden. Es ist nicht mehr so alt und staubig, sondern mehr hip heutzutage. Ich bin wirklich froh, dass das jetzt alles in Europa passiert, weil es jungen Leuten hilft, die heute Jazz singen und spielen wollen. Jetzt wird es akzeptiert.

Viktoria Tolstoy

Dem »Swedish Heart« folgen

Viktoria Tolstoy

Teamarbeit mit Esbjörn

Auch Deine Musik erfährt viel Akzeptanz. Hattest Du besondere Ideen, wie Du Dein neues Album aufbauen wolltest? Einige der Songs wurden speziell für Dich geschrieben, nicht?

Ja, Esbjörn hat zwei Songs auf dem Album ... ja ... diese Songs wurden für mich geschrieben. Wir hatten sie, aber als wir an »SHINING ON YOU« arbeiteten, hatte er einige Songs nicht verwendet. Ich ging ihn zu Hause besuchen, wir hörten sie uns an, und ich habe die beiden herausgesucht, und Jakob – er ist mein Pianist – hatte den Song bereits fertig. Ich nahm ihn. Die meisten der Songs sind Original-Songs von diesen Komponisten. Die Texte sind jedoch alle neu.

Es gibt auch einen Text, den Chan Parker geschrieben hat?

Ja, ein Text ist von Charlie Parkers Frau, aber die anderen Texte hat mein Ehemann geschrieben und auch Linda Nyberg, eine Sängerin hier in Schweden. Alle Texte sind speziell für mich geschrieben worden.

Text-Gedanken vom Ehemann

Schreibst Du normalerweise sowohl die Musik als auch die Texte?

Nein, das macht mein Ehemann. Er schreibt die meisten meiner Texte – und ein anderer Sänger hier in Schweden.

Ist Dein Ehemann Per Holknekt auch Musiker?

Viktoria Tolstoy

Per Holknekt und Odd Molly

Nein, er ist ein Designer und entwirft Kleidung. Vielleicht kennst Du die Marke »Odd Molly«? Das ist seine kleine Erfindung. Aber er liebt es, zu schreiben. Er ist sehr gut mit dem Stift. Er hat es versucht, und ich habe es einfach gemocht. Jetzt schreibt er meine Texte, und das ist wunderbar, weil er mich so gut kennt.

Er weiß damit genau, was zu Dir passt. Hat er Dich in einem Konzert gesehen und wusste, welche Art von Musik Du machst, als Du begannst?

Ja, aber er bekommt die Musik von mir und schreibt die Texte zur Musik. So wählt er nicht aus. Er bekommt sie von mir, und ich sage ihm: »Bitte lass diesen Song von etwas handeln, einem Gefühl, das ich habe, zum Beispiel.« Dann schreibt er meine Gedanken zur Musik.

Ihr scheint Euch gegenseitig so gut zu kennen, dass er weiß, in welche Richtung Deine Gedanken gehen. Werdet ihr also auch das nächste Album zusammen machen?

Ja, das hoffe ich, weil es sehr gut funktioniert. Ich meine: So lange, wie wir verheiratet sein werden, werde ich das tun. (lacht herzlich)

Viktoria Tolstoy

Keine Zeit zur Scheidung

Wann hast Du ihn denn geheiratet?

Vor vier Jahren, und es wird besser und besser, und so denke ich nicht, dass wir uns scheiden lassen werden. Wir haben keine Zeit dazu. Es ist ein langer Weg zu gehen.

Ihr wachst also nicht nur zusammen, auch Eure Texte wachsen?

Ja, ja, aber die Stimmungen werden sich natürlich verändern.

Musik gegen das Vergessen

Du hast also einen sehr persönlichen Bezug zu dem Album. Gibt es auch ein Lied darauf, das Du schon als Kind gehört hast?

Ich muss kurz nachdenken ... einige der Songs habe ich gehört, aber nicht alle davon. Zuallererst habe ich die Komponisten ausgewählt und mir deren Alben angehört. Danach habe ich von jedem die Songs herausgepickt. Die meisten der Lieder hatte ich vorher noch nicht gehört, in die ich mich verliebt habe.

Ich wusste, wie die Komponisten ihre Musik schreiben, und so wusste ich, dass ich alles lieben würde. Ich musste eigentlich nur die Songs auswählen, die ich wirklich mag. Das brauchte einige Zeit, da sie so viele gemacht hatten.

Fühlst Du immer noch einen Einfluss dieser Komponisten und Musiker auf die heutige schwedische Jazz-Szene?

Viktoria Tolstoy

Ja. Es gibt so viele Bands hier, die ihre Musik zelebrieren, weil sie nicht mehr leben – die meisten von ihnen sind tot. So machen sie manchmal Konzerte – oder Lars Gullin Alben –, um ihre Musik zu zelebrieren. Bengt-Arne Wallin zum Beispiel: Er hat diese phantastischen Arrangements, die Leute von den verschiedensten Bands benutzen. Diese Musik ist nach wie vor sehr lebendig.

Die Musik lebt also weiter, auch wenn sich in der Zwischenzeit vieles verändert hat.

Ja, sie ist sehr lebendig hier in Schweden. Es ist schwierig, sie zu ersetzen. Es gibt nichts als diese Komponisten, deswegen ist es sehr wichtig, sie am Leben zu halten, und das ist einer der Gründe, warum ich dieses Album gemacht habe: Ich möchte nicht, dass die Leute diese phantastische Musik vergessen.

Einige gute amerikanische Jazz-Musiker haben ja für eine Weile in Schweden gelebt oder sind dort aufgetreten in den 60ern, so dass sie die schwedische Jazz-Szene sehr beeinflusst haben. Warum gingen sie insbesondere nach Schweden?

Viktoria Tolstoy

So langweilig im Winter

Tja ... zum Beispiel Toods Tielemans: Er war sehr oft in Schweden und liebt es, hier zu sein. Gerade vor ein paar Wochen war er hier auf Tour und wollte überhaupt nicht wieder zurück. Er liebt Schweden, das Klima, die Menschen, das Wetter, und die Luft ... er liebt die Luft hier.

Wo lebst Du gerade?

Ich lebe in Stockholm. Es ist eine wunderschöne Stadt.

Es muss wohl jetzt sehr kalt bei Dir sein, oder?

Ja, es ist schrecklich! (lacht leicht unglücklich) Ich möchte in der Winterzeit nicht hier leben. Ich möchte wo anders hingehen ... Es ist wirklich schön, im Sommer hier zu sein, aber jetzt ist Winter, und der Winter kommt nie richtig. Es gibt sehr selten Schnee hier in diesem Jahr. Sehr seltsam! Der Schnee kommt an einem Tag, und am nächsten ist er schon wieder verschwunden. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendetwas passiert hier mit dem Klima. Es gab nicht einmal Schnee zu Weihnachten. Es ist so langweilig.

Auf ins Ausland ...

Viktoria Tolstoy

Es funktioniert fast zu gut

Du machst jetzt eine kleine Pause, bevor Du wieder weiter tourst, nicht?

Ich starte in Deutschland, dann gibt's eine kleine Pause, um danach wieder rauszugehen. Ich mache hier nur ein paar Sachen in Schweden und kam auch gerade zurück von einem Urlaub. Ich war in Österreich Ski-Laufen für eine Woche. Es war wunderbar in Bad Gastein.

Hattest Du Sonnenschein?

Ja, aber nur für zwei Tage, aber ich denke, die hatten es wirklich in sich.

Du hast einen sehr interessanten Tour-Plan. Du besuchst Deutschland, dann andere Länder, machst eine kleine Pause und kommst danach wieder ...

... und dann gehe ich nach Spanien und Italien und ... dann vielleicht nach Kanada, ich weis es noch nicht sicher. Es ist sehr, sehr aufregend gerade ... und Österreich und Paris ... und überall ...

Einige der Besucher auf Deiner Website wohnen in sehr entfernten Orten, wie zum Beispiel Mexiko, wo Du auch schon gewesen bist. Wo hast Du angefangen, Konzerte ausserhalb von Schweden und Skandinavien zu geben?

Ich denke, das alles fing vor drei Jahren an. Da war ich in Mexiko und dann in Malaysia, und jetzt war ich auch in China ... und Israel – sehr, sehr schöne Orte. Aber jetzt mit meinem neuen Management läuft es sehr gut. Es funktioniert fast zu gut. (lacht) Ich muss auf diesen Moment aufpassen, denn man weiß nicht, wann es vorbei ist.

Wenn ein Telefon verloren geht ...

Viktoria Tolstoy

Auf Deiner Website wird unter anderem auch ein Gästebuch geführt. Auch darin wurdest Du – wie in einigen anderen schwedischen Medien mit Thailand in Verbindung gebracht. Warst Du zur Zeit des Tsunami-Unglücks dort?

Nein, nein, ich war nicht dort, und ich habe keine Idee, wie dieses Gerücht entstanden ist. Es war sehr verrückt. Die Zeitungen hier in Schweden riefen meine Mutter an. Sie riefen meinen Ehemann an, als ich nicht zu Hause war und fragten nach mir – danach, wo ich gewesen sei, und dass sie gehört hatten, dass ich in Thailand vermisst sei. »Nein, nein«, entgegnete mein Mann, »sie ist nicht hier. Sie singt gerade auf einem Wohltätigkeitskonzert für die asiatischen Menschen!« Das war es, was ich gemacht habe.

Aber die Sache ist die, dass ich für zwei Wochen ohne mein Mobiltelefon war. Genau zu dieser Zeit ging mein Telefon kaputt ... ich habe es in Wirklichkeit die Toilette hinuntergespült. So wussten die Leute nicht, wo ich war, und ich denke, dass es damit anfing, dass die Leute mich auf diese Weise nicht mehr erreichen konnten. Sie wissen, dass ich sie immer zurückrufe, wenn sie mir eine Nachricht hinterlassen. Vielleicht war das der Auslöser – ich weiß es nicht. Es ist sehr beängstigend!

Viktoria Tolstoy


Lews Urenkelin
Eine Biografie

Viktoria Tolstoy wurde am 29. Juli 1974 in Schweden als Tochter eines Jazz-Musikers geboren. Dieser pflegte intensive Kontakte mit der schwedischen Jazz-Elite, und so kam Viktoria schon früh mit dieser Art Musik in Berührung. Sie begann schon sehr bald zu singen – nahm jedoch nie Gesangsunterricht.

Viktoria Tolstoy

Mit 19 Jahren debütierte sie Mitte der neunziger Jahre mit dem Album »SMILE, LOVE AND SPICE« und erntete hierfür die Annerkennung der schwedischen Jazz-Elite. Knapp zwei Jahre später folgte das stark pop-orientierte Album »FÖR ÄLSKAD« (Too loved), mit dem sie die Spitze der schwedischen Charts erreichte und einem breiten Publikum bekannt wurde.

Ihr drittes Album »WHITE RUSSIAN« erschien 1997 beim legendären Label Blue Note Records und sorgte – als erste skandinavische Veröffentlichung dieser Plattengesellschaft – nun auch ausserhalb von Schweden für Aufmerksamkeit. An diesem Erfolg ist auch Esbjörn Svensson massgeblich beteiligt: Er schrieb die Musik gemeinsam mit Viktoria, produzierte das Album und spielte es mit ihr und seinem Trio ein. Im Gegenzug begleitete Viktoria Tolstoy das Trio auf dessen erster großer Konzert-Tour durch Deutschland.

Auch Viktoria tourte – mit Jazz-Größen wie McCoy Tyner und Ray Brown oder Toods Tielemans – und bereiste unter anderem England, Deutschland, Schweiz, Mexiko, Japan und Malaysia. Trotz dieser Auslandserfahrungen konzentrierte sie sich jedoch vorrangig auf Ihre Karriere in Schweden. Ihr Folge-Album »BLAME IT ON MY YOUTH« erschien im Jahr 2000 – eine Auswahl von Jazz-Standards, die sie gemeinsam mit ihrem Quartett aufnahm.

Einige Zeit später führten die Wege der Ur-Urenkelin des russischen Schriftstellers Lew Tolstojs und von Esbjörn Svensson wieder zusammen: Für ihr »SHINING ON YOU«-Album, das 2004 erschien, schrieb er erneut die Musik. Auch diesem Album folgten ausführliche Konzert-Reisen.

Auf »MY SWEDISH HEART« verbinden sich neu bearbeitete Klassiker des schwedischen Jazz mit neuen Jazz-Songs, die Freunde und Kollegen speziell für sie komponierten. Die Texte hierzu stammen meist – wie auch schon in der Vergangenheit – von ihrem Ehemann Per Holknekt, einem Designer.

© 2005 Petra von Schenck, exklusiv für Nordische Musik
Foto-Credits: Joerg Grosse Geldermann | Next

Discografie: Solo

2005 My Swedish Heart
2004

Shining On You

2001 Blame It On My Youth
1997 White Russian (mit e.s.t)
1996 För Älskad (Too Loved)
1994 Smile, Love And Spice

Als Gast

2004

Funky ABBA (Nils Landgren Funk Unit)

2002

Sentimental Journey (Nils Landgren mit Vitoria Tolstoy u.a.)

1999 5000 Miles (Nils Landgren mit Vitoria Tolstoy u.a.)


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