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Zonaria - Sanfte Lieder, die kannst Du Deiner Oma vorspielen

Von Nathalie Martin

Der Zonaria-Satyricon-Gig in der Stuttgarter Röhre ist vorbei, trotzdem hat Schlagzeuger Emanuel Isaksson noch genug Energie und Nerven für ein Interview. Letztere bewahrten die Jungs von Zonaria auch beim verspäteten Soundcheck hinterm Vorhang - nach dem Einlass.

Entspannt plaudert Nesthäkchen Emanuel über Umeå, Hamburger, Bomfunk MCs ... und Musik für Senioren.



Foto: Century Media (Nikdesign)

»Riesenmoshpit - selbst beim sanftesten Song«

Satyricon decken ein ganz anderes (Metal)Spektrum ab, wie kam's zur gemeinsamen Tour?

Emanuel: (grinst) Wir bekamen ganz einfach das Angebot übers Management. Die ersten Shows in Norwegen spielten noch Evile, die Show in Rotterdam spielten wir dann mit Evile und Satyricon. Nach der Show fiel dann leider der Evile-Gitarrist aus (- im wahrsten Sinne des Wortes): Er ist nach der Show umgekippt und hat sich dabei den Kiefer gebrochen. So touren wir seit da alleine mit Satyricon.

Und wo hattet ihr die besten Gigs soweit?

Emanuel: In Slowenien (in Ljubljana), in Rom, in Kroatien. Aber auch in Lyon (grinst): Da war eine Riesenmoshpit - selbst beim sanftesten Song.

Zonaria, Foto: natte

Zonaria träumen von Japan oder Südamerika
(Foto: natte)

Im Anschluss an diese Tour, sollt ihr gleich wieder los ziehen ...

Emanuel (kopfschüttelnd): Nein, nicht mehr! Die Tour wurde gecancelt. Also nicht die Tour, aber unsere Teilnahme, es gab da irgendwelche Probleme mit der Booking Agentur.

Gibt es stattdessen Pläne für eine andere Tour, eventuell außerhalb Europas?

Emanuel: Bis jetzt nicht. Im Januar erscheint unsere Scheibe in den USA, mal sehen wie sich das Album da verkauft ... vielleicht ergibt sich ja dann eine Tour.

Wo würdet ihr denn gerne spielen?

Emanuel (mit leuchtenden Augen): Japan würde uns reizen. Wir haben von allen Bands die da waren noch nie etwas Negatives über Japan gehört. Niemals ein schlechtes Wort! Aber auch in Südamerika würden wir gerne auftreten - wir haben gehört die (Metal)Fans da sind völlig verrückt.

Ihr habt doch Labelmates die Big in Japan sind: Arch Enemy ...

Emanuel: Oh ja, eine Tour mit ihnen in Japan wäre natürlich sehr cool! Bisher kennen wir die Band nicht persönlich. Wir haben eher Kontakt zu Bands in unserer Heimatstadt, in Umeå: Naglfar oder Nocturnal Rites. Deren Gitarrist, Fredrik, hat uns übrigens bei Century Media empfohlen.

... und dann hat euch Century angerufen und ihr hattet den Deal?

Emanuel (lachend): Na ja, ganz so einfach war's nicht, wobei die Empfehlung sicher einen Teil beitrug. Wir mussten die Labelleute trotzdem überzeugen. Wir hatten damals ein Demo aufgenommen und unser Manager hat's natürlich an verschiedene Plattenfirmen geschickt. Aber letztendlich hat uns Century das beste Angebot gemacht; wir haben dort übrigens einen Vertrag über mehrere Alben.

Von der Oma bis zum Extrem Metal-Fan

Century agiert auch außerhalb Europas, ihr seid auf MySpace - woher stammen eure Fans?

Emanuel: Überwiegend aus Europa, aus Orten wo wir schon spielten: Aus Deutschland, viele kommen aus Slowenien.

Zonaria, Foto: Century Media (Nikdesign)

Zonaria: Künftiger Exportschlager?
(Foto: Century Media (Nikdesign))

... und in Schweden?

Emanuel: Da sind wir eher eine Untergrundband, haben nur im Newcomerbereich einen größeren Namen. In Schweden herrscht ein großer Wettbewerb, es gibt sehr viele Bands, sehr viele Newcomer. Wir waren übrigens beim gleichen Label für das erste Album wie Sonic Syndicate, bei Pivotal Rockordings. Aber wir bekamen in Schweden sehr gute Reaktionen auf unser aktuelles Album »THE CANCER EMPIRE«.

...das ihr im berühmten Studio Fredman aufnahmt ...

Emanuel: Ja, unser Manager hat da angerufen und wir hatten Glück: Es gab gerade eine Lücke im Sommer. Der Haken: Wir hatten nur 19 Tage Zeit um alles fertig zu kriegen.

Das heißt?

Emanuel: (grinst) Alle Songs die fertig waren kamen drauf. Es gab noch sechs, sieben angefangene, aber die haben wir (endgültig) geknickt - sie werden auch auf späteren Veröffentlichungen nicht auftauchen. Es gab aber zwei Bonustracks, für Exportversionen.

Was unterscheidet das zweite Album vom Ersten?

Emanuel: Es ist symphonischer, es ist schneller ...

... mehr Black Metal?

Emanuel: (überlegt) ... a auch, aber auch Einflüsse von Old School Death Metal. Wir wollten es vielfältig gestalten. Da sind sanfte Lieder drauf, die kannst du deiner Oma vorspielen - und welche für den Extrem Metal-Fan.

Und euer drittes Album klingt dann ...

Emanuel: In welche Richtung wir gehen werden, wissen wir noch nicht. Wir wollen uns aber näxtes Jahr dran machen. Auf jeden Fall werden uns die Bands, mit denen wir touren, auch beeinflussen.

Von der Schule auf die Bühne

Ihr seid ja noch ziemlich jung - von der Schule auf die Bühne?

Emanuel: Die anderen sind 21 und ich bin 19 (grinsend) - und ich wurde diesen Sommer tatsächlich erst mit der Schule fertig.

Lebt ihr davon?

Emanuel: Nein, wir haben zuhause alle Hauptberufe - wobei ich glaube unser Basser Markus ist der einzige, der richtig glücklich in seinem Job ist: Er arbeitet als Schreiner in der Firma seines Bruders. Unser Fronter liefert Zeitungen aus - und wir zwei anderen, Emil und ich, arbeiten in einem Burger-Restaurant.

Zonaria, Foto: Century Media (Nikdesign)

Mit Bomfunk MCs im Tourbus
(Foto: Century Media (Nikdesign))

Dann schreibst du da Autogramme aufs Hamburgerpapier?

Emanuel: (grinst) Dazu wäre gar keine Zeit. Aber ich werde da schon manchmal erkannt und angesprochen.

Apropos (Frei)Zeit: Gehst du selbst noch auf Konzerte?

Emanuel: Kaum, bei uns gibt’s ja nicht so viele. Und wir sind ziemlich beschäftigt mit unserer Band, da ist immer was zu tun, wir arbeiten und wir brauchen natürlich auch Zeit für unsere Freunde und Familien.

Was hörst du privat? Metal?

Emanuel: Früher mal. Inzwischen habe ich da eine Art Überdosis: wenn du tourst hast du 20 Stunden Metal um dich, auf der Bühne, in den Clubs vor und nach dem Soundcheck, immer. Ich mag die Red Hot Chil Peppers, ich habe mir damals gleich die »CALIFORNICATION« gekauft. Und viele andere Sachen (... grübelt) ... mir fällt gerade nichts ein.

... und deine metallischen Einflüsse?

Emanuel: At The Gates, In Flames, Dimmu Borgir, Cradle Of Filth, Dissection, ...
He, jetzt fällt mir noch 'ne coole Band ein: Bomfunk MCs. Ich habe deren Album auf dieser Tour dabei.

Welches?

Emanuel: »IN STEREO«.

...das Beste.

Emanuel: Ja, wirklich sehr cool, da sind so viele verschiedene Elemente drin.

Zonaria halten Umeå die Treue - bis jetzt

Zonaria, Foto: natte

Zonaria heute: Death statt Power Metal
(Foto: natte)

Zum Schluss noch die obligatorische Frage: Woher stammt der Bandname?

Emanuel: Aus der griechischen Mythologie: Zonaria ist der schwierige, felsige Pfad zu Zeus' Füßen. Wir dachten das passt gut zu unserer Musik.

...die früher einmal Power Metal war ...

Emanuel: Ja, anfangs, noch unter dem Bandnamen Seal Precious ...

Warum dieser Stilwexel?

Emanuel (nachdenklich): Ich kam ja erst später, aber ich glaube das lag auch am Sänger, das passte nicht so zu ihm. dann ging's mehr in Richtung growlen. Als ich 2005 dazukam, gingen wir schon in die heutige Richtung. Texte und Musik macht Simon (Simon Berglund Gesang/Gitarre), er kommt dann mit seinen Stücken zu uns, wir jamen dann und entscheiden.

Ihr probt/wohnt noch Umeå?

Emanuel: Ja, wir wohnen noch da und haben bis jetzt auch keine Pläne wegzuziehen. Es ist keine große Stadt, nur 100.000 Einwohner, aber es gibt da viele Bands.
Wir haben ein größeres, relativ neues Hallen-Festival: Seit zwei Jahren findet im Februar »House Of Metal« statt. Und jetzt hat da auch 'n neuer Metalclub aufgemacht - (grinsend) den wird ich mir wohl nach der Tour mal anschauen.

Und damit ist alles Wesentliche gesagt. Emanuel, tack för intervjun!



 Foto: Century Media (Nikdesign)

Biografie


2001 gründet Gitarrist/Sänger/Hauptsongschreiber Simon Berglund mit ein paar Kumpels in Umeå eine Power Metal Combo namens Seal Precious. Im Folgejahr ändern die gerade mal 15jährigen ihren Stil – und ihren Namen. Simon und der zweite Gitarrist Emil Nyström bleiben bis zum ersten Demo »EVOLUTION OVERDOSE« anno 2005 die einzigen Konstanten in Zonaria. Den Plattenvertrag mit Pivotal Rockordings (Sonic Syndicate, Blinded Colony) im November 2006 unterzeichnen sie allerdings als Quartett: Drummer Emanuel »Cebbe« Isaksson und Basser Jerry Ekman touren mit Simon und Emil im Vorprogramm von Impaled Nazarene. Gemeinsam spielen sie 2007 ihr Debüt »INFAMY AND THE BREED« ein, das die Jungs von Scar Symmetry produzieren. Für das Video zur ersten Single-Auskopplung »The Armageddon Anthem« steht allerdings schon Markus Åkebo am Bass. Anfang 2008 touren Zonaria als Vorband für Marduk durch Europa, unterzeichnen beim Label Century Media und nehmen mit Fredrik Nordström (Dimmu Borgir, In Flames) im Studio Fredman ihr zweites Album auf. »THE CANCER EMPIRE« erscheint noch im gleichen Jahr – und schon wieder gehen die gehen die Jungspunde auf Tour: Dieses Mal mit Satyricon.

Diskografie

2007 Infamy And The Breed
2008 The Cancer Empire

Line-Up

Simon Berglund: Gesang / Gitarre
Emil Nyström: Gitarre
Markus Åkebo: Bass
Emanuel Isaksson: Schlagzeug

Fotos: Century Media (Nikdesign) / Natte






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