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Buchrezension:    

Jan Ohmdal: The Swing Of Things – 20 År Med A-ha

Ihr erster war ihr größter Hit und letztlich auch ihr Fluch. Als A-ha Anfang der 80er Jahre jene Single veröffentlichten, floppten sie gehörig. In Norwegen landeten sie mit dem Song zwar auf Platz 3 der Charts, der Rest der Welt aber weigerte sich das Lied in die Air Play-Rotation zu nehmen.

Das war 1983, und nur A-has Entdecker Terry Slater glaubte damals an den grenzenlosen Erfolg der Band. Er verschaffte ihnen wenig später bei Warner den verheißungsvollen Plattenvertrag und trieb sie 1984 mit neuem Produzent wieder ins Studio, damit sie die gleiche Single noch einmal einspielten. Außerdem ließ er ein bis heute unvergleichliches Video auf jenen Song schneidern und siehe da: »Take On Me« wurde zu einem der meist gespielten Hits aller Zeiten.

A-ha wollten nie nur kleine Brötchen backen. Schon als sie mit 14 Jahren die Band gründeten, wussten sie, dass sie ihre Seelen dem Kommerz verkaufen würden. Sie gaben sich dementsprechend trendbewusst, und ihre Vorbilder waren ausnahmslos Größen wie David Bowie, Peter Gabriel, The Doors, The Beatles oder Jimi Hendrix. Der damalige Warner-Chef Jeff Ayeroff erinnert sich besonders an das krude, aber poppige Erscheinungsbild der Band: »You can’t look like this! They are cartoon figures«, soll er gesagt haben, als er sie zum ersten Mal auf Bildern sah.

Das Taschenbuch »THE SWING OF THINGS« blickt ganz genau hinter die Kulissen des norwegischen Super-Hit-Trios. Es zeigt A-ha im musikhistorischen Kontext und lugt durch das private Schlüsselloch. Das Buch offenbart zahlreiche Backstage-Bilder, familiäre Schnappschüsse, Studio-Aufnahmen und Zeitungsausschnitte. Ebenso enthält es spannende Stories aus dem Rock'n'Roll- und alltäglichen Leben der wehmütigen Individualisten.

So berichtet Jan Ohmdal in seinem detailreichen Fanbuch, dass die Chemie zwischen den drei hübschen Norwegern zwar musikalisch stimmte, freundschaftlich aber oft kühl war. Sänger Morton erzählte dem Autor im Gespräch, dass sich die Künstler mit ihrer melancholischen Grundhaltung häufig gegenseitig die gute Laune verdarben. Ebenso gerieten sie ständig mit ihrem stark unterschiedlich ausgeprägtem Streben nach massentauglichen Super-Hits und dem Wunsch nach musikalischer Unabhängigkeit aneinander.

Jan Ohmdal zeichnet den Werdegang der Band von ihren Anfängen bis heute sorgfältig nach. Er beobachtet, durchleuchtet und lobfeiert die Gruppe. Mit norwegischem Humor analysiert er die Texte der bekanntesten A-ha-Hits, und ernsthaft beschreibt er die musikalisch perfekte, aber zwischenmenschlich komplizierte Beziehung der Männer. Kapitel für Kapitel strickt Ohmdal so immer mehr erstaunliche und faszinierende Details, Hintergrundinformationen und Erkenntnisse um das Götterbild A-ha.

Ebenso beeindruckend wie der Inhalt ist auch die Aufmachung des Buches. Im trendgemäßen quadratischen Taschenbuch-Format füllt es mehr als 400 Seiten mit liebevoll geschriebenem Text und sorgfältig ausgewähltem Bildmaterial. Es schließen sich eine Album- und Single-Diskografie an, ebenso wie eine Auflistung aller erreichten Chart-Platzierungen und eine Übersicht über alle Konzerte zwischen 1986 und 2004.

Als Extra-Bonus liegt dem Fanbuch eine CD bei, die zwölf Songs aus den Anfangstagen der Band enthält. Jan Ohmdal bekam hierzu die einmalige Gelegenheit, alte Kassetten-Aufnahmen zu hören und mit der Band eine Lied-Auswahl zu treffen. Ein kleines wertvolles Zeitdokument also, auch wenn die Songs von Morten, Paul und Magne noch einmal gemastert wurden. Unter den Stücken zu finden sind »Take On Me«, »Så Blåser Det På Jorden«,»Days On End«, »Dot The I«, »The Love Goodbye« sowie Mortens Lieblingslied »The Swing Of Things«. Absolut empfehlenswert! (lic)





Jan Ohmdal:
The Swing Of Things – 20 År Med A-ha


Auf Norwegisch;
Forlaget Press,
Oslo 2004,
408 Seiten,
499,- NKR


Siehe auch:
CD-Rezensionen über A-ha



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