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Buchrezension:    

Leena Lehtolainen: Alle singen im Chor

Die Ex-Streifenpolizistin Maria Kallio, jetzt vertretungsweise Kommissarin im Gewaltdezernat der Helsinkier Kripo, genießt ihren dienstfreien Sommer-Sonntag. Doch die Freizeit ist nur von kurzer Dauer. Nach ihrer Rückkehr vom Strand, holt sie ein Anruf aus der Dusche: »Wir hätten da 'ne Leiche in Vuosaari ...«.

Der Aushilfskommissarin erste Leiche, Jukka Peltonen, liegt mit eingeschlagenem Schädel im flachen Uferwasser eines Sees. Maria Kallio befindet sich in einer prekären Situation. Sie kennt den jungen Mann aus Studienzeiten gut – ebenso wie die anderen Männer und Frauen, die mit ihm das Wochenende im Sommerhaus seiner Eltern verbrachten. Sie alle sind Mitglieder des Chors der Ostfinnischen Landsmannschaften, seit Jahren befreundet, in ihrer Liebe zur Musik, sowie wechselnden Affären verbunden. Und doch hat jemand aus dem Chor Jukka ermordet.
Die Ermittlungen im Freundeskreis fördern Schulden und Unterschlagungen zutage, enthüllen Schwarzbrennerei, gipfeln schließlich in Vermittlung leichter Mädchen und Drogenschmuggel.

Von Freundschaft, Rivalität und Betrug handelt der Krimi, eingebettet in finnische Lebensart – und die Musik. Mit Eino Leinos Gedicht »Stromab treibet mein Boot« beginnt der Roman, die Verse begleiten den Leser. Nicht nur als Kapiteltitel, sondern auch als Lied: Die von Toivo Kuula vertonte Fassung studierte die Doppelquartett-Besetzung des Chores im Mökki vor dem Mord ein.

Leseprobe:
»Toivonen stand beim Dirigieren auf einem zwanzig Zentimeter hohen Podest. (...) Vor Auftritten, so hatte ich gehört, pflegten die Frauen im Chor zu kontrollieren, ob Toivonens Haare ordentlich gekämmt waren, und ob er die Stimmgabel eingesteckt und den Hosenschlitz zugemacht hatte. Vielleicht glaubte er, seine Zerstreutheit weise ihn als wahren Künstler aus. »Maul halten, Tenöre!«, brüllte Toivonen auf einmal. »Könnt ihr keine Noten lesen? Das ist das Bass-Solo!«
Ich sah, dass Timo verlegen errötete. Neben ihm grinste Jyri schadenfroh .
»Fangen wir noch mal von vorn an. Es gibt im ganzen Lied noch holprige Stellen. Sopran und Alt, bitte einen deutlichen Unterschied, zwischen den punktierten Achteln und den Triolen oben auf Seite zwei. Und der Bass bitte nicht so schleppend! Vom Anfang! Zweiter Sopran, habt ihr das d?«
Toivonen bekam den gewünschten Ton in mindestens zwei Versionen zu hören. Die anderen Stimmgruppen seufzten gequält. Offensichtlich wiederholte sich dieses Schauspiel allzu oft.
»Die höhere Version ist die richtige«, bemerkte Toivonen trocken und gab dem zweiten Sopran den Einsatz. Zuerst war kein Piepser zu vernehmen. Dann fing jemand an, sehr unsicher, und aus der Altreihe erhob sich eine Stimme, die den zweiten Sopran verstärkte. Der Einsatz endete im allgemeinen Chaos.«
(nat)





Leena Lehtolainen:
Alle singen im Chor


Originaltitel: »Einsimmäinen Murhani«, aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara;
Rowohlt Taschenbuch Verlag,
Reinbek bei Hamburg 2002,
240 Seiten,
8,90 Euro



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