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22 Pistepirkko: Sleep Good - Rock Well
(2005, Bone Voyage Bone-0015)

Fünfzig Gigs in fünfzig Städten in fünfzig Tagen. Die 2001er-Tour des finnischen Trios war zugleich Mut-, Kraft- und Bestandsprobe. Wie geht ein Team, das nach zwanzig gemeinsamen Jahren eher Familie statt Freundeskreis bildet, mit dieser Anstrengung um?

Das eher unspektakuläre »On The Road«-Wesen der Nordlicher hat nun zum ersten Mal Andreas Haaning Christiansen rund um die Uhr mitgefilmt: Das morgendliche, verkaterte Gezerre in der eigenen Bettwäsche, obskure Autogrammjäger, die mit ihrem Deutsch-Englisch in der Düsseldorfer Kälte stehen gelassen werden und natürlich die allabendlichen Auftritte auf den Brettern, die vorgeben, die Welt zu bedeuten.

Aber die inzwischen nicht mehr ganz jungen Musiker sind Realisten und wissen um ihren Status, den sie auch in Einzel-Interviews betonen: Das hier ist immer noch Untergrund. Und so fallen die Gigs auch eher puristisch und soundmäßig etwas mager aus. Nein, eine exzellente Liveband waren sie noch nie – viel zu mehrschichtig, subtil und ambivalent sind ihre Alben, um sie ohne Abstriche mit drei Musikern live umsetzen zu können. Zudem setzen Pressetermine, interne Differenzen und die Rastlosigkeit des Rock'n'Roll-Lebens den Dreien zu. Am Ende überwiegt die Freude, wieder ins blaugetünchte finnische Heim einzukehren und die Erkenntnis: Ausgeschlafen rockt sich's besser!

Eine Vielzahl an Amateur-Aufnahmen, Slideshows mit Fotos aus Kindheit und Anfangstagen, Live-Tracks und weiteren kommentierten Touraufnahmen ergänzt dieses charmantes Low Budget-Rockumentary über eine sympathische Band. (maw)



Siehe auch:
22 Pistepirkko (CD-Rezension)


Zum Artikel über 22 Pistepirkko

 22 Pistepirkko: Sleep Good - Rock Well

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Arch Enemy: Live Apocalypse
(2006, Century Media Century Media)

Meine Fresse, kann diese Frau grunzen! Frontsau Angela verplempert keine Zeit mit unnötig langen Ansagen, sondern haut einen Song nach dem anderen raus – und die 2.500 Fans im restlos ausverkauften Londoner Forum danken es ihr: Enthusiastisch singen sie mit, surfen über die Menge, recken Teufelshörner in die Höhe. Nach einer guten Stunde brüllt die schwitzende Masse nach mehr. Natürlich erfüllen die Schweden ihren Wunsch: eine weitere Viertelstunde volle Dröhnung, das Publikum geht bis zur letzten Sekunde mit und tobt bis auf den letzten Emporenplatz. Angela schwenkt am Ende die schwedische Flagge, die ihr ein Fan aus der ersten Reihe überreicht. Was für eine geile Liveband!

Doch nach dem Abspann stellt sich die Frage: Moment, das Konzert war am 17.12.2004 – wieso veröffentlicht Arch Enemy die erste (Live)-DVD erst anderthalb Jahre später? Michaels Bruder Christopher Amott, Gitarrist und Gründungsmitglied, stand hier zum letzten Mal mit Arch Enemy auf der Bühne – Grund genug ihm mit DVD 1 der »LIVE APOCALYPSE« Tribut zu zollen. Erwähnt sei nebenbei die astreine Bild- und Tonqualität (wahlweise als Stereo, Dolby 5.1 Surround oder DTS 5.1 Surround) des kompletten Mitschnitts, insgesamt 19 Songs, ohne überflüssige Spielereien der Kameraleute.

DVD 2 fährt jede Menge Bonusmaterial auf: einen zehnminütigen »Tour! Tour! Tour!«-Film, sowie einen Mini-Film über die UK-Tour 2005. Danach plaudern Daniel und Michael im »Gear-Talk« eine Viertelstunde über ihre Ausrüstung und mehr. Interessantes erfährt der Zuschauer in den Interviews: etwa, wie sich Michael fühlte, als sein Bruder die Band verließ, dass Rob Halford für Angela den besten Sänger aller Zeiten darstellt, oder was wäre, »if I wasn't in Arch Enemy ...«.

Es flogt ein Blick hinter die Kulissen des Video-Drehs zu »My Apocalypse«, eine ausführliche Bilder-Slideshow und mehrere Promo-Videos: »Ravenous«, »We Will Rise«, »Nemesis«, »My Apocalypse«. Bei »Nemesis« kann man außerdem zwischen der normalen Version und dem Director's Cut wählen – oder kann die Unterscheide in der dritten Variante (Split-Screen) direkt vergleichen. Zu guter Letzt gibt es drei Livesongs in Multi-Angle Version: Bei »Dead Eyes See No Future«, »Bury Me An Angel« plus »Heart Of Darkness« kann man sich statt der normalen Version nach Wunsch auf einen der Musiker konzentrieren: Angela, Daniel oder das Trio Mike/Chris/Sharlee stehen zur Auswahl.

Empfehlung: Macht mit beim speziellen Triathlon zu dieser DVD: Kaufen, anschauen, freuen. (nat)



Siehe auch:
Arch Enemy (CD-Rezension)

 Arch Enemy: Live Apocalypse

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Arch Enemy: Tyrants Of The Rising Sun – Live In Japan
(2008, Century Media 9978367)

Zwei Jahre nach »LIVE APOCALYPSE«, dem Mitschnitt vom Auftritt Ende 2004 im Londoner Forum, schmeißen Arch Enemy die näxte DVD auf den Markt. »TYRANTS OF THE RISING SUN – LIVE IN JAPAN« zeigt den Gig der Schweden im Tokioer Shinkiba Studio Coast, Teil der Asien-Tour Anfang 2008.
Eine Minute klatschen die Fans, recken Teufelshörner, bis sich ein schwarzgekleideter Daniel Erlandsson hinters Drumkit klemmt. Fast eine weitere vergeht bis er endlich erlösend auf die Becken klopft, das ebenfalls schwarzgekleidete Saitentrio spielend auf die Bühne tritt. Und endlich, endlich betritt Angela die Bühne, stößt den ersten tierischen Röchler ins Mikro. Die Fronterin im weißen »Pure Fucking Metal«-Outfit hat die Meute für die kompletten 95 Minuten im Griff – die jeweiligen Soloauftritte der Musiker beiseite gelassen.

Ja, mit dem zu »RISE OF THE TYRANT«-Album zurückgekehrten Christopher Amott ist das Quintett wieder eine Live-Supermacht. Schlag auf Schlag, ohne Verschnaufpause: Intro, »Blood On Your Hands«, »Ravenous«, »Taking Back My Soul«. Respekt. Kurze Ansage, weiter geht's, »Dead Eyes See No Future« kracht aus den Verstärkern, es folgt »Dark Insanity«. Erst vor »The Day You Died« wendet sich Angela an die Fans, widmet das, durch einen japanischen Film inspirierte Stück, dem japanischen Publikum. Der DVD-Betrachter fühlt sich dank der erneut ausgezeichneten Bild- und Tonqualität (wahlweise Stereo, Dolby 5.1/ DTS 5.1 Surround) fast, als sei er mittendrin, wenn die Japaner alles andere zurückhaltend den Schweden huldigen und kräftig mitgrölen. Nach einer halben Stunde hämmert Daniel mittlerweile klatschnass, aber ungebremst aufs Schlagzeug, liefert zehn Minuten später mühelos ein knapp vierminütiges Solo ab, weiter geht's: Es ist erst Halbzeit. Noch eine Dreiviertelstunde Spielspaß, bis sich Arch Enemy mit »Fields Of Desolation« und Outro endgültig verabschieden.

Das Konzert ist nun vorbei, doch nicht die DVD: Die Rubrik »Special Features« beinhaltet »The Road To Japan«, ein 45minütiges Road-Movie, mit ausführlichen Interviews der Band, angefangen mit »Bandyoungster« Angela. Versuche den Arch Enemy-Kulte im fernen Osten zu erklären, unternehmen auch Tetsu Miyamoto (Toys Factory Records) und Taka Okunu vom Burrn!-Magazin – das die Schweden via Leserwahl gleich in fünf Kategorien mit Auszeichnungen überhäufte: Beste Gruppe, bester Gitarrist, bester Schlagzeuger, bestes Album und bester Songwriter. Wo sie auch gehen schreiben die Schweden Autogramme für die Fans oder lassen sich mit ihnen fotografieren. Fazit des Road-Movies: Japan ist bunt, laut – und verrückt nach Arch Enemy.

Zu guter Letzt gibt's noch drei Promoclips: »Will Live Again« und »Revolution Begins« sowohl als Original wie auch »Band Performance«-Version. Summa summarum starke, gutgemachte 150 Minuten einer starken Band. (nat)

 Arch Enemy: Tyrants Of The Rising Sun – Live In Japan

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Björk: Biophilia Live
(2014, One Little Indian/Cinema Purgatorio)

»Biophilia« erschien im Oktober 2011 mit großem Brimborium, in diversen preislich intensiven Luxuseditionen und als »bahnbrechend« vermarktet, wurde von der Kritik zumeist als (über-)ambitioniertes, aber auch überkandideltes Comeback besprochen, von vielen Fans und Allgemeinheit allerdings zumeist lauwarm aufgenommen. Keine der Melodien konnte sich in Erinnerung halten, und auch nach vielfachem Hören konnten allenfalls Hardcore-Fans die Songs benennen oder auseinander halten. Zwei Jahre später, die kostspielige Tour zum Album wurde teils verhalten, teils ratlos aufgenommen, ließ Björk den Tourneeabschluss im Londoner Alexandra Palace filmen und im Frühjahr 2014 als Konzertfilm in die Kinos bringen.

Schließlich erschien unter dem Albumtitel »BIOPHILIA LIVE«, wahlweise als 3xLP+1DVD, 2xCD+1DVD oder 2xCD+Blu-ray, Björks bereits 12. Video-Album. Es ist zugleich ihr 6. offizielles Live-Album zum (nach offizieller Zählung) 7. Studio-Album (nur zu »Medúlla« gab es kein Livealbum). Leider liegt uns zur Besprechung nur ein komprimierter Vimeo-Link in mittelmäßiger Bild- und Tonqualität des 96-minütigen Konzertfilms vor, weshalb die Besprechung der restlichen Elemente des Albums und eine angemessene Würdigung des Gesamtpakets außen vor bleiben muss.

Wikipedia verrät, dass der Film unter der Regie von Nick Fenton (der auch die Montage verantwortete) Peter Strickland entstand. Letzterer trat bereits mit drei, von einigen verehrten, von anderen mit Indifferenz gestraften Filmen in Erscheinung: »Katalin Varga« (2009), »Berberian Sound Studio« (2012) und zuletzt »The Duke of Burgundy« (2014). Die Bilder fing der versierte Kameramann Brett Turnbull ein. All dies verspricht einen beeindruckend originellen und ambitionierten Konzertfilm, doch das Ergebnis ist verwunderlicher und enttäuschender Weise in erster Linie eine weitere konventionelle Konzertaufzeichung mit ein paar hübschen Naturbildern und einer von David Attenborough gesprochenen Begrüßung. Das wird vor allem die Fans erfreuen, vermag darüber hinaus jedoch nicht allzu viel Faszination auszulösen.

Der größte Anreiz des Films liegt sicher darin, dass sich all jene, die sich die hochpreisigen Tickets der Tournee nicht leisten konnten, eine gute Ahnung der Show nach Hause (oder in den Kinosaal in Reichweite) holen können. Damit erfüllt »BIOPHILIA LIVE« mit Sicherheit seinen Zweck, mit abgefahrenen Projektionen reizvoll anzusehender Visuals aus Mikrofauna, Milchstraßen, Vulkan- und Ozeanwelt, mit makellos dargebotenen Performances der Mitwirkenden, inklusive dem eindrucksvollen Chor, und studiomäßig cleanem Sound. Als Dokument fein, als Konzertfilm leider ein nicht eingelöstes Versprechen, besonders in Anbetracht der Möglichkeiten und Björks Ambitionen. (ijb)

 Björk: Biophilia Live

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Björk: Medúlla Special – Double DVD Edition
(2005, One Little Indian/Universal 9868397)

Wenig Künstler verfolgen ihren Weg so kompromisslos wie Björk ... und haben auch noch Erfolg damit. Ihr Album »MEDÚLLA« realisierte die Isländerin nur mit Stimmen, und manch einer mag sich gefragt haben, wie das alles gemacht wurde. Antwort liefert diese Doppel-DVD, deren Betrachtung von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend wie ein Krimi ist.

Gebrauchsanweisung: Zunächst höre man am besten noch einmal konzentriert das Album an. Wer das nicht ohnehin im Schrank stehen hat, kann dies hier noch mal in hochwertigem Dolby-Surround tun. Dann lässt man sich von der 45minütigen Doku »The Inner Or Deep Part Of An Animal Or Plant Structure« über die Entstehungsgeschichte des Albums informieren, worin nicht nur Björk selbst bereitwillig Auskunft gibt, sondern auch die Vokal-Zauberer Rahzel, Dokaka oder Mike Patton in Aktion zu bewundern sind, in verteilten Studio-Schauplätzen wie New York, London, Reykjavik, den Kanarischen Inseln und Salvador.

Dann wechsle man zur zweiten DVD mit den drei Musikvideos zu »Oceania«, »Who Is It« und »Triumph Of A Heart«, die als wahre visuelle Meisterwerke immer wieder neue Details offenbaren. Daran anschließend empfiehlt sich – neben zwei weiteren Bonus-Videos zu den Nummern »Desired Constellation« und »Where Is The Line« – der halbstündige »Behind The Scenes«-Film zum Dreh von »Triumph Of My Heart«.

Jenes von Spike Jonze gedrehte Video fußt auf dem isländischen Mythos von der Katze, die sich um den vernachlässigten Hof kümmern muss, während der Ehepartner durch die Bars zieht. Die Statisten in der Kneipe – überwiegend Künstler und Björks Freunde – geben dem Song durch sehenswerte Gesangseinlagen ein völlig neues Gesicht. Eine Maßstäbe setzende Musik-DVD. (peb)



Siehe auch:
Björk (CD-Rezension)

 Björk: Medúlla Special – Double DVD Edition

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The Cardigans: Live In London
(2005, Universal 982.325-6)

1996: Die Band steht kurz vor ihrem Durchbruch, ausgelöst vor allem durch den Hit »Lovefool« und das Album »FIRST BAND ON THE MOON«. Doch noch kennt man sie nur in Insiderkreisen, und wohl deswegen fand das Konzert am 20./21. November 1996 im Londoner Shepherds Bush Empire im eher familiären Rahmen statt, mit schlichtem Dekor und ohne großen Show-Pomp.

Der war natürlich nie Sache der fünf Schweden aus Jönköping, doch damals gingen sie schon noch besonders schüchtern-scheu, wohl auch nervös ans Werk. »Spröde« ist das rechte Wort, das das Auftreten und den damaligen Sound der Band um Männerschwarm Nina Persson am treffendsten beschreibt. Spröde und voll kantigem Wave-Charme, was ihrem bisweilen angejazzten Lounge-Pop eine kontrastreiche Anmutung gibt.

Witzig wirken in diesem Zusammenhang das erste und letzte Lied des Repertoires, die einzigen Songs aus fremder Feder: Dass die Cardigans mit »Iron Man« und »Sabbath Bloody Sabbath« auch mal Black Sabbath coverten, weiß heute kaum noch einer. Das Konzert als Ganzes kann dennoch nur bedingt überzeugen: Zu gleichförmig haspelt das Quintett die Songs herunter; zu unbeteiligt wirken alle Beteiligten.

Fans der Cardigans-Frühzeit freut dieser bereits 1997 im VHS-Format veröffentlichte, für die DVD-Fassung um eine 13minütige Dokumentation, ein Promo-Video und eine Fotogalerie erweiterte Mitschnitt natürlich trotzdem. (peb)



Siehe auch:
The Cardigans (CD-Rezension)

The Cardigans: Live In London

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Children Of Bodom: Chaos Ridden Years – Stockholm Knockout Live
(2007, Spinefarm/Universal)

Mit ihrem letzten Album »ARE YOU DEAD?« übertrafen sie ihr bisheriges Discografie-Highlight »HATEBREEDER« und damit sich selbst. Damit sind nicht nur die spieltechnischen Fertigkeiten gemeint, obwohl auch die im Metal-Genre so ziemlich auf der Spitze thronen: Allein wie Sänger/Gitarrist Alexi »Wildchild« Laiho und der noch begabtere Zweitgitarrist Roope Latvala sich ständig feurige Saiten-Duelle liefern, verlangt Bewunderung.

Zusammen mit Bassist Henkka T. Blacksmith toben sie als mähnenschwingendes Headbanger-Triumvirat über die Stockholmer Bühnenbretter, während Keyboarder Janne Warman in die Soli synchron mit einsteigt und bei Drummer Jaska W. Raatkainen in virtuoser Präzision die Bassdrum-Pedale glühen.

Nach 80 Minuten souverän gespieltem Live-Material von druckvoller und relativ guter Klangqualität ist aber noch nicht Schluss, wenngleich sich das Bonusmaterial eher in Grenzen hält: Die 45minütige Doku »Chaos Ridden Years« erzählt die Bandgeschichte, und die Viertelstunde »Deleted Scenes« – genau genommen also doch nicht »deleted« – haben immerhin einen gewissen Unterhaltungswert.

Des Weiteren gibt's sieben Promo-Videos und ein »Behind The Scenes« zum Stockholm-Konzert, das allerdings recht langweilig und mit seinen dreieinhalb Minuten auch sehr kurz ausgefallen ist. Trotzdem: »Det var mycket bra« – so röhrt Alexi ins Mikro, bevor Janne über einem der Bühnen-Flammenwerfer Würstchen grillt. (peb)



Siehe auch:
Children Of Bodom (CD-Rezension)


Zum Artikel über Children Of Bodom


Zur Konzertkritik über Children Of Bodom

 Children Of Bodom: Chaos Ridden Years – Stockholm Knockout Live

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Tim Christensen: Live At Abbey Road Studios
(2004, EMI Denmark 724354441400)

»Ladies and Gentlemen, Abbey Road Studios proudly present: Mr. Tim Christensen«, ertönt die Stimme aus dem Off, und schon legen Christensen und Konsorten mit dem rockigen »Jump The Gun« los. Danach wird's beschaulicher, und trotzdem grooven die nächsten ruhigen Songs – bis es bei »Get The Fuck Out Of My Mindestens« und »Screaming At The Top Of My Lungs« noch mal härter zur Sache geht.

Die beiden vorletzten Stücke spielt Christensen alleine nur mit Akustik-Klampfe, bevor Gitarrist Lars Sjærbæk, Bassist Nicolai Munch-Hansen und Schlagzeuger Olaf Olson zurückkehren. Vereint stimmen sie das finale »Time Is The Space Between Us« an. 70 Minuten dauert das komplette Konzert, das die Gruppe so ungezwungen wie eine fröhliche Session im Proberaum rüberbringt – allerdings weisen die 14 Stücke eine ausgezeichnete Bild/Tonqualität auf.

Als Hintergrund zum Gig liefert die DVD eine Art Tourbericht »From Roskilde To Abbey Road«: Dieser startet beim Roskilde-Festival, zeigt die Anreise zu den Studios, den Gang der Dänen über DEN Zebrastreifen (Beatles), sowie kurze Interviewhappen – in leider etwas schlechterer Bildqualität.

Darüber hinaus bietet der äußerst gelungene Silberling einige Extras: ein 20minütiges Interview auf Dänisch mit dem Mastermind Christensen, Aufbau, Sound-/Lichtcheck, Kamera-Installation und Make-Up(!) für die Band im kurzweiligen »Behind The Scenes« plus eine gute Viertelstunde akustische Session extra. Und wer immer noch nicht genug hat, möge zu den zwei beigelegten CDs greifen: zum ersten das Konzert mit Band, zum zweiten die Akustik-Session mit fünf Songs.

Die komplette DVD ist auf Dänisch, Untertitel gibt's nur auf Englisch. Achtung: Diese verstecken sich unter dem Menüpunkt »Setup«! In Deutschland ist sie leider nicht erhältlich; beziehen kann man sie aber über den Shop CD-Skiven, der von der Künstler-Website verlinkt ist. (nat)



Siehe auch:
Tim Christensen (CD-Rezension)
Dizzy Mizz Lizzy (CD-Rezension)


Tim Christensen: Live At Abbey Road Studios

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Dark Funeral: Attera Orbis Terrarum Part 1
(2007, Regain Records RR090)

Drei komplette Auftritte plus Bonusmaterial packen Dark Funeral auf die Doppel-DVD »ATTERA ORBIS TERRARUM«. Das erste Set filmen sie am 12. März 2005 auf der Metalmania im polnischen Katowice. Nach einem kurzen Intro feiert das Quintett »The Arrival Of Satans Empire«. Wen jemand diesen Mitschnitt als Augenschmaus bezeichnet, dann nur dank Kameraführung und Lichtshow: Bierwampen dominieren das äußere Erscheinungsbild – Sänger E.M. Caligula macht Turbonegro-Fronter Hank van Helvete ernsthaft Konkurrenz. An der Setlist gibt es nichts zu mäkeln – »The Secrets of Black Arts« oder »Ravenna Strogoi Mortii« fehlen nicht. Doch gibt der Mischer stellenweise zuviel Hall auf den Gesang, das Publikum ist (zu) leise und zurückhaltend.

Der zweite Gig am 5. März 2006 im niederländischen Tilburg ist ganz anders aufgemacht als die »Ostblock-Variante«. Ein theatralisch inszeniertes Intro, ganz in schwarz-weiß gehalten, stimmt auf die folgende gute Stunde ein. Wechsel zum Farbbild, ab geht die Post. Im 013 passt der Sound, nicht nur von Caligulas Gekeife. Ihre Bierfriedhöfe hüllen die Schweden in Lederrüstungen, verziert mit Pentagrammen in blutrot. Die Zuhörer machen sich hier etwas lauter bemerkbar. Manko hier: Die hektischen Wechsel und Schnitte der Kameras.

Die abschließende Show am 17. März 2006 im Pariser Club »La Locomotive« startet am euphorischsten und gefällt am besten, trotz gleicher Setlist wie in Tilburg – und den genau gleichen Sprüchen. Hier passt einfach alles, vom Intro bis hin zum artgerechten Rausschmeißer »An Apprentice Of Satan«: Das authentische Publikum, die moshende Band, Lichtshow, Bild- und Tonqualität.

Nun zum Bonusmaterial: Das »Amateur Footage« aus den Jahren 1994 bis 1997 besticht nicht gerade durch Bild- und Tonqualität. Doch bietet es Fans Gelegenheit die Anfangstage ihrer Idole zehn Songs lang mitzuverfolgen, sei als motivierte Jünglinge in einer Osloer Kneipe 1994 oder Bathorys »Equimanthorn« in einer kleinen Halle covernd.

Und wen mir nun noch jemand erklären könnte, was das »Atrum Regina«-Video in der Bonusabteilung soll, zusammengebastelt aus Material der enthaltenen Konzerte, dann wären keine Fragen mehr offen. (nat)

 Dark Funeral: Attera Orbis Terrarum Part 1

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Thomas Dybdahl: ... That Great October DVD
(2004, CCAP 025)

Wie schön, dass es auch eine DVD dieses wuscheligen Newcomers gibt, denn Thomas Dybdahl kann gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen! Die DVD enthält einen Konzertmitschnitt vom 16.3.2003, 13 Songs lang und fast vollständig deckungsgleich mit der gleichnamigen CD.

Live klingen die Songs jedoch rauer, karger und – was eigentlich kaum möglich ist – noch emotionaler. Dybdahl und seine Band – nachlässig gekleidete Burschen mit komischen Hütchen sowie einer aus der Form geratenen, nicht mehr oder noch nicht modischen Koteletten-Bart-Kombination – zelebrieren mit Pedal-Steel-Gitarre, soulig schnurrender Orgel und Falsettgesang fast verloren geglaubte Tugenden wie sehnsüchtig im Herzen rumorende Lieder mit zum Heulen schönen Melodien.

Daneben findet man auf der Scheibe noch einen fast halbstündigen norwegischen Dokumentarfilm (ohne Untertitel), eine Bildergallerie und fünf Musikvidoes: Selbst die heben sich ab vom MTV-Einerlei, wenn etwa ein Junge seiner Flamme schlicht und einfach das Liebeslied »From Grace« ins Angesicht schmachtet. Zu bestellen direkt in Norwegen auf Dybdahls Homepage. (peb)



Siehe auch:
Thomas Dybdahl (CD-Rezension)

Thomas Dybdahl: ... That Great October DVD

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