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DVD-Rezensionen 11 - 20 von 52 (insgesamt 52)

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e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio): Live in Stockholm
(2003, ACT/Contraire ACTDVD 9900-9)

Als Pianist Esbjörn Svensson, Bassmann Dan Berglund und Trommler Magnus Öström am 10. Dezember 2000 im ausverkauften Nalen-Club ihrer Heimatstadt auftraten, stand einmal mehr die Verschmelzung traditioneller Jazzelemente mit topmodernen Pop-Einflüssen auf dem Programm.

In bekannt-bewährten Titeln wie »Dodge The Dodo«, »From Gagarin's Point Of View« und dem unveröffentlichten »Bowling« schlugen die gewitzten Schweden ohrenfällig eine Brücke von der Klaviertrio-Schule eines Keith Jarrett zur Klangelektronik unserer Tage, wie man sie etwa von Portishead oder Radiohead kennt. Solange es solche Neuerer gibt, muss einem um den Fortbestand des in die Jahre gekommenen Jazzgenres nicht bang sein.

Erfreulicherweise hat man diese Sternstunde des Live-Jazz auf Zelluloid festgehalten. Mit acht Kameras wurden das Bühnengeschehen und die dazugehörige Lightshow eingefangen. Die 96-minütige DVD-Fassung gibt all das in stimmungsvollen Bildern wieder, die eher an die Videoclip-Ästhetik auf MTV als an herkömmliche Konzertaufzeichnungen erinnern, was aber nicht anbiedernd, sondern einfach nur sehr erfrischend wirkt.

In der Zugabenabteilung der Digital Versatile Disc findet der Fan Interviews, eine Fotogalerie, zwei Promofilme und eine Diskografie. Bravissimo! (hake)



Siehe auch:
e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio) (CD-Rezension)


Zum Artikel über e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio)

 e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio): Live in Stockholm

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Eläkeläiset: Sekoilun Ytimessä 1993-2003
(2004, Humppa/Indigo Humppa025)

Der Wahnsinn hat einen Namen: Eläkeläiset, zu deutsch »Rentner«. Selten nüchtern, und erst recht nicht auf der Bühne. Gewandet entweder in Anzug und Schlips oder nackt, ebenfalls auf der Bühne. Musikalisch brettert das Quartett durch so rasanten Polka im 2/4-Takt, dass sich die Burschen als mittlerweile bekannteste Humppa-Combo qualifizieren konnten.

Diesen Wahnsinn kann man nun auf DVD nachverfolgen, satte 250 Minuten lang. Der Kern der Aufnahmen widmet sich Eläkeläisets wirklich »sehr spezieller« Livepräsenz mit Ausschnitten aus den Konzerten in Potsdam und Helsinki, dem Wacken-Festival und Tampere. In sich hat's jedoch besonders das Bonusmaterial: Hier findet man amüsante Skurrilitäten wie eine Karaoke-Show, Wodka-Staffeln, Spuckwettbewerbe oder eine finnische Erklärung zum Thema »Breitbild«. Absolut empfehlenswert für Freunde des kruden Humors.

Überhaupt darf man sich die DVD nicht als logische Abfolge gesammelter Rentner-Filme vorstellen, sondern eher als Kuddelmuddel von durchgeknalltem Backstage-Material, völlig bescheuerten Filmschnipseln und Liveaufzeichnungen, die aussehen, als hätte es die Kamera selbst bereut, das beobachtet zu haben. Zur Nachahmung nur bedingt zu empfehlen, zum gemeinsamen Anschauen bei fortgeschrittener Demenz und/oder nach heftigem Alkoholkonsum jedoch sehr. (peb)



Siehe auch:
Eläkeläiset (CD-Rezension)


Zum Artikel über Eläkeläiset


Zur Konzertkritik über Eläkeläiset

 Eläkeläiset: Sekoilun Ytimessä 1993-2003

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Europe: Live From The Dark
(2005, Sanctuary/Soulfood MYNDVD047)

Klar – diese Doppel-DVD dürfte mehr ein Weihnachtsgeschenk für den Papi sein als für die minderjährige Tochter. Obwohl Sänger JoeyTempest, Gitarrist John Norum und der Rest des Schweden-Fünfers optisch noch immer fast Starschnitt-tauglich sind. Aber eben nur fast.

In punkto Routine und Professionalität macht ihnen aber kaum einer was vor: Als Europe 2004 – zwölf Jahre nach dem Ende der Band – ihre Reunion einläuteten, stellten sie schnell klar, dass sie noch immer eine sehenswerte Show auf die Bühnenbretter legen können und Tempest auch am Ende des 100minütigen Konzerts im Londoner Hammersmith – also beim letzten Song »The Final Countdown« – gut bei Stimme ist.

Apropos sehenswert: Es wäre schön, wenn man denn etwas sehen könnte: Die schauderhafte Bildqualität, schlechte Auflösung und schlechte Beleuchtung steht in krassem Missverhältnis zum differenzierten und druckvollen Sound. Die zweite DVD fährt jede Menge Bonusmaterial auf: Ein 24minütiger Clip dokumentiert einen Tourtag, vom Ende eines Konzerts bis zum Betreten der Bühne in London.

Die »Taxi Diaries« entpuppen sich als Taxi-Interviews mit allen Europe-Mitgliedern; interessanter für Musiker dürften die ausführlichen Erläuterungen der »Hair Rocker« zu ihrem Equipment sein – alles jedoch englisch ohne deutsche Untertitel. Zwei Bonustracks vom Soundcheck und ein paar Promovideos füllen die restliche Lücken.
Prädikat: Darf man haben, ohne rot zu werden; muss man aber nicht. (peb)



Siehe auch:
Europe (CD-Rezension)

 Europe: Live From The Dark

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Evergrey: A Night To Remember – Live 2004
(2005, InsideOut/SPV 556-40848)

Es war ein optisch wie dramaturgisch perfekt, fast schon zu perfekt inszeniertes Konzert mit Heimvorteil: Das 2004er-Konzert in Göteburg fand im 160 Jahre alten Storan Theater statt und wurde – lichttechnisch monumental in Szene gesetzt – von sieben entfesselten Kameras festgehalten.

Die schwedische Band um Tom S. Englund war denn auch bestmöglich vorbereitet: Selbst vertrackte Passagen meisterte sie scheinbar mühelos, angetrieben von knüppelnden Double-Bassdrums im Geschwindigkeitsrausch, während keine selbstbewusst-breitbeinige Macho-Pose ausgelassen wurde und die Mähnen heftig headbangend durch die Luft wirbelten. Für Abwechslung in den 20 Songs sorgen ein Streichquartett und ein Duett mit Carina Kjellberg, Englunds Frau.

Die zweite DVD, »The Shocking Truth« betitelt, enthält 6,5 (!) Stunden Hintergrund-Material und damit weit mehr, als man über die Band wissen muss: Musik-Videos, gesammelte Backstage-Mitschnitte, Doku-Szenen von Studio-Aufnahmen und wirklich ausführliche Interviews mit jedem Musiker samt detaillierter Erklärungen des Equipments. Sechseinhalb Stunden! Wer das am Stück schafft, braucht danach Urlaub.
Jedoch: virtuose Band, kraftvoller Progmetal und atemberaubende Arrangements. (peb)



Siehe auch:
Evergrey (CD-Rezension)

 Evergrey: A Night To Remember – Live 2004

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HC Gilje: Cityscapes
(2006, Lowave/Jakob 012 DVD)

Bringen wir rasch das Technische hinter uns: 60 Minuten Länge, vier Kurzvideos ohne Dialoge, als Bonus-Feature ein deutsch untertiteltes Interview mit dem norwegischen Filmkünstler HC Gilje.

Das Thema der Filme ist die Stadt, die Metropole als Archetyp mit ihren unpersönlichen Begegnungen, dem alles bestimmenden Verkehr, der Architektur und ihren abstrakten Formen. Die Filme erzählen vom modernen urbanen Herzschlag und stehen damit in einer Tradition von städtischen Sinfonien wie Dziga Vertovs »Der Mann mit der Kamera« (1929) oder Walter Ruttmans »Berlin – Sinfonie einer Großstadt« (1927).

Während jedoch aus jenen frühen Avantgarde-Betrachtungen menschlicher Siedlungen noch Faszination und Technikbegeisterung sprach, richtet der Trondheimer Experimentalkünstler einen neutralen, wenn nicht gar desillusionierten Blick auf sein Sujet. »Die Stadt formt unsere Psyche«, meint Gilje, und er sieht die Stadt als natürlichen menschlichen Lebensraum – so, wie es die Natur früher einmal war.

Könnte es für die Vertonung dessen bessere Audio-Künstler geben als Jazzkammer, die norwegischen Klang-Freigeister, die zwei der vier Filme mit surrealen Soundtracks unterlegen, die ebenso wie die Bilder ihr Recht auf Aufmerksamkeit fordern? (peb)



Siehe auch:
Jazzkammer (CD-Rezension)

HC Gilje: Cityscapes

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Gluecifer: Farewell To The Kings Of Rock
(2009, Mate In Germany/Soulfood MIG 011)

Schluss. Aus. Vorbei. Die norwegischen Kings Of Rock sind Geschichte. Am 14. Oktober 2005 gaben Gluecifer ihr Abschiedskonzert im Osloer Sentrum Scene. Diese DVD enthält eben dieses Konzert in voller Länge: »FAREWELL TO THE KINGS OF ROCK« zeigt binnen 100 Minuten warum »God's Chosen Dealer«s, wie die mittlerweile ebenfalls aufgelösten Hellacopters, zur Speerspitz des skandinavischen Rocks gehör(t)en.

Die Menge im ausverkauften Club bejubelt bereits die Schatten hinterm den weißen Laken, die Silhouetten des Sängers Biff Malibu, der Gitarristen Captain Poon / Raldo Useless, von Bassist Stu Manx und Schlagzeuger Danny Young. Die ersten Takte von »Automatic Thrill« erklingen, der »Vorhang« fällt. Die Klangqualität ist von Anfang an extrem gut – zumindest was die Band betrifft: Obwohl das Publikum die Jungs frenetisch feiert, hört man davon keinen Ton. Das ändert sich glücklicherweise im Laufe des Sets, lässt wirkliche Live-Atmosphäre entstehen.

Trotz der Hitze auf der Bühne hält es sich Biff vier Songs lang in seinem Jackett aus, zwei Songs später folgt auch Raldo seinem Beispiel. Die – englisch untertitelten – Ansagen hält Biff meist kurz, die Jungs rocken ohne Gepose durch 22 Lieder aus all ihren Schaffensperioden: Vom Debütalbum »RIDIN' THE TIGER« über »SOARING WITH EAGLES…«, »TENDER IS THE SAVAGE« und »BASEMENT APES« bis zur letzten Studioscheibe »AUTOMATIC THRILL«.

Captain Poon nutzt Raldos Solo in »Black Book Lodge« um sich seiner Lederweste zu entledigen, liefert sich oben ohne dann ein mehrminütiges Saitenduell mit ihm. Bleibt die Frage, warum im folgenden Schlagzeugsolo ein goldenes Banner mit »Durex«-Logo hinterm Drumkit herabgelassen wird? Ist es Teil einer norwegischen Aufklärungskampagne – du denkst Chlamydien sind Zimmerpflanzen?

Gluecifer verschwinden nach »Black Book Lodge« und 75 Minuten Spielzeit zunächst einmal von der Bühne. Als Biff danach wieder zurückkehrt, das Mikro ergreift und den Fans für ihre Treue dankt, fallen ihm die ersten roten Rosen auf den Brustkasten. Mit den Blumen in der Hand, intoniert er die erste Zugabe »Desolate City«, für Zugabe Nummer zwei reichen die ersten Schlagzeugtakte von Danny aus: Schon ertönt aus hunderten Kehlen »I Got A War«, die letzten Takte spielt Stu Manx mit einer Rose zwischen den Zähnen – die ihm Raldo via Mundraub abnimmt.

Nach 90 Minuten lassen sich die Kings Of Rock für die wirklich letzten Zugaben auf die Bretter bitten: »Bossheaded« und »Easy Living«, das das Quintett dank diverser (Mitsing)Einlagen auf satte sieben Minuten streckt. Nach zweiminütigem Applaus ist es wirklich vorbei: Gluecifer sind Geschichte.

Als Bonus gibt es (leider nur) sämtliche Videos der Band: Den Anfang der zehn Clips macht »Desolate City«, »Easy Living« ist ebenso dabei wie »I Got War«, den Schlusspunkt setzt »Little Man«. (nat)



Siehe auch:
Gluecifer (CD-Rezension)
The Hellacopters (CD-Rezension)


 Gluecifer: Farewell To The Kings Of Rock

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Gluecifer: Royally Stuffed
(2004, SPV 99177)

»Nicht kleckern, sondern klotzen« lautet das Motto dieser Scheibe: Eine Dual-Layer-DVD hat Gluecifer gefüllt mit drei Stunden Spielzeit, davon 75 Minuten Livekonzert in Bergen, 30 Minuten Interview, allen acht Videos samt Bonus-Video, der kompletten Discografie mit Hörbeispielen sowie einer Reihe amüsanter Zusatz-Features.

Als da wären: bandeigene Videomitschnitte vom Blödeln, Trinken und Partyfeiern – ja sogar eine Session mit den Ärzten, wie sie alle zusammen Judas Priest covern. Auch wie zahlreiche Fans und Musiker – darunter die Kollegen von Krokus oder In Extremo – mehr oder weniger druckvoll den Satz »Rock is cool« artikulieren, sorgt für heitere Laune.

Die Hauptsache jedoch: Diese DVD belegt, dass Gluecifer zusammen mit Turbonegro und den Hellacopters zu den wichtigsten (Punk-)Rockbands Skandinaviens zählen. Biff Malibu, Cpt. Poon, Raldo Useless, Stu Manx und Danny Young bringen einfach jede Halle zum Kochen. In jüngster Zeit zunehmend durch riffgewaltigen Hardrock à la AC/DC – einer Gangart, die den Norwegern ausnehmend gut bekommt. Soli allerdings brauchen sie nicht, denn schnörkellos, laut und ungebärdig kommt Rock eben immer noch am besten. (peb)



Siehe auch:
Gluecifer (CD-Rezension)
Turbonegro (CD-Rezension)

The Hellacopters (CD-Rezension)


 Gluecifer: Royally Stuffed

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The Hellacopters: Good Night Cleveland
(2003, Island/Alive 8717056036090)

»The Hellacopters have earned two Gold Albums and a Grammy Award in Sweden. It's a different story in the USA ...«, so beginnt die Dokumentation der letzten zehn Tage der US-Tour. Wer jemals Vorurteile gegenüber Amis hatte, findet sie hier bestätigt, wie der Dialog zwischen Nicke und einem loyalen Fan zeigt: Auf sein »I love Sweden, man!« fragt ihn der Fronter, ob er denn schon mal da war. Er verneint, darauf will Nicke wissen, wieso er's dann lieben kann. Antwort: »Weil IHR von da kommt!« Sein Kumpel springt in die Bresche: »Ich war da! Als ich klein war … in den Alpen!« Yo man!

Wenn die Schweden nicht gerade mit Fans quatschen, spielen sie ihre eigenen Roadies, gehen einkaufen, schmieren Brote, waschen Wäsche, treten im Radio auf, würgen ekligen Fraß runter oder lassen sich für Musikzeitschriften auf einem Basketballfeld fotografieren. Die Kamera schwenkt manchmal im Blair Witch-Stil durch die Gegend, ab und zu hängt auch mal das Mikro ins Bild – egal: ROCK'N'ROLL! Von den eigentlichen Gigs kriegt der Zuschauer relativ wenig mit; kaum einen Song nehmen sie komplett auf. Dafür erfährt er beispielsweise, dass die Hellacopters-Originalbesetzung (mit Dregen) aus Ex-Entombed Drummer Nicke (»I miss the drums«) und drei Entombed-Drum-Roadies bestand.

Einen kleiner Gag am Rande bietet das Audio Menü in vier Varianten: Neben Stereo oder Mono gibt's eine mit Band-Kommentaren versehene sowie die "Spaghetti Western" Version ... nehmen die Jungs Drogen? Gesprochen wird auf Englisch/Schwedisch mit Untertiteln auf Englisch, Französisch und Deutsch. Ja, diese sind definitiv eine Erwähnung wert: Da gibt's »Hünchen« wie auf dem Schild einer Dönerbude, die norwegischen Kollegen heißen »Glucifer«, und der absolute Gewinner ist die Untertitelung des Lachens einer Tussi im Backstage: »Hihihahaha ...«.

Die Extras fallen etwas dürftig aus; neben »Outtakes« der jeweiligen USA-Shows findet sich als Rarität ein Mitschnitt vom Hultsfred 1996. Backstage rocken sie in der Originalbesetzung mit Dregen, der »Didn't Stop Us« singt, leider in miserabler Ton/Bildqualität. Wer also auf einen kompletten Konzertmitschnitt gehofft hat, ist hier falsch; wer aber einen Blick hinter die Kulissen werfen will, sollte sich das 114-minütige Spektakel auf jeden Fall gönnen. (nat)



Siehe auch:
The Hellacopters (CD-Rezension)

The Hellacopters: Good Night Cleveland

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HIM: Love Metal Archives Vol. 1
(2005, GUN/Sony BMG 82876690829)

HIM, eine der derzeit – vor allem in der weiblichen Teeniewelt – erfolgreichsten finnischen Rockexporte öffnet die Archiv-Pforten. Wenn das eher wahl- und lieblos als mit einem durchdachten Konzept gemacht wird, entsteht leicht der Einruck, hier wird ausgemistet und verramscht. Frelich klingen fünf Stunden Material erst einmal beeindruckend, aber wenn man sich durch alle 15 offiziellen Videos und 24 Live-Clips von sieben verschiedenen Bühnen gekämpft hat, fragt man sich: »Wozu«?

Der in den Studiofassungen mit Kompressoren und Limitern wie ein Heißluftballon aufgeblasene Sound zeigt zwar HIMs Talent für eingängige Melodiechen, kann aber nicht die billige Strickart der meisten Songs verhehlen. Die Entwicklung durch die Jahre 1998 bis 2004 enthüllt vor allem dreierlei: Erstens hat die Band an Bühnenpräsenz deutlich gewonnen. Zweitens hat Frontmann Ville Hermanni Valo mittlerweile endlich die alberne schwarze Strickmütze ausgemottet, nicht aber die Marotte abgelegt, Zigarette und Mikrofon mit einer Hand gleichzeitig möglichst cool halten zu wollen. Drittens nervt die Masche von Herzschmerz und morbider Todessehnsucht auf Dauer ganz gehörig.

Freilich haben Valo und seine Kumpanen im Laufe ihrer Karriere auch einige feine Songs zustande gebracht, aber die sind kaum berücksicht. Und so hinterlässt die DVD – trotz Bonusmaterial wie Alternativ-Videos, ursprünglich für Journalisten produzierte Electronic Press Kits und Live-Raritäten wie etwa dem Billy Idol-Cover »Rebel Yell« vom Provinssirock Festival – einen schlechteren Eindruck, als ihn die Band verdient hat.

Nett übrigens die Möglichkeit, sich die Clips entweder alphabetisch, nach Live- und Video-Fassungen oder chronologisch nach Alben sortiert anzusehen. Doch auch hier wieder ein Wermutstropfen: Die optisch ansprechende Benutzerführung ist teilweise entsetzlich umständlich. (peb)



Siehe auch:
HIM (CD-Rezension)


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 HIM: Love Metal Archives Vol. 1

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HIM: Poison Arrow
(2006, Chrome Dreams/In-Akustik CVIS392)

Diese DVD braucht nicht mal ein HIM-Fan – oder doch? Denn sie startet mit den Worten: »This film contains no music or performances by HIM«. Was enthält sie dann?

Nach einer ziemlich peinlichen Einleitung zu Finnland im Allgemeinen und Helsinki im Speziellen richtet die englische Sprecherin ihren Fokus auf HIM. Eine Stunde lang dürfen Menschen aus dem HIM-Dunstkreis, Fans inklusive, ihren Senf zu der finnischen Truppe abliefern – Neues erfährt ein Fan sicherlich nicht. Die Band flackert nur ab und zu als Hintergrundbild über den Bildschirm.

Das Ganze nennt sich dann »An unauthorised documentary film packed with exclusive interviews«, übrigens alles in mehr oder minder gutem Englisch ohne Untertitel. »POISON ARROW« krönt zu guter Letzt das Bonusmaterial: Ein »Kinder, habt Ihr auch gut aufgepasst«-Quiz mit 15 brillanten Fragen, sowie eine vollständige Discografie bis zum »DARK LIGHTS«-Album.

Und jetzt vergessen wir das Ganze ganz schnell wieder. (nat)



Siehe auch:
HIM (CD-Rezension)


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 HIM: Poison Arrow

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