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Lange Rezensionen 1 - 6 von 6 im Genre »Folk« und Land »Arctic area« (insgesamt 9)

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Sainkho: Out Of Tuva
( 1993, Crammed Discs /EfA 07609-2 )

Sainkho Namchylak stammt aus der südsibirischen Republik Tuva und gehört daher streng genommen nicht in die »Arctic Area«. Ihre auf schamanistischen Kehlkopf-Gesängen beruhende Musik verströmt jedoch so frostiges »Nordland-Flair«, dass man sie geographisch etliche Breitengrade nördlicher ansiedeln würde.

Sainkho begann ursprünglich als »russische Avantgarde-Antwort auf Diamanda Galas«. Doch die Folklore lag ihr am meisten, durfte jedoch in der Sowjetunion wegen der religiösen Bezüge allenfalls Pop-verwässert gesungen werden. Zu einer schlüssigen Synthese fand sie erst in den Neunzigern mit diesem wunderbaren Album - ein Strudel flirrender Träume
zwischen orchestralen Arrangements und fast meditativen Momenten. Weit herausragendes Higlight ist das von Produzent Hector Zazou höchst stimmungsvoll ausgekleidete »Bai-Laa Taigam«. Warum nur hat er nicht mehr Lieder betreut? (peb)



Mehr CDs von Sainkho



Siehe auch:
Hector Zazou

 Sainkho: Out Of Tuva

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Katajaq Duo; (und andere): KlangWelten Festival 2005
( 2005, Klangwelten Records 20027 )

Auch wenn bei Rüdiger Oppermanns Klangwelten Festival 2005 zahlreiche Musiker aus aller Welt auftraten – so etwa das Ranga Panga Trio aus Madagaskar, Jatinder Thakur aus Indien oder Uljana aus Kasachstan –, so kamen die faszinierendsten Laute aus dem arktischen Kanada. Vom Gesangs-Duo Katajaq gibt es bislang keine andere Aufnahme, und das ist der Haupt-Grund, warum wir diesen ansonsten nicht-nordischen Live-Mitschnitt vorstellen, auf dem sie mit immerhin acht kurzen Stücken vertreten sind.

Mary Iqaluk und Nelly Echaluq gelten als »Grand Old Ladys« der Inuit-Gesangskunst. Sie leben in Nunavik an der Hudson Bay und praktizieren den traditionellen Gesangsstil, der nicht umsonst an die Balzgesänge der Wildgänse erinnert, auch in der Performance: Die beiden Frauen stehen sich gegenüber, halten sich an den Händen und wiegen sich hin und her, während sie sich in ihre schnellen Wechselgesänge vertiefen. Diese kieksenden, keuchenden, abwechselnd mit fast bewegungslosen Lippen hervorgestoßenen Laute funktionieren nur im Team, meist so lange, bis eine der beiden zu lachen anfängt. Der Name Katajaq? Ach, nur kleine Ergeister, die verlassenen Iglus leben. Ehrlich. (peb)

 Katajaq Duo: KlangWelten Festival 2005

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Myllärit: Eta Pravda
( 1997, Finlandia /EastWest 0630-18067-2 )

Das volksmusikalische Treiben von Myllärit erinnert mit seinen Polka-Rhythmen und den in Ansätzen erkennbaren Blues- und Punk-Anleihen an das finnische Karelien. Aus Karelien kommen die »Müller« - so wörtlich übersetzt - tatsächlich, doch aus dem sowjetischen Teil. Mit klassischen Folk-Instrumenten wie Geige, Mandolin, Flöten und Akkordeon tragen sie ihre rauen Traditionals vor: aus ihrer Heimat, aber auch vom weißen Meer, der Ladoga- und der Onega-Region.

Da es die Karelier - und besonders die aus dem Osten - immer ein wenig wilder, Alkohol-geschwängerter und ausgeflippter als ihre west-skandinavischen Nachbarn lieben, empfiehlt sich diese Musik zum Tanzen, Johlen und Hochzeiten feiern, bis die Wände wackeln. Und die Bude zusammenstüzt. Macht alles nix - man kann ja im Freien weiterfeiern ... (peb)



Mehr CDs von Myllärit

 Myllärit: Eta Pravda

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Sandy Scofield Nitsiwakun: Ketwam
( 2004, BE1TWO /Fenn Music Service 402 45693033 2 )

Nicht viele Indianer(innen) pflegen ihre musikalischen Wurzeln so sorgfältig wie die Kanadierin Sandy Scofield (Metis, von Saulteaux und Cree abstammend): schamanistischer Gesang zur Handtrommel und Rassel, dazu indianische Texte, das Ganze mit entweder unisono oder oktavierten Chorstimmen ausstaffiert. Indianer-Klischees aus dem Bilderbuch? Ja, ein bisschen, aber ehrlich gemeint, und ein wenig plakativ folkloristisches Klappern gehört eben zum Handwerk.

Begleitet von den Sängerinnen Öiza Sazama (Algonkin) und Shakti Hayes (Cree) und einer solide agierenden Rockband öffnet sich Sandy Scofield jedoch auch europäisch/amerikanischen Einflüssen, und hier ihren Weg glaubhaft zwischen fast verschütteter Tradition und gelebter Moderne zu finden – das ist ihr eigentlicher Verdienst. Nicht von ungefähr erinnert ihre Synthese zwischen Stammesgesang und Blues/Rock/Reggae an ihre nordnorwegische Wesensverwandte Mari Boine. Doch die verfolgt ihre Suche nach den Wurzeln dann doch weit raffinierter und radikaler. (lha)



Siehe auch:
Mari Boine

Sandy Scofield: Ketwam

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Verschiedene: Russian Soul
( 2005, Jaro 4268-2 )

Was wissen wir schon von Rusland? Wenig. Wie gut, dass uns der Sampler »RUSSIAN SOUL« diese Musik etwas näher bringt. Los geht's mit Vladiswar Nadishana, der bei »Cat's Love Song« Katzen-Samples elektronisch verfremdet und mit futuristischen Beats tanzen lässt – das Ganze klingt wie eine Art »Steppen-Funk«. Das gleich mit fünf Titeln vertretene Moscow Art Trio dagegen fasziniert mit mönchisch-asketischen Meditationen einerseits und mit moldawisch hüpfender Fröhlichkeit andererseits.

Auch Seitenzweige dieser Formation melden sich zu Wort, etwa die Sergey Starostin Vocal Family oder der in Norwegen lebende Pianist Mikhail Alperin mit dem berückenden Solostück »Nostalgia«. Nicht minder faszinierend wirken die verschlungenen »Lullaby«-Melodien der Farlanders oder der yakutische Schamanengesag von Stepanida Borisova.

»RUSSIAN SPIRITS« ist übrigens nur eine CD aus einer Vier-CD-Reihe, mit der das Label Jaro osteuropäische Musik vorstellt – die anderen Scheiben drehen sich »POLISH SPIRIT«, »BULGARIAN PASSION« und »TURKISH BSESSION«. Doch das soll uns – obwohl ebenfalls sehr spannend – hier unter nordischen Aspekten nicht interessieren. (peb)



Siehe auch:
Misha Alperin
Moscow Art Trio


 Verschiedene: Russian Soul

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Villu Veski & Tiit Kalluste: Sounds Of The Nordic Islands - Põhjala Saarte Hääled
( 1998, Orbital Vox Studios OVRCD002 )

Jan Garbarek? Nein, aber man hört, dass Saxofonist Villu Veski sein Vorbild sehr genau studiert hat – die gleichen vollmundigen, aus Volksliedern stammenden Melodien, der gleiche scheinbar aus dem dem Nichts kommende Ton und die wie bei Garbarek vorhandene Vorliebe für in sich gekehrte musikalische Meditationen. Vollends zutage tritt die Garbarek-Verehrung dann beim dritten Song: »Molde Canticle« ist einer der großen Ohrwürmer des Norwegers, der hier in der reduzierten Form – Saxofon und Akkordeon – durchaus Sinn macht.

Im Duo beackern die aus Estland stammenden Villu Veski und Tiit Kalluste Liedgut von Gotland, den Färöer Inseln, den Åland-Inseln und den Inseln Estlands. Sie gehen dabei äußerst behutsam vor. Die 11 Songs entfalten im Laufe des Albums eine so starke hypnotische Sogwirkung, dass man sich nach dem letzten Ton ausgespuckt fühlt wie ein Kinozuschauer, der nach einem bewegenden Film ins Freie torkelt. Und, ja, als Soundtrack eignet sich ihre Musik natürlich bestns. Eimzuordnen: direkt neben Jan Garbareks »I TOOK UP THE RUNES«. (peb)



Siehe auch:
Jan Garbarek

Villu Veski: Sounds Of The Nordic Islands - Põhjala Saarte Hääled

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