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Lange Rezensionen 1 - 10 von 68 im Genre »Folk« und Land »Schweden« (insgesamt 111)

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Lena Willemark & Ale Möller: Nordan
( 1994, ECM /Universal 523.161-2 )

Das Repertoire von »NORDAN« – dem grimmigen Nordwind – schöpft aus dem volksmusikalischen Reichtum des schwedischen Mittelalters. Die Liedersammlung von Lena Willemark und Ale Möller beruht auf jahrhundertealten Balladen und Hirtengesängen, die sie mit archaischer Strenge, überwältigender Klarheit und dezenten Jazz-Klangfarben inszenierten. Und das auch noch mit einer atemberaubenden Klangqualität, die der Wirkung dieser Musik ungeahnte Horizonte öffnet.

Willemark lernte das Geigenspiel und den traditionellen Gesang noch bei den Alten in ihrer mittelschwedischen Heimat, und Möller wirft sein phantastisches Können auf Mandola, Dulcimer, Harfe, Akkordeon und Flöten in die Waagschale. Bestimmend wirken auch der perfekt stützende Kontrabass von Palle Danielsson und das schneidende Saxofon Jonas Knutssons. Ein meisterhaftes und tief ergreifendes Folk-Panoptikum ohne jeglichen Makel, das wegeisend für Gruppen wie Hedningarna und Garmarna wirkte. (peb)



Mehr CDs von Lena Willemark & Ale Möller



Siehe auch:
Stemmenes Skygge
Hedningarna

Garmarna

Jonas Knutsson


Lena Willemark: Nordan

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Ahlberg, Ek & Roswall: Vintern
( 2012, Dimma /Westpark WP 87237 )

Violine, Gitarre und Nyckelharpa sind zusammen eine recht ungewöhnliche Besetzung, sie verbinden Alt mit Neu. Das trifft ziemlich genau, was Emma Ahlberg, Daniel Ek und Niklas Roswall mit den obigen Instrumenten – auch in der jeweils korrekten Reihenfolge – fabrizieren.

Sie trafen sich einen Winter (»Vintern«) hindurch in ihren Häusern und brachten immer Lieder mit, die ihnen jeweils von älteren Musikern und Lehrern gezeigt worden waren. Die meisten Stücke stammen also aus den Regionen Medelpad und Skåne. Die drei Schweden haben die Polskas, Walzer und Schottische für ihre Instrumente arrangiert – mit der Gitarre klingen die oft über hundert Jahre alten Lieder frisch und frech. Dazu kommen noch einige eigene Kompositionen – und schon hat man ein sehr gutes Album moderner alter Volksmusik aus Schweden in Händen. (tjk)

 Ahlberg, Ek & Roswall: Vintern

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Sara Ajnnak: Rahtjat
( 2016, S.A. Records /Broken Silence )

Von ruhiger Schönheit. Meditativ und selbstbewusst. »RAHTJAT«, das zweite Album der aufstrebenden jungen Sami-Künstlerin Sara Ajnnak, überzeugt vor allem durch seine Gelassenheit. Der Blick der Musikerin richtet sich auf die grundlegenden Dinge: Die Zukunft der traditionellen Rentierzucht der Samen. Und die drohende Umweltzerstörung im äußersten Norden Schwedens. Im fast schon poppig daherkommenden »Reäjnnou Neäjdda« etwa geht es um ernste Themen: Um den Kampf ums Bewahren der Lebensgrundlage ihres Volkes. Und damit ihrer eigenen Identität. Denn Sara Ajnnak ist unter Rentierzüchtern aufgewachsen.

Sara Ajnnak ist eine Vertreterin der jungen Sami-Generation, die zwar großen Respekt vor dem überlieferten Liedgut ihrer Vorfahren hat, aber dieses Material behutsam in die Moderne bringt. Da eifert sie großen Vorbildern wie Mari Boine nach, die den Joik respektvoll für andere Musikstile geöffnet hat. Durch »RAHTJAT« ziehen sich Anklänge an den Singer-Songwriter-Pop ebenso wie an den Blues. Und vertragen sich bestens mit der Tradition! Denn das Album, übrigens zu großen Teilen in der vom Aussterben bedrohten Un-Samisprache gesungen, lädt zur Besinnung ein. Zum Ruhigwerden. Und ist auf diese Weise ein gänzlich kitschfreier Gottesdienst in der Natur. (emv)



Siehe auch:
Mari Boine

Sara Ajnnak: Rahtjat

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Alla Fagra: Våta Pussar
( 2009, Nordic Tradition /VMG NTCD14 )

Eine bunte Truppe, die da als Malmöer Straßenmusikanten durch das Booklet strolcht. Die rein akustische Musik der Truppe um die beiden Sänger Julia Westberg und Dan Svensson wird man wohl üblicherweise im Folk-Regal einordnen, doch sie sperrt sich dagegen – eigentlich fast untypisch für das recht traditionell ausgerichtete Label Nordic Tradition.

Wie kleine Trolle klettern Alla Fagra immer wieder aus dem Folk-Fach heraus und schnüffeln in den angrenzenden Regalen herum: Frech, unkonventionell und respektlos geben sich die Kompositionen dem klassischen Instrumentarium mit Maultrommel, Geige, Viola und Bouzouki zum Trotz. Die fünf Schweden sind ein perfektes Beispiel dafür, dass Folklore lebendig bleiben wird, wenn sie sich – wie meist in Skandinavien – immer wieder häutet und neu erfindet. Gute Laune garantiert, und wunderschön das beschauliche Schluss-Instrumental »Kväll«! (peb)

 Alla Fagra: Våta Pussar

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Vokal Ensemble Amanda: Amanda Chante Haiti
( 2012, Footprint Records FRCD 058 )

Amanda ist viel mehr als ein Chor: Theatertruppe, Tanzensemble, Ausbildungsstätte und verschiedene weiter Betätigungsfelder findet man bei der 1981 gegründeten Gruppe mit Basis in Göteborg. Ihre durchdachten und spektakulären Produktionen erhielten viele Preise und begeisterten das Publikum u.a. in Meran und sogar Brasilien.

Für dieses Projekt haben sie sich prominente und kompetente Verstärkung geholt: Sten Källman ist als Saxophonist bekannter (z.B. Den Fule), er ist aber schon als 18-jähriger Austauschstudent in Haiti gewesen und hat sich mit der dortigen Musik beschäftigt. Schon in den 80ern hat er mit Amanda gearbeitet, die neuerliche Kooperation trägt reife Früchte. Der Chor sing traditionelle Songs, allesamt von Källman arrangiert. Die Schweden in unterschiedlichen Besetzungen singen kreolisch, begleitet werden sie ausschließlich von ein paar Trommlern. Man vermisst auch sonst nichts, der Chor ist ausgesprochen gut! (tjk)



Siehe auch:
Den Fule

Vokal Ensemble Amanda: Amanda Chante Haiti

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Bazar Blå: Twenty
( 2016, bazarpool CD015 )

Quantitativ ist der Output von Bazar Blå nicht allzu beeindruckend: In 20 Jahren ihres Bestehens (daher auch der Titel der CD) haben sie es gerade auf sechs Tonträger gebracht. Qualitativ sieht die Sache anders aus: »TWENTY« ist ein ebenso großer Wurf wie seinerzeit »NYSCH«. Der Sound des Trios ist nach wie vor einzigartig.

Johan Hedin spielt verschiedene Nyckelharpa, auf unterschiedliche Weise zudem: Er streicht, zupft, spielt Akkorde und klingt entsprechend nach Geige, Gitarre oder ganz eigen. Björn Meyer spielt diverse akustische und elektrische Bassgitarren sowie Bass-Mandola, auch er kann seine Sounds den Stücken anpassen und auch sehr variabel spielen. Das gilt nicht minder für Fredrik Gille an verschiedensten Percussion-Instrumenten. Zusammen fühlt sich das an wie viel mehr als drei Instrumente, und die Musik klingt nach ganz viel mehr als schwedische Volksmusik. Diese ist lediglich die Basis, Hedin forscht ständig nach alten Volksweisen und überlieferten Tänzen, die drei Musiker haben aber die halbe Welt bereist und überall etwas mitgenommen: Gille klangerzeugende Geräte, Meyer Ideen und Inspiration. Das alles bringen sie auf sehr eigene Weise unter einen Hut, manchmal sehr ruhig, manchmal lebhaft sprudelnd. Aber immer hat die Musik von Bazar Blås einen schönen, klaren Flow, und immer bleibt sie irgendwie schwedisch. Grandios beispielsweise Hedins Komposition »Stillheten«, das sich kontemplativ um eine melodische Figur dreht und sich dennoch permanent weiterbewegt. (tjk)



Mehr CDs von Bazar Blå



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Bäckström / Hedin / Knutsson


 Bazar Blå: Twenty

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Ulrika Bodén: Kôrksangern
( 2011, Westpark 87227 )

Ulrika Bodén geht auf »KÔRKSANGERN« wieder auf Forschungsreise durch ihre heimische Provinz Ångermanland hoch im schwedischen Norden und widmet sich folkloristischen Hymnen, Liebes- und sogar Weihnachtsliedern. Gefunden hat sie alle diese kleinen Schätze in einer Liedersammlung des Dichters Nicke Sjödin (»Nickes lilla psalmbok«), der die Texte dazu in den heimischen Dialekt übersetzte.

Sie hat sich Unterstützung geholt: Martin von Schmalensee (g, b, mand, bj), Niklas Roswall (nyckelharpa), Mattias Pérez (g), Gustav Hylén (tp) und Sofia Sandén (voc) sind von ihren sonstigen Projekten bekannt und begleiten sie einfühlsam. Ihre hohe, klare Stimme hat Charme und Ausdruck, das hat sie ja bei Ranarim schon bewiesen. Herzallerliebst und sehr munter ist »Om Pa Berga Häll I Skogen Ä Jäg«, zum Schluss gelingt ihr sogar eine wunderschöne und gar nicht kitschige Version von »Stille Nacht« - Respekt, das hat noch niemand geschafft. (tjk)



Mehr CDs von Ulrika Bodén



Siehe auch:
Ranarim
Kalabra


Ulrika Bodén: Kôrksangern

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Ola Bäckström; Johan Hedin, Jonas Knutsson: Triptyk
( 1998, Atrium /Warner 3984-22197-2 )

Dass der Saxophonist Jonas Knutsson einer der besten Interpreten wie Erneuerer des schwedischen Folks ist – gebongt. Denn wohl kaum einer verfügt einerseits über so viel Wissen über das Liedgut, das noch in den hintersten Winkeln und Wipfeln seines Landes verborgen ist; andererseits sind seine Ohren weit offen für Einflüsse des Jazz und der zeitgenössischen Musik. Im vorliegenden Falle hat er sich die Unterstützung von Ola Bäckström an der Fiedel und Johan Hedin (Bazar Blå) an der Nyckelharpha geholt und mit ihnen einen Schwung diverser Folksongs bearbeitet: vom einst ehrfürchtigen Psalm über die Zweisamkeits-förderliche Polka bis zum vormals ausgelassenen kollektiven Tanzbodenstück.

Dabei geht es wie zu erwarten nicht um Reproduktion oder gar schnöde Anbiederei. Sehr schön zersägt und zerfiedelt und zerquetscht das Trio allzu hübsch angelegte Weisen und gibt ihnen einen zuweilen hellen, fast schrillen Unterton, dass die Boxen schon mal klirren können. So wie die drei die molligen Passagen noch einmal extra nachdunkeln. Und am Ende hat man einer Produktion gelauscht, die gleichermaßen nach Waldboden wie nach Straßenpflaster riecht und schmeckt. Einziges Minuspünktchen: Manchmal hört man bei Kuntssons Saxophonspiel dann doch den Einfluss des damaligen Übervaters Jan Gabarek heraus. (frk)



Siehe auch:
Bazar Blå
Jonas Knutsson


Ola Bäckström: Triptyk

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Bäsk: Släkt
( 2003, Xource /Music Networks Group )

Wie kann es angehen, dass handgemachte Volksmusik so mitreißend wirkt? Wie funktioniert das, dass eingängige Songs nie in wohlfeile, süßliche Standards abrutschen? Das ist kein Zufall, denn Bäsk besteht schließlich aus drei hervorragenden Göteborger Musikern, denen man schon hier und da begegnet ist: Den Flötisten Jonas Simonson kennt man aus den Formationen Groupa und Den Fule, der Fiedelspieler und Percussionist Hans Kennemark arbeitete schon mit Gunnel Mauritzson.

Der Saxofonist Sten Källman schließlich wirkt ebenfalls bei Den Fule sowie bei Filarfolket. Dass sich die drei gefunden haben, ist ein Geschenk – für den tanzwütigen Folk-Fan ebenso wie für jeden nordsüchtigen Melancholiker. (frk)



Siehe auch:
Gunnel Mauritzson
Groupa

Den Fule


 Bäsk: Släkt

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Den Fule: Quake
( 1997, Northside /Rough Trade NSD6001 )

»QUAKE« ist leider nichts neues von Den Fule, sondern ein Sampler mit Aufnahmen ihrer beiden in Schweden erschienenen Alben »LUGUMLEIK« (1993) und »SKALV« (1995). Von letzterem stammt auch das Cover und ein Großteil der 18 Stücke. Personell ist Den Fule eng verwandt mit Filarfolket und Groupa, zwei weiteren stilbildenden Bands der 80er/90er, mit Ale Möller, Ellika Frisell und vielen anderen, die auch jetzt noch in der schwedischen Szene aktiv sind.

Allerdings hatten Den Fule durchaus einen eigenen Stil gefunden: die Front Line mit Violine, E-Gitarre und verschiedenen Saxophonen – Sten Källman und Jonas Simonson, nebst Gitarrist Henrik Cederblom auch die Kreativ-Abteilung – klingt ungewöhnlich und reizvoll, und die Rhythmusgruppe agiert druckvoll bis zum gelegentlichen Marschmetal-Gedonner. Wenn dann auch noch der Sänger dazu röhrt, ist das mitunter sogar unfreiwillig komisch. Allerdings überwiegen die positiven Momente mit treibenden, aber auch federnden Rhythmen und mit- und gegeneinander laufenden Melodien: eine sehr einflussreiche Band, wie man heute an Garmarna und anderen hören kann. (tjk)



Siehe auch:
Groupa
Ale Möller

Garmarna

Bäsk


 Den Fule: Quake

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