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Lange Rezensionen 1 - 9 von 9 im Genre »Jazz« und Land »Färöer« (insgesamt 10)

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Karsten Vogel: Light When Dark
( 2000, Tutl HJF 73 )

An zwei Tagen im Mai des Jahres 2000 fuhr der Saxophonist Karsten Vogel zusammen mit dem Multitalent Kristian Blak (diesmal an den Keyboards) mit einem kleinen Segler nacheinander zwei nur vom Meer aus zu erreichende Höhlen auf den fähringischen Inseln Nolsoy und Hestur an. Sie landen im Inneren der Inseln, packen ihre Instrumente aus und erproben ihr Spiel. Wasser plätschert, Wellen schlagen, Wind kommt auf, die Klänge perlen mal von den Felswänden ab, mal werden sie von ihnen scheinbar aufgesogen.

Das so aus vierzehn Tracks sich speisende Projekt »LIGHT WHEN DARK« ist dabei weit mehr als nur die Dokumentation der Umsetzung einer Idee. Es stellt vielmehr Fragen nach der Künstlichkeit von Musik und der Kraft der in der Natur per se zu findenden Geräusche und ortet Möglichkeiten einer fruchtbaren Begegnung beider Sphären aus. Und ganz nebenbei ist es eine Produktion, die in keinem CD-Regal eines Saxophonliebhabers fehlen darf. (frk)



Siehe auch:
Kristian Blak & Yggdrasil
Piniartut


Karsten Vogel: Light When Dark

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Benjamin: Benjamin
( 2008, Tutl HJF172 )

Mit dem Namen Benjamin macht man's sich nicht leichter, und ein gewisser Exoten-Bonus (Faröer-Inseln) trägt auch nicht über die große raue Nordsee: Die Band von Namensgeber Benjamin Petersen (Gitarre, Gesang, Synthesizer) klingt wie hierzulande (und auch in Nordeuropa) eine ambitionierte Abiturienten-Band. Gelernt haben sie ihre Instrumente schon: Brandur Jacobsen (Schlagzeug, Percussion), Bassist Mikael Blak, Gunnar Gottesen (Elektronisches Piano) und Davur J. Magnusen (Tuba) spielen sauber und ohne Fehl, Tadel und Risiko; dazu kommt Eivar Pålsdottir, die ihre Stimme weitestgehend ohne Text einbringt.

Nur klingen die Stücke recht brav und schippern fröhlich durch seichte Pop-Funk-Jazz-Gewässer, die vor ihnen schon die Mezzoforte-Isländer erkundet hatten. Mit Songtiteln wie »Father«, »Cantus For Life« und »Ode To Unborn Child« können sie immerhin inselauf, inselab die Gottesdienste begleiten. Jetzt aber mal Halt, nur nicht boshaft werden! Schlecht sind sie ja nun nicht, und noch jung dazu. Also warten wir mal ab, vielleicht passiert ja ein Wunder, und sie gewinnen gegen Österreich. (tjk)



Siehe auch:
Eivør Pálsdóttir

 Benjamin: Benjamin

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Kristian Blak & Yggdrasil: Travelling
( 2011, Tutl HJF 222 )

Eivør ist lange vom Yggdrasil herab-, dafür Kristian Blak wieder auf den Namen hinaufgeklettert. Ohne eigene Sänger/-in spielen Yggdrasil eine Weltreise in neun Episoden. Von Nordgrönland vorbei am Weltenbaum, der für den Bandnamen herhält. Neben Meister Blak sind wieder Bruder Mikael am Bass, Anders Hagberg (fl) und andere dabei. Richard Nunns spielt traditionelle Maori-Instrumente – Yggdrasil sind kosmopolitisch.

»Umiaq« und »Horse« machen zu Anfang neugierig, danach geht es schwächer weiter. »Swan« enthält Aufnahmen von australischen schwarzen Schwänen aus dem Jahr 1957. Das rettet das Stück nicht aus der Kitschecke, ebenso kann »Wind« fortgeblasen werden. Die Reise führt zum Apachenhäuptling Winnetou Geronimo, dem Blak im Medizinsong »Goyaalé« die Stimme leiht. Original 1906 aufgenommen wurde der Gesang von Ajukutooq im Inuit-Song »Qajaq«. Diese Reminiszenzen sind lobenswert, insgesamt ist »TRAVELLING« jedoch enttäuschend langweilig und allenfalls tauglich als esoterisches Hintergrundgedudel in der Massagepraxis. (tjk)



Mehr CDs von Kristian Blak & Yggdrasil



Siehe auch:
Kristian Blak
Yggdrasil

Eivör Pálsdóttir


Kristian Blak: Travelling

Offizielle Website

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Brandur Jacobsen: A Wizards Journey
( 2005, Tutl HJF 116 )

Fähringischen Produktionen im Schnittfeld von Jazz und Folk haftet bei all ihrer Intensität oft etwas Bedrückendes an. Man lauscht den ersten Takten und meint sogleich den niederprasselnden Regen zu hören, wie er tagelang die Inseln eindeckt, auf denen die Gräber traditionell in Richtung des Meeres ausgerichtet sind. Auch das Eröffnungsstück auf der Debüt-CD des Schlagwerkers Brandur Jacobsen greift diese Stimmung auf: Ein Trauermarsch ertönt, getragen von einer leicht geblasenen Trompete und untermalt von eindringlichem Getrommel. Es muss nicht einfach sein, dort zu leben und es muss noch schwerer sein, von dort zu gehen.

Doch dann reißt der Himmel auf, und gar freundliche Töne verbreiten sich: Der Trompeter Ólavur Olsen spielt sich mit Hingabe frei, während Bœi E. Dam seine Gitarre kreiseln lässt, bis sie zuweilen an das flirrige Spiel von Terje Rypdal erinnert. Dazu wummert entschlossen der Bass von Mikael Blak. Und bald erhebt sich ein sensibler und elegischer Jazz, der einen auf unaufdringliche Weise hoffnungsfroh stimmt. Zauberei eben. (frk)



Siehe auch:
Terje Rypdal

Brandur Jacobsen: A Wizards Journey

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Arnold Ludvig Sextet: Voyages
( 2012, ISIS Records /Tutl ISD 121 )

Der Mann kann Fretless Bass: gleich im ersten Stück merkt man das, wenn der 1968 in Torshavn geborene Färinger »Port Of Thor« solo bringt. Erst zur Hälfte schleicht sich ein zweiter Bass per Overdub ein, das Stück wirkt hymnisch, fast erhaben – ein gelungener Auftakt!

Dieses Versprechen können die anderen sechs Stücke (Gesamtspielzeit 31 Minuten) nicht einlösen, zu brav und fast glatt spielt das international besetzte Sextet mit Mariane Bitran (fl), dem von selbiger bekanntem Alain Apaloo (g), Simon Spring-Hansen (sax), Marko Martinovic (p, key) und Niclas Campagnol (dr) die Kompositionen Ludvigs. »Midnight Lullaby« verarbeitet im Thema Motive von Monks »Round Midnight«, dann folgt gleich ein Bass-Solo. Deren gibt es viele, und ein paar wirklich bemerkenswerte. Aber gut Bass spielen allein reicht halt nicht. (tjk)



Siehe auch:
Mariane Bitran

Arnold Ludvig: Voyages

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Magnus: Magnus
( 2010, Tutl HJF 027 )

Es beginnt mit Wohlfühl-Jazz: schöne Mitsingmelodien, keine schrägen Harmonien und Pop-konforme Rhythmus lassen beim Opener »Last Summer« den Hörer ins Sofa sinken. »Amanda’s Tango« ist genau ein solcher, auch hier schmeichelt Magnus Johannessen aus Torshavn den Ohren. Der Färinger hat in Dänemark und auf Island studiert und nennt als Einflüsse Bill Evans und Lyle Mays sowie nordische Klänge aus Jazz und Klassik, insbesondere Arvo Pärt. Daher also sein ausgeprägter Hang zu lyrischem Spiel und Komponieren.

Sein Sextett besteht aus drei Bläsern plus Rhythmusgruppe, wobei Johannessen sowohl Piano als auch Keyboards spielt. Letzteres sogar ausgiebig, er legt auch ganz gerne Flächen, die den Klang bestimmen. Kurzum, spätestens nach der Hälfte wird die CD immer beiläufiger und belangloser, und plötzlich fragt man sich: hoppla, wo ist denn hier der Fahrstuhl? (tjk)

 Magnus: Magnus

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Dávur Juul Magnussen & Cesurae Collective: Cesurae – Klæmintsgjógv 22-24.Juli 2013
( 2014, Tutl HJF277 | 66399350625 )

Sie nennen es »Concerto Grotto«, Konzerte in Grotten, riesigen Höhlen der Färöer-Inseln, von Kristian Blak, dem »Grand Old Man« der färöischen Musikwelt initiiert. Im Fall dieser CD-Veröffentlichung handelt sich um Konzertaufnahmen in der auf dem Wasserweg erreichbaren Klæmintsgjógv-Grotte der kleinen Insel Hestur, unter der Leitung des jungen Musikers Dávur Juul Magnussen, 2008 mit 22 Jahren als erster Posaunist und jüngstes Ensemblemitglied ins Royal Scottish National Orchestra aufgenommen worden.

Blak verspricht mit dem Erlebnis eines »Concerto Grotto« eine der schönsten Erfahrungen eines Besuchs seiner färöischen Heimat. Hört man die Aufnahmen auf dieser CD, kann man zumindest eine ungefähre Ahnung davon bekommen, so naturnah wie die entspannt mäandernden Melodien der vier Trompeter mit Posaunist Magnussen, unterstützt von Schlagzeuger Jan Rúni Poulsen in die gute Stube zu Hause herüber wehen. Neben den zehn improvisierten Stücke wechselt das Programm schließlich noch zu Stücken von C.P.E. Bach, Peter Tschaikowski und Henry Purcell, was sich erstaunlich gut in die mystische Atmosphäre mit dem konstanten Rauschen des Meeres einfügt. Die Aufnahmequalität ist gleichermaßen raumnehmend wie in die Ferne schweifend, offen und oft minimalistisch. Kaum einmal treten die sechs Musiker spür- bzw. hörbar als Gruppe in Erscheinung, scheinen sich vielmehr aus der Weite gegenseitig zuzurufen – und sorgen so für eine hochspannende Klangerfahrung, am besten vielleicht über eine sehr gute Stereoanlage bei Nacht zu erfahren. (ijb)



Siehe auch:
Kristian Blak & Yggdrasil

Dávur Juul Magnussen & Cesurae Collective: Cesurae – Klæmintsgjógv 22-24.Juli 2013

Audio-Link Video-Link

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Eivør Pálsdóttir & Danish Radio Big Band: Trollabundin
( 2005, Cope Records /12 Tonur Copecd 114 )

Diesmal will es Eivør Pálsdóttir wissen. Und steht nicht mit drei, vier Musikern auf der Bühne, sondern ist umrahmt von einem kompletten Orchester. Die Danish Radio Big Band (gibt es so etwas noch bei unserem kaputtgesparten öffentlichen Rundfunk?) hat sie für ein paar Aufnahmen eingeladen, und sie ist der Herausforderung gefolgt. Das ist mutig, lobenswert und lohnt sich auch für den Fan, so er denn nicht allzu eingleisig veranlagt ist.

Denn es gibt zwar ein paar urwüchsige und entsprechend vorsichtig instrumentierte Folkstücke und Hymnen, die so anrühren, dass man gleich den Rucksack samt Regencape packen könnte. Doch es überwiegt der städtische Big Band-Sound alter Schule, der machtvoll und wuchtig den Konzertsaal füllt, so dass man den Schlips lockert und sich auf ein Bier freut. So richtig mit fetten Bläsersätzen (dank 17 Bläser/innen) und ordentlichem Schlagzeug-Getrommel, das wie eine Wand auf einen zukommt. Und ganz im Vordergrund und über allem Eivørs wunderbarer Gesang, der – ob still, ob laut – pure Kraft verströmt. Ach, es ist schon große Klasse, was diese Frau – die derzeit in Island Gesang und Komposition studiert - so alles mit lockerer Hand stemmt. (frk)



Siehe auch:
Eivør Pálsdóttir

Eivør Pálsdóttir: Trollabundin

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UMO Jazz Orchestra with Michael Brecker: Live In Helsinki 1995
( 2015, Random Act Records RAR1018CD )

Schon der Opener »Invitation«, ein alter Standard, zeigt wohin die Reise geht: eine Power Big Band mit einem Power Tenor Saxer! Der amerikanische Superstar ist in Höchstform und hat in jedem Stück ausgiebig Gelegenheit, dies zu zeigen. Das UMO spielt ebenso grandios, extrem gut zusammen und mit enormem Druck aus allen Rohren. Rich Shemaria war zu der Zeit Leader der Big Band, er sorgte auch für einige Arrangements.

Das Repertoire besteht aus Stücken von Horace Silver (»Nica’s Dream« erstrahlt in feurigem Latin-Glanz, ebenso »Nutville«), Vince Mendoza, zweien von Brecker selbst (der lange »Song For Barry« ist sogar ausgesprochen tanzbar) und dem grandiosen »Ginare« von Kirmo Lintinen, später Leiter des UMO. In diesem zehnminütigen Feuerwerk duellieren sich zum Schluss Brecker und der damals 24-jährige Manuel Dunkel an den Tenorsaxophonen. Ansonsten ist im UMO wie üblich die crème de la crème des finnischen Jazz versammelt, sogar Pekka Pohjola gibt sich am E-Bass bei den Fusion-näheren Stücken die Ehre – Pianist Seppo Kantonen und Gitarrist Markku Kanerva kommen auch aus dessen Band. Schade nur, dass es ziemlich wenige Soli der Bandmitglieder gibt, das Konzept ist komplett auf Michael Brecker zugeschnitten. Trotzdem eine phantastische CD, die obendrein auch noch super klingt. (tjk)



Siehe auch:
Manuel Dunkel
Pekka Pohjola

Markku Kanerva

Seppo Kantonen


 UMO Jazz Orchestra with Michael Brecker: Live In Helsinki 1995

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