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Lange Rezensionen 1 - 10 von 104 im Genre »Jazz« und Land »Finnland« (insgesamt 154)

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Kalle Kalima: High Noon
( 2016, ACT /Edel ACT 9596-2 )

Das Ideenreservoir des finnischen Gitarristen Kalle Kalima scheint unendlich: In rasender Reihenfolge zaubert der Wahl-Berliner neue Projekte aus dem Ärmel, die zudem weit mehr sind als blitzschnell umgesetzte Schnapsideen - zumindest lassen die Ergebnisse keinen anderen Schluss zu. Auf seinem ACT-Debut »HIGH NOON« verbeugt er sich, wie der Titel vermuten lässt, vor dem Western und den Songs aus Filmen und Verwandtem.

»Ghost Riders In The Sky« steht exemplarisch für diese CD: Kalle Kalima lässt den Song in seiner schlichten Größe stehen und positioniert sich genau zwischen Country und Jazz. Das Grundgerüst der Songs bleibt bestehen, auch über den Titelsong macht sich Kalima keinesfalls lustig. Marty Robbins‘ »El Paso« vergleiche man mit den eher fröhlich trabenden Versionen der Grateful Dead – bei Kalima wird das Lied zur ganz langsamen Ballade, herrlich getragen von Greg Cohen am Kontrabass. Dieser erweist sich als idealer Partner für Kalima, er sorgt für die Bodenhaftung und spielt sehr beseelt-melodische Bass-Soli. Max Andrzejewski am Schlagzeug begleitet ebenso einfühlsam und dynamisch.

Neben alten Songs und einem finnischen Klassiker von Hiski Salomaa kommt sogar Jean Sibelius zu Ehren: Sein »Jääkärimarssi« (dt. Jägermarsch) fängt ganz sachte an, kurz vor Schluss explodiert er aber – und verglüht wie eine Sternschnuppe über der Prärie. Nicht einmal Leonard Cohens »Hallelujah« erfährt ironische Behandlung, sondern wirkt fast erhaben.

Sehr lohnenswert übrigens der Vergleich mit Bill Frisells zeitgleich erschienenem Album »WHEN YOU WISH UPON A STAR«, auf dem der amerikanische Gitarrenveteran ein durchaus vergleichbares Konzept an den Tag legt: auch er spielt Western-Songs von »Bonanza« über mehrere Stücke aus dem Filmklassiker »Once Upon A Time In The West« (dt. »Spiel Mir Das Lied Vom Tod«) bis zu »Moon River«. Frisell addiert zu seinem Gitarrentrio noch einen Violinisten und gelegentlich eine Sängerin – ansonsten dominiert auch hier die Gitarre. Frisell ist sicher der elegantere, gelassenere Spieler – er ist zum einen älter und beschäftigt sich auch schon seit über 20 Jahren mit Country und Western und den Berührungspunkten mit Jazz. Kalima hingegen hat sich eine jugendliche Begeisterungsfähigkeit für die Western-Songs bewahrt, ist als Gitarrist natürlich auch experimentierfreudiger, rauer und geht in seinen Improvisationen weiter als Frisell.

Jedoch geschieht es auch bei Kalle Kalima selten, dass er einen der ehrwürdigen Songs völlig dekonstruiert und wieder aufbaut. Er spielt zunächst die Songs – und dann mit den Songs: In »Ballad Of The Alamo« zitiert er ganz kurz »Return To Sender« von Elvis – das passt, kurz danach hat Greg Cohen eines seiner herrlichen Understatement-Bass-Soli, worauf die Ballade Tempo aufnimmt – ein Highlight dieser CD! Wie eben auch die ganze CD ein Highlight ist in der bislang überschaubaren Schublade »Western Jazz«. (tjk)



Siehe auch:
Kalle Kalima & Klima Kalima
Kalle Kalima Pentasonic

Kalima Trio & Marc Ducret



Zu den aktuellen Tourterminen von Kalle Kalima

Kalle Kalima: High Noon

Offizielle Website

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Aki Rissanen // Jussi Lehtonen Quartet with Dave Liebman: [untitled album]
( 2015, Ozella Music OZ 058CD )

Mit viel Feuer eröffnen Aki Rissanen und Dave Liebman »Scriabin«, natürlich dem russischen Komponisten gewidmet. Der amerikanische Star-Saxophonist spielt hier für seine Verhältnisse richtig agressiv. Das folgende »Three A’s« tänzelt in 6/8 etwas ruhiger, ebenso »Internal Affairs« von Drummer Lehtonen. Aki Rissanen und Dave Liebman lassen sich von der Vergangenheit inspirieren, »In The Corner« verweist auf Miles Davis‘ »On The Corner«. Anklänge an nord- und osteuropäische Melancholie sind ebenso hör- und spürbar.

Das Trio von Aki Rissanen, einem der führenden jungen Pianisten in Nordeuropa, ist blendend eingespielt: Jussi Lehtonen ist ein richtiges Kraftwerk hinter den Trommeln, da muss Jori Huhtala am Bass schon ordentlich dagegen halten. Aber auch er hat sehr feine solistische Momente. Die Stücke stammen von Rissanen und Lehtonen, außer zwei Gruppenimprovisationen und dem Standard »Claire«. Dave Liebman hat auch noch ein Stück mitgebracht, »Pastorale« reiht sich nahtlos ein in dieses sehr gute Album. (tjk)



Siehe auch:
Aki Rissanen

 Aki Rissanen // Jussi Lehtonen Quartet: [untitled album]

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Kirsti Alho & Tuomas Kauppi: Very Late
( 2009, Laika 3510256.2 )

Mit so unterschiedlichen Musikern wie Al Jarreau, Archie Shepp, Horst Jankowski, Günter Lenz, Eric Burdon und dem UMO stand Kirsti Alho schon auf der Bühne, und wahrlich, sie ist kein Fallobst im Früchtegarten des Jazzgesangs. Zu ihren bevorzugten Formaten gehört dieses Duo mit dem Pianisten Tuomas Kauppi.

Archie Shepp ist denn auch mit zwei Kompositionen vertreten, »Déja Vu« und dem besseren »Steam«. Wayne Shorters »Infant Eyes« dichtet sie um zu »Heavenly Dream«. Generell schreibt Alho viele Texte, nicht nur zu bekannten Stücken, auch zu Kauppis Kompositionen. Dieser selbst stellt sich fast zu sehr in den Dienst der Sängerin und kommt solistisch etwas zu kurz, als Begleiter jedenfalls spielt er sehr einfühlsam und aufmerksam. Zwei Monk-Kompositionen gehören zu den Highlights: »Man, That Was A Dream» und »How I Wish«, beide besser bekannt als »Monk’s Dream« und »Ask Me Now« - letzteres eine der schönsten Balladen des für seine schrägen Stücke bekannten Pianisten. Kirsti Alho hat sicher keine One-in-a-million-Stimme, sie singt ziemlich schnörkellos, aber sie ist eine gute, und entsprechend ist auch »VERY LATE« absolut hörenswert. (tjk)

Kirsti Alho: Very Late

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Anna-Mari Kähärä Orchestra: [ohne Titel]
( 2005, Blue Note 50999-7239902-6 )

Sie ist gleichzeitig Sidewoman und Mastermind bei vielen Projekten, ihre Fähigkeiten sind genreübergreifend hoch geschätzt: Anna-Mari Kähärä spielt nicht nur vorzüglich diverse Tasteninstrumente, sie komponiert, arrangiert und arbeitet konzeptionell auch für Film, Fernsehen, Theater und andere künstlerische Bereiche. Anfang 2013 etwa war sie musikalische Leiterin von Maria Ylipääs Programm über die Autorin Onerva.

Sie kombiniert gerne etwas schrilleres Outfit mit ambitionierter Musik, so auch auf ihrem Erstling unter eigenem Namen, der beim renommierten Blue Note-Label erschien. Hier vertont sie Gedichte von Robert Louis Stephenson, June Faith, Charles Bukowski und anderen amerikanischen Schreibern. Dass sie dabei musikalische Grenzen völlig ignoriert, ist angesichts ihrer bisherigen musikalischen Vita nicht verwunderlich. In ihrem Orchestra hat sie dann auch einige ehemalige Wegbegleiter versammelt: Jarmo Saari (Zetaboo) und Marzi Nyman an den Gitarren, Violinist Pekka Kuusisto und Percussionist Zarkus Poussa, dazu noch Tuure Koski am Bass und Kirmo Lintinen, den UMO-Leader – also die crème de la crème der stilübergreifenden Top-Musiker Finnlands. Sie selbst brilliert an Flügel und Akkordeon und singt mit leicht rauchiger Stimme, wie im südstaatlich-gespenstischen »I Hear Drums«. Eher an Sade erinnert sie in »Love Is In Your Heart«, unterschwellig groovt sie mit Megaphon in »Dead Love«. Es geht also viel um Liebe, »So This Is Love« zum Schluss ist auch eine Hommage an amerikanische Vokal-Ensembles der 60er Jahre. (tjk)



Siehe auch:
How Many Sisters
ZetaBoo

Jarmo Saari

Pekka Kuusisto


 Anna-Mari Kähärä Orchestra: [ohne Titel]

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Joakim Berghäll: Dialogues II
( 2014, Boulder Music Helsinki BMHCD2 )

1980 in Helsinki geboren, wirkte Joakim Berghäll nicht nur mit seinem zentralen Instrument, dem Saxofon (Tenor, Bariton, Alt und Sopran) bereits in zahleichen stilübergreifenden Bands mit, sondern spielte auch Bassklarinette, Perkussion, Bass, Cello und Gitarre und komponierte für Jazz- und Kammerensembles sowie für großes Orchester. Aus der Erfahrung mit Gruppen wie Tsuumi Sound System, Helsinki-Cotonou Ensemble, Astro Can Caravan oder Saarikorpi Brom heraus fokussiert sich sein aktuelles Projekt auf den Dialog. Für Teil 1 bat Berghäll zehn verschiedene finnische PianistInnen, darunter Iro Haarla, Kari Ikonen, Aki Rissanen und László Süle, zum Duett mit ihm am Saxofon.

»DIALOGUES II« nun präsentiert zehn Duette mit finnischen (E-)Jazzgitarristen. Der dissonante Einstieg mit Markus Pesonen mag manch einen Hörer etwas überrumpeln, doch zum größten Teil sind die Duette eher sanft, verträumt und lyrisch. Mit Marzi Nyman geht es etwas forscher zur Sache, hier neigt die Platte am ehesten zum Blick ins Rockgenre. Olli Haavisto bringt als einziger eine Pedal-Steel-Gitarre ins Boot, weshalb hier ein wenig Country anklingt, ähnlich wie auch Kalle Kalima, der ja recht gerne zum Blick über den großen Teich einlädt. Die übrigen Mitwirkenden sind Teemu Viinikainen, Jarmo Saari, Timo Kämäräinen, Janne Halonen, Jukka Orma und Jussi Jaakonaho, doch trotz der Vielfalt der Saitenspieler und der Ambition des Leaders, für jeden Partner eine eigene Stilistik auszuarbeiten und selbst insgesamt fünf verschiedene Instrumente zu blasen, erweckt die CD niemals den Eindruck eines Patchworks, sondern wird von Berghälls kompositorischem Geschick zusammengehalten. (ijb)



Siehe auch:
Jukka Perko Avara
Jarmo Saari

Kalle Kalima

Olli Haavisto


Joakim Berghäll: Dialogues II

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Raoul Björkenheim: eCsTaSy
( 2014, Cuneiform Records Rune 373 )

Der Opener »El Pueblo Unido« gibt die Richtung vor: eine kurze Melodie, vom Saxophon eher gekräht und von des Meisters Gitarre konterkariert, läuft zu euphorischen Höhen auf und bald aus dem Ruder, führt in freiere Gefilde. Pauli Lyytinen greift in »Sos« zum Sopransax, spielt ein herrlich wildes Solo bevor Jori Huhtala ein sehr schönes am Kontrabass beisteuert.

Raoul Björkenheim, bei Edvard Vesala geschult, hat schon mit Kraktatau herausragende Aufnahmen gemacht. Sein neues Quartett kann als späte Fortsetzung durchgehen, die Instrumentierung ist identisch, die Musiker freilich nicht. Markku Ounaskari sitzt am Schlagzeug, genau der Richtige für aufmerksames, mitdenkendes und sehr dynamisches Spiel. Björkenheim selbst agiert explosiv wie immer, ist sehr an Klängen interessiert und weniger an gitarristischen Fingerübungen. Er beherrscht das Spiel mit Dynamik, kollektiver Improvisation und wilden Ausbrüchen. Die Kompositionen sind knappe Ausgangsbasis für manch überraschende Wendungen, gelegentliche Irrwege nicht ausgeschlossen. Sehr spannend und faszinierend! (tjk)



Siehe auch:
Edvard Vesala
Krakatau

Markku Ounaskari


Raoul Björkenheim: eCsTaSy

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Black Motor: Yöstä Aamun Kynnykselle
( 2013, Nordic Notes NN055 )

Trotz fast zehn Alben im Gepäck sind die drei Finnen aus Pori und Tampere hierzulande bislang nur Eingeweihten ein Begriff. Dabei werden sie von Größen der Szene wie Verneri Pohjola, Peter Brötzmann oder Iro Haarla geschätzt und besucht. Äußerlich könnte man das Trio für eine Grunge-Band halten (eine finnische, gleichwohl), doch auf »YÖSTÄ AAMUN KYNNYKSELLE« lassen sich Bassist Ville Rauhala, Tenorsaxofonist Sami Sippola und Simo Laihonen an Schlaginstrumenten und Flöten recht entspannt dahintreiben. Das Album nimmt sich mehr als eine Stunde Zeit; die durchschnittliche Länge der acht Stücke liegt über acht Minuten.

Unruhig darf man bei dieser CD nicht sein, sonst vergeht einem die Laune. Assoziativ, latent psychedelisch, aber vor allem zwanglos mäandernd gleiten die Melodien dahin, als gäbe es kein Morgen. Vor allem das Saxofon erzählt lässige Geschichten, die vom Schlagzeuger so sanft wie (klang-)farbenreich kontrastiert werden. Der Kontrabass geht streckenweise ein wenig unter zwischen den beiden anderen, aber wenn er sich mal bemerkbar macht, dann deutet sich ein starker Charakter an, dem man insgesamt ein wenig mehr Präsenz gewünscht hätte. Ein Album, das einen nicht unmittelbar anspringt; eines, in das man sich einhören muss, aber das gut zum langen finnischen Winter passt. (ijb)



Siehe auch:
Verneri Pohjola
Iro Haarla


 Black Motor: Yöstä Aamun Kynnykselle

Audio-Link Offizielle Website

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Carola & Heikki Sarmanto Trio: Carola & Heikki Sarmanto Trio
( 2004, Jazzpuu /Sähkö Recordings Jazzpuu-8CD )

Carola Standertskjöld (1941-97) war die erste finnische Jazz-Sängerin, die internationale Reputation erlangte, wenn auch in relativ bescheidenem Maße. Was keineswegs an ihrer Stimme oder ihrem Talent lag: Die Plattenfirmen hatten auch damals nur kommerzielle Interessen, daher ist der Jazz-Anteil an Carolas aufgenommenem Lebenswerk nicht sehr groß.

Carola singt noch schnörkelloser als Monica Zetterlund, mit angenehmer, warmer, recht tiefer Stimme. Das Repertoire dieser Aufnahmen von 1966 besteht aus Standards (sehr gut: »So Long, Big Time«, »The Second Time Around«, »Detour Ahead« und Ornette Colemans »Lonely Woman«) und zwei schönen Stücken von Esa Pethman (ts, fl), zu denen Carola selbst die Texte beisteuerte. Texte waren Carola ohnehin sehr wichtig; sie zählt eher zu den »Story Tellers« als zu den exaltierten Vokal-Akrobatinnen. Die Begleiter stammen aus der damaligen Band Pethmans: Heikki Sarmanto (p), Tapani Tamminen (b) und Reino Laine (dr) spielen sensibel und unspektakulär. Bleibt demnach ein schönes Dokument einer Sängerin, die eine größere Karriere verdient gehabt hätte – und die Frage: warum gab es diese nicht? (tjk)



Siehe auch:
Monica Zetterlund

 Carola: Carola & Heikki Sarmanto Trio

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Dalindèo: Kallio
( 2015, BBE /Indigo )

Überschäumend fröhliche Finnen? Gibt es tatsächlich! Dalindèo, das Sextett um den Gitarristen Valtteri Laurell Pöyhönen, trägt auf seinem in der Heimat mehrfach preisgekrönten Album »KALLIO« dick auf. Schwelgt in grellbunter 60ies-Italowestern-Tradition, bis selbst Quentin Tarantino der Schweiß auf die Stirn treten dürfte. Man streift lässig den finnischen Schlager der Fünfziger Jahre, ermuntert mit unbändigen Klezmer-Tönen zum Tanzen und driftet gekonnt in Richtung coolem Reggae. Und das quasi im Minutentakt! Dabei stehen hier nicht exotische Lande im Fokus, sondern das bunte, laute, rauhe Helsinkier Arbeiterviertel Kallio, dem Dalindèo hier ein superlebendiges Denkmal setzen. Und sie meinen definitiv das Kallio, das noch nicht zum Szeneviertel für angehende Hipster mutiert ist!

Hier wird einem schwül um Herz und Hirn. Denn die Sechs machen keine Musik zum Hinsitzen, sondern zum Abtanzen! Swingen mit respektloser Punk-Attitüde souverän durch die Stile und haben dabei definitiv ein diabolisches Glitzern im Auge. Die Plattitüde »die spinnen, die Finnen!« ist bei anarchischen Tracks wie »Kurvi« (Twist) ausnahmsweise einmal angebracht. Denn Irrwitz und hohe Spielkunst tun sich hier ausnahmsweise zusammen und beweisen, dass sie höchst Dancefloor-affin sind. »KALLIO« ist eine musikalische Abenteuerfahrt in bester Pippi-Langstrumpf-Tradition und hat mit arriviertem Konzertsaal-Jazz rein gar nichts zu tun. Hemdsärmelig, schnell und furios und unbedingt unberechenbar: Auf geht es in die wilden Hinterhöfe der Helsinkier Stadtkultur! (emv)



Mehr CDs von Dalindèo

 Dalindèo: Kallio

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Duo Milla Viljamaa & Johanna Juhola: Mi Retorno
( 2007, Texicalli Records TEXCD 076 )

Es geht ja das Gerücht um, das der finnische Tango dem argentinischen Original an rhythmischer Finesse und Virtuosität hoffnungslos unterlegen sei wie die jeweiligen Fußball-Nationalmannschaften. Gut, was den Tanz angeht, sei dem zugestimmt, was den Fußball angeht: Mal sehen. Und was die Musik betrifft: von wegen!

Wobei man, zugegeben, das, was die Pianistin Milla Viljanmaa und die Akkordeonistin Johanna Juhola, hier veranstalten, nicht ganz dem »Finnischen Tango« zurechnen kann. Beide kennt man von diversen anderen Projekten, beide sind auch solo aktiv. Sie bedienen sich bei Unto Mononen (»Tähdet Meren Yllä«) genauso wie bei Astor Piazzolla (»Coral«), schreiben aber die meisten Stücke selbst. Diese klingen mal etwas melancholisch, öfters beherzt nach vorne und irrwitzig virtuos: Die beiden spielen wie der Teufel und schreiben gute Stücke, holen sich Unterstützung von Sara Puljula (b) und Pekka Kuusisto (vi) und machen alles richtig – eine grandiose Tango-Scheibe! (tjk)

 Duo Milla Viljamaa & Johanna Juhola: Mi Retorno

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