|
Iro Haarla; Quintet:
Vespers
( 2011, ECM /Universal 274 3616 )
Erst denken, dann spielen? Sicher ist Iro Haarla nicht für überbordend energetische Ausschweifungen in ihrer Musik bekannt, aber wer »VESPERS« als Kopfmusik abtut, vergibt eine große Chance, nämlich die Seele hinter kargen Strukturen und langgestreckten Melodien zu entdecken.
Und darin ist Weite, Offenheit, Klarheit und Ruhe, auch Ordnung. Und ganz viel Klang. Iro Haarla hat die Saiten in der Hand, ob am Flügel oder Harfe. Trygve Seim (ts, ss) und Mathias Eick (tp), die ECM-Youngsters aus Norwegen, überbieten sich in den o.g. Disziplinen, während Ulf Krokfors am Bass wohl gerne kräftiger zupacken würde und Jon Christensen (dr) einfach Jon Christensen (dr) ist. Hohe, grandiose ECM-Kunst sicherlich, bewundernswert, aber auch liebenswert? Erst »Returning Home«, das vorletzte Stück, berührt und zaubert eine Gänsehaut herbei, eine kleine. (tjk)
|