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Lange Rezensionen 1 - 174 von 174 im Genre »Metal« und Land »Finnland« (insgesamt 381)

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Finntroll: Nattfödd
( 2004, Century Media /SPV 77477-2 )

Das uneheliche Humppa-Metal-Kind Finntroll meldet sich mit »NATTFÖDD« aus den finsteren Wäldern Finnlands zurück – und wie! Bereits der Opener »Vindfärd I Människopesten« vereint auf wundersame Weise Metal, Melodie, Theatralik und Heldengesänge. Der Übergang zum zweiten Track erfolgt so mühelos-nahtlos, als wäre es einer – auch wenn sich dieser als Folk- und Humppa-lastiger mit russischem Touch entpuppt. Im wilden Mix vereint, reiht sich nun Stück an Stück (»Trollhammeren« schleicht sich im Mittelalter-Gewande in die Ohrmuscheln), bis man sich beim Ausklang »Rök« verwundert die Augen reibt und fragt: War's das etwa schon? Leider ja.

Respekt! Stiegen die Mannen doch wie Phönix aus der Asche, nachdem Sänger Katla wegen eines Stimmband-Tumors die Band verlassen musste und im März 2003 Gründungsmitglied Somnium starb. Wilska, der neue Troll am Mikro, zeigt sich als würdiger Nachfolger. (nat)



Mehr CDs von Finntroll



Siehe auch:
Windir
Timo Rautiainen

Moonsorrow

Verschiedene: Spikefarm Sampler Vol. 2 – 2003



Zum Artikel über Finntroll

 Finntroll: Nattfödd

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A.R.G.: Redemption From Refaim
( 2015, Ranka Kustannus /Soulfood - )

A.R.G. bedeutete ursprünglich »Aku Raaska Group«, benannt nach dem ersten, kurzzeitigen Sänger, und wurde später in »Ancient Rotten Graveguards« umgedeutet. Zwar wurde die finnische Kapelle schon anno 1987 gegründet, doch lag sie ab 1994 auf Eis und wurde erst 2011 wiederbelebt – was die spärlich Anzahl von bis dato nur zwei Alben (plus diverse Demos und EPs) erklärt: »ENTRANCE« (1989) und »ONE WORLD WITHOUT THE END« (1991). 2015 legt die Truppe aus Kuusamo mit »REDEMPTION FROM REFAIM« ihren Drittling vor und nennt ihren Stil »Reindeer Metal«; ich nenne ihn angedeathten Old School Thrash, was wunderbar zum Gründungsjahr passt.

Bis auf den neuen Schlagzeuger Timo Hanhijoki (u.a. Corpset, Frostborn) entspricht die Truppe der Original-Besetzung, abzüglich Aku Raaska. Die Gitarristen Jari Kelloniemi (Corpset, ex-Lycantrophy) und Vesa »Wesleyer« Säkkinen (Anger Cell, ex-Lycantrophy, ex-Pain Confessor) schrubben Riffs à la Ruhrpott mit einem Hauch Bay Area während Basser/Sänger Tenho »Tepa« Kareen/Karjalainen (Gorem) knapp 38 Minuten lang in fieser Death-Manier ins Mikro röchelt. Anspieltipps: Das brutal geschredderte »Equilibrium« mit teils doppeltem Gesang, das ebenso brachiale, schnelle »Hypocritical Rites« und die schwere Midtempo-Nummer »Bloodstar«. Wer eine Mixtur aus Death und Old School Thrash mag, ist hier bestens aufgehoben. (nat)



Siehe auch:
Pain Confessor

 A.R.G.: Redemption From Refaim

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Agonizer: Birth / The End
( 2007, Spinefarm /Universal 173459-0 )

Century Media lehnte die Combo nach ihrem dritten Demo »Lord Of Lies« schließlich doch ab – und tat gut daran. Was die Spinefarm-Macher dazu bewog, Agonizers Debüt zu veröffentlichen, wissen die Götter. Dieser keyboardlastige Power Metal erregt keinerlei Aufsehen. Weder im positiven, noch negativen Sinne. Mittelmäßige Gitarrenriffs paaren sich mit mittelmäßigen (Keyboard)Melodien zu mittelmäßigem Gesang und gebären ein mittelmäßiges »BIRTH/THE END«.

Wen diese Beschreibung noch nicht gähnen lässt, dem sei gesagt: Die Produktion ist nicht nur mittelmäßig, sondern schlecht. Bei derart trüben Klängen hilft nicht einmal voll Aufdrehen. So stochert der Hörer lustlos im schlammigen Soundbrei, sich nach Würze sehnend. Agonizer zeigen durchaus ansprechende Ansätze, sonst wären sie bei diversen Bandwettbewerben nie verhältnismäßig weit gekommen. Doch bleibt es leider bei diesen – sonst hätten sie einen ebendieser Bandwettbewerbe auch gewonnen. Ob »BIRTH« zugleich »THE END« bedeutet, zeigt die Zukunft. (nat)

 Agonizer: Birth / The End

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Ajattara: Kalmanto
( 2007, Spikefarm NAULA096 )

Ajattara kommen einfach nicht aus dem Untergrund heraus, trotz neunjähriger Bandgeschichte, trotz des mittlerweile fünften Studioalbums. Liegt es an den finnischen Texten? Mitnichten. Nordischer Black Metal trumpft in seiner Muttersprache erst richtig auf, man denke nur an Dimmu Borgir (»Stormblåst«), Satyricon oder Storm. Das ajattarasche Paradebeispiel »Turhuuden Takila« klingt so brutal, so abgehackt hart – auf Englisch würde es niemals so wirken.

Liegt es an der eigenwilligen Darbietung, so beklemmend, erdrückend finster, wie es kaum eine andere Band dieses Genres vermag? Niederschmetternde Riffs, tonnenschwere Rhythmen lasten auf den Stücken, dazu kommt das schroffe Fauchen Ruojas. Oder ist es ganz einfach der alte Knackpunkt? Es gelingt den Finnen einfach nicht, das Niveau des Openers und zwei, drei nachfolgender Nummern über die Gesamtlänge zu halten. Bei einer Spielzeit von gerade 36 Minuten und neun Songs ein echtes Problem. Und so verschwinden geniale Lichtblicke wie »Alttarilla Aamutähden« zwischen Einförmigem. So hinterlässt »KALMANTO« trotz 20-sekündiger, mehrstimmiger Stöhnorgie in »Naimalaulu«(!) einen etwas unbefriedigten Hörer. (nat)



Mehr CDs von Ajattara



Siehe auch:
Dimmu Borgir
Satyricon

Storm

Amorphis


 Ajattara: Kalmanto

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Alghazanth: Vinum Intus
( 2011, Woodcut Records CUT056 )

Bei Black Metal denke ich sofort an Norwegen. Dann an einige alte schwedische Bands wie Dissection und mittlerweile immer mehr an Finnland: Vor allem Woodcut Records hat so einige Schwarzmetaller unter Vertrag wie Behexen (mit einem der abartig krächzendsten Sänger des Genres), Horna oder die hier vorliegenden Alghazanth. »VINUM INTUS« ist schon das sechste Werk der Kapelle um Fronter und Bassist Goat Tormenter – nicht nur die Namen der Mitglieder lassen kein Klischee aus.

54 Minuten huldigt das Quintett aus Jyväskylä Satan; so böse, so frostig, so finster, dass jeder Black Metaller diese Band einfach mögen muss. Die ersten Takte von »With A Thorn In Our Hearts« könnten auch von einem sehr frühen Dimmu Borgir-Song stammen, doch im weiteren Verlauf beweisen die Finnen ihre Eigenständigkeit und ordentlichen Groove. Obwohl sich der Großteil der neun Stücke um die Siebenminuten-Marke einpendelt, langweilen sie nie. Schlagzeuger Gorath Moonthorn knüppelt nicht nur stumpfe Blastbeats, die Gitarristen Thasmorg /Grimort lassen immer wieder akustische Passagen einfließen, der Frontkrächzer passt einfach perfekt und sporadisch eingesetzte Streicher, Keyboards oder Frauenchöre setzen tatsächlich nur Akzente, statt abzulenken. Hören! (nat)



Siehe auch:
Dissection
Dimmu Borgir

Horna


 Alghazanth: Vinum Intus

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Amoral: Fallen Leaves & Dead Sparrows
( 2014, G-Records /Rough Trade - )

Es ist immer schwierig, wenn eine Band ihren Namen behält, aber den Stil ändert. Wenn der Fan sich dann beflügelt vom aktuellen Album die komplette Diskografie zulegen will und beim Hören sein blaues Wunder erlebt. Das könnte bei Amoral gleich zweimal passieren: Die Finnen begannen mit technischem Death Metal (2001 bis 2004) schwenkten über zu Death/Thrash (2005 bis 2007) und landeten schließlich beim Power Metal (seit 2009). Ebenso hat die Band von ihrer Gründung anno 1997 bis heute mehrere Sänger verschlissen: Matti Pitkänen stand nur zwei Jahre am Miro (2000-2002), mehr Durchhaltevermögen zeigte Niko Kalliojärvi (2002-2008) auf den der ehemalige Idols-gewinner Ari Koivunen folgte – und wie lange hält er durch?

»FALLEN LEAVES & DEAD SPARROWS« beginnt mit dem irritierend poppigen »On the Other Side Pt. I«, die folgenden Stücke sind eine Ecke wuchtiger und metallischer. Immer wieder schiebt Gitarrist/Songwriter Ben Varon progiges Gefrickel und ausufernde Soli dazwischen, unterstützt von Masi Hukari, dem Mann der seit 2011 den zweiten Sechssaiter sowie Keyboard bedient. Seine gelegentlichen Keyboardeinschübe lassen über einigen Songs einen leicht epischen Hauch schweben. Gegen Ende von »If Not Here, Where?« streift das Quintett sogar kurz seine ehemaligen Gefilde. Selbst titulieren die Finnen ihren Sound »Classic Rock Of The 21st Century« – ob die Scheibe allerdings ein Klassiker wird, wage ich zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz können sich Freunde gitarrenlastigen (Hard) Rocks oder Power Metals den sauber und druckvoll produzierten 56-Minüter bedenkenlos zu Gemüte führen. (nat)



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 Amoral: Fallen Leaves & Dead Sparrows

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Amorphis: Magic & Mayhem – Tales From The Early Years
( 2010, Nuclear Blast NB 2578-2 )

Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum veröffentlichen Amorphis im Herbst 2010 ihre Retrospektive »MAGIC & MAYHEM - TALES FROM THE EARLY YEARS«. Die Lieder stammen alle von den ersten drei Alben; allerdings hat sie die Band in der aktuellen Besetzung mit Sänger Tomi Joutsen neu aufgenommen, leicht umarrangiert und klangtechnisch aufgefrischt. Drei Stücke stammen von »KARELIAN ISTHMUS« (1992), fünf von »TALES FROM THE THOUSAND LAKES« (1994) und vier von »ELEGY« (1996). Als Bonus gibt es auf der Digipak-Ausgabe zudem das, kaum wieder zu erkennende, Doors-Cover »Light My Fire«.

Die Songauswahl ist gelungen, von »Magic And Mayhem« des Erfolg-Albums »TALES …« über Klassiker wie »Against Widows«, »Vulgar Necrolatry« bis zu Hits wie »Black Winter Day«. Live interpretiert der Schwan die (im Original von Tomi Koivusaari / Ville Tuomi / Pasi Koskinen gesungenen) Stücke schon lange: nun gibt es sie in beeindruckender Form auch für zuhause. Anders, aber ebenso gut. Fazit. Keine Konkurrenz für die Klassiker, sondern geglückter Brückenschlag zu den neuen Amorphis. (nat)



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 Amorphis: Magic & Mayhem – Tales From The Early Years

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Amoth: Crossing Over
( 2011, Inverse Records Crossing Over )

Passender Albumname, wenn man der (Eigen)Beschreibung glauben kann: Angeblich spielen Amoth auf »CROSSING OVER« eine progressive Mischung aus traditionellem Heavy Metal, Thrash und Jazz; irgendwo meine ich gar etwas von klassischen Elementen gelesen zu haben. Knapp 49 Minuten und neun Songs später, habe ich nicht wirklich Klassik oder Jazz entdeckt, dafür jede Menge Thrash, Heavy Metal und Akustikgitarren, die das Quartett häufig willkürlich durcheinander würfelt. Dazu agiert Gitarrist / Songschreiber Tomi Ihanamäki etwas übereifrig, zelebriert ein paar Saitenorgien zuviel – im Gedenken an Dream Theater oder Steve Vai?

Es bleibt der Eindruck, dass seine Bandkollegen (Bassistin Anne Latva-Somppi, Schlagzeuger Tuomas Latvala, Sänger Pekka Montin) nur Statisten sind, beziehungsweise alle enthusiastisch aneinander vorbei spielen. Apropos Sänger: Die Stimmlage ist Geschmackssache, das unpassend übertriebene Artikulieren Pekkas nicht. Fazit: Starke (Akustik)Gitarre, gute Ideen / Ansätze, leider viel zu chaotisch umgesetzt. Für den Nachfolger bitte: Eine klare Linie, (mindestens) einen Song mit Hitpotential – und andere Mikroarbeit. (nat)

 Amoth: Crossing Over

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Apocalyptica: Worlds Collide
( 2007, Gun /Sony BMG 886971573329 )

Zwei Dinge haben Apocalyptica nun endlich geschafft: Erstens die seit Jahren ersehnte Zusammenarbeit mit Rammstein; Til Lindemann singt »Helden«, eine deutsche Coverversion von David Bowies »Heroes« – ein eher schwaches Lied, samt einer etwas unglücklichen Übersetzung. Zweitens, dank teils völlig verzerrter Celli den handzahm gewordenen Metallica-Jungs eine perfekte Steilvorlage zu liefern – zum längst fälligen »METALLICA PLAYS APOCALYPTICA BY FOUR E-GUITARS«-Album.

Mit dem Titeltrack geht »WORLDS COLLIDE« gleich in die Vollen; vom Schlagzeug angepeitscht jagen die Celli vorwärts. Im folgenden »Grace« mit dem japanischen Musiker/Komponisten Tomoyasu Hotei an der E-Gitarre kommt der Hörer dito nicht zur Ruhe. Etwas sanfter startet »I'm Not Jesus«, doch Corey Taylor steht nicht umsonst bei Stone Sour/Slipknot am Mikro, gleich prügeln die Finnen heftig auf Celli und Drumkit ein. Noch heftiger kann es nur Slayers Dave Lombardo, der traditionell ebenfalls ein Stück eindrischt. Schlag auf Schlag folgt Instrumental auf Gastsänger-Unterstütztes, auch von Cristina Scabbia (Lacuna Coil) oder Adam Gontier (Three Days Grace).

Fazit: Geschmackssache bleiben neben den Gästen die Effekte, sprich die (zu) verzerrten Celli und elektronischen Experimente. Dennoch liefert die Band eine knackige, kompakte Scheibe ab. Hey Metallica – worauf wartet ihr noch?! (nat)



Mehr CDs von Apocalyptica



Siehe auch:
Verschiedene: Hyvää Ja Kaunista – Radiomafia-live Vol. I
Stam1na

Erja Lyytinen



Zum Artikel über Apocalyptica


Zur Konzertkritik über Apocalyptica

 Apocalyptica: Worlds Collide

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April: Tidelines
( 2007, Spinefarm SPI276CD )

Tero Kinnunen, der bereits die weltbekannten Nightwish produzierte, zog beim Debüt von April die Fäden; dementsprechend satt grollen die zehn Songs auf »TIDELINES«. Die Helsinkier legen sich stilistisch nicht ganz fest, beträufeln ihren Metal-Hardcore-Mix mit Rock/Pop-Aroma. Genau dieses Durcheinander schwächt den Gesamteindruck des gerade mal 38-minütigen Albums: Der Opener »The Power Of One« erweckt den Eindruck Shouter Hakim Hietikko habe seine Brötchen früher in einer Power Metal-Kapelle verdient; im Mittelfeld bricht er in wüstes Hardcoregeschrei aus, säuselt in der Folge balladesk.

Dagegen scheinen sich die Instrumentalisten, aka Bassist Jaakko Pulkki, Schlagzeuger Mikko Huovila plus die Klampfer J. Fatal / MG in der HC-Metal-Ecke eindeutig am wohlsten zu fühlen. Wahrscheinlich kann das Quintett live stärker auftrumpfen als im Studio; es überzeugt mit den Krachen, auch gesanglich, vielmehr als mit den langsamen Balladen. (nat)



Mehr CDs von April



Siehe auch:
Nightwish

 April: Tidelines

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Aratic: To The Early Grave
( 2013, Violent Journey Records VJR074 )

Aratic tummeln sich auf ihrem Debüt »TO THE EARLY GRAVE« in einem Genre, in dem es schwer ist Neues zu erfinden: Die Finnen spielen schnörkellosen Old School Thrash. Leider frage ich mich schon beim Opener »Residents Of Evil«, ob die dumpfe Produktion noch besser wird. 33 Minuten später lautet die Antwort: Nein. Schade.

Handwerklich ist die rüpelig daher gerotzte Schiebe in Ordnung; ferner plagiiert das junge Quartetts aus Pori weder Bay Area noch deutsche Kapellen. Einzig das etwas zu ähnliche Songwriting und Tempo machen es schwer einzelne der neun Songs im Ohr zu behalten. Gute Ansätze stecken im gesanglich leicht angedeathten »I Am The Night« (… woran erinnert mich das nur?), in der Gitarrenarbeit von »Destructing The Light«, den Melodien von »Shrooms« und dem finalen Leck-mich-Titelstück. Insgesamt ein akzeptabler Einstand von Sänger / Gitarrist Henri Virolainen, Gitarrist Teemu Täckman, Basser Antti Hurmerinta und Schlagzeuger Mika Uusivirta. Mal abwarten ob sie auf dem Nachfolger ihre guten Ansätze ausbauen können, und ähnliche Begeisterung wie ihre Landsleute Lost Society hervorrufen können. (nat)



Siehe auch:
Lost Society

 Aratic: To The Early Grave

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Argath: Societatis Draconistrarum
( 2005, Grey Inertia Productions GR01 )

Ursprünglich sind Sänger Gath und sein Partner Wargus Gitarristen, aber für »SOCIETATIS DRACONISTRARUM« müssen sie ebenso Bass, Synthesizer und Keyboard bedienen. Folglich stammt das Schlagzeug vom Band, was aber bei den ersten Tracks nicht weiter stört; vom Titelsong bis »Beyond The Silent Stars« balancieren sie Instrumente und Black Metal-Gesang richtig aus.

Danach scheint jemand auf das Mischpult gestürzt zu sein: Der Drumcomputer drängelt aufdringlich an die Spitze; Gath grunzt, kreischt verloren aus dem Nebenzimmer. Das Songniveau flacht ab, dafür weiten sich die Keyboards – leider nicht besonders einprägsam – aus. Live steht das finnische Duo mit Basser/Schlagzeuger auf den Brettern, möglicherweise bringt das die Tonwerkzeuge wieder ins Gleichgewicht. Bilanz: Wenn das Debüt über längere Strecken die Qualität des Songs »Beyond The Silent Stars« erreicht hätte, wäre eine überdurchschnittlichere Wertung drin gewesen. (nat)

 Argath: Societatis Draconistrarum

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Babylon Whores: Death Of The West
( 2002, Motor Music 00440.018458.2 )

Ob die Dunkelheit und Kälte während der Wintermonate Kraftstoff für die Motoren der Kreativen ist? Wie auch immer: Satte Gitarren geben auf dem dritten Album der babylonischen Huren dem ansonsten mittlerweile recht »clean« klingenden Death-Rock einen Metal-Touch. Songtitel wie »Hell Abloom«, »Death In Prague« oder »Lucibel« zeigen jedoch deutlich, dass die Finnen nichts von ihrem mystischen Ballast abgeworfen haben.

Dies wird aber wie gesagt durch die sehr saubere Produktion übertüncht; außerdem laufen die Songs fast alle auf einem Level. Die Babylon Whores scheinen mit »DEATH OF THE WEST« da angekommen zu sein, wo Paradise Lost sich einst mit »DRACONIAN TIMES« befanden. Auf die weitere Entwicklung darf man also gespannt sein. (chd)

 Babylon Whores: Death Of The West

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Barathrum: Legions Of Perkele
( 1998, Spinefarm SPI57CD )

Eingereiht in die unzähligen »LEGIONS OF PERKELE« (Mannschaften Satans) fällt bei Barathrum nur eins aus dem Rahmen: Frontkreischer Demonos Sova spielt genauso Bass wie G'Thaur, wobei jeweils einer die Funktion der Rhythmusgitarre übernimmt. Dadurch drängen die Songs bleischwer aus den Boxen, relativieren Nattasetts etwas zu monotones Getrommel oder Gitarrist Anathemalignants nicht gerade vor Einfallsreichtum strotzendes Wirken.

Düster(rockig), aber nicht verbissen böse agiert das Quartett. Freilich dürfen die obligatorischen schwarzmetallenen Zutaten wie pseudo-erotisch kreischende Frauen im Hintergrund nicht fehlen. Auch in den Texten ihres Viertlings verbrät die anno 1990 ursprünglich unter dem Namen Darkfeast gegründete Black Metal-Gruppe ein Klischee nach dem anderen. Auf geht's: »You Travelled To Be Part Of Legions Of Perkele. Lucifer, Rise Your Lantern, Lead Me Through The Darkness«. (nat)



Siehe auch:
Ensiferum

 Barathrum: Legions Of Perkele

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Barren Earth: On Lonely Towers
( 2015, Century Media - )

Fast zur Grenzgänger-Combo geworden: Mit einem neuen Fronter von den Färöer melden sich Barren Earth zurück. Jón Aldará - die Ablöse von Mikko Kotamäki (Swallow The Sun) - intoniert den neuen 58-Minüter »ON LONELY TOWERS«. Dabei gibt sich der Sänger, der auch bei Hamferð am Mikro steht (und bei Clouds, ex-Hatursvart, ex-Solbrud) äußerst variabel, sein Spektrum reicht von Klargesang bis zu finsterem Röcheln und Grunzen und er deckt auch die feinen Zwischentöne mit Leidenschaft ab (»Frozen Processions«).

Um ihn herum wuselt eine All-Star-Ansammlung bestehend aus Gitarrist Sami Yli-Sirniö (u.a. Kreator, Waltari), Gitarrist Janne Perttilä (u.a. Rytmihäiriö, Moonsorrow live), Bassist Olli-Pekka Laine (u.a. Mannhai, Ex-Amorphis), Schlagzeuger Marko Tarvonen (Moonsorrow, October Falls, …) sowie Keyboarder Kasper Mårtenson (u.a. Turisas (live), Ex-Amorphis, Ex-Mannhai). Vereint springt der Power-Sechser fröhlich zwischen Melodic Death, Doom und (finnischem) Folk umher. In der zweiten Albumhälfte widmen sie sich verstärkt den progressiven Tönen in überlangen Stücken wie dem Titeltrack oder dem finalen »The Vault«. Das Ganze verquirlen die Mitglieder der 2007 gegründeten Kapelle mit Einflüssen ihrer musikalischen Ex- und Nebenprojekte wie Amorphis oder Moonsorrow und garnieren es mit Klavier- oder gesprochenen Passagen. Wer es technisch anspruchsvoll mag, auf komplexes Songwriting und schaurig-schöne Töne abfährt, liegt hier genau richtig. (nat)