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Lange Rezensionen 1 - 20 von 21 im Genre »Metal« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 30)

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Eilera: Fusion
( 2007, Spinefarm SPI289CD )

Von Haus aus sind Eilera ein Duo. Die französische Sängerin Eilera plus Gitarrist Loïc Tézénas sammelten beide schon Erfahrungen im melodischen Metal, in Bands wie Kalisia und Chrysalis. Für »FUSION« verpflichten sie zusätzlich finnische Musiker wie Antti Lehtinen (Scandinavian Music Group) am Schlagzeug, Tommi Saarikivii am Bass oder Max Lilja (Ex-Apocalyptica) am Cello. Eileras Landsmann Tony Canton fiedelt keltische Nuancen über den (Gothic)Metal mit elektronischen Berieselungen.

Wenngleich die Metalwurzeln unverkennbar sind, etwa in »Healing Process« (Anspieltipp!) mit heftigem Schlagzeug sowie derben Tempi/ Rhythmuswechseln, charakterisieren keltische Folkelemente das Debüt. Gelegentlich blitzen eigenwillige Pop-Momente durch. Die Stimme der Französin erzeugt verschiedenste Stimmungen; in einem Lied klagt sie feenhaft, im nächsten schreit sie hitzköpfig. Nicht nur musikalisch gelingt die Fusion von Stärke und Zerbrechlichkeit, auch ihre Texte behandeln dieselben Themen, ebenso die Nähe zur Natur, Freiheit, Schönheit. Ein harmonisches, ausgeglichenes Album bettet eine beruhigende Decke über den Hörer, der sich bald friedlich schlummernd auf einer grünen Lichtung in einer sorgenfreien Welt wähnt. (nat)



Siehe auch:
Apolcalyptica
Scandinavian Music Group


 Eilera: Fusion

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Árstíðir Lífsins: Jötunheima Dolgferð
( 2010, Ván Records Ván045 )

Árstíðir lífsins, was auf Deutsch soviel »die Jahreszeiten des Lebens« heißt, ist ein isländisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt. Initiiert hat es Stefán, Chef der norddeutschen Black / Pagan Metal-Band Kerbenok, im Sommer 2008. Seine Mitstreiter fand er bei Kerbenok, Eldborg, Helrunar, Drautran, Dysthymia, Carpe Noctem und in dem Hochschulchor Islands (»Háskólakórinn«). Das Debütwerk »JÖTUNHEIMA DOLGFERЫ wurde auf Island komponiert und auch teilweise aufgenommen. Musikalisch bewegt es sich im schwarzmetallischen Bereich, mit Folk- und Ambient-Einflüssen; die Texte handeln von einer in den Westfjorden Islands geborenen Person, deren Leben vom Frühjahr (der Geburt) bis zum Winter (dem Tod) geschildert wird. Als Hintergrundinformationen dienten dabei die Frühgeschichte und mittelalterliche Literatur Islands.

Das Ergebnis ist ein mehr als einstündiges Glanzstück anspruchsvollen, nordisch geprägten Black Metals, der in punkto Eigenständigkeit seinesgleichen sucht. Folk-Chöre, teils a capella, lockern die rauen schwarzmetallischen Anteile auf, Naturgeräusche untermalen epische Ambient-Passagen, immer wieder setzen Klavier, Vibraphon, Geige, Synthies oder liebliche Frauengesänge Akzente. Mühelos vereinen die neun Lieder scheinbare Gegensätze wie altertümlich und modern, eingängig und intelligent, aus einem Guss und unglaublich vielfältig. Pflichtkauf für Liebhaber atmosphärischen, aber kitschbefreiten Black bis Pagan Metals. (nat)



Mehr CDs von Árstíðir Lífsins

 Árstíðir Lífsins: Jötunheima Dolgferð

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Code: Resplendent Grotesque
( 2009, Tabu Recordings /Soulfood TABU 027 )

Wer avantgardistischen Black Metal à la Arcturus oder Ved Buens Ende mag, sollte unbedingt in das zweite Album der Multikulti-Truppe Code reinhören. Das Quartett um den britischen Sänger Kvohst wirbelt auf »RESPLENDENT GROTESQUE« von klassischen Schwarzmetallstücken wie »Possession Is The Medicine« zu schrägen, progressiven Werken wie »Jesus Fever«. Je nach Stimmung jammert, schreit oder singt Kvohst, während sein Landsmann Aort an der Gitarre einen Spannungsbogen nach dem anderen aufbaut, mit teils leicht disharmonischen Melodien.

Der norwegische Bassist Vicotnik (Dødheimsgard, Ved Buens Ende) bereichert die acht kreativen Lieder bisweilen mit angejazzten Passsagen, während der Schwede Adrian Erlandsson (Ex-At The Gates) am Schlagzeug mächtig groovt. Höhepunkt des Albums ist »A Sutra Of Wounds«, das sich mit einer Mixtur aus einschneidendem Klargesang, progressiven Elementen und zu rumpelndem, klassischem Black Metal zu einer grenzenlos finsteren, fünfminütigen Hymne empor schraubt. Ein großes Lob für den innovativen, tiefgängigen 35-Minüter – dessen Nachfolger gerne etwas länger sein darf. (nat)



Siehe auch:
Arcturus
Ved Buens Ende

Dødheimsgard


 Code: Resplendent Grotesque

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Dignity: Project Destiny
( 2008, Napalm /SPV NPR 259 )

In der Formation Dignity stammen die Instrumentalisten aus Österreich, an vorderster Front steht jedoch ein Schwede: Joacim Lundberg alias Jake E. (Dreamland, Ex-Dream Evil) hat seit Ende Oktober 2007 den Job am Mikro. Gerade mal 2006 gegründet, hatten Gitarrist Martin Mayr, Basser John Boy Bastard und Schlagzeuger Roland Navratil ihre Arbeit an den Songs für das Debüt bereits Mitte 2007 beendet. So musste Frank Pitters den Keyboards nur noch den letzten Schliff verpassen, während Jake an Gesang und Texten werkelte. Kein Jahr später liegt »PROJECT DESTINY« in den Plattenläden, Abteilung: Melodischer Hardrock der bombastischen Sorte.

Gleich mit dem Titelsong dürften Dignity die Genreliebhaber für sich gewinnen: Gewaltige Chöre, mitsingtauglicher Refrain und eine eingängige, pompös untermalte Melodie charakterisieren den Opener. Für Freunde progressiver Klänge hat das Quintett »Inner Demons« in petto, für Beinah-Kuschelstimmung sorgt das epische »Icarus«, welches balladesk startet und sich mit einem ungemein bissigen Ohrwurmrefrain kraftvoll emporhebt. Diskussionsstoff bietet sicherlich das Chris De Burghs-Cover »Don't Pay The Ferryman«. Insgesamt agiert die Truppe wesentlich eingängiger und zugänglicher als Jakes Band Dreamland, aber dennoch technisch und songschreiberisch ausgefeilt. Für Fans einer clever gebrauten Mixtur aus klassischem und modernem Hardrock, aus frühen Europe, Stratovarius und Sonata Arctica. (nat)



Siehe auch:
Dreamland
Dream Evil

Europe

Stratovarius


 Dignity: Project Destiny

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Down Among The Dead Men: Down Among The Dead Men
( 2013, Cyclone Empire CYC139-2 )

Mixtur hoch Zwei: Ein englischer, aber in Dänemark lebender, und zwei schwedische Musiker vermengen jede Menge Death Metal mit etwas Crust Punk. Am Mikro von Down Among The Dead Men steht der Brite Dave Ingram (Ex-Benediction, Ex-Bolt Thrower, Downlord), an den Gitarren werkeln Dennis Blomberg (Ribspreader, Paganizer) plus Rogga Johansson (Demiurg, Ribspreader, Paganizer, Edge Of Sanity, The Grotesquery), der auch den Bass bedient. Die Besetzung (nur) für das Debütalbum komplettiert der Session- Schlagzeuger Erik R Bevenrud, live soll sie Matte Fiebig ergänzen.

Nur gut eine halbe Stunde währt das rasante Spektakel – trotz der stolzen Zahl von 13 Liedern. Binnen dieser Zeit stellt der Hörer fest, dass sich vortrefflich dazu moshen lässt, der Fronter seine vorherigen Combos nicht leugnen kann, einige Stücke sehr abrupt enden – und auch die kurzweilige Scheibe ruckzuck ihr Ende findet. Fans von Bolt Thrower, Benediction oder Paganizer sollten hier reinhören.

PS 1: Dave Ingram hat aktuell zwei eigene Radioshows am Start: »Metal Breakfast Radio« und »Lambert’s Basement«. PS 2: Sehr schöne Erklärung der Band zum Songtitel »Dead Men Diaries«: »You want weapons? Go to a library. Books are the best weapons in the world. A library is the greatest arsenal you could have. Arm yourself.« (nat)



Siehe auch:
Paganizer
Edge Of Sanity

The Grotesquery


 Down Among The Dead Men: Down Among The Dead Men

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Falkenbach: Tiurida
( 2011, Napalm NPR362 )

Falkenbach-Gründer Markus Tümmers alias »Vratyas Vakyas« wuchs in Island auf, aber lebt inzwischen in Deutschland. Die isländische Prägung zeigt sich auch in seinen Texten, neben eigenen Themen lässt er sich von der Edda (= der isländische Nationalepos) inspirieren, und trägt sie wie diese in altisländischer Sprache vor. Vertont hat der Multi-Instrumentalist »TIURIDA«, wie schon den Vorgänger aus dem Jahre 2005, gemeinsam mit Mitgliedern der symphonischen Metal-Kapelle Le Grand Guignol aus Luxemburg (ehemals Vindsval): Sänger »Tyrann« (Philip Breuer), Schlagzeuger »Boltthorn« (Michel Spithoven), (Akustik)Gitarrist und Keyboarder »Hagalaz« (Patrick Damiani) sowie den Gastmusiker Alboin (Eis).

Der Fünftling aus dem Viking Metal-Genre untermalt Lyrik der nordischen Mythologie mit Akustikgitarren, Chören und Klargesang, die auf einem soliden metallischen Fundament ruhen. Natursamples und Bläser stimmen den Hörer auf das erste Stück »Where His Ravens Fly« ein, das sich mit seinen eingängigen Leads und Folkelementen sofort in die Ohren schmiegt. Einiges härter erklingt das anschließende »Time Between Dog And Wolf«, das deutliche schwarzmetallische Ansätze hat, dem sich lediglich einige Chöre entgegen stemmen. Die Lieder, allesamt (deutlich) über der Fünfminutenmarke, bezaubern mit durchdachten Kompositionen, gekonnter Instrumentierung, gutem Gesang, Eigenständigkeit, Authentizität und viel Atmosphäre. Weiter so! (nat)

 Falkenbach: Tiurida

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Fortíð: Völuspá Part III: Fall Of The Ages
( 2010, Schwarzdorn Production /Soulfood ? )

Wie klingt Black Metal typischerweise? Genau wie im zweiten Lied (»Austursins Heimsenda Her«), bei exakt 4 Minuten und 15 Sekunden. Das heißt aber nicht, das »VÖLUSPÁ PART III: FALL OF THE AGES« des Einmannprojekts Fortíð ein reines Black Metal-Album ist: Im dritten Teil seiner Völuspá-Trilogie webt Einar »Eldur« Thorberg ein atmosphärischen (Synthie)Klangteppich mit dichten Gitarrenwällen und diversen Pagan-Elementen. Die sieben Lieder reichen dabei vom langsamen »Ný Dögun« mit Klargesang bis zum rasanten »Fall Aldanna«; die Stimmung schlägt im Laufe der knappen Dreiviertelstunde von rasanten Gewitterstürmen zu melodischer Dramatik um.

Der Grundtenor bleibt dabei aber immer sehr melodisch – und mystisch, auch dank der isländischen Texte: Die Inspiration für die 2003 mit »VÖLUSPÁ PART I: THORS ANGER« begonnene Serie lieferte der isländische Nationalepos, die Edda; genauer gesagt dessen bekanntestes Lied »Die Weissagung der Seherin«. Fazit: Eine absolute Empfehlung für anspruchsvolle Schwarzmetaller. Hoffentlich gibt es Fortíð bald live zu sehen, denn der Wahlnorweger Eldur hat inzwischen diverse Mitstreiter um sich gescharrt, alias Øystein Hansen (Gitarre), Rikard Jonsson (Bass), Daniel Theobald (Schlagzeug) und Gaute Refsnes (Keyboard). (nat)



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 Fortíð: Völuspá Part III: Fall Of The Ages

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The Grotesquery: The Facts And Terrifying Testament Of Mason Hamilton: Tsathoggua Tales
( 2012, Cyclone Empire CYC 092-2 )

Eins vorweg: The Grotesquery stammen fast aus Schweden: Nur der Sänger Kam Lee (Bone Gnawer, Ex-Death, Ex-Denial Fiend, Ex-Massacre) kommt aus den USA. Am Bass steht Johan Berglund (Demiurg), am Schlagzeug Brynjar Helgetun (Ripspreader, Ex-Paganizer) und an der Gitarre Rogga Johansson (diverse schwedische Death Metal Bands als Gitarrist/Sänger, wie Paganizer, Ribspeader, Demiurg, Bone Gnawer, Revolting, Ex-Edge Of Sanity). Die Truppe hat sich selbst das Etikett »Horror Death Metal« verpasst, wobei sich der Horror in erster Linie auf die von H.P. Lovecraft und Edgar Allan Poe-inspirierten Texte bezieht, untermalt durch Midtempo-Death.

Das Konzeptalbum »THE FACTS AND TERRIFYING TESTAMENT OF MASON HAMILTON: TSATHOGGUA TALES« setzt genau dort an, wo das Debüt »TALES OF THE COFFIN BORN« endete. Der Hörer hat sofort teil an der kranken Gedankenwelt des Mason Hamilton, Patient in der Irrenanstalt »Arkham Institute for the Mentally Ill«. Musikalisch präsentiert sich der 47-Minüter nicht allzu abwechslungsreich, er bietet weder wirklich Neues, noch haben die Songs Wiedererkennungswert. Positiv hervorzuheben sind die düstere Stimmung, einige rhythmische Modifikationen und die Leistung des Fronters, der zwischen morbidem Growlen, Fauchen und teils gesprochenen Passagen variiert. (nat)



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Siehe auch:
Paganizer

The Grotesquery: The Facts And Terrifying Testament Of Mason Hamilton: Tsathoggua Tales

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Leaves' Eyes: Njord
( 2009, Napalm NPR304 )

Bricht die Stimme Liv Kristines nach den ersten zwei geträllerten Worten »My Destiny« absichtlich abrupt ab – oder ist ihr schlichtweg die Luft ausgegangen? Nein, an eine klassisch ausgebildete Sängerin vom Format einer Tarja Turunen wird die Norwegerin niemals heranreichen. Allerdings hat die Multikultitruppe Leaves' Eyes ihre zwölf Stücke auf »NJORD« meist so geschickt komponiert und arrangiert, dass Liv äußerst selten allein auf weiter Flur steht: Entweder begleitet sie die Gitarre in höhere Sphären, Geigen schrauben sich synchron mit ihr in die Höhe, ihr Ehemann spielt Alex Krull (Atrocity) den laute(er)en Gegenpart oder die Rhythmusfraktion brettert einfach über ihren Gesang.

Trotz der hinlänglich bekannten Verbindung von (nicht gerade stimmgewaltiger) Frauenstimme und heftigen Klängen mit bösem männlichen Mikro-Gegenpart dürfte das Sextett um Liv und Alex Genre-Fans begeistern: Nach dem eher schwachen Opener – ausgerechnet der Titeltrack des Drittlings – steigert sich die Band in punkto Abwechslung und Songwriting, verpasst jedem Lied seinen eigenen Charakter. Das gelingt mit folkigen Elementen wie in »Northbound« oder mit einer gekonnt mystischen Atmosphäre in »Emerald Island«. Darüber hinaus ist die Scheibe bombastisch produziert, auch das Lingua-Mortis-Orchester und ein Chor stricken eifrig mit am opulenten Soundgewand. Freunde symphonischen Gothic Metals werden an dem Werk ihre Freude haben. (nat)



Siehe auch:
Liv Kristine
Tarja Turunen

Gothic Spirits 10

Gothic Romance 2


 Leaves

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Metsatöll: Curse Upon Iron
( 2 CDs, 2007, Westpark /Indigo 87144 )

Metsatöll und der Nationalmännerchor Estlands kooperieren: »RAUA NEEDMINE«, so der Originaltitel des Meisterstücks, wurde im Juni 2006 live mitgeschnitten; das Ergebnis füllt eine CD plus DVD. Legt eine der Silberscheiben ein, reist in die Zeit der Schamanengesänge, lauscht den Reimen aus dem Kalavalo, lasst euch fesseln von der urzeitlichen Kraft des Runen-Gesangs.

Metsatöll verbinden seit Ende der Neunziger epischen Metal mit altertümlicher, estnischer Volksmusik. Runen-Gesänge unterstreicht das Quartett mit massiven Gitarrenriffs; die traditionellen Melodien instrumentiert Lauri Ounapuu einige Male mit estnischem Dudelsack, Pfeife oder siebensaitiger Kannel – eine Verwandte der finnischen Kantele. Für das von Veljo Tormis komponierte »CURSE UPON IRON« fahren die Folk Metaler schwerere Geschütze auf: Aus 54 Kehlen feuert der Nationalmännerchor Estlands gewaltige Hymnen. Der »Eesti Rahvusmeeskoor«, übrigens zurzeit der einzige »Vollzeit-Berufs-Männerchor« der Welt, steigert den Auftritt beim Maailmaküla-Festival zum packenden Spektakel. Notabene: Die Lieder erschallen allesamt in der Landessprache, doch kann der Hörer die englischen Übersetzungen im Booklet nachlesen. Oder sich in das Making-Of auf DVD vertiefen. (nat)



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 Metsatöll: Curse Upon Iron

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Midnattsol: Where Twilight Dwells
( 2005, Napalm /SPV 085-37032 )

Sängerin Carmen Elise Espanæs schlug das Angebot der weltbekannten Black Metaler Cradle Of Filth aus, diese auf ihre Welttournee zu begleiten – und nahm stattdessen dieses Debüt auf. Der Verzicht hat sich gelohnt: Das junge deutsch-norwegische Quintett mit seiner Vorliebe für nordische Mythologien und Kompositionen überzeugt durch nordischen Folk Metal. Auf metallischem Grund ranken sich zeitlose Melodien empor, über die ein Hauch Folklore streift.

Die klare, ausdrucksstarke Stimme der kleinen Schwester Liv Kristines (Ex-Theatre Of Tragedy) wechselt zwischen norwegisch und englisch – wobei der muttersprachliche Gesang eindringlicher, stimmiger, passender klingt. Etwa in »Tapt Av Håp«, Midnattsols Interpretation von Edvard Griegs »Solveigs Sang« oder »Tårefall«. Köstlich mundet auch der atmosphärische Leckerbissen »Unpayable Silence«, in welchem die gebürtige Stavangerin mal zart, mal kräftig die akustischen Gitarren Christian Hectors dominiert. Schlagzeuger Chris Merzinsky, Keyboarder Daniel Fischer, Gitarrist Daniel Droste sowie Bassistin Birgit Öllbrunner komplettieren die Band und locken den Hörer in die Welt der Sagen und Märchen unter der Mitternachtssonne. (nat)



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Siehe auch:
Theatre Of Tragedy
Liv Kristine


 Midnattsol: Where Twilight Dwells

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Nightrage: Wearing A Martyr's Crown
( 2009, Lifeforce Records LFR 096-2 )

Die Multikulti-Truppe Nightrage liefert mit »WEARING A MARTYR’S CROWN« ein knallhartes (Melodic) Death-Brett ab: Der in Finnland geborene (und in den USA lebende) Fronter Antony Hämäläinen röchelt sich die Seele aus dem Leib, während die griechisch-schwedischen Saitenhexer Marios Iliopoulos / Olof Mörck (Dragonland) wechselweise filigrane Melodien und fette Riffs aus dem Ärmel schütteln – akustische Folkweisen (»Collision Of Fate«) inklusive. Derweil verfeuern die Rhythmiker, Anders Hammer am Bass und der belgische Jungspund Johan Nunez am Schlagzeug, genüsslich ihr Pulver.

Leider legt sich der Fünfer die Messlatte bereits in der ersten Hälfte so hoch, dass er gegen Ende des brillant produzierten 52-Minüters nicht immer erfolgreich darüber hechten kann. Dennoch sind die elf Stücke Pflichtprogramm für Todesblei-Freunde – die trotz internationaler Besetzung mehr nach (Spät)Neunziger Göteborg-Schmiede klingen, als so manch Silberling made in Sweden. (nat)



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Siehe auch:
Dragonland

 Nightrage: Wearing A Martyr

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Nomans Land: Farnord
( 2009, Einheit Produktionen EPXXIII )

Russische Musiker spielen Viking Metal, geben sich norwegische Namen und gehen ins finnische Sevik Audio-Studio – also nehmen wir Nomans Land mit »FARNORD« bei unseren Grenzgängern auf. Auch musikalisch ist das Quartett ein Grenzüberschreiter: Anno 1996 gründeten sich Nomans Land in St. Petersburg als Doom Metal-Combo; 13 Jahre und diverse Besetzungswechsel später haben sie längst ihren Weg ins Pagan / Viking Metal-Genre gefunden. Nachdem sie auf »RAVEN FLIGHT« (2006) mit neuen Elementen experimentierten, kehren sie nun wieder zum Sound seiner Vorgänger zurück.

Die Mannen um Klarsänger/Gitarrist Sigurd packen auf ihren Viertling neun aggressive, aber dennoch epische, melodische Viking-Hymnen. Typische Schlachtengesänge mit Chören treffen auf folkloristisch angehauchte Gitarren und Keyboards. Dazu klopfen und zupfen Schlagzeuger Ainar sowie Bassist Hjervard flotte Rhythmen. Letzterer ist auch für die härteren, harschen Töne am Mikro verantwortlich. Bei den kleinen Schunkeleinlagen wie in »Valhalla Calls« oder kurzweiligen Kompositionen wie »Father North« vergehen die 43 Minuten wie im Flug. Wer klassische, druckvolle Viking-Hymnen mag, sollte sich die wuchtige Scheibe nicht entgehen lassen. Wer ungewohnte Spielereien bevorzugt, der lasse Finger und Ohren besser weg. (nat)

 Nomans Land: Farnord

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Obscurity: Schlachten und Legenden
( 2007, Massacre Records MAS 0552 )

Wir sollten eine neue Rubrik einführen: »Nordische Musik – schlecht kopiert«. Hier haben wir die Musikrichtung Viking Metal, die gemeinhin aus Skandinavien kommt. Dazu verfassen die deutschen Obscurity zwei nordisch anmutende Songtitel aka »Ydalir«/»Skuld«. Zu guter Letzt bedient sich das deutsche Quintett dreist bei Dissections Riffs (völlig plump in »Legenden«), Amon Amarth' oder Naglfars Melodien.

Darüber wabern so viele Texte von Schlachten, Kriegern, Runen – absoluter Höhepunkt der Klischeeorgie: »Ruhm und Ehr'« – dass sich der geneigte Hörer fragt, welche Gesinnung diese Truppe hat. Da »SCHLACHTEN UND LEGENDEN« allerdings nur Standards aus dem Black / Viking Metal zum hundertsten Mal wiederkäut, ist diese Frage, diese CD, deren stellenweise lausige Produktion, ja die gesamte Band ruckzuck vergessen. Wer keine eigenen Ideen hat, tritt besser gleich als Coverband auf. (nat)



Siehe auch:
Dissection
Naglfar


 Obscurity: Schlachten und Legenden

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Rebellion: Miklagard
( 2007, Massacre Records /Soulfood 200522 )

Bereits 2005 erschien »SAGAS OF ICELAND«, das auf die weltberühmten Sagensammlung aus Island, der »Heimskringla« basiert. Nach der Single »Miklagard« im vergangenen Jahr erscheint der gleichnamige Longplayer mit dem zweiten Teil von Rebellions Wikinger-Trilogie. Er erzählt die fiktive Geschichte einer Handelsfahrt schwedischer Wikinger nach Miklagard (Byzanz), von Uppsala via Haithabu, Ladoga, Kiew bis über den Dnjepr und das schwarze Meer. Die Nordmänner treffen dabei auf Urgofinnen sowie die Rus (Vorfahren der Russen mit schwedischer Abstammung), überstehen diverse Kämpfe und stolpern in die Palastrevolution der Warägergarde, bevor sie wieder heimreisen.

Untermalt wird dieses Abenteuer mit solidem Power Metal made in Germany. Das Quintett pendelt zwischen Härte und Melodie, Midtempo und Hochgeschwindigkeit. Nach dem starken Opener »Sweden« erwartet der Hörer ein ebensolch starkes Album. Doch abgesehen von einigen gelungenen Stücken, wie etwa dem treibenden Titelsong mit fabelhaftem Chorus, fehlen wahre Hymnen oder fesselnde Details. Über die Gesamtlänge wirkt Michael Seiferts Gesang etwas zu eintönig, die Lieder deuten etwas zu häufig Richtung Grave Digger. Fazit: ordentlich, druckvoll produziert – mit reichlich Luft nach oben. (nat)