Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 4 von 4 im Genre »Pop« und Land »Arctic area« (insgesamt 4)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Hector Zazou: Chansons Des Mers Froides
( 1994, Columbia /Sony Music 477585.2 )

Bei manchen CDs fällt es schwer zu glauben, dass es sie überhaupt gibt. Weil man sich schier erschlagen fühlt von der gehäuften Genialität und von dem phantastischen Zufall, dass so viele fähige Musiker zusammenkamen, um an einer Vision zu arbeiten: der Vertonung des Nordmeeres.

Die Fäden zog der französische Produzent Hector Zazou, bekannt für andere Meisterwerke wie die Arthur Rimbaud gewidmete Hommage »SAHARA BLUE«. Er lud für diese stimmungsvollen Eismeer-Lieder Gäste wie Björk, Värttinä, Wimme, Lena Willemark, Suzanne Vega, John Cale, Jane Siberry oder Siouxsie (von den Banshees). Als Musiker füllen wahre Größen wie Trompeter Mark Isham, Gitarrist Marc Ribot oder die Sissimut Dance Drummers (!) diesen frostigen Song-Zyklus mit Leben. Die Eismeer-Reise führt also von Schweden, Finnland und Island über Grönland bis nach Alaska und Sibirien. Pop-Soundscapes zum Abheben! (peb)



Siehe auch:
Lena Willemark
Wimme

Värttinä

Sainkho


Hector Zazou: Chansons Des Mers Froides

Nach oben

Angu: Angu
( 2005, Copenhagen Records MBO CPHREC 0006 )

Lange war sie angekündigt: die große Pop/Songwriter-Sensation aus Grönland. Und nehmen wir es gleich vorneweg: Angu hat absolut das Potenzial zum internationalen Durchbruch. Insbesondere die Tracks »Front Row Girl« und »Red Lights« haben das Format für die großen, ausländischen Radiostationen. Die gesamte CD überzeugt durch feinfühlige, zurückhaltende Gitarren-Arrangements mit Angu als Frontsänger, dessen Stimme weich und verletzbar wirkt, teilweise aber etwas in den Background Vocals untergeht.

Wie es häufig das Manko auf dem kleinen nordischen Musikmarkt ist, wird versucht, internationalen Erfolg durch breitenwirksame Produktionen zu erreichen. So hätte man sich auch bei dieser CD weniger weichgespülte Arrangements und stattdessen mehr von der Kantigkeit und Originalität gewünscht, die Angu zum Beispiel bei seinen Konzertauftritten zeigt. Schwamm drüber: Angu gehört zu den richtig guten, neuen Namen im Geschäft. Sollte sich der verdiente Erfolg einstellen, bleibt immer noch die Möglichkeit, mehr Wagemut an den Tag zu legen. (hew)

 Angu: Angu

Offizielle Website

Nach oben

Tanya Tagaq: Animism
( 2014, Six Shooter Records /Alive SIX086 )

Der Anfang holt uns noch arglos ab, im Gewand eines ein wenig schrägen Popsongs, es ist »Caribou« von den Pixies, doch wiege man sich nicht zu schnell in Sicherheit. In Zeiten, in denen Coldplay und Placebo ins »Alternative«-Fach sortiert werden, aber Björk (zum Glück) als Popsängerin gilt, darf man auch die Kehlkopfsängerin Tanya Tagaq ohne Anstrengungen ins Pop-Fach stellen. Hier und da erinnert die vom Nordpolarmeer kommende, in der Region Nunavut an der Südküste der Viktoria-Insel geborene Sängerin tatsächlich ein wenig an ihre isländische Mentorin, mit der sie zur Zeit von »Medúlla« und »Drawing Restraint« zusammenarbeitete: Beide Frauen speisen ihren entfesselten, radikalen Pop-Ansatz aus ihrer Naturverbundenheit, den sie mit vielfältigen musikalischen Einflüssen durchsetzen, schroffe Elektronik, mächtige Klangdramen mit Bläsern, Percussion und eindringlichen Streichern, sprunghafte und übereinander geschichtete Gesangsmelodien, wobei Tagaq im Besonderen aus der Inuit-Tradition heraus eine radikale Brücke zu einer Art Zukunftsmusik schlägt.

Während Björk doch immer wieder zum intimen Liedgut zurückkehrt, lässt Tanya Tagaq am Ende ihres vierten Albums »ANIMISM« alles Liebeswürdige weit hinter sich. »Fight«, das epische »Damp Animal Spirits« und vor allem abschließend »Fracking« (apropos, Tagaq betont im Interview, dass sie noch nie so wütend war) sind zunehmend verstörende, höchst dissonante Horrortrips. So gesehen zieht die 37-Jährige mit ihrem unbequemen Throat Singing auf diesen elf Songs stimmlich alle Register zwischen Meredith Monk, Mari Boine, Maja Ratkje und dem Body-Horror-Noise von Pharmakon. In Tagaqs halb animalischen, halb poetischen »Sound Sculptures« sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

In der arktischen Region Nunavut leben übrigens auf einer Gesamtfläche, die mehr als fünfmal so groß wie Deutschland ist, gerade mal 35.000 Menschen, vorwiegend Inuit; eine hierzulande nahezu völlig unbekannte Kultur (und deren Natur), für die Tanya Tagaq Bewusstsein schaffen möchte. Sie lernte den traditionell für Frauenduo ausgelegten Kehlkopfgesang ihrer Heimat, bevor sie während ihres Studiums in visueller Kunst in Halifax, Nova Scotia, einen individuellen Solo-Stil entwickelte. (ijb)



Siehe auch:
Björk
Maja Solveig Kjelstrup Ratkje

Kronos Quartet featuring Tanya Tagaq


Tanya Tagaq: Animism

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Nach oben

Zedna: Zedna
( 2001, Melos Records /Tutl 0111 )

Zedna, eine sechsköpfige Frauenband aus Nuuk, vereint echte Liebe zum leichten bis sehr leichten Pop, wobei jeder der Sängerinnen mindestens eines der neun Stücke allein zugeschrieben wurde und so jede mit ihren Sangeskünsten glänzen kann. Das gewährt einen schönen Überblick über die Fähigkeiten des Projektes wie auch eine Übersicht, wie stark sich westliche Popstandards gegenüber Spurenelementen traditioneller Musik jeweils durchgesetzt haben.

Selten, dass noch der alte grönländische Gesang wenigstens als Bandschnipsel im Hintergrund seine Kreise zieht und so als Zitat erhalten bleibt. Meist orgelt es kräftig, verrichtet der Drumcomputer stoisch seine Arbeit, und die Chorstimmen fügen sich fein und ordentlich ineinander. Besonders eingängig dabei der Titel »Ullaaralaaq«, prachtvoll gesungen von Stinne Jakobsen und mit einem dezenten und dennoch treibenden Soundteppich unterlegt. (frk)

 Zedna: Zedna

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 4 von 4 im Genre »Pop« und Land »Arctic area« (insgesamt 4)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel