Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 160 im Genre »Pop« und Land »Dänemark« (insgesamt 239)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Annette Bjergfeldt: The Kissing Post
( 2004, Moose Records /Cope 03 )

So. Jetzt hat alle Kritik zu schweigen. Jetzt heißt es zu hören und nochmals zu hören. Denn was Annette Bjergfeldt zu bieten hat, das ist (wieder und erneut) einfach ganz große Extraklasse und beweist einmal mehr die enorme Sonderstellung, die die Sängerin einnimmt. Es stimmt schlicht alles: die Dramaturgie der Songs in sich und die Zusammenstellung des Albums. Ihr großes gesangliches Können bis hin zum kleinsten Kiekser und das Vermögen ihrer kleinen Band, ihr ergeben und dennoch selbsttätig zur Seite zu stehen – weshalb dieser zu Recht der Name THE LOVELY BAND gebührt.

Die Kompliziertheit ihrer Songs und ihre Eingängigkeit, ach, die Leichtigkeit und Geradlinigkeit ihrer Lieder und ihre verblüffende Haltbarkeit, die man ja gerade dem Pop oft aus alltäglicher Erfahrung abspricht. Und Annette Bjergfeldt singt hingebungsvoll ihr »Girl, it's gonna be allright/just tell the world to step outside«, während die Bläser auf ihren Einsatz warten. Kann man mehr verlangen? Nein, kann man nicht. (frk)



Mehr CDs von Annette Bjergfeldt



Siehe auch:
Teitur

Annette Bjergfeldt: The Kissing Post

Offizielle Website

Nach oben

(((S))): Phantom
( 2010, AF Music AFM083S )

Wer sich hinter wabernden Synthieklängen im Halbdunkel verbirgt und die Welt in stylishes Schwarz taucht, der will vielleicht nicht gefunden werden. Will sich nicht dem Tageslicht aussetzen. Denn im Hellen würde offenkundig, dass das dänische Quartett mit dem »ungooglebaren Bandnamen« auf seiner zweiten Veröffentlichung »PHANTOM« durchweg geborgte Kleidung trägt, die seit schon seit 30 Jahren sorgsam aufgebügelt wird. Massive Referenzen an die blassen Dandy-Weltverächter aus den 80ern wie New Order oder Visage. Plus eine große Portion dick aufgetragenem Hedonismus aus ebenjenem »ich blende, also bin ich-Jahrzehnt«. Die Flagge der selbstbewusst-affektierten Poseure wollen sie wie ein Triumphbanner vor sich hertragen. Schade nur, dass sich der Stoff nur lustlos bauscht.

Obwohl Songs wie »Lonely Is The Lighthouse« durchaus tanzbare Dekadenz verbreiten, trägt die selbstverliebte Retro-Attitüde der Band kein ganzes Album. Da reicht es auch nicht, mit den nachtaktiven Goth-Jüngern zu flirten und das Kajalschwarz dick auf den Lidrand aufzutragen. Harmlosigkeit, Seichtheit und leichte Goutierbarkeit beißen sich mit der eigentlich intendierten, rätselhaften Düsternis. (((S))) aber sind ungefähr so geheimnisvoll wie Lothar Matthäus. (emv)



Mehr CDs von (((S)))

 (((S))): Phantom

Offizielle Website

Nach oben

4 Guys From The Future: Adagio
( 2013, Tambourhinoceros /Broken Silence )

Coole Schwermut auf dem Disco-Dancefloor! 4 Guys From The Future sind auf ihrem Zweitling »ADAGIO« die stylish umdüsterten Synthie-Dandies, die den gehobenen Weltschmerz zur Kunstform erheben. Die Kopenhagener zitieren lustvoill die »New Romantics« der 80er und Bands wie Visage oder Ultravox. Hier werden keine Sandburgen errichtet, sondern lichte Soundkathedralen voller schöner und schmerzvoller Gefühle. Für Hässliches oder Alltägliches ist bei den Dänen rund um Sänger und Songwriter Bjarke Porsmose kein Platz. In Songs wie dem epischen »Skin On Fire« geht es nur vordergründig um liebestrunkene Melodramen, sondern darum, den Begriff der Leidenschaft zu künstlerisch zu durchdringen. Hohe Ansprüche sind das, aber durchaus sinnlich und tanzbar!

4 Guys From The Future sind zwar ausgesprochene Ästheten und elegant blasse Nachtschwärmer, aber ihren Spieltrieb und ihre Neugier haben sich die End-Zwanziger bewahren können. Denn zur Mitte des Albums kippt die Stimmung sachte in Richtung großäugige Popherrlichkeit und himmlisch naive Harmoniegesänge. Der Track »Beauty Hides in Everyone« könnte man auch in ein pastellfarbenes Poesiealbum kleben. Entlassen werden wir aus diesem Album mit dem psychededelisch angehauchten Instrumentalstück »End Of Future«, mit dem wir uns entspannt in unbekannte Wunderwelten treiben lassen können. (emv)

 4 Guys From The Future: Adagio

Offizielle Website

Nach oben

Alcoholic Faith Mission: Let This Be The Last Night We Care
( 2010, Ponyrec PONY29 )

Sie stolpern durch den Nebel. In aller Verlorenheit eigensinnig auf der Suche nach irgendetwas Fernem, Unbestimmten. Nach der flüchtigen Schönheit im Chaos der Gefühle, nach einem raren Moment der Klarheit dort, wo es am meisten weh tut. Einfache Antworten wollen Alcoholic Faith Mission auf ihrem dritten Album »LET THIS BE THE LAST NIGHT WE CARE« nicht geben. Bruchstücke sorgsam sammeln, gegen alle Stimmen, die da sagen: »Das passt doch nicht«! Das dänische Quintett rund um die beiden Masterminds Thorben Seierø Jensen und Sune Sølund ist auf bezwingend großäugige Weise renitent. Lässt sich in keine Ecke weisen. Experimentell, aber nicht unzugänglich spinnert. Für die Lo-Fi-Freakfolk-Ecke viel zu intelligent-verspielt und zu dickköpfig- verträumt. Für Grüblerpop viel zu schmerzhaft lebendig. Für Shoegazer viel zu konkret. Die emotionale Tiefe geht bisweilen an die Schmerzgrenze.

Um große Gefühle geht es hier. Um Kreativität im Kollektiv. Ums Improvisieren und Ausprobieren, nicht um Schönklang. Ums bewusst Schräge. Die Kopenhagener spannen alles für sich ein, was den Fluss heruntertreibt und sich zum Ausprobieren eignet.Ein unwiderstehlich trotziges Piano, Klangsamples, Posaunen, Gitarren, Verzerreffekte, Traumfetzen und jede Menge dynamischer Großgruppengefühle. Und die junghexenhaftige Stimme von Sängerin Kristine Permild. Jeder, der schon einmal hoffnungslos verliebt war und weiß, dass alles, alles vergeblich ist, der wird die beiden Songs »Put The Virus In You« und »Sobriety Up And Left« künftig stolz wie Banner vor sich tragen. Das Herz klopft. Alcoholic Faith Mission schaffen widerborstig zärtliche, heftig euphorisierende Musik. (emv)



Mehr CDs von Alcoholic Faith Mission

 Alcoholic Faith Mission: Let This Be The Last Night We Care

Offizielle Website

Nach oben

Alice Sings: The Petterson Songbook #2
( 2011, Divine Records)

Holla, was ist das denn für eine Wundertüte! Glamouröse 40ies-Musical-Sounds, hipper 60ies-Heile-Weltpop, schicker Retro-Chanson, cooler zeitgenössischer Schlager und artig aufgehübschter Freakfolk: Willkommen in der souverän blubbernden Pastellwelt von Alice Carreri und Mikkel Petterson, also respektive Stimme und Piano von Alice Sings. Ob sie Tina Sinatra, die Carpenters, Abba, Marilyn Monroe oder Judy Garland als Hauptinspirationsquellen nennen, das lassen sie fein lächelnd offen. Hauptsache, die Girl-Boy-Dynamik funkelt wie eine Supernova! Auf seinem zweiten Album The »PETTERSON SONGBOOK #2« zelebriert das dänische Duo seinen Retro-Wohlklang in Cinemascope. Unbedingt nachtclubtauglich, das!

Trompeten säuseln, Hörner schmeicheln, Klarinetten klagen. Hach, die guten alten Zeiten, als die Herren noch Anzug und schmalen Schlips und die Damen Cocktailkleid trugen! Alice Sings tragen den Geist vergangener Jahrzehnte mit großer Leichtigkeit in die Gegenwart, ohne dabei zu braven Retromantikern zu mutieren. Nein, diese beiden beweisen mit klugen und bestens arrangierten Songs wie dem glitzernden »Holiday«, dem verspielten »Dear Boy« oder dem Carnaby-Street-Sahnestückchen »Little Terrorists«, dass augenzwinkernde Ironie und frühlingshafter Übermut die Songs erst wirklich funkeln lassen. Und Achtung: Hinter jeder Wegbiegung lauern hier unerwartete Überradschungen und übermütige Tempo- und Stimmungswechsel. Sehr fein! (emv)

 Alice Sings: The Petterson Songbook #2

Offizielle Website

Nach oben

Lisa Alma: Sweater
( 2015, Dumont Dumont)

Elegant verlangsamt. Schlau schwebend. Lisa Alma besetzt auf ihrem zweiten Album »SWEATER« mit souveräner Zurückhaltung die schillernde Nische zwischen stylishem Synthpop und klassischem R´n´B. Aus weiblicher Sicht, versteht sich! Klar, dass es hier um komplizierte Liebesdinge geht, bei denen die Chanteuse mit der zerbrechlichen Stimme keineswegs das unschuldige Schäflein ist! Die Dänin hat ein feines Händchen für Arrangements, wie sie gleich im ersten Track »Black« beweist, wo sich Piano und Trompete werbend umschlingen. Songs wie »Invite« eignen sich unbedingt auch für den Disco-Dancefloor. Aber für die Stunden weit nach Mitternacht, wenn sich die Dinge sanft verlangsamen.

In ihrer Traumverlorenheit nicken diese scheinbar sanften Töne dem Dreampop wissend zu. Aber mit naiver Flucht in leuchtende Gegenwelten haben diese Songs nichts zu tun. Dazu sind sie viel zu erwachsen! Leicht disillusioniert kommen diese Tracks daher. Die lieber nur andeuten, als offen auszusprechen. »SWEATER« ist definitiv ein Album für späte Nachtstunden. Für die letzte Zigarette und das letzte Glas Rotwein. Lisa Alma mag in dieser zwielichtigen Stunde zwischen Traum und Tag ihrer Namensvetterin Lisa Stansfield kaum merklich zunicken. Sie weiß schon, warum.
(emv)

Lisa Alma: Sweater

Offizielle Website

Nach oben

Alphabeat: This Is Alphabeat
( 2008, EMI 5203932 )

Fallen wir mit der Tür ins Haus, weil diese sechs Entertainment-Dienstleister es ebenso machen: Das hier ist POP. In Großbuchstaben. Eine überbordend beladene, buntgekleckste, kommerzielle Angelegenheit, die mit großen Löffeln die offensichtlichsten Momente der Pophistorie in sich hineinstopft. Ein Wunder, dass so viel zementiertes Dauergrinsen sich trotzdem noch passabel aus der Affäre zieht.

Da wäre zunächst die freundliche Single »Fascination«, die schamlos Roxette und Bowie protegiert und auch sonst genug »Bestes aus den 80ern« huckepack nimmt. Oder auch das ausladende »10.000 Nights«, das diese sechs Dänen in ihrer Heimat zu Stars gemacht hat. Plastik, Plüsch und Polyester heißt die Devise, die nicht ohne Schwung, naive Texte und pappsatte Melodien auskommt. Im Gegenteil. Dabei wirkt die Mixtur aus Billigsynthies, Dur-gestimmten Gitarren, Chor-Staffage, Bollywood-Orchester, Glam und Glitzer jederzeit anachronistisch. Die perfekt aufpolierende Produktion lässt den Discokugelhagel so richtig glänzen – aber ebenso dieses Debüt wie ein Kunstprodukt erscheinen. Gute Laune kann manchmal richtig anstrengend sein. (maw)

 Alphabeat: This Is Alphabeat

Offizielle Website

Nach oben

The Alpine: On Feel Trips
( 2006, Supersonic /Sony BMG Supersonic 183 )

Auf das Geständnis »Ja, wir verehren ABBA« muss man nicht warten. Einschalten reicht. Die Sehnsucht nach der Vergangenheit treibt bei den fünf Aalborger die buntesten Blüten. Nicht nur das erfolgreichste Popquartett Skandinaviens steht Pate, sondern jegliche Art von Glitzer-, Pailletten- und Luftgirlandenmusik. Ziggy Stardust sowieso. Und zwischendurch schießen Fontänen aus Glamour in den Himmel aus Sonne, Mond und Scheinwerferlicht.

In Dänemark gelten sie als neue, ganz große Hoffnung. Und das vermutlich zu recht. Soviel Anbiederung muss geliebt werden – generationenübergreifend. Das beste der 60er, 70er, 80er, na klar. Die Formel ist denkbar einfach und scheint doch immer wieder zu funktionieren. Mit mehrstimmigen Gesangsharmonien gockeln die Alpinen euphorisch und mit dem gewissen Siegergrinsen über im imaginäre Musicalbühnen und duellieren sich mit Lametta-behangenen Keyboardriffs und anrüchigen Disco-Rhythmen, die nur »The Ark« noch weniger peinlich sind. (maw)



Mehr CDs von The Alpine



Siehe auch:
The Ark

The Alpine: On Feel Trips

Offizielle Website

Nach oben

Alain Apaloo Apipipo: Flood Gate
( 2009, Stunt STUCD 09092 )

Alain Apaloo stammt aus Togo, lebt aber schon seit einiger Zeit in Dänemark und spielt mit Musikern aus dem Umfeld der ebenfalls beteiligten Flötistin Mariane Bitran: Simon Spang-Hansen (ss, ts), Morten Ankerfeldt (b) und Rasmus Lund (dr) fügen sich problemlos auch in den eher ungewohnten Sound des Gitarristen und Sängers.

»FLOOD GATE« ist eine bunte Mischung aus Afro-Pop (»Mamie« erinnert stark an den frühen Yousssou N’Dour), Jazz, Fusion und Latin Rock, mit sämtlichen Elementen, die einem bei diesen Stichworten einfallen: eingängige Melodien, pluckernde Grooves, leicht santanische Gitarrensoli, fröhliche Aaah-Eeeh-Aaaah-Chöre beamen den Hörer ruckzuck an einen sonnigen Palmenstrand. Wenn einem aber die erste Kokosnuss auf den Kopf fällt, merkt man, dass Apaloos Sound von einer Flutwelle Klischees auf den weiten Ozean der Musik getragen wird und dort langsam aber sicher verebbt. (tjk)

Alain Apaloo: Flood Gate

Offizielle Website

Nach oben

The Asteroids Galaxy Tour: Fruit
( 2009, Small Giants SGCDDJ4 )

Die Strahlkraft dieser Truppe aus Kopenhagen ist enorm. Nach prominenter Platzierung ihrer Titel in MP3-Player-Werbungen eröffnet auch ihr Debüt den Reigen mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Im Wissen um 40 Jahre Popgeschichte wird hemmungslos zugelangt: Funk, Soul, Pop, Synthie, Glam und wieder Pop. Bei The Roots wird sich ein Beat geklaut, aus den 70ern der warme Hauch in den knödelnden Vocals Mette Lindbergs, der hier sein nostalgisches Band flattern lässt. Der Zitatreichtum ist atemberaubend, aber auch alles andere als plump: Denn wie aus dem Zauberlehrbuch für Atomkraftwerks-Pop brennt hier alles lichterloh und mit einer Kontinuität, die durchaus aufhorchen lässt. Zwar sind die Melodien metergroß und die Produktion auf die ganz großen Radiostationen schielend, aber eine dieser Popentwurf hat eine Qualität, die man sich öfter wünschen würde.

Mit »The Sun Ain't Shining No More«, »The Golden Age« oder »Lady Jesus« hat man Hits parat, die in der seligen Zeit von Prince, Stevie Wonder oder James Brown durchaus Weltformat gehabt hätten. Der zweiten Hälfte fehlt etwas der Hüftschwung und die Unbekümmertheit der rasanten ersten Titel – und dennoch ist dieses Werk im Unterhaltungssegment ein mehr als solider Partykracher. (maw)

The Asteroids Galaxy Tour: Fruit

Offizielle Website

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 160 im Genre »Pop« und Land »Dänemark« (insgesamt 239)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel