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Lange Rezensionen 1 - 5 von 16 im Genre »Pop« und Land »Färöer« (insgesamt 32)

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Brandur: Funerals & Celebrations
( 2014, Tutl HJF411 )

Dass Brandur sich bereits an einem nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest beteiligt hat, passt unbedingt ins Bild: Denn der färingische Musiker zelebriert den gehobenen Schmusepop, der für die große Bühne gedacht ist: Überbordende Gefühle, majestätische Synthies, hymnenhaftes Flehen. Und das alles in Pastelltönen! Mit der EP »FUNERALS & CELEBRATIONS« bewegt sich der Brandur geschmeidig zwischen den Polen Euphorie und Melancholie. Seine feine Falsett-Stimme schmeichelt dem (weiblichen) Herz. Mit ihm können wir auf mächtigen Schwingen im Kino der Emotionen schwelgen. Widerhaken werden wir in diesen Gefilden keine finden. Dort haben nur Schönmenschen Zutritt!

Brandur orientiert sich hörbar an den Großmeistern des 80ies-Synthiepop, den norwegischen Cousins von A-ha. Songs wie das mächtig ausholende »Transmission From Oblivion« müssen sich vor den großen Vorbildern keineswegs verstecken. Nur schade, dass wir ähnliche Töne bereits vor 3o Jahren gehört haben! Und sie kommen wunderbar arrangiert daher, diese sieben Tracks. Aber leider allzu glatt. Besser gefallen tut der Barde von den Inseln in zurückgenommenen Balladen wie »Raindance«, wo eine zurückhaltende Trompete auf anmutige Weise nachdenken darf. Oder dass reduzierte Chanson »Midnight in The Metro«, wo sich Baldurs Stimme ohne übertriebene Mätzchen in wunderbarer Flüchtigkeit entfalten darf. Weniger ist manchmal mehr! (emv)

 Brandur: Funerals & Celebrations

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Dánjal: Time
( 2014, Tutl /Cargo )

Moritaten! Mini-Melodramen! Schrulliger-Experimentalop! Vaudeville-Wütereien! Nordland-Rap! Angetüterte Countrysongs! Für Dánjal tut es nichts zur Sache, dass diese musikalischen Genres alles andere als artverwandt sind. Denn der Musiker von den Färöer Inseln macht es auch auf seinem Longplayer »TIME« zu seinem ureigenen Markenzeichen, all diese Stile überzeugend für seine eigene, im positiven Sinne anarchische musikalische Weltsicht einzuspannen. Und dabei keineswegs widersprüchlich zu klingen, sondern viel eher wild und ungezähmt! Auf seinem neuesten Werk beschäftigt sich Dánjal mit komplexen Themen wie der Elastizität von Zeit und dem universellen Phänomen der Angst vorm Ertrinken. Holla!

Aber keine Bange, Furcht vor intellektuellem Spitzfindigkeiten muss man hier nicht haben, da Dánjal und sein Ensemble talentierter skandinavischer Mitmusiker viel zu lebendig und wirbelig sind, um sich in dunklen Büchergruften zu vergraben. Die Songs hat der Färinger übrigens in enger Zusammenarbeit mit dem finnischen Mandolinenspieler Kim Nyberg geschrieben - und gemeinsam lassen die beiden Musiker die buntesten Leuchtraketen gen Himmel steigen. Und bloß jetzt nicht denken, hier werde einem ein Übermaß heftiger Gefühle präsentiert! Denn in feinen Tracks wie »Raindrops« kann Dánjal zwischendurch sanfte, fast schon nachdenkliche Töne anschlagen. (emv)



Mehr CDs von Dánjal



Siehe auch:
Rhododendron String Band
Big Bombastic Collective

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 Dánjal: Time

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Eivør (Pálsdóttir): Bridges
( 2015, Tutl SHD 155 )

Ziemlich elfenhaft schwebt Eivør zu uns: ihre glockenreine Stimme steht über ruhigen Sounds, manchmal wabert es geheimnisvoll. Durchaus düster sind auch Eivørs Themen, sie schreibt über Trennung in »Remember Me« und »Faithful Friend« gleich zu Beginn, über Einsamkeit in »Purple Flowers«. »I’m On My Way To Somewhere, I Don’t Know Where« singt sie, musikalisch jedoch weiß sie genau wohin.

Eivør kreiert einen ganz eigenen Klangkosmos aus ihrer akustischen Gitarre und viel Elektronik, dabei hat ihr Høgni Lisberg (auch dr) geholfen. Dazu bewährte Kräfte wie Mikael Blak (b), Tróndur Bogason und Magnus Johannessen an diversen Tasten, gelegentlich kommen Violine und Cello dazu – alles wohl dosiert, versteht sich. Gitarre und Elektronik: Wärme trifft Kühle, daraus entsteht Stimmung und Spannung. Verziert mit klanglichen Delikatessen, kleinen Gimmicks aus der Dose und Kieksern aus den Stimmbändern. Vor allem findet sie ganz zauberhafte Melodien. (tjk)



Mehr CDs von Eivør (Pálsdóttir)

 Eivør (Pálsdóttir): Bridges

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Guðrun & Bartal: Vönin Er
( 2014, BESTE! UNTERHALTUNG /Broken Silence BU043 )

Na, wer hätte das gedacht? Weit draußen im Atlantik, wo die rauhen Winde wehen, gibt es erstaunlich zarte Töne zu entdecken! Guðrun & Bartal von den Färöern zelebrieren auf ihrem Debütalbum »VÖNIN ER« (übersetzt heißt das übrigens: Hoffnung ist!) melodischen Folkpop mit hohem Verträumtheitsfaktor. In der sehr lebendigen Musikszene der Alantilkinsel hat sich das Duo bereits einen Namen gemacht: Guðrun Pætursdóttir Háberg und Bartal Augustinussen spielen seit Jahren in der Live-Band ihrer Landsfrau Guðrið Hansdóttir. Zudem lieben es beide, auch mal ordentlich Krach zu machen: als Mitglieder der färingischen Rockgruppe Bet You Are William.

Auf dem Erstling aber dominieren die leisen Töne: Das Duo punktet mit sorgsam arrangierten, reduzierten kleinen Song-Preziosen, die von der hellen, klaren Stimme der Sängerin geprägt sind. Melancholisch mag es in Tracks wie »Brýr« zwar zugehen, aber hey: niemals hoffnungslos! Das erschließt sich beim Zuhören auch ohne jegliche Kenntnis der Landessprache! Wer hier brave folkige Traditionspflege erwartet, wird sich die Augen reiben: Mitunter stehen die beiden mit Songs wie »Leiðarin« mit beiden Beinen fest im Poplager. In diesen nebelverhangenen, nur scheinbar simplen Tracks entsteht ein gar nicht altmodisches Phänomen: Stille Schönheit! (emv)



Siehe auch:
Guðrið Hansdóttir

 Guðrun & Bartal: Vönin Er

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Maria Guttesen: Wide Open
( 2008, Tutl HJF 180 )

Die Färöer-Inseln scheinen ein gutes Ambiente zu bieten für Singer/Songwriter. Wie ihr mittlerweile international bekannte Kollege Teitur stammt Maria Guttesen von den klimatisch rauen Inseln, und wie er zog sie schließlich nach Dänemark um. Und wie er würde sie bestätigen, dass die Färöer in ihrem Herzen weiter leben und ihre Musik entscheidend prägen. Im Grunde hat sich die Sängerin, die auch alle Instrumente selbst spielt und selbst produziert, eingängigem, mit Rock-und Folk-Splittern vermischtem Pop verschieben.

Doch ihre raue Stimme, ihre individuelle Artikulation und ihr Wagemut, von knirschender Widerborstigkeit zu überschäumenden, die ganze Welt umarmenden Melodien und wieder zurück zu wechseln, werfen Widerhaken aus. Erster Hördurchgang: Das hat was, könnte aber mehr Experimente vertragen. Zweiter Durchgang: Man freut sich auf die nun schon bekannten Songs wie auf gute Freunde, hört genauer hin. Dritter Durchgang: Ist da nicht schon ein Hauch von Verliebtheit in die knarzige Popwelt dieser verstrubbelten Färinger-Stimme im Spiel? (peb)



Siehe auch:
Teitur

Maria Guttesen: Wide Open

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