Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 310 im Genre »Pop« und Land »Schweden« (insgesamt 524)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Stina Nordenstam: And She Closed Her Eyes
( 1994, Telegram /EastWest 4509.93898.2 )

Schon das Cover spricht Bände: Die Stockholmerin singt ihre seidigen Pop-Balladen mit einer so brüchig-zarten Stimme, dass man meint, sie würde jeden Moment dabei zerbrechen. Die wahre Kraft ihrer Musik liegt also in der Stille – in den Pausen, den Zwischenräumen, dem Abbrechen der spärlichen Töne, dem Bestreben, Gitarrensaiten nur so zu berühren, dass sie gerade mal Töne von sich geben.

Es verwundert daher nicht, dass Stina Nordenstamm keine Interviews und kaum Live-Auftritte absolviert: Diese Elfe würde sicherlich von den Journalisten-Fragen und dem ungestümen Live-Applaus erdrückt werden. So müssen wir uns also mit ihren zartbitteren Folk-Songs auf CD zufrieden geben, die sie mit schrägem Charme und feenhafter Transparenz beinahe ins Mikrofon flüstert. Man kann es nicht anders sagen: Ihre zauberhaft eigenwillige Musik nimmt gefangen. Und sie macht uns klar, dass es viele Zwischenwelten in unserem Leben gibt, die nur zeitweise – zum Beispiel, wenn Stina singt – zutage treten. (peb)



Mehr CDs von Stina Nordenstam

Stina Nordenstam: And She Closed Her Eyes

Offizielle Website

Nach oben

22:22: Where To Go?
( 2007, Some Guys Ab SOMEGUYS001 )

»WHERE TO GO?« fragt das schwedische Trio auf seinem Debüt - und gibt gleich zehn mögliche Antworten: Vom Opener »I Think I'm Moving To Copenhagen« bis zum letzten Song »I Think I'm Moving To London« ziehen die Jungs aus Dalarna/Stockholm noch Schottland, Las Vegas, Buenos Aires, Paris, Metropolis, Addis Abeba, Stockholm oder schlicht »Home« in die engere Wahl. All diese Orte stellen sie auf eine Elektro-Pop mit (Disco)Beats-Basis, doch während dieser in Paris zur langsamen Liebes-Schnulze wird, groovt, klopft, pocht er dagegen in Buenos Aires.

Die Kindheitsfreunde Daniel Sjöblom (»is singing the songs«), Erik Östholm (»is just happy«) und Daniel Lundberg (»is beating the beat«) peppen die Stücke mit Gästen auf, an Flöte, Saxofon, Geige oder Gesang. Mikrofon-Daniel driftet dabei von ungemein hohen Tonlagen wie in »Stockholm« zu einem Refrain in »Addis Abeba«, welcher ebenso von Michael Monroe (Hanoi Rocks) stammen könnte. Ein interessanter Einstand im Elektronica-Sektor - mal sehen wohin die Zukunft 22:22 führt. (nat)



Siehe auch:
Hanoi Rocks
Michael Monroe


 22:22: Where To Go?

Offizielle Website

Nach oben

A*teens: Greatest Hits
( 2004, Stockholm /Universal 981.828-2 )

Wenn das die größten Hits sind ... will ich die anderen erst gar nicht hören! Von sämtlichen ABBA-Coverbands laufen die – altersmäßig knapp oberhalb der Schamhaargrenze angesiedelten – A*Teens eindeutig unter der Rubrik »Super-Gau«. Außer Anzahl und Geschlecht verbindet sie nichts mit ihren »Idolen«. Wenn Agnetha, Björn, Benni und Anni-Frid nicht noch unter den Lebenden weilten, könnte man getrost von Leichenschändung sprechen: Zwei schwächliche, weibliche Stimmchen quäken unkoordiniert ins Mikro, immer im aussichtslosen Kampf gegen den allmächtigen, alles überlagernden Discobeat-Computer-Stampf.

Und nun, oh Graus, wie zum Beweis des überstandenen Stimmbruchs greifen auch noch die Männchen zum Mikro, haltet ein! Und so schreien wir bei »Gimme! Gimme! Gimme!« verzweifelt »AUA! AUA! AUA!« – aber wenigstens im Rhythmus. Schwacher Trost für ABBA: Die ebenfalls enthaltenen A*Teens-Varianten anderer Band-Hits sind auch nicht besser. (nat)



Siehe auch:
Marie Serneholt
ABBA

Gemini 5


 A*teens: Greatest Hits

Offizielle Website

Nach oben

ABBA: The Definitive Collection
( 2001, Polar /Universal 549.974-2 )

Die Zeit adelt doch (fast) jedes Hitwunder. Und so kommt es, dass man als Teenie ABBA während ihrer Erfolge von 1973 – 1982 »irgendwie mochte«, sich danach für seine »jugendlichen Geschmacksverirrungen« schämte und zur Jahrtausendwende, als allerortens nostalgisch verbrämte ABBA-Jubiläen gefeiert wurden, die alten Scheiben wieder aus dem Schrank kramte. ABBA war inzwischen Kult geworden, und es stellte sich nicht mehr die Frage, OB man ihre CDs besaß, sondern WELCHE.

»THE DEFINTIVE COLLECTION« enthält alles, was das Oldie-Herz begehrt – mit 37 Songs auf zwei CDs alle Single-A-Seiten, dazu als Bonus je einen Remix von »Ring Ring« und »Voulez-Vous«. Ein 32seitiges Booklet über den beruflichen wie privaten Aufsteig und Fall der beiden schwedischen Ehepaare (Frida war jedoch eigentlich gebürtige Norwegerin) erhebt dieses liebenswert-naive Pop-Paket tatsächlich zur »definitiven Sammlung«. (peb)



Mehr CDs von ABBA



Siehe auch:
Agnetha Fältskog
Nils Landgren


 ABBA: The Definitive Collection

Offizielle Website

Nach oben

Jennie Abrahamson: Reverseries
( 2017, How Sweet The Sound /Indigo )

Das blasse Schneewittchen schläft nicht. Sie schmachtet hinter der Dornenhecke nach dem aufregenden Leben und füllt ihre Nächte mit elaborierten Edel-Elektropop-Sounds. Da wir hier in Schweden sind, sind die Songs auf Jennie Abrahamsons fünften Album »REVERSERIES« von unterkühlter Eleganz. Die Musikerin, die in den vergangenen Jahren als Background-Sängerin ausführlich mit Peter Gabriel auf Tour war, schreibt perfekte Songs für gehobene Hipster. Um in der Märchennmetapher zu bleiben: Mit Jennie Abrahamson sind wir im Palast der Schneekönigin angekommen. Alles ist von unnahbarer Schönheit. Es glitzert und funkelt in diesen festlichen Räumen. Aber es auch kalt, sehr kalt. Denn es gibt hier nichts, an dem wir uns reiben könnten. Dem kleinen Kai aus Anderssons Märchen wird es hier kühl ums Herz.

Selbst Liebeslieder wie »Bloodlines«, in denen die Chanteuse naiven Lolita-Charme mit selbstbewusster Jung-Madonna-Attitüde kombiniert und die Synthies in 80er-Manier weit aufdreht, sind hoch künstliche Gebilde. Das balladige »Down To The Water« ist ein Sahnestückchen Supertüftelpop mit Americana-Anklängen, das gleichwohl so künstlich blubbert wie Waldmeisterbrause. »Safe Tonight« punktet mit melodramatischen Anklängen. Über Veränderung in ihrem Leben und die aktuelle Weltlage hat sie hier geschrieben, sagt Jennie Abrahamson. Und man denkt eine halbe Minute nach und kommt dann zu dem Schluss, dass das doch sehr banal ist. Und die Rezensentin legt als Gegengift den wunderbar garstigen Elektropopsong »Maailmanloppu« der völlig unbekannten Finnen Eleanoora Rosenholm auf. Weltuntergang und Gattenmord: Wäre das nicht eine Alternative für Schneewittchen? (emv)



Mehr CDs von Jennie Abrahamson



Siehe auch:
Eleanoora Rosenholm

Jennie Abrahamson: Reverseries

Offizielle Website

Nach oben

Ace Of Base: Happy Nation
( 1993, Mega Records 517.749-2 )

Reichen sinnentleerte und primitivste elektronische Rhythmen, Friede-Freude-Eierkuchen-Texte, eine Blondine, eine Brünette und zwei Männlein aus, um die breite Masse glücklich zu machen – HAPPY NATION? Mitnichten. Im Gegensatz zu ihren Landsleuten ABBA, die mit »Voulez-vous« einen Megahit landeten, ist bereits der erste Track »Voulez-vous Danser« vielmehr eine Lachnummer.

Die Band, die irgendwie den Anfang der Neunziger verschlafen hat und sich in übelster 80er-Jahre-Optik präsentiert, überzeugt musikalisch in keinster Weise – doch irgendwie haben sie es bewerkstelligt »All That She Wants« in enorme Chart-Höhen zu hieven. Ace Of Base ist die richtige Wahl für alle jene Seligen, welche ihre Erfüllung in monotonem Ganzkörperzucken finden, den Blick verklärt gen Discokugel gerichtet. Alle anderen fahren besser mit dem fünften Track: »Waiting For Magic«. Für diese CD sollten wir eigentlich die Bewertung »0 Sterne« einführen. (nat)

 Ace Of Base: Happy Nation

Offizielle Website

Nach oben

Acid House Kings: Sing Along With Acid House Kings
( 2005, Labrador LAB075 )

Süßspeisen-Pop. So wie eine mehrstöckige, mit allerlei Kitschkram bestückte Hochzeitstorte. Aber so cool im angesagten 60ies-Retro-Sound, dass der Gesamteindruck völlig sophisticated wirkt. Acid House Kings, das mit dem Gründungsdatum 1991 heute bereits zu den Paten des Anorak-Pop zählende Quartett, spielt sehr geschickt mit Versatzstücken aus braven Motown-Girlsbands, ein bisschen Belle & Sebastian, Schlageranklängen, Bezügen zum Chanson und einer kleinen Verbeugung vor Astrud Gilbertos Bossanova-Stil.

Wer sich Frühlingsgefühle im November bewahren will, dem sei »SING ALONG WITH«, das vierte Album der Schweden, ans Herz gelegt. Schon allein deshalb, weil die Band so wohlmeinend ist, eine Karaoke-CD beizulegen, damit die treuen Fans die schlimmsten Winterdepressionen einfach wegsingen können. Wer aber nach zu viel Torte zur Abwechslung auch nach einer Essiggurke verlangt, sucht hier vergebens. Und manchmal schrammen die sehr geschickt und liebevoll arrangierten Drei-Minuten-Songs mit ihren Boy-Girl-Happy-End-Naivität haarscharf an der Grenze zur Zuckervergiftung vorbei. (emv)



Mehr CDs von Acid House Kings



Siehe auch:
Verschiedene: Labrador 100

 Acid House Kings: Sing Along With Acid House Kings

Offizielle Website

Nach oben

Adiam: Black Wedding
( 2016, Vertigo)

Bitterer Honig. Diesen Geschmack könnte man auf der Zunge haben, wenn man »BLACK WEDDING« lauscht, dem ersten Longplayer von Adiam. Die schwedische Sängerin mit eritreischen Wurzeln, die bislang mit zwei EPs auf sich aufmerksam gemacht, verbirgt existenzielle Verweiflung hinter eleganten Dancefloor-Tracks. Soul, R&B, Elektropop und Disco treten hier in glühendem Schwarz vor den Altar. Als Produzent hat Dave Sitek von TV On The Radio hier seine Finger federführend im Spiel. Kein Wunder, dass bei atemlos treibenden Tracks wie »Bigger« zwischenzeitlich ziemlich abgerockt werden kann!

Adiam traut sich trotz Major-Label-Vertrag und hochpolierten Sounds etwas: Denn zu den Albumhöhpunkten gehört unzweifelhaft die percussionlastige Ballade »Sleep« : Eine unsentimentale, leise depressive Ode an die Schlaflosigkeit. Adiam mag zwar auf den ersten Blick ungemein cool und streetwise daherkommen. Aber hinter der stylishen Inzenierung hat Adiam einen sehr sensiblen, klaren und verletzlichen Blick auf die Dinge. Und in zurückgenommenen, basslastigen Songs wie »Desert Island« ist die schwarze Seele des Soul die eigentlich bestimmende Kraft. (emv)

 Adiam: Black Wedding

Offizielle Website

Nach oben

Adna: Night
( 2014, Despotz)

Adnas Songs wirken auf die Zuhörer so, wie das »Kleine Schwarze«, das klassische weibliche Kleidungsstück: Bewusst reduziert und von eleganter Einfachheit. Zurückhaltend arrangiert, als scheuten sie sich davor, zu sehr ins Rampenlicht zu streben. Pathetische Geschichten oder übertriebene Melodramen will die knapp 20jährige auf ihrem Debütalbum »NIGHT« nicht erzählen. Lieber will sie flüchtigen Gefühlszuständen nachspüren, die mit Worten ohnehin nur schwer zu beschreiben sind. Umso besser, dass sich die Wahlberlinerin entschieden hat, den Erstling in nur fünf Tagen und fünf Nächten aufzunehmen: So wirken Songs wie das von Cello- und Pianoklängen umschmiegte Titelstück so, als trete Adna nachts um halb zwei gerade in einer kleinen Bar auf, wo Folksters, Popsters und Chansonniers heimlich Händchen halten.

Angenehm träumen lässt es sich zu diesen Songs. Die Sehnsucht kippt gerade noch nicht in Melancholie. Nachdenklichen Tracks wie »Thoughts« sind bar aller Erdenschwere. Sie kommen leicht daher, und zärtlich sowieso. Dass kleine Ballade und brüchiges Chanson mehr gemeinsam haben, als man gemeinhin annimmt, macht die Nachwuchskraft mit Songs wie »Rain« deutlich. Und was könnte man Schöneres über ein erstes Album sagen, als dass einem hier das Herz ganz weit aufgeht? (emv)



Mehr CDs von Adna


Zu den aktuellen Tourterminen von Adna

 Adna: Night

Offizielle Website

Nach oben

Aguson & Östra Agatan Band: Sånt Man Egentligen Har Sett
( 2010, Killer Cobra KCR111 )

Vielleicht ist die Welt ja doch in Ordung und alle Geschichten gehen einigermaßen gut aus. Diese behaglich einlullenden Gedanken breiten sich beim Hören des zweiten Aguson-Albums »SÅNT MAN EGENTLIGEN HAR SET« aus wie heiße Vanillesauce über dem Apfelstrudel. Wäre man eine Katze, man schnurrte längst anhaltend. Sanfter, leichtfüßiger Countrypop mit hohem Wohlfühlfaktor. Die unendliche, hoffnungslose Prärietraurigkeit von großen Vorbildern wie Townes Van Zandt ist hier ganz, ganz weit weg. Wir sitzen hier ums Lagerfeuer und wärmen uns behaglich an milde knisternden Flammen.

Als Verstärkung hat der verträumte Barde die Östra Ågatan Band mit ins ländliche Idyll gebracht. Wir wollen auch mal tanzen, zur Trompete, zur fetten Orgel, zu lockenden Slide-Gitarren! Als Produzent hat Carl Granberg agiert, der schon für verwandte Seelen wie Christian Kjellvander gearbeitet hat. Dass im nahen Wald geheimnisvolle und potenziell bedrohliche Ding lauern können, wird auf Agusons Zweitling konsequent ausgeblendet. Wir wollen uns wohlfühlen, einander versichern, dass wir aufgefangen werden, wenn wir fallen. Mit tatkräftigster Unterstützung himmlischer, hoch mitternachtsradiotauglicher Popharmonien. Man mag am Ende fast dran glauben. (emv)



Siehe auch:
Christian Kjellvander

 Aguson: Sånt Man Egentligen Har Sett

Offizielle Website

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 310 im Genre »Pop« und Land »Schweden« (insgesamt 524)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel