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Lange Rezensionen 1 - 10 von 123 im Genre »Rock« und Land »Dänemark« (insgesamt 181)

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Kashmir: Zitilites
( 2003, Columbia /Sony Music COL 506232.2 )

Viel Begeisterung schlug dem ersten Album von Kashmir entgegen, und nun sitzt man da und versucht dieses wiederzuerkennen. Dabei ist Kashmir zuerst einmal eine recht schlicht anmutende Band, die sich weitgehend in den Dienst ihres für alle Songs und alle Texte verantwortlich zeichnenden Sängers Kasper Eistrup stellt. Und so hört man zunächst einmal über die Songs hinweg, während man aus dem Fenster schaut, Tee kocht oder Schuhe putzt.

Doch irgendetwas bleibt hängen. Ein gelungener Start, ein paar gute Riffs, die dezente, aber passende Orgel am Ende von »Surfing The Warm Industry«. Auf schlichten Rock folgen schlichte Balladen, und vieles kommt einem bekannt vor. Doch so konzentriert und auf den Punkt gebracht hat man länger keinen Rock gehört. Und man merkt, wie von mal zu mal die gern gehörten Songs mehr und mehr werden und wie man sie öfter und öfter hört. Wie machen die das nur? (frk)



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 Kashmir: Zitilites

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Acorn Falling: 2nd Plateau Of Normalcy
( 2015, Divine Records /Broken Silence )

Verschattet, verlangsamt. Acorn Falling, das Projekt um den Kopenhagener Musiker Lars Kivig, steigt auf seiner zweiten Veröffentlichung »2ND PLATEAU OF NORMALCY« tief in die düsteren Schluchten der schwarzen Romantik hinunter. In diesen Grenzlanden zwischen Realität und Phantastik mag es niemals wirklich hell werden. Der Däne und seine hochkarätigen Mitstreiter, darunter der Percussionist Thomas Wydler von den Bad Seeds und Peter Principle von Tuxedomoon, lassen eine Nachtmahrmusik voll düsterer, gefährlicher Schönheit entstehen. Bei diesen nur scheinbar nostalgischen, wie aus weiter Ferne zu uns dringenden Klanglandschaften kann es uns auf unverhoffte Weise den Boden unter den Füßen wegziehen. In der Neo-Schauerballade »The Navigator Who Doubted« weisen uns die Streicher den Weg ins mancholische Dickicht.

Beim Versuch, diese unerhörten Töne einzuordnen, gehen schnell die Kategorien aus. Ja, das ist experimentell, das ist ausufernd, das ist fast schon postrockig, aber hier schwingt auch ein Hauch Goth mit. Taumelnde Walzer, nostalgische Streicher-Romantik, seelenvolle Pfeif-Arien, ein greinendes Baby, sanfter Weltschmerz, beunruhigende Störgeräusche, mystische Beschwörungsformeln, ferne Fast-Choräle und handgemachte Electronics: Hier sitzen sie dicht zusammen und versuchen, ihre Seelen zu retten. In einer Welt, in der Gott verlorengegangen ist. Großartig. (emv)

 Acorn Falling: 2nd Plateau Of Normalcy

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Amstrong: Lack Of You
( 2005, Silversonic Records /H'Art PMG SC 05-01-04-1 )

Oh, ja – manchmal hat man diese Depressionen. Mag nicht recht in die Gänge kommen, schaltet kein Licht an und lässt den Kühlschrank leer vor sich hin brummeln. Das ist nicht immer ein unangenehmes Gefühl. Im Gegenteil: Man genießt es gerade angesichts einer gewissen seelischen Tiefdruckphase, wieder das Leben zu fühlen, statt aufgedreht und unpassend durch die Gegend zu kregeln, manisch beschäftigt und einen beleidigenden Optimismus vor sich her tragend.

Die vier Dänen mit Namen Amstrong bieten genau dieses Lebensgefühl mittels schleppender Gitarren, einem schleppenden Schlagzeug und hin und wieder schleppend eingefädelten E-Klavier-Partien, wozu dann auch noch wunderbar die entnervt-laszive Stimme von Marie-Louise Munck passt. Neun souveräne Stücke sind auf ihrem zweiten Album versammelt, und alles sind es kleine Kostbarkeiten der schlechten Laune, die so gut tun kann. Song für Song legt man einen abfedernden Klangteppich aus, der ganz ohne Soli-Auftritte auskommt und in seiner Geschlossenheit eine wohltätige Harmonie erzeugt. Mit Amstrong wird man nie für Bier werben. Amstrong wird nie bei H&M gespielt werden, Amstrong lässt sich nicht gefahrlos mitsingen. Und allein das ist viel wert in diesen Zeiten. (frk)

 Amstrong: Lack Of You

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Mike Andersen: Mike Andersen
( 2013, Nordic Music Society ApS /Soulfood )

Mike Andersen ist mit Mitte 30 selbstbewusst genug, um auf seinem vierten Album einfach unter seinem eigenen Namen anzutreten. Das muss genügen. Denn der Musiker mit der rauhen Bluesstimme (man könnte schwören, dass er aus den tiefsten US-Südstaaten stammt!) und dem Faible für erdigen Soul hat als neugieriger Traditionalist in unserem nördlichen Nachbarstaat seinen Durchbruch bereits geschafft und kann es sich hier leisten, hochkarätige Musiker aus Århus um sich zu versammeln (unter anderem aus dem Umfeld von Tina Dico). Und gemeinsam auf Entdeckungsreise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufzubrechen. Ohne seine europäischen Wurzeln zu verleugnen, wie er in dem angenehm verlangsamten Cover des Beatles-Klassikers »Something« beweist.

Wer hier mutige musikalische Aufbrüche erwartet, hat falsch gedacht. Herr Andersen ist nicht als Neuerer, sondern als Bewahrer angetreten. Was nicht heißt, dass es hier langweilig zugeht! Bei »You Don´t Need Me« umarmen sich die Stimmen des Rauhbeins und der beiden jamaikanischen Background-Sängerinnen Nikki Burt und Abbygayedallas wie Blue Curacao und Eiswürfel. Andersen personifiziert glaubhaft den ebenso lebenserfahrenen wie lebensfrohen Kumpeltyp mit Gütesiegel »besonders wertvoll«. Dass man sich wünscht, mit diesem Mann zu später Stunde am spärlich beleuchteten Bartresen zu sitzen und ehrlich und leicht selbstironisch über das Leben zu räsonieren. So, wie er das in erwachsenen Herzschmerz-Tracks wie »Between Love And Dawn« tut. (emv)



Siehe auch:
Tina Dico

Mike Andersen: Mike Andersen

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Annione: Little Blue Globe
( 2005, Heavenly Sound Machine /MRC Records 263386 )

Das vielgerühmte Debüt bei Sony brachte Kritikerlob ein, verkaufte sich aber nicht. Mit »LITTLE BLUE GLOBE« meldet sich Annione mit einem Longplayer beim eigenen Mini-Label Heavenly Sound Machine wieder. In der Zwischenzeit hatte Annione alias Anni Ringgard für andere geschrieben, zum Beispiel den Superhit »Worth it« für Marie Frank. Dies hat künstlerische Inspiration für die eigentliche Musik freigesetzt: Sie spannt ihren musikalischen Bogen von leichten, hitträchtigen Titeln wie den Eingangstrack »Welcome Miami« über ironische Liebeserklärungen wie »Robbie Please« bis hin zu introvertierten, Gänsehaut hervorrufenden Balladen. Ein weiterer klarer Anspieltipp: »Agree To Disagree«, ein dynamisches und gut ins Ohr gehendes Duo mit Thomas Fleron.

Annione ist als Einzelkämpferin zurückgekehrt; folglich dürfte es schwer fallen, mit dieser zweiten CD den Durchbruch zu schaffen. Ungerecht wäre das allemal, denn Annione bewegt sich ausgesprochen souverän im Kielwasser von Songwriter-Größen wie Alanis Morissette. Mit einem großen Label an der Hand könnte sie aber allemal ein Teil der Bugwelle sein. (hew)

 Annione: Little Blue Globe

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Baby Woodrose: Chasing Rainbows
( 2007, Bad Afro AFROCD035 )

Da sitzen sie nun mit ihren Instrumenten. Die Standleitung zur Gegenwart gekappt, nur mit ein paar schäbigen 7-Inches von Bands, deren Name nie auf einem Albumcover prangte. Wo der Summer Of Love schon von der großen Mehrheit vergessen ist, klammert sich dieses Trio an regenbogenfarbene Friedensflaggen und nostalgische Momente. Symboliken, die in ihrer Überhöhung über sich hinaus wachsen, größer und größer werden und jede Saite von Gitarre und Sitar in Besitz nehmen.

Kein Wunder also, dass jeder Ton in amerikanischem Garagen- und Psychedelik-Sound der Sechziger Jahre ertränkt wird und seltsam zivilisationsmüde Soli im Hintergrund umher schleichen, während die klassische Schlagwerk-Gitarre-Orgel-Besetzung offensiv ihre Haare wachsen lässt. Das kann man nun herrlich traditionell finden oder furchtbar altmodisch. Jedoch: Superstars wären sie selbst vor vierzig Jahren nicht geworden. (maw)



Mehr CDs von Baby Woodrose



Siehe auch:
The Defectors

 Baby Woodrose: Chasing Rainbows

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Barra Head: Go Get Beat Up
( 2008, Play/Rec Play/Rec027 )

Immer lauter grummelt der dominante Bass aus dem Hintergrund nach vorne. Und verlässt die Bühne in den nächsten 40 Minuten auch nicht mehr. Was die musikalischen Kanten betrifft, sind Barra Head aus Kopenhagen seit drei Alben die dänische Antwort auf DC Hardcore, auf die Staubtrockenheit von Shellac und Co. »GO GET BEAT UP« erwartet jedoch den Hörer durchaus nicht mit Schlägen ins Gesicht, sondern reicht ihm dieses Mal seine Reibeisenhände. Die Songstrukturen trauen sich vermehrt aus ihren Löchern, der Gesang ist weiterhin humorlos, aber inzwischen weit entfernt vom Groll aus Anfangstagen.

Musikalisch wird Authentizität geatmet: Der angeschrägte Abgesang auf Kopenhagen, der mit hängenden Köpfen, aber zackigen Gitarren auf »Common Ground« voranstürmt oder mit dem spröden Charme von »Somebody's Floor«. Nicht alles gelingt und hält die Spannung. Dennoch: Die klangliche Unmittelbarkeit während größtmöglicher Distanz ist das größte Pfund dieser Dreiercombo. (maw)

 Barra Head: Go Get Beat Up

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Beta Satan: Girls
( 2009, Crunchy Frog FROG 066-6 )

Schluss mit niedlich: Die Gitarren hämmern. Es riecht nach schwerem Motoröl, nach Gewalt und Brutalität. Nach dem tragischen Bandtod der Tiger Tunes ist der harte (sic!) Kern zur Rockmusik gewechselt – ein Entschluss mit Folgen: Vertrackte Rhythmik, diabolische Drums und monsterschwere Vocals lasten auf den Brettern und bringen die Boxen zum Beben. Stoner, Hardcore, Riffrock. Dabei hat sich der Schabernack natürlich auch wieder eingeschlichen und die Texte wie das ruppige »Pray The Gay Away« gegen die Ironiefreiheit gebürstet.

Dennoch geht es erstaunlich kompromisslos zu. Viel gelacht wird nicht. Dafür sind die Riffs zu hart – auch wenn wie bei der Single »Rave Kenneth« Zeugnis davon abgelegt wird, dass man sich mit aktueller Klubmusik auch beschäftigt hat. Von der Elektronik bleiben aber nur die Wuchtigkeit und der hohe Spaßfaktor. Es knallt, es zerrt, es darf getanzt werden. Wer die Pop-Darlings von den Tiger Tunes mochte, wird von diesem Debüt gnadenlos plattgewalzt. Alle anderen eigentlich auch. Endlich mal wieder »danish dynamite«! (maw)



Siehe auch:
Tiger Tunes

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Bite The Bullet: Can Be Anything
( 2017, Target Records /Believe )

Feeling groovy! Bite The Bullet stehen auf ihrem dritten Album »CAN BE ANYTHING« knietief im lässigen 70ies-Rock und lassen die psychedelischen Synthies so lange puckern, bis uns knallbunte Ringe vor den Augen tanzen. Hach, ein Hoch auf die Zeit, in der man tiefenentspannt jammen konnte, am besten ein wenig haschvernebelt: Dann blickt man die Welt doch mit freundlicheren Augen an! Die drei Musiker aus Kopenhagen lassen die Rockgitarren in Tracks wie dem erdigen »When The Fire Stops Burning« zwar krachen, pflegen auf dem Drittling auch eine ausgedehnte Liebschaft mit dem Pop. Das balladige »Falling Into You« driftet sogar in die schmusige Ecke ab, ohne dabei zu verkitschen. Leute, reckt die Feuerzeuge in die Luft!

Gut, dass es als Gegenpol Tracks wie das unbedingt bluesige, sehr hemdsärmelige »Roadhouse« gibt, wo Sänger Thomas Storgaard Christiansen zeigen kann, dass er bei dänischen Raubein-Meetings nicht als Außenseiter auffallen würde. Aber überkandidelten Glamrock kann der Mann auch, wie er in »Lipstick Lover« beweist. Huch, viele schwüles Gefühl! Keine Frage: Bite The Bullet haben den Spaß am Experimentieren entdeckt. Und zu Songs wie dem treibenden, theatralischen »Any Other Way« kann man dazu noch bestens abtanzen! (emv)

 Bite The Bullet: Can Be Anything

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Black Book Lodge: Entering Another Measure
( 2015, Mighty Music /Target )

Diese Vier meinen es ernst: Alte Schule. Episch ausufernder Progressive Rock. Schwerblütige, bedeutungsschwere Gitarrensoli. Erdige Vocals. Und produktiv sind sie dazu dazu! Nur rund ein Jahr nach Veröffentlichung des Debüts »TUNDRA« legen die Musiker aus Kopenhagen bereits das zweite Album »ENTERING ANOTHER MEASURE« vor. Und wollen sich zwischen Doom-Pathos, lyrischen Passagen und orientalischen Anklängen partout nicht festlegen lassen. Wandelt man hier auf den Spuren von King Crimson, wenn etwa der letzte, sehr feine Track »Alizarin« nach der innigen Seelenschau-Pein von Sänger und Gitarrist Ronny Jønsson einigermaßen unvermittelt mit Klavierromantik, Bläsern und verstärktem Choreinsatz aufwartet? Das ist ganz große Kiffer-Oper!

Fest steht eins: Zum Nebenbei-Hören eignen sich diese schwelgerischen, emotional draufgängerischen Töne nicht. Der Neunminüter »New Provenance« jedenfalls ist eine musikalische Tour de Force, wie sie die Szene-Heroen von Porcupine Tree nicht besser hinbekommen würden. Und bei jedem erneuten Durchlauf eröffnen sich neue Facetten. Und Black Book Lodge, das ist zu betonen, blicken nicht verklärt in die selige Prog-Vergangenheit zurück, sondern flirten unvermittelt mit den Randbereichen des Metal oder knochentrockenen Wüstenrock-Anklängen. Ein superbuntes Kaleidoskop flimmert vor unseren Augen, bis uns ganz schwindlig wird. Gut so! (emv)

 Black Book Lodge: Entering Another Measure

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