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Lange Rezensionen 1 - 10 von 409 im Genre »Rock« und Land »Schweden« (insgesamt 678)

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Kristofer Åström & Hidden Truck: Northern Blues
( 2002, V2 /Zomba 7071872.2 )

Mit seiner Band Fireside pendelt er sonst zwischen Hardcore und Rock-Rabaukentum. Solo jedoch profiliert sich Kristofer Åström zunehmend als tiefgründiger Singer/Songwriter zwischen Folk, Country und Blues - unterstützt von seinen Fireside-Kompagnons Per Nordmark an den Drums, Pianist Peter Hermansson und Gitarrist Jari Hapaalainen.

Der junge Stockholmer liefert ein Füllhorn feinsinniger, oft todtrauriger Songs, in denen Streicher nach Herzenslust schluchzen und zart klingelnde akustische Gitarren durch den Raum schweben. Manchmal allerdings steigern sich die elektrische Gitarren zum herben Crescendo und lassen ansatzweise die gewaltige Rockkraft Åströms erkennen. Derlei bittersüßes Balladentum erinnert an große, an ganz große Balladen-Barden wie Nick Drake oder den norwegischen Midnight Choir. (peb)



Mehr CDs von Kristofer Åström & Hidden Truck



Siehe auch:
Kristofer Åström solo
Fireside

Midnight Choir



Zum Artikel über Kristofer Åström

Kristofer Åström: Northern Blues

Offizielle Website

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5th Sonic Brigade: 5th Sonic Brigade
( 2009, Öhrn Music /Sound Pollution OMM003 )

5th Sonic Brigade – nie gehört? Das könnte daran liegen, dass du nicht in Schweden lebst: »The Whooo Song (Remix)« ist in skandinavischen Clubs einer der am häufigst gespielten Songs und in der Originalversion auf dem selbstbetitelten Debüt zu hören. Besondere Kennzeichen: Stampfendes Schlagzeug, pulsierender Bass, melodische Gitarre, Stimme die in den Strophen den Ohren schmeichelt und im Refrain zum Mitsingen auffordert. Der Opener »Stop« hat deutlich mehr Ecken und Kanten.

Einige Stücke wie »Knock, Knock On My Door Again« preschen ordentlich vorwärts – kein Wunder bei der Vergangenheit der Bandmitglieder: Sänger Marcus Öhrn kommt von Noice, (eine schwedische Punklegende), Gitarrist Ryan Roxie spielte mal bei Alice Cooper, Bassist Peter Samuelsson bei den Nifters und Henry Ranta trommelte früher bei Soilwork. Die Stärke des Quintetts liegt eindeutig im groovenden Rock-Bereich, auf die Fast-Schnulze »Black Death, Monster, Evil (I'm The Truth)« hätte die 2007 gegründete Band besser verzichtet. Freunde skandinavischen Rocks, der Foo Fighters oder Queen Of The Stone Ages sollten reinhören. (nat)



Siehe auch:
Soilwork

 5th Sonic Brigade: 5th Sonic Brigade

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A Projection: Exit
( 2015, Tapete /Indigo TR309 )

Teenage Angst ziemlich glamourös klingen lassen: Das kriegen sie sehr gut hin, die jungen Stockholmer Indierocker von A Projection. Das in stylishes Schwarz gekleidete Sextett hat offenkundig den Großmeistern des Dark Wave aufmerksam gelauscht, von Joy Division über Depeche Mode bis zu New Order. Und pflegt dabei eine angenehm rotzige Punk-Attitüde. A Projection lassen die Gitarren so hoffnungslos wie nur möglich klingen und kontrastieren die Endzeit-Stimmung mit plüschigen Synthies. Und über allem schwebt die dunkle Stimme von Sänger Isak Erikson wie eine bedrohliche Gewitterwolke, die kurz vorm Bersten steht. Die feine Single »Young Days« hört sich so an, als hätten ihre Landsleute Peter Bjorn And John ihren Überhit »Young Folks« im Zustand mittelgroßer Depression geschrieben!

Klar, dass A Projection die Welt in Schwarz-Weiß-Ästhetik sehen und ihre unbändige Lebenslust bevorzugt zur Dämmerstunde ausleben, wenn die Dinge so interessant zwischen verschiedenen Zuständen schwanken! Die Schweden punkten hier mit unbedingter Dringlichkeit. Man muss hier einfach mittanzen, auch wenn die die Stimmung grenzwert-aggressiv ist! Dunkelschwarz ist besser! (emv)



Mehr CDs von A Projection


Zu den aktuellen Tourterminen von A Projection

 A Projection: Exit

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A Swarm Of The Sun: The King Of Everything
( EP, 2007, Version Studio VSCD001 )

Sollte man ziemlich fiesen Liebeskummer haben und das Leben im allgemeinen für schwer erträglich und die so sehr geliebte Person für grundlos grausam halten, dann ist der perfekte Zeitpunkt gekommen, »THE KING OF EVERYTHING« aufzulegen, die Debüt-EP der beiden Schweden. Man könnte alternativ auch den Kopf gegen die nächste Rigips-Wand hauen, aber die Tiefen der Verzweiflung lassen sich mit A Swarm Of The Sun besser durchleben und eher aushalten. Zumindest ist man nicht allein mit seinem Schmerz. Besonders nachts.

Erik Nilssson und Jakob Berglund bauen hier in bester Post-Rock-Manier Gitarrenstrukturen auf, die sich auftürmen wie Killerwellen. Keine Frage, unser kleines Boot wird verschlungen werden, aber wehren tun wir uns trotzdem. Industrial Rock-Elemente als starke Unterströmung verstärken den Eindruck der Ausweglosigkeit. Aber wir bleiben empfindsam, und Endzeit-Songs wie »I Fear The End« machen uns trotzig und traurig. Das ist alles nicht unbedingt neu, aber geht trotzdem mitten ins Herz. (emv)



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 A Swarm Of The Sun: The King Of Everything

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A.C.T.: Last Epic
( 2007, Inside Out /SPV 79452 )

Anlässlich der Veröffentlichung des vierten Albums von A.C.T. legte ihr neues Label InsideOut die »vergriffenen« ersten drei Platten mit ein paar Bonustracks und »erweiterten Booklets« neu auf. Die Band selbst nennt ihre Musik »MelodicProgRockPompPop«, und diese Beschreibung trifft jede der vier Scheiben eigentlich besser als jede Kommentierung von Kritiker- oder Fanseite es könnte. Man darf beim »Prog«-Anteil allerdings keinesfalls einen ausgefeilten oder druckvollen »Krautrock«-Rhythmusrock erwarten, sondern eher ein – wahrscheinlich humorvoll gemeintes – Spiel mit Versatzstücken verschiedenster Einflüsse, die immer wieder für Tempo- und Dynamikwechsel in der Komposition sorgen. A.C.T. nennen unter anderem Saga, Rush, Yes, Queen und Electric Light Orchestra als Einflüsse, doch etwas Eigenes vermögen sie aus diesen Vorbildern nicht zu gestalten. Vor allem die Ambitionen in Richtung Queen und ELO (z.B. »A Loaded Situation« oder »The Effect«) misslingen mit zuverlässiger Regelmäßigkeit. Aber vielleicht darf man den selbstgewählten Vergleich auch einfach nicht zu ernst nehmen.

Die dritte CD mit dem sympathischen Titel »Last Epic« verzichtete erfreulicherweise auf ein weiteres entsetzliches Bandfoto auf dem Cover, doch die Musik des wieder einstündigen Albums unterscheidet sich – natürlich – so gut wie gar nicht von der zwei Jahre zuvor veröffentlichten zweiten Platte »IMAGINARY FRIENDS« und ihrem cheesy Gitarren-Keyboard-Sound. Never change a winning team ... Auf die wenig eindrucksvolle Leadstimme und die nirgends prägnanten Songs muss man wie gehabt gefasst sein, der subtile Unterschied von »Last Epic« gegenüber den Vorgängern liegt in der Verwendung von etwas mehr Synth- und Voice-Effekten hier und da. Auf der »Special Edition« bekommt der Käufer drei Demos und ein »String Medley« als Bonus. Hier kann man erstmals die ruhige und auf Piano(ersatz) reduzierte Seite der Band kennenlernen; vor allem »Ted’s Ballad« erinnert (auch in der endgültigen Albumversion) in Gesang an die Hollies. (ijb)



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 A.C.T.: Last Epic

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Abramis Brama: Live!
( 2007, Transubstans /Record Heaven Trans024 )

Da fliegen die langen Haare, und die Blumenhemden blähen sich. Da fließt der Schweiß gleich hektoliterweise. Da kann sich ein Gitarrensolo so richtig altmodisch eine kleine Ewigkeit hinziehen. Der aufmerksame Hörer wird auf eindrucksvolle Weise daran erinnert, dass der Blues der Nährboden ist, auf dem die Rockmusik in alle Richtungen wuchern konnte. Leidenschaft und Rhythmus sind alles. Für feinsinnige Gemüter und Arcade-Fire-Fans ist dieser rauhe Seventies-Rock nichts. Das auf schwedisch singende Quintett, das in den zehn Jahren seines Bestehens fast ein Dutzend Alben eingespielt hat, ist eine fantastische Live-Band, wie diese aktuelle Aufnahme zeigt. Hallohallo, wer im Publikum nicht Hüften und Hände schwingt, hat im Grunde nichts kapiert.

Dass die Fünf gerne Richtung Progressive Rock blicken, zeigt sich in ihrer Vorliebe für das epische Ausdehnen der Songs und den leichten Hang zum Pathos. Aber mit intellektuell verbrämten Kiffergeschwurbel haben diese Herren nichts am Hut. Sänger Uffe ist ein Rock'n'Roll Animal, und Rest der Truppe steht ihm da in nichts nach. Die Leistung des Teams muss stimmen, sagt unser Fußball-Bundestrainer immer. Da könnte er seinen Spielern im Mannschaftsnbus mal Abramis Brama vorspielen, damit die Armen nicht immer nur Xavier Naidoo hören müssen. (emv)



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 Abramis Brama: Live!

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The Accidents: Poison Chalice
( 2005, Burning Heart /SPV BHR 198-2 )

Laut bandeigener Website stammen The Accidents von Aliens ab. Wer aber »Angel Of Death« hört, wird vermuten, dass Motörheads Lemmy zumindest bei der Zeugung des Sängers D Vacuum seinen ... äh, Finger im Spiel hatte. Während der Sänger mit Gitarrist Kid Kreole fröhlich schrammelig klampft, prescht Jerry Lee Lewis' Geist mit seinen Artgenossen in Lichtgeschwindigkeit durch. Folgerichtig hämmert Rick Rebel Jennings in Höchstgeschwindigkeit aufs Drumkit, Fred Tank reißt ungestüm an den Saiten seines Basses, und alle haben Spaß dabei.

Auf »POISON CHALICE« ziehen sich Anleihen von diversen Bands durch einige der Songs; zugegebenermaßen nicht besonders neu, aber überaus wirkungsvoll. Ein Dutzend Punk'n'Roll-Geschosse verpulvert das Quartett mit Koteletten, weißen Hemden plus Hosenträgern in einer knappen Dreiviertelstunde. Nur? Schnell auf Repeat drücken, Regler nach rechts schieben und dann: Sex, Space and Rock'n'Roll! (nat)

The Accidents: Poison Chalice

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Adhesive: We Got The Beat
( 2000, Ampersand /Indigo )

16 Stücke in 39 Minuten – det is Punkrock! Seit 20 Jahren schon lebt der kleine Schreihals nun in der x-ten Generation kein schlechtes Leben, was er nicht zuletzt Bands wie Adhesive zu verdanken hat, die sein Erbe nicht gänzlich den labberigen Offsprings und Bloodhound Gangs überlassen. Adhesive, zu deutsch Klebstoff, zählen zu den erfolgreichsten schwedischen Punk- und Skater-Bands und haben es seit ihrem '96er-Debüt »SIDEBURNERS« auch international zu respektablem Ruf gebracht. Verdientermassen, wie auch ihr drittes Album beweist.

Mit Millencolin werden sie nicht zu Unrecht oft verglichen, wenngleich Adhesive eindeutig die besseren, differenzierten Spieler sind – ausgezeichnet etwa Drummer Robert Samsonowitz. Was nicht bedeutet, dass auch nur einer dieser 16 Tracks kompliziert wäre. »WE GOT THE BEAT« wird seinem Titel vollauf gerecht: Pogo. Bier trinken, kollektives Mitgröhlen, Partylaune und kein bisschen funky sein. (roj)



Siehe auch:
Millencolin

 Adhesive: We Got The Beat

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Aerial: Black Rain From The Bombing
( 2006, Noisedelux /Hausmusik nomethod02 )

Ach, hübscher Krach, da bist du ja wieder. Langgezogen und elegisch und auf der Stelle tretend dank vor sich hin schlenkernder Gitarren und einem stoischen Schlagwerk. Und wühlt sich gelegentlich eine leicht resignierte Stimme aus dem Hintergrund nach vorn, die sich dann auch noch chorisch ausweitet, so ist das kleine, brüchige Glück im unspektakulärem Alltag perfekt. Vier Stücke bieten Aerial – dabei weniger quadratisch-praktische Songs, denn ineinanderfließenden Rock. Und hat man sich ein wenig eingehört, fallen umso mehr die spannungsgeladenen Übergänge zwischen monologisch rüden Geräuschpassagen und (noch?) schüchternen Melodieansätzen umso ins Gewicht.

Okay, so neu ist das alles nicht. Entsprechend lassen sich manche Vorbilder auflisten, wie die Endlosrocker von Salvatore, und wer mag, kann sich gelegentlich an Sonic Youth erinnert fühlen. Macht das was? Mitnichten. Solide Musik mit einem leicht depressiven Unterton, wie ein Spaziergang durch leere Straßen an einem nutzlosen Novembertag, kann man schließlich immer gut gebrauchen. Vielleicht nicht heute, dafür morgen; wer weiß. (frk)



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Siehe auch:
Salvatore

 Aerial: Black Rain From The Bombing

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Alarma Man: Alarma Man
( 2006, Sinnbus SR017 )

Ein Brocken. Ein Galle speiendes Donnergrollen. Ein freakiges Nervenbündel. Chaos, Mathcore. Alarma Man sind gefangen in den Wirren der instrumentalen Rockmusik, im unlösbaren Knäuel der stakkatoartigen Post-Irgendwas-Mucke und haben anscheinend ihre Notenblätter verloren. Gesucht wird hektisch und auf eigene Faust, so dass sich Gitarren, Schlagwerk und Bass nur ab und zu über den Weg laufen. Eine eher spontane, glückliche Zusammenkunft, denn geplantes und durchorganisiertes Treffen. Ein dräuendes Hallo, ein hastiges Bier auf die Schnelle und dann wird einfach mal das elektronische Helferlein angeworfen.

Alarma Man aus den unaufgeräumten Vierteln Göteborgs schinden mit ihrem vertrackten Erstling gehörig Eindruck – auch wenn derweil an der Stringenzschraube noch etwas gedreht werden darf. Die angezackten Gitarren setzen spitze Stiche, die bollernden Riff-Improvisationen hacken das Stückwerk noch weiter entzwei. Und nur darauf wollen die hinaus. Monströs und ungemütlich ungestüm. (maw)

 Alarma Man: Alarma Man

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