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Alle Rezensionen zu The Gothenburg Combo
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Guitarscapes: In C | America
David Hansson, Gitarre; Thomas Hansy, Gitarre
( 2014, Eigenverlag /Naxos ComboCD004 )

Was »Sketches or the World« für Afrika, ist »Guitarscapes« für Amerika: In der ersten Hälfte der CD spielen die beiden Gitarrenvirtuosen ihre persönliche Interpretation von Eindrücken auf USA-Tourneen, quasi ein »sonic roadmovie«, in der zweiten Hälfte eine Hommage an Terry Rileys wegweisendes »In C« (1964), zum 50. Geburtstag des Werks und zum 80. des Komponisten.

Autobahnen spielen naturgemäß eine wesentliche Rolle in der fünfsätzigen Suite »America«, und so dürften »Highway One-Music in 3 parts« (die seltsam irritierende Schreibweise ist der Originaltitel) oder »Nebraska« eine nochmals stärkere Wirkung entfalten, wenn man die CD unterwegs durch die USA hört. Das gezupfte Spiel von David Hansson und Thomas Hansy erinnert hier nicht selten an verschiedene amerikanische Folk-Music-Traditionen des Mittleren Westens.

An Wüsten, Blues und Cajun erinnert dann auch die Interpretation von Rileys Minimal-Music-Klassiker, dessen Einflüsse selbst in »Post-Rock« und Techno zu finden waren (und wohl noch immer zu finden sind). The Gothenburg Combo spielen »In C« natürlich nicht mit 35 Instrumenten, wie vom Komponisten als »wünschenswert« angegeben, sondern als welterste Version mit akustischen Gitarren, 22 an der Zahl, mit Stahl- und Nylonsaiten. Obgleich nicht auf exakte Präzision angelegt, dürfte Riley mit der Lesart der beiden Schweden voll und ganz zufrieden sein: flirrend komplex und einfach zugleich, ambient und rhythmisch, direkt und wirr, sinnlich und intellektuell, organisch fließend und mühselig konstruiert — Hansson und Hansy gelingt ein schier nicht mehr vorstellbares Meisterstück. Dagegen verblassen (wohl selbstredend) ihre eigenen »America«-Kompositionen, doch das darf man eigentlich nicht als Kritik verstehen. Zu recht gewannen The Gothenburg Combo damit den Preis fürs beste Experimentalalbum des Jahres 2014 bei den Swedish Independent Music Awards »Manifest«. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
[1-5] »America« (Hansson/Hansy): 1. Highway One-Music in 3 parts, 2. Twin Cities, 3. Nebraska, 4. Zauberberg, 5. 10 Seconds Left
[6] »In C« (Terry Riley)

The Gothenburg Combo: Guitarscapes: In C | America

 

Sketches of the World
David Hansson, Gitarre; Thomas Hansy, Gitarre
( 2010, Eigenverlag /Naxos ComboCD003 )

Die beiden GothenburgCombo-Jungs nehmen den Begriff »Weltmusik« ganz wörtlich - und laden zugleich ein, ihn mal mit neuen Augen bzw. Ohren zu erleben. Im Wesentlichen besteht ihr Album »SKETCHES OF THE WORLD« aus der Suite »The Seven Continents«, die sie als Ergebnis ihrer vielen, weiten Reisen betrachten. Auch wenn sie nicht jeden persönlich bereist haben, versuchen sie sich doch an Porträts aller sieben Kontinente. Und das führt manchmal zu überraschenden Ergebnissen.

Denn Hansson und Hansy wählen den Weg persönlicher Interpretation statt stilistischer Imitation. Letzteres, also die Zusammenfassung der Musik eines ganzen Kontinents in einem Lied, wäre schließlich auch eine reichlich affige Aktion. Über die sieben Stücke entfalten die Göteborger eine abwechslungsreiche Reise durch teils faszinierende Stimmungsbilder (allein das eröffnende »Antarctica« beeindruckt gleich mit ungewohnten Gitarren-Klangmalereien), bleiben dabei aber gewohnt unterhaltsam und dynamisch, und technisch sind sie nach wie vor ohnehin unschlagbar. Allein, ihre Weltreise bleibt ein wenig zu distanziert, um wirklich begeistern zu können. Live auf der Bühne sieht das wahrscheinlich anders aus. Und die vier angehängten Stücke, darunter ein traditionelles aus China und Astor Piazzollas Gassenhauer »Milonga del Angel«, weichen das an sich reizvolle Albumkonzept unnötig auf, weil die Dramaturgie der Zusammenstellung unglücklich ins Schwanken gerät und sich die Akzente wenig nachvollziehbar verschieben. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
1.-7. The Seven Continents (Hansson/Hansy)
8. Zi Zhu Diao (Traditional Chinese)
9. Sones Y Flores (Eduardo Martin/Walfrido Dominguez)
10. Milonga del Angel (Astor Piazzolla)
11. Al-Andalus (Hansson/Hansy)

The Gothenburg Combo: Sketches of the World

 

Soundscapes
David Hansson, Gitarre; Thomas Hansy, Gitarre
( 2007, Northwest /Naxos NWC 611094 )

Als der amerikanische Minimal-Music-Komponist Steve Reich 2007 den schwedischen »Polar Music Prize« gewann, spielte das Gitarren-Duo Gothenburg Combo bei der Verleihung. Zwei Reich-Stücke bilden auch bei diesem Album, das »Ambient-Music« im eigentlichen Sinn sein will, das Rückgrat, ummantelt von zeitgenössischen schwedischen Kompositionen. Die sind alle wohlfühlig, asiatisch angehaucht, impressionistisch versträumt, wenn auch an Reichs wiegenden Figuren und flimmernden Effekten geschult.

Doch die berühmte »Phase« ist nunmal an kalkulierter Kälte kaum zu überbieten: das gleiche Motiv auf zwei Gitarren gespielt, von dem sich das eine, weil minimal schneller, nach und nach gegen das andere verschiebt. Das erzeugt Hör-Halluzinationen zwischen den Tönen – wie das Summen in Telegraphenleitungen, die auf dem Cover zu sehen sind. Das Duo ist perfekt, schon seit Jahren – technisch wie in der Auswahl seiner stets exquisiten Programme. Hier kommt noch die glasklare, lebensnahe SACD-Aufnahme hinzu. Für Reichs Minimalismen allein lohnt die CD schon. (sep)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
1. TheGothenburgCombo: Everything's Alright Forever
2. Peter Hansen: 12-string noon (Duane Allman in memoriam)
3. Andreas Eklöf: Friday
4. Steve Reich: Nagoya Guitars
5. Steve Reich: Phase
6. Fredric Bergström: The Combo Song



Siehe auch:
Andreas Eklöf

The Gothenburg Combo: Soundscapes

 

Hausmusik
David Hansson, Gitarre; Thomas Hansy, Gitarre
( 2005, Eigenverlag /Naxos ComboCD001 )

Zwei Schweden in Bayern: Wohin das führen kann, zeigt die erste CD des jungen schwedischen Gitarrenduos The Gothenburg Combo. Der Gitarrenbauer Hermann Hauser III lud Thomas Hansy und David Hansson zu sich nach Reisbach ein und stellte ihnen für die Aufnahme der CD zwei historische Instrumente zur Verfügung. Auf diesen bringt das Duo »HAUSMUSIK« aus dem Wien des 19. Jahrhunderts so frisch und unverbraucht zu Gehör, wie man es selten hört. Spielenergie, ein bisschen Improvisation, gute Ohren für Klang und Zusammenspiel, und das alles auf einer Aufnahme, die den weichen, durchaus eigenwilligen Klang der beiden Instrumente nicht glattzubügeln versucht, ebenso wenig wie Nebengeräusche und kleine Unsauberkeiten, die zum Charakter der Gitarren dazugehören.

Ein bisschen schmelzend melancholisch klingen Mertz' »Trauerlieder«, brillant strahlend und ein ironisch die skurrile Bearbeitung der Ouvertüre zum »Barbier von Sevilla« von Rossini. Das alles ist bewusst nicht bis ins musikalische Detail historisch korrekt nachgebaut, aber dafür aus der heutigen Zeit neu erforscht und gerade deshalb so lebendig. Trotz der nicht gerade breitentauglichen Besetzung ist dies eine CD, die man sich anhören sollte – und sei es, um sich wie in den guten alten Biedermeier-Zeiten eine kleine, feine Combo zur »Hausmusik« ins heimische Wohnzimmer zu holen. (sep)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
Werke von Johann Kaspar Mertz, Giacomo Rossini/Mauro Giuliani

The Gothenburg Combo: Hausmusik

Offizielle Website      www.gbgcombo.com



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