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Alle Rezensionen zu Flint Juventino Beppe aka Fred Jonny Berg
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Flint Juventino Beppe: Remote Galaxy
Philharmonia Orchestra · Vladimir Ashkenazy (Dirigent) · Ralph Rousseau (Viola da Gamba) · Mark van de Wiel (Klarinette) · Emily Beynon (Flöte)
( 2013, 2L /Musikkoperatørene 2L-100-PABD / -LP , Einspielung: Mai 2012 )

2L und der Exzentriker Flint Juventino Beppe passen als kongeniale Partner perfekt zusammen. Sowohl Label als auch Komponist machen ihr gänzlich eigenes, hochambitioniertes Ding in technisch und klanglich außergewöhnlicher Klasse. So erscheint das zweite FJB-2L-Album nun erst gar nicht mehr als schnöde SACD, sondern nur noch als Blu-ray, allerdings diesmal nicht nur in 5.1 und 7.1 DTS, sondern auch gleich im zehnkanaligen 9.1 »Auro-3D«, das eine echt Rundumerfahrung für die absolut spekakuläre Musik ermöglicht. Und wem das alles zu viel und zu kompliziert ist, dem empfiehlt sich dieses zweite Porträtalbum des vormals noch unter dem Namen Fred Jonny Berg erschienen Künstlers diesmal zudem als 2-Vinyl-Set, das selbstredend mit dem gleichen Präzisions- und Qualitätsbewusstsein produziert wurde: Ja, besser und präsenter können LPs nicht klingen.

Zum Multikanal-Spektakel passt indes, dass die Werkzusammenstellung vom Themenkomplex Reisen durch Raum und Zeit sowie Distanz zusammengehalten wird, alles kraft- und effektvoll und dramatisch. Das titelgebende, knapp zwanzig Minuten lange »Remote Galaxy« legt die Messlatte sofort sehr hoch: ein mysteriöses, anachronistisches »Tone Poem« in der Tradition von Sibelius oder Holst mit märchen- und geisterhaften Zügen und unkonventionellen Auftritten von Glasharmonika und Viola da Gamba. Ähnlich mysteriös und aus der Zeit gefallen, aber weitaus leichter geht es weiter mit dem 16-minütigen »Distant Worlds«, einer Art Klarinettenkonzert in zwei Sätzen. John Williams meets Jazz, frisch und heiter, voller dramatischer Wendungen.

Hier zeigt sich auch, dass FJB die Titel (»Healed by the Wind«) wirklich vollkommen ernst meint; da gibt es keine ironische Brechung; die Musik passt wie die Faust aufs Auge zu den Überschriften. So heißen die Sätze des zweiten Flötenkonzerts »Alarm« (donnerndes Orchesterstück) oder »Deepest Woods« (verträumte Naturmystik). Dieses zweite gibt sich quasi als der dunkle Schatten des noch eher ätherischen ersten Flötenkonzerts, und überhaupt ist das ganze Programm kontrastreicher und düsterer als »Flute Mystery«. Etwa »Escaping Time Power«, der dritte Satz des Flötenkonzerts, könnte mit dem brutalen Orgel- und Schlagwerkdonner fast zum Soundtrack von »Interstellar« passen. Diese Direktheit macht es manch einem sicher schwer, die durchgehend kompromisslose Expresstour durch die klassische Orchestergeschichte von Wagner und Bruckner über Mahler und Schostakowitsch bis zu Sallinen ins Herz zu schließen. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
»Remote Galaxy« Op.81
»Distant Words« Op.43b
»Tightrope walking beneath heaven« Op.32 No.8
Flute Concerto No.2 Op.80
»Lost in September« Op.17



Siehe auch:
Camille Norment
Jean Sibelius

Aulis Sallinen


Flint Juventino Beppe aka Fred Jonny Berg: Flint Juventino Beppe: Remote Galaxy

 

Fred Jonny Berg: Flute Mystery
Emily Beynon (Flöte) · Catherine Beynon (Harfe) · Philharmonica Orchestra · Vladimir Ashkenazy (Dir. 1, 5) · Fred Jonny Berg (Dir. 2-4)
( SACD, 2009, 2L 2L58SABD (2 Discs) , Einspielung: Januar 2008 )

Heute nennt sich der Komponist Flint Juventino Beppe, 2009 auf dieser Referenzeinspielung fünf seiner Orchesterwerke hieß er noch Fred Jonny Berg, ebenfalls kein typisch norwegischer Name. Die Werke des 1973 Geborenen schwelgen mit Vorliebe in romantischen Gesten, wie schon der Titel »Flöten-Mysterium« andeutet. Ob die Nordlichter auf dem Cover da nicht zu viel des Guten sind, lassen wir mal als Frage im Raum stehen.

Da immerhin kein geringerer als Vladimir Ashkenazy die beiden »großen« Werke, zwei im Umfang ähnliche Konzerte für Flöte und Orchester (wobei nur das zweite programmatisch diese Bezeichnung als Titel trägt, wohl weil in »Flute Mystery« die Harfe als Partnerin der Flöte auftritt) als Dirigent verantwortete, liegt der Fokus dieser Veröffentlichung vorrangig auf diesen Säulen des einstündigen Programms. Das »Flötenkonzert Nr.1« schrieb Berg 2007 für Emily Beynon und Ashkenazy – und es allein lohnt die Anschaffung dieser ersten Werkschau. Trotz der schon von den Satzbezeichnungen »Memento« oder »Obituary« angedeuteten intensiven Melancholie fasziniert an dem Werk die oftmals leise Introspektion (»Reminiscence«) und eine hingebungsvolle Verträumtheit.

Konterkariert werden die beiden Flötenkonzerte durch drei kontrastreiche Tondichtungen für Orchester, die den Einfluss der großen Skandinavier Grieg und vor allem Sibelius nicht verschweigen können (und wollen). Fred Jonny Bergs kompositorische Sprache – zumindest was die hier vertretenen Werke betrifft – ist fern von modernistischen oder neutönenden Stilmitteln und liegt ganz auf emotionaler Eingängigkeit. Im mal sprunghaft leichten, mal von militärischem Rhythmus aufgepeitschten »Warning Zero« spielt er gar mit dieser Erwartungshaltung. Die volle Orchesterkraft schöpft er gerne aus, sei es in genüsslicher Opulenz, verspielten Figuren oder vorantreibendem Drama. Nur kein Stillstand! Keine Frage, mit solcher Orchesterschau kommt der (Grammy-nominierte) Surround-Klang von 2L ganz zu sich. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
1. »Flute Mystery« Op.66b
2. »Warning Zero« Op.54b
3. »Pastorale« Op.32 No.1
4. »Vicino alla Montagnaq Op.58b
5. Flute Concerto No.1 Op.70

Flint Juventino Beppe aka Fred Jonny Berg: Fred Jonny Berg: Flute Mystery

Offizielle Website      fjbfingerprint.com



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