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Alle Rezensionen zu Ensemble 96
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Kind
Ensemble 96, Kjetil Almenning (Ltg.), Nidaros String Quartet
( SACD, 2010, 2L /Musikkoperatørene 2L-076-SABD, 2 Discs , Einspielung: Januar 2010 )

Mit dem übergroß aufgedruckten »KIND« kann der Unwissende erstmal ins Schleudern kommen: Heißt die Gruppe wirklich »Kind Ensemble 96«, oder ist das der Albumtitel? Nein, der in Oslo ansässige Kammerchor Ensemble 96 wird zu den besten Sängergruppen Norwegens gezählt, was ihre Uraufführungen, Auftritte und CD-Veröffentlichungen eindrucksvoll beweisen. Mit ihrem Fokus auf zeitgenössische Werke haben sie hochqualitative Konkurrenz in Skandinavien, doch durch nuancenreiche Interpretation und eigenwillige Programme können sie sich derzeit sehr gut behaupten.

Das Wort »KIND« soll als multilingual assoziativer Titel sowohl an Kindlichkeit und Naivität andocken, als auch über die englische Sprache an Freundlichkeit und Trost. So hat das Ensemble 96 ein komplexes Programm unterschiedlicher Chormusikwerke erarbeitet, nachdem man sich auf die Grundlage »über Kinder, aber für Erwachsene« geeinigt hatte. Die elf Stücke setzen sich zu etwa gleichen Teilen zusammen aus für Chor arrangierten norwegischen Volksliedern und durchweg exzellenten Werken der Komponisten Per Nørgård (Dänemark), Marcus Paus und Jaakko Mäntyjärvi. Der Finne liefert mit der Vertonung von Rainer Maria Rilkes »Die Stimme des Kindes« einen herausragenden Höhepunkt zwischen expressiver und lyrischer Chorkunst.

Das Nidaros String Quartet fügt sich so souverän ins Gesamtklangbild ein, dass es mehr die Qualitäten des Chors ebenso unterstreicht wie ihm ein dialogisches Gegenüber bildet. Der 1979 geborene Paus legt ein ambitioniertes und eindringliches Werk vor, basierend auf William Butler Yeats' »The Stolen Child«. Wie er die Stimmen und Streicher melancholisch und luzide ineinander schichtet, muss man gehört haben.

In den Volksliedern herrscht dagegen eine eher gedrückte Stimmung, aber auch Per Nørgårds Trilogie »Wie ein Kind« endet wenig erbaulich mit »Trauermarsch mit einem Unglücksfall«. Das Ensemble zielt in der Tat vorwiegend auf eine tröstliche, fast sakrale Stimmung, was angesichts der volksmusikalischen Ursprünge doch ein wenig überrascht. Die sensible Akustik der Uranienborg-Kirche, die für die Aufnahmen diente, bietet einen perfekten (Klang-)Partner für die fokussiert dargebotene Vielschichtigkeit der 22 Stimmen. (ijb)


Siehe auch:
Schola Cantorum
EMO Ensemble


 Ensemble 96: Kind



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