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Alle Rezensionen zu Ole Henrik Moe (geb. 1966)
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

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Ciaccona / 3 Persephone Perceptions
Kari Rønnekleiv (Violine)
(2 CDs, 2007, Rune Grammofon/Cargo RCD2068)

Es dürfte eine der extremsten Violin-Solo-CDs sein, die es gibt – und eine der faszinierendsten. Ole Henrik Moe, Komponist und Schüler unter anderem von Iannis Xenakis, ist in Norwegen sowieso schon als Grenzgänger bekannt. Obwohl klassisch ausgebildet, spielte er viel mit Avantgarde-Krach-Musikern wie Deathprod oder Motorpsycho. Auch wenn er selbst hervorragender Geiger ist, hat die Doppel-CD seine Frau Kari Rønnekleiv eingespielt – ein ungeheurer Kraftakt. Denn die beiden Werke, beide je 40 Minuten lang, sind Entdeckungsreisen in das Innere der Klänge, in die Mikrobereiche, die Obertöne und Hintergrundgeräusche, wo man sich nur mit hoch gespannten Nerven und Konzentration bewegen kann.

In den »3 Persephone Perceptions« flimmern und gleißen die Obertöne, wie hervorgezwungen, sich ständig verändernd – eine technische Mikrometer-Arbeit und ein klangliches Mikroversum, an und abschwellend wie Signale aus den Tiefen des Alls. Am Anfang der Ciaconna stehen Töne wie reißendes Eis, es gibt stilles Wehen wie Wind im Gras und Ausbrüche, die wie Sägezähne in die Ohren schneiden. Mal zarte, mal ausgemergelte, mal schmerzlich schreiende Töne, das Ende ist ein wuchtiges, brutales Gekreisch. Diese Musik lässt einen leer zurück – sie hat alles gesagt, was es zu sagen gibt. Und das auf einer Nadelspitze. (sep)



Siehe auch:

Sheriffs Of Nothingness (Ole Henrik Moe & Kari Rønnekleiv)


Ole Henrik Moe: Ciaccona / 3 Persephone Perceptions



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