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Alle Rezensionen zu Ruben Sverre Gjertsen (geb. 1977)
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

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Song Circus: Anatomy of Sound — Ruben Sverre Gjertsen & Ole-Henrik Moe
Stine Janvin Motland, Maria Norseth Garli: Sopran · Liv Runesdatter: Mezzosopran · Anita Kaasbøll, Rønnaug Bakke, Eva Bjerga Haugen: Alt · Ruben Sverre Gjertsen: Elektronik · Carl Anders Nilsen, Jonas Skartveit Rogne: Leitung
(SACD, 2015, 2L/Naxos 2L-117-SABD)

»Anatomie des Klangs« nennen Song Circus ihr Album, eigentlich ein Titel, der auf etliche Veröffentlichungen des Labels 2L passen könnte, denn Klang ist für Morten Lindberg und seine Mitstreiter der »Unique Selling Point« Nummer eins. So erscheint auch dieses Album als Super Audio CD und als BluRay mit Abmischungen in 5.0 DTS, 2.0, MP3, FLAC und vor allem 9.0 Auro-3D, einem Soundsystem, das nur sehr wenige Hörer überhaupt in ihrer Reichweite haben dürften. So kommen die meisten nie in den Genuss, diese Produktion in ihrer originären Form zu erleben. Das Programm, das das fünfköpfige Vokalensemble unter der Leitung von Liv Runesdatter hier darbietet, ist eigentlich als eine Art Klanginstallation gedacht. Der 1977 geborene Komponist Ruben Sverre Gjertsen und die in Stavanger angesiedelten Sängerinnen haben gemeinsam über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren an diesem Projekt gearbeitet.

Gjertsens »Landscape with Figures« in zwölf Sätzen, nach Textfragmenten des Norwegers Damian Vitanza und aus »Finnegans Wake« von James Joyce, ist als Komposition für acht oder 16 Kanäle im Raum, in einer Kombination aus gesungenen Vokalen und elektronischem Klangmaterial angelegt, weshalb der Surround-Sound des Auro-3D letztlich die einzig halbwegs angemessene Aufzeichnungs- und Wiedergabeform ist. Im Stereo-Klangbild kann man sich zwar an Gjertsens höchst eigenwilliger Weise im Umgang mit diesem Avantgarde-Textmaterial erfreuen, den »richtigen« Einstieg finden die meisten Hörer über die CD indes nur mühsam. Doch wer bereit ist, die Ohren für Neues zu öffnen, kann in diesen Dialogen aus Organischem und Artifiziellem immer wieder staunen über die Vielfalt der kompositorischen Spielfreude und die Kunstfertigkeit der interpretierenden Vokalistinnen.

Nach dem 45-minütigen Hauptwerk bieten Song Circus ebenfalls in Quintettbesetzung (eine der Altstimmen wechselt) noch die gut zwölf Minuten von Ole-Henrik Moes »Persefone«, das als ein Post Scriptum zum radikalen Violinwerk »3 Persephone Perceptions« (Rune Grammophon 2007) entstand. »Persefone« schrieb Moe für Vokalquintett und Weingläser, beeinflusst von Morton Feldman, als Studie von Stimmklängen, Dynamik und Mikrotonalität.

Diese »Anatomie des Klangs« entführt uns in einen Kosmos voller Abwege, Außergewöhnlichkeiten und irrealer Klangbilder, fast wie ein entfernter Cousin von Mica Levis Komposition »Under the Skin«: wie von einer anderen Welt. (ijb)

Mit folgenden Werken:
Ruben Sverre Gjertsen / Damian Vitanza, James Joyce: »Landscape with Figures«
Ole-Henrik Moe: »Persefone«



Siehe auch:
Ole-Henrik Moe & Kari Rønnekleiv
Anita Kaasbøll

Stine Janvin Motland

Liv Runesdatter


Ruben Sverre Gjertsen: Song Circus: Anatomy of Sound — Ruben Sverre Gjertsen & Ole-Henrik Moe

Offizielle Website      www.rubensverregjertsen.com



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