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26. Juli 2002, Olut-Festival, Pietarsaari
Ein Konzertbericht von Nathalie Martin

Ist da ein Grundstück dabei?
Das mag sich so manch einer
bei den Bierpreisen gefragt haben.

Aber schließlich nennt sich das ganze ja
Olut-Festival (Olut = Bier), also was soll's.

Backyard Babies

Tatort: Olut-Festival, Pietarsaari aka Jakobstad
Tatverdächtige: Oberposer und Co.
Tatzeit: zu kurz
Tat-Zeugen: Betrunken?!

Backyard Babies

Dregen trägt Jacke ...

Backyard Babies

... damit er sie ausziehen kann

Backyard Babies

Neben Alkoholliebhabern befanden sich auch »echte Fans« im Publikum, deren Lebenssinn darin besteht, den Backyard Babies hinterher zu reisen: »Oh Dregen, he's sooooooooo sweet.« Na ja, immerhin wurde Andreas »Dregen« Tyrone Svensson – Lieblingsäußerung »(I Give A) Fuck« – 1998 von den Leser(inne)n des schwedischen Aftonbladet-Puls zum viert-sexiesten Mann Schwedens gewählt.

Die namenlose Vorband passte zwar nicht ganz zum Haupt-Act, war aber trotzdem hörenswert: Alt-68er Verwesis, die alles gaben – auch mit ihren gesellschaftskritischen Texten. Der Sänger verfügte über eine nasale Meditationsstimme – vielleicht befand sich der Schlagzeuger deshalb in totaler Trance. Der Gitarrist dagegen war voll in seinem Element: Er machte Sprünge und Umdrehungen, als wäre er aufgezogen. ... welch Einführung für die Backyard Babies.

Mögen Dregen und Co auch die größten Poser unter der Sonne sein (wenigstens hat Sänger Nicke dieses Mal auf den Ventilator verzichtet): Sie rocken wie kaum eine andere Band. Die größenwahnsinnigen Schweden, die sich selbst als »die letzte wahre Rock'n'Roll Band der Welt« bezeichnen, heizten dem Publikum mächtig ein.

Bei Basser Johann Blomqvist glühten die Saiten förmlich und Schlagzeuger Pedar Carlsson verheizte etliche Stöcke. Kein Wunder, denn vom Debütalbum »TOTAL 13« gab's rockige, dreckige, energiegeladene (Punk)Rock-Attacken: Bei Krachern wie »Bombed (Out Of My Mind)« und »Look At You« blieb kein Körper bewegungslos.

Sänger Nicke über das Nachfolge-Werk: »Als wir Songs für das neue Album schrieben, dachten wir an unsere Livegigs und was beim Publikum ankam. Wir wollten große Refrains, Mitgrölsachen, Dinge die live abgehen. »Total 13«hatte eine Art chaotischen Zorn, mit der neuen Scheibe wollten wir ein kontrolliertes Chaos.« Und das gelang: Auch mit ihren Hits »Payback«, dem an Social Distortion angelegten Smasher »Too Tough To Make Some Friends« oder »Brand New Hate« vom Album »MAKING ENEMIES IS GOOD« drückten die Wahl-Stockholmer kräftig aufs Gaspedal.

Publikums-Favorit: Die hedonistische Hymne »I Love To Roll«, mit dem unvergesslichen »Sex, Drugs, Rock«-Refrain. »Alle Rock'n'Roll Bands der Welt wollten diesen Song schreiben – doch nur eine hatte den Mut, es zu tun«, brüsteten sich die gebürtigen Nassjöer. Einziger Wermutstropfen: Eine Backyard Babies Show kann nie lange genug sein – »Let's Go To Hell«, bald wieder.

© 2002, Text und Fotos: Nathalie Martin, exklusiv für Nordische Musik



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