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Beady Belle: Bella Is In Mannheim

19. Mai 2005, Mannheim
Ein Konzertbericht von Petra von Schenck

Beady Belle

Tatort: Alte Feuerwache, Mannheim
Tatverdächtige: Power-Frau mit hochkonzentrierten Musik-Kollegen
Tatzeit: knackige eineinhalb Stunden – und viel zu schnell vorbei
Tat-Zeugen: Tanzwütige Mittdreissiger, agile ältere Semester und die Stuhlfraktion –
bestehend aus singenden Sitztanzenden und vereinzelt stoisch dreinblickenden Zeitgenossen

Zehn vor neun: Ordentliche Stuhlreihen? Diskutierendes Publikum? Sieht nach einem gesitteten Jazz-Konzert aus ... Der Eindruck täuscht, wie sich zeigt.

Beady Belle

Kurz nach neun: Beate S. Lech – in mädchenhaftem Trägertop und schwingendem kurzen Rock – grüsst freundlich-knapp und beginnt sofort zu singen, während Marius Reksjö behutsam den Bass anzupft. Erik Holm lässt mit konzentrierter Miene seine Schlagzeug-Stöcke auf Becken und Trommeln fallen, und ein ernster Jörn Öien wacht über die Keyboards.

Zunächst ein paar langsame Töne zum Einstimmen wie »When My Anger Starts To Cry«. Ein paar Takte später hält es den Ersten nicht mehr auf dem Stuhl – sehr zur Freude von Beate, die ihn nach dem Ende des Songs aufmunternd anstrahlt.

Die freie Fläche zwischen erster Reihe und Bühne bietet sich auf der linken Seite geradezu an fürs Austoben, und so bleibt der Tanzwütige nicht lange alleine.

Beate wechselt derweil zwischen kraftvollem Singen und ausgelassenem Tanzen – und mixt dazwischen ihre hingehauchten kurzen Laute und Sprachfetzen zu minutenlangem Bombastic-Sound. Great! Quer durch ihre drei Alben spielen die vier »One And Only«, »Big Ballon«, »Pantile«, »Shadow« oder auch »Skin Deep«.

Beady Belle

»I'm Singing For You«

Marius wechselt zwischendurch zur E-Gitarre, Erik entspannt sich sichtlich, und Beate scheint mindestens so viel Spaß an der Musik zu haben wie die Mannheimer. Nach und nach springen einige auf, und der Mini-Dancefloor füllt sich. Da sich die Gruppe ein wenig abseits aufhält, geniessen die Sitzenden trotzdem eine freie Sicht.

Auch denen ist die Musik alles andere als egal: Wer sich nicht zur Tanzfläche traut, übt sich im Sitztanzen oder singt mit. Kurzerhand kreiert Beate bei »Bella« die Refrain-Zeile: »Bella is in Mannheim« – wie wahr! Präsenter geht es nicht. »Goldilocks« steckt an.

Mitten in die ausgelassene Stimmung hinein bedankt sich die strahlende Beate plötzlich beim Publikum. – Wie? Das war es schon?? Die vier lassen sich zu einer Zugabe erweichen und wirken – genauso wie ihre Zuhörer – höchst zufrieden, als sie gegen halb elf hinter dem Bühnenvorhang verschwinden.

Fazit: Klasse Abend – nur viel zu schnell vorbei!

© 2005 Text und Fotos: Petra von Schenck



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