Diese Seite empfehlen Neuheiten CD-Rezensionen Service Suche Impressum


Not dead yet! – Bodom Before Midnight

29. Januar 2006, Stuttgart
Ein Konzertbericht von Nathalie Martin

Ein Bad in der mattenschwingenden Meute

Children Of Bodom

Tatort: LKA Longhorn, Stuttgart
Tatverdächtige: höchst spielfreudige Bodomkinder
Tatzeit: knappe zwei COB-Albumlängen
Tat-Zeugen: Ooops – nicht ohne Grund endet die Show vor Mitternacht


Children Of Bodom

Gitarrenwunderkind Alexi

Kurz nach neun – auf diese Weise kriegen die vielen halbwüchsigen Fans keine Scherereien mit dem Jugendschutzgesetz – startet der Finnenfünfer mit »Living Dead Beat«, dem Opener des aktuellen Albums, durch. Nicht nur die erste Reihe, zur Hälfte Weibsbilder, mosht: Das ganze, seit Wochen ausverkaufte LKA verwandelt sich in eine mattenschwingende Meute. Schon sucht der erste Fan sein Heil in der Flucht, die Security zerrt ihn übers Gitter.

Fronter Alexi turnt derweil gutgelaunt zwischen (leider nicht brennenden) Ölfässern und auf dem halbierten Straßenkreuzer herum, seine Finger wieseln beflügelt zu Krachern wie »Sixpounder« oder »Silent Night, Bodom Night« über die Saiten. Der Übergang zu »Hate Me!« erfolgt so nahtlos ... dass die Ordner die Fotografen erst nach dem vierten Stück aus dem Graben schicken.

Wildchild Laiho und seine Truppe verschwinden backstage; einzig Schlagzeuger Jaska Ratikainen hält für eine kurze Soloeinlage die Stellung. Beflügelt fegen die Bodomkinder wieder über die Bretter, zum »Bodom After Midnight-Bodom Beach Terror Mix« in XXL post das Wildchild auf der Motorhaube, Zweitgitarrero Roope und Basser Henkka zeigen sich ebenso spielfreudig.

Alexi sucht mit den obligatorischen »fucking fuck«-Ansagen den Kontakt zum Publikum – das stürmisch »Needled 24/7« und das per Band-Website auf Platz Zwei gewählte »Follow The Reaper« abfeiert.

Children Of Bodom

Henkka schnappt eine Sekunde nach Luft

Nach einem (zu) ausufernden Frage-Antwort-Soli-Duell von Alexi und Keyboarder Janne »Warman«, der im Laufe des Abends diverse Biere den Schlund hinunterstürzt, wird das Publikum wieder aktiv: »Hate Crew Deathroll« machen COB zum heavy Sing-Along.

Nach »Are You Dead Yet« verlassen die Espooer die Bühne, kehren aber so schnell zurück, dass sich die Frage stellt: »Sind das jetzt schon die Zugaben?« Yep.

Noch einmal fackeln die Jungs mit »Chokehold«, »Every Time I Die« und »Downfall« die Hütte ab, während Janne fast eine Songlänge lang verzweifelt versucht, mit einer Hand seine Mütze aufzusetzen, scheitert, grinst und bis zur Pause zwischen den Tracks warten muss. Wohlbemützt räumt er unter Beastie Boys' »Fight For Your Right« endgültig, die restlichen Bodomkinder im Schlepp, seinen Platz am Keyboard.

Bilanz: Eine geniale Show der Hatecrew mit der Livewirkung angepasster Setlist. Einziger Wehmutstropfen bleibt die nur knapp 80minütige Spielzeit – doch diese kalte Dusche kennen erfahrene Fans ja bereits von den Alben.

© Text und Fotos: Nathalie Martin



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

Bands:    Allgemein:    Konzerte:


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel