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Markku Peltola: Relaxed auf der Monitorbox

Ein Sonderling lädt ein auf seinen Reiterhof

16. März 2005, Zerwirk, München
Ein Konzertbericht von Tim Jonathan Kleinecke

Markku Peltola und Band

Tatort: Zerwirk, München
Tatzeit: 22.30 h
Tat-Zeugen: Neugierige und Kenner

Markku Peltola und Band

Timo Kaaja und Tommi Laine

Das Zerwirk befindet sich unweit des Münchner Marienplatz und ist eigentlich noch gar nicht offiziell eröffnet. Das merkt man an der Inneneinrichtung: Außer der Bühne, dem Mischpult und einer Theke besteht diese nämlich nur aus weißen Wänden und einer ebensolchen hohen Decke. Und weil die Bühne auf der Breitseite postiert ist, kamen leichte Zweifel auf, ob hierin ein guter Konzert-Sound möglich ist. Er ist – aber dazu später.

Gegen 22.30 h kommen Markku Peltola und seine Band auf die Bühne: Pirkko Kontkanen mit ihrer Violine, Gitarrist Tommi Laine, Timo Kaaja am elektrischen Bass, Drummer Juppo Paavola und Kusti Vuorinen mit Akkordeon und Posaune und Hut. Und natürlich Markku Peltola, der auch für dieses Konzert als der »Mann ohne Vergangenheit« aus Aki Kaurismäkis gleichnamigem Film die Plakate ziert.

Das mag werbetechnisch richtig sein, aber dass der Mann auch musikalisch eine ganze Menge drauf hat, weiß man seit seiner grandiosen CD »BUSTER KEATONIN RATSUTILALLA«, zu deutsch: »Auf Buster Keatons Reiterhof«.

Den Reiterhof sieht man Peltola nicht auf den ersten Blick an: outfitmäßig voll auf der Höhe mit weißem Hemd, schwarzer Krawatte, darüber ein blauer Trainingsanzug, Winterjacke und Pelzmütze. Letztere ist nicht wirklich nötig an einem Tag, den man schon nachmittags im Biergarten genießen konnte.

Markku Peltola und Band

Vom ersten Augenblick ist die Peltola-Band voll konzentriert und mit Ernst und Spaß bei der Sache. Außer Vuorela und Kaaja spielen alle im Sitzen, was der Stimmung der Musik auch durchaus entspricht. Die Stücke stammen nahezu ausschließlich von der oben erwähnten CD, werden auch live nicht sonderlich anders interpretiert.

Markku Peltola und Band

Endlich lächelt er ...

Macht aber nichts, das Konzert ist gleichsam entspannt und spannend, die Band spielt vorzüglich zusammen, und Peltola hält alle Fäden in der Hand: Mit Blicken dirigiert er seine Musiker und setzt relaxed die Füße auf die Monitorbox.

Der Sound erweist sich als ausgezeichnet – sicher ein Verdienst von Mischer Nuuti Vappavuori, der in diesem Gewölbe keinen leichten Job hat. Und so steigt die Stimmung im Publikum; auch Peltola lächelt jetzt öfters, aber lange Ansagen sind sein Ding nicht. Er lässt die Musik für sich sprechen, und die kommt der CD gleich.

Juppo Paavolas trommelt sehr variabel und einfallsreich, Kaajas Bass brummelt mehr als solide, Tommi Laine hat ein paar sehr schöne Momente mit der Slide-Gitarre, und Pirkko Kontkanens Geige ergänzt sich prima mit der Posaune von Kusti Vuorinen, der auch am Akkordeon gefällt. Und mitten drin sitzt Markku Peltola, zupft seine akustische Gitarre und hat sichtlich Spaß. Ein schönes, unspektakuläres, angenehmes Konzert mit so noch nie gehörter Musik und einer sehr guten Band.

© 2005 Text und Fotos: Tim Jonathan Kleinecke



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