Diese Seite empfehlen Neuheiten CD-Rezensionen Service Suche Impressum


Don't mess with ... The Poets Of The Fall

15. März 2005, Helsinki
Ein Konzertbericht von Nathalie Martin

Begeisternde Dichter ohne Starallüren. Prädikat: Absolut empfehlenswert!

Poets Of The Fall

Tatort: Tavastia, Helsinki
Tatverdächtige: drei Poeten und drei Freunde
Tatzeit: knappe anderthalb Stunden
Tat-Zeugen: mehrheitlich Finnen, aber auch einige Fans aus den UK / Deutschland


Poets Of The Fall

... it's just a jacket

Sänger Mark stürmt in Rapper-Optik, gekleidet in Poets Of The Fall-Kapuzenjacke und Sonnenbrille, auf die Bühne und startet mit »Don't Mess With Me« voll durch.

Der schlaksige Kerl hüpft, springt bei den ersten Songs wie wild hin und her, reißt sich schließlich die Jacke vom Leib und schmeißt sie in die Menge. Als daraufhin eine heftige Balgerei ausbricht, ruft er sichtlich irritiert: »It's just a jacket!« ins Mikro.

Bei ihrem Max Payne-Superhit »Late Goodbye« wagt sich Mark dennoch ins Publikum, dringt bis zur vierten Reihe vor. Das – nicht nur jetzt entstehende – Gedränge ist schlimmer als bei einem Slayer-Konzert ... zu viele weibliche Fans.

Doch die Poeten spielen beileibe keine Girlie-Musik: Mark, Gitarrist Ollie, Tastenmann Captain – der eindeutig Apple I-Books favorisiert – sowie die ergänzenden zweite Gitarre, Bass und Schlagzeug – rocken live um einige Nummern härter als auf ihrer »SIGNS OF LIFE«-Scheibe.

Und diese feiern die Finnen nahezu komplett ab, zwar nicht bis »3 A.M.«, doch fast 90 Minuten lang. Eine kleine Ruhepause gönnt sich die Combo bei »Someone Special«, als Olli zur Akustikklampfe greift und der Frontmann sich auf einem Barhocker niederlässt, Captain auf ein Podest sinkt und nur noch der Bassist zart im Hintergrund an den Saiten zupft.

Poets Of The Fall

Jazzgitarrist Ollie auf Rock-Pfaden

Wieder sucht Mark, der inzwischen von Kappe zu Pan-Tau-Hut gewechselt hat, den Publikumskontakt, steigt von der Bühne, wandelt durch das Volk, kehrt zurück und fragt: »Heute ist Dienstag, ist das ein guter Tag?« Alles brüllt »Hyvä!« (zu Deutsch: gut), aber Mark lässt das nicht gelten und meint: »Maybe Tomorrow Is A Better Day«. Dieses ehemalige Weihnachtsgeschenk gibt's bisher leider nur live zu hören ... vielleicht ein Stück für die nächste CD?

Weniger besinnlich schreit der Sänger nun »Should I Stay Or Should I Go?« Die Menge johlt aus hunderten Kehlen voller Inbrunst »Stay!«, anscheinend zu leise, denn erst als sie die höchstzulässige Dezibelzahl erreichen, gibt sich Mark zufrieden und intoniert »Stay«. Ruft danach: »Give me an L!« und in bester Cheerleader-Manier gibt das aufgeheizte Publikum ein »L-I-F-T«.

Viel zu schnell verschwinden die Musiker. Die Masse verlangt mehr, und die zurückkehrende Band hat sichtlich Mühe, Ruhe zu verbreiten: Erst nach mehreren »Pssst« kann Mark »With Silence Comes Peace ...« flüstern und das »Sleep«-Lied anstimmen.

Wer sich die ganze Zeit wundert, wo denn nur das fabelhafte »Illusion & Dream« bleibt: Dieser wirklich allerletzte Song lässt das mitreißende Konzert ausklingen. Kompliment auch an die Jungs von der Technik, für den ausgezeichneten Sound.

Poets Of The Fall

Mark hüpft und springt

Doch damit ist der Abend noch nicht gelaufen: Die Poeten zeigen keine Starallüren. Mark, Olli und Captain schreiben fleißig Autogramme auf Booklets, gerade gekauften T-Shirts, Eintrittskarten und aus Papiermangel auch mal auf einen Arm. Sie posieren für Fotos – die im Nokialand häufig mit Handy aufgenommen werden – nicht nur mit weiblichen Fans; einige Jungs ließen sich ebenso verewigen.

Wer die Band bisher verpasst hat, dem dürften sich noch genügend Gelegenheiten bieten: Die Geschichte der Poeten hat erst angefangen.

© Text und Fotos: Nathalie Martin



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

Bands:    Allgemein:    Konzerte:


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel