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... oder: Ein Hoch auf kabellose (Bass-)Gitarren

2. August 2003, Kassel
Ein Konzertbericht von Nathalie Martin

Screamin' Stukas

Tatort: ein kleiner Raum, ohne Bühne (!), mit Platz für ungefähr fünfzig Leute, in Kassel
Tatverdächtige: Screamin' Stukas
Tatzeit: circa 23 Uhr bis 0.30 Uhr
Tat-Zeugen: gut 50 tanzende und dampfende Männlein und Weiblein

Screamin' Stukas

Matti und Hanski gehen Luft schnappen

Frontmann Otto schnappte sich das Mikro und legte mit »Walking On Water« gleich richtig los. Bei den ersten Liedern hielt das Publikum - das keinerlei Ahnung hatte, was sie erwartete - noch den Scham-Sicherheitsabstand ein. Doch spätestens bei »Never Been This High« rückten sie dichter an die nicht vorhandene Bühne ran, schließlich drängten ja auch noch Leute nach.

Binnen weniger Minuten verwandelte sich der Raum um die tanzenden Männlein und Weiblein in eine Sauna. Hölle, Hölle, Hölle - das muss Wolle Petry gemeint haben. Otto gelang es, trotz der begrenzten räumlichen Möglichkeiten durchs Volk zu tanzen, soweit das Mikrokabel reichte.

Screamin' Stukas

Otto singt auf dem Fenstersims

Endlich. Sind das Wassertropfen? Von wegen: Von Haaren und Stirne heiß, flog ins Volk der Schweiß. Den Finnen wurd's zu warm und Gitarrist Matti machte wahr, was er schon vorher angedeutet hatte: »Da drin wird es sicher saumäßig heiß - bevor ich einen Kollaps kriege, spiele ich im Freien weiter!« Gesegnet seien die kabellosen (Bass-)Gitarren. Matti und Bassist Hanski teilten die Menge - und liefen hinaus. Die im Freien stehenden Leute auf der Suche nach Luft wunderten sich: Ist das Konzert schon aus?!

Auch Otto kraxelte aus dem Fenster, ließ sich das Mikro rausreichen, und schloss den Fensterflügel. Nur Drummer Tero und Keyboarder Juha mussten an ihre Instrumente gefesselt ausharren, während sich Hanski und Matti mitten auf der Straße ein kühles Lüftchen um die Nase wehen ließen. Rechtzeitig zum einzigen finnischen Song des Abends »Valonkantaja« (Lichtträger) waren alle wieder vereint - und boten »Action« bis zum gleichnamigen Lied.

Das Publikum, das die unbekannten Finnen sofort ins Herz - und Tanzbein - geschlossen hat, trotzte ihnen drei Zugaben ab: Und dann war leider wirklich (schon) Schluss.

© Text und Fotos: Nathalie Martin



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