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Lange Rezensionen 1 - 10 von 53 im Genre »Beats« und Land »Norwegen« (insgesamt 89)

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Acid Queen: Tranzania
(1999, Kirkelig Kulturverksted /Indigo FXCD203, bzw. 8790-2 )

Wenn zwei norwegische Techno-DJs in Tansania mit gestandenen Taarab-Musikern improvisieren, verspricht das Ergebnis ein wahrhaft grenzenloses Hörabenteuer. Dies umso mehr, als die beiden Osloer Stephen Groth und Christian Grimshei ohne festes Konzept nach Dar-Es Saalam reisten und sich einfach überraschen ließen.

Meist legten die beiden Dancefloor-Experten ein wuchtiges Fundament aus schleppenden Triphop-Beats oder hart pochenden House-Rhythmen, das der Egyptian Musical Club dann mit Geigen, Trommeln, Lauten und natürlich viel Gesang auffüllte. Im Gegensatz zu den meist nur im Studio montierten Ethno-House-Spielereien explodiert »TRANZANIA« regelrecht in einem organischen Zusammenprall der Gegensätze - Nord und Süd, Tradition und High-Tech, Elektronik-Avantgarde und Suaheli-Tanz. (peb)

 Acid Queen: Tranzania

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AM And The UV: Candy Thunder
(2004, Beatservice /VME BS072CD )

Sie ist wieder einmal gut untergekommen, die Sängerin Anne Marie Almedal, die einst für den Erfolg von Velvet Belly sorgte. Gemeinsam mit Nicolas Silitoe, der seinerseits Teil des Projektes Illumination ist sowie Ken Theodorsen, mit dem er wiederum die DJ-Schmiede Ultraworld bildet, nennt man sich AM And The UV. Und hat auf dessen Debüt-Album ein knappes Dutzend Songs eingespielt, die angenehmen und zuckerfreien Elektropop bieten. Mal fast (fast!) verklärt sphärisch und getragen von ernster Ruhe, dann wieder hippelig und vorpreschend, ohne sich jedoch zu allzu banalen Rhythmen verführen zu lassen.

»The True New Cool Of Norway« – hmmm, so ganz falsch ist diese Selbstbeschreibung entsprechend nicht. Obwohl man mit Titel wie »Wonderful, Beautiful« auch so warmherzige Ohrwürmer im Repertoire hält, dass man seinen Norwegerpullover auf der Stelle grellorange einfärben möchte. Hat ohnehin nur gekratzt, das Ding. (frk)



Siehe auch:
Anne Marie Almedal
Velvet Belly

Jan Bang

Illumination/Chilluminati


 AM And The UV: Candy Thunder

Offizielle Website

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Apoptygma Berzerk: You And Me Against The World
(2005, Gun /Sony BMG 82876731102 )

Mittlerweile werden ihre Klingeltöne im Sparpaket zu bester Sendezeit angepriesen: Mit etwas Zeitverzögerung sind Apoptygma Berzerk nun endgültig das große Ding, szenenübergreifend. Neuerdings packt man die Gitarre aus und macht sehr regen Gebrauch davon, dominant und begleitet von Schlagzeug. So besteht das Album aus kompakten Synthiepop-Rocksongs, mit meist starken Refrains und hymnenhaften Melodien von durchgängigem Hitcharakter – als prominentester Vertreter wäre das kitschige Kim Wilde-Cover »Cambodia« zu nennen. Apropos Kitsch: Arg dürfte für den Fan der ersten Stunde der leichtgewichtige Bonustrack »Shine On« sein.

Der untypischste Song ist wohl »Maze«, entstanden in Kooperation mit den Landsmännern Mortiis – ein treibender Rocksong, der stark an Placebo erinnert. Jedes neue Apoptygma Album stellt zwar einen gewissen Bruch mit dem Vorgänger dar, doch diesmal dürfte die Kluft besonders groß sein. Verabschieden darf man sich von monotonen Techno-Stampfern, Klang-Kollagen und Euro-Dance; an den rockigen Sound dieses bis dahin kommerziellste Album muss man sich dagegen erst einmal gewöhnen. (chd)



Mehr CDs von Apoptygma Berzerk



Siehe auch:
Mortiis


Zum Artikel über Apoptygma Berzerk

 Apoptygma Berzerk: You And Me Against The World

Offizielle Website

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Athome Project: Athome Project
(2002, Beatservice /Indigo 2298-2 )

Im Frühling im Bett liegen zu müssen, weil man sich wegen Rückenschmerzen nicht recht rühren kann, dürfte einen gründlich deprimieren. Dem Multi-Instrumentalisten Mr. Athome alias Stian Jacobsen verhalf solches indes, sich einmal gründlich mit seiner Musik beschäftigen zu können. Heute gehört er zur fröhlichen Pop-Mix-Szene aus Bergen, zu der man auch Ralph Myerz, Björn Torske und die mittlerweile recht bekannten Röyksopp zählt.

Und so bietet auch sein Debüt-Album einen fortlaufenden Teppich aus treibenden Beats, garniert mit kleinen, feinen Breaks, die einen mitziehen und sich im Ohr einnisten. Noch dazu hat er mit der Kandierin Caitlin Simpson eine angenehm soulige Sängerin zur Hand und versteht es auch, ihre Künste behutsam einzusetzen. (frk)



Siehe auch:
Röyksopp
Flunk


 Athome Project: Athome Project

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Snorre Bjerk: My Place
(2006, Vuelje VUCD 804 )

Den Trommler und Sänger Snorre Bjerck kennt, wer sich mal mit dem Modern-Joik Projekt Transjoik vertraut gemacht hat. Dieses war zuletzt – Nomen ist Omen - weit außerhalb Norwegens unterwegs und hat sich seinerseits mit dem musikalischen Fundus der arabischen und der pakistanischen Kultur beschäftigt. Und genau daran knüpft Bjercks Soloprojekt an: »MY PLACE« versammelt Trommelzitate aus Bjercks samischer Heimat und mixt diese mit Liedelementen pakistanischer Sänger und Sängerinnen.

Zugleich werden Alltagsklänge wie Stimmengewirr, Straßenlärm, Kinderlachen oder Geräusche vom Flugplatz ebenso geschickt eingearbeitet wie Lautsprecheransagen vom Mailänder Bahnhof. Dazu wummert verlässlich Mich Gerbers Bass, und wenn dann noch der Joiker Ingot Ántte Àilu seine Stimme kreiseln lässt, ist das Vergnügen perfekt. Das Ergebnis ist am Ende eine hypnotische CD, deren Kraft sich durchaus nicht beim allerersten Hören erschließt, sondern die eben etwas Zeit braucht, ihre Wirkung zu entfalten. (frk)



Siehe auch:
Transjoik

Snorre Bjerk: My Place

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Butti 49: Habit
(2004, Exceptional Records /Rough Trade EXLPCD0404 )

Jazz bietet unter mediokren Elektronik-Produzenten einen sicheren Rückhalt. Immer dann, wenn Songs in sterile Monotonie abzudriften erscheinen, werden bevorzugt filigrane Jazz-Adaptionen eingeflochten, dubbige Kontrabass-Linien genährt und verstiegene Tropetensounds gesamplet, die getarnt als »NuJazz« eine nichtssagend-chillige Tapete für modische In-Bars abgeben.

Ganz anders beim Duo Butti 49 aus Stavanger, welches seine Bekanntheit maßgeblich aus diversen Remix-Arbeiten für Künstler wie Nu Spirit Helsinki und Ennio Morricone sowie Labels wie Stereo Deluxe oder Compost schöpft. Zwar haben die elf Songs ihres Debüts auch teils einen chilligen und smoothen Charakter, doch ist die vollblütige Virtuosität unüberhörbar. Ihr profilschaffendes Rhythmus- und Stil-Konglomerat strotzt vor meisterhafter Gelassenheit und tanzfunktionaler Stringenz. Perfekt austariert für beide Rezeptionsmöglichkeiten: Tanzfläche und Sofa. Abgeschmeckt wird der angenehm organische Jazzbeat mit warmen Soulstimmen, dezenten Latin-Accessoires und sexy Copa-Flair. (maw)



Siehe auch:
Nuspirit Helsinki
Verschiedene


 Butti 49: Habit

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Casiokids: Topp Stemning På Lokal Bar
(2010, Moshi Moshi /Rough Trade 387703 )

Casiokids singen wie die Engel. Das können die Regensburger Domspatzen und Sigur Rós auch. Aber die Norweger sind dabei auf eine unbändig leichtfüßige und zutiefst zärtliche Weise glücklich. So glücklich, wie man beim Tanzen ist, wenn ein Lieblingslied nach dem anderen aufgelegt wird und man nicht mehr aufhören kann. Das Quintett aus der Bergen-Szene, wo lokale Heroen wie Datarock herkommen, bringt den blubbernden Elektropop mit seinem wummernden Synthie-Sounds dazu, heftig mit afrikanisch-tribalen-Rhythmen zu knutschen. Darüber kreist die poppige Discokugel. Das Alleinstellungsmerkmal der Casiokids aber liegt in ihrer Geisteshaltung: Diese Fünf haben sich eine naive Unschuld bewahrt. Sehen die Welt aus Kulleraugen an und finden sie großartig.

Casiokids sind im Herzen Spielkinder geblieben, für die die elektronisch-künstliche Glitzerwelt nichts anderes ist als ein überdimensionierter Zauberkasten. Mit Hilfe dessen sie wie Daniel Düsentrieb eigenwillige Kompositionen kreieren. Denn merke: Naiv ist nicht doof! Zum selbstbewussten Eigensinn gehört, dass die Norweger konsequent in ihrer Landessprache singen und es damit bis in die englischen Dancefloor-Charts geschafft haben. Mit »TOPP STEMNING PÅ LOKAL BAR« (übersetzt: super Stimmung in der örtlichen Kneipe) haben die Casiokids die prägendsten Songs aus ihren in Norwegen erschienen Alben in Form von Remixen zusammengetragen und sie mit zwei Cover-Versionen ergänzt, unter anderem mit James Yuills »Left Handed Girl«.Wer dazu nicht selig lächelt, der macht irgendetwas verkehrt. (emv)



Siehe auch:
Sigur Rós
Datarock


 Casiokids: Topp Stemning På Lokal Bar

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Cinque Cento: Lake shore drive
(2005, Beatservice /VME BS079CD )

Ja, hört das denn nie auf! Macht denn jeder Norweger durch und durch tanzbare Musik, nach denen man sich hierzulande die Finger lecken wird? In diesem Fall nennt sich der aus Trondheim stammende T.D. Nicholson aus nicht näher bekannten Gründen Cinque Cento, was wiederum italienisch ist und ein dortiges Kleingefährt auf vier Rädern bezeichnet. Das Getriebe besteht dabei aus Funk, der Anlasser aus Jazz, die Zylinderkopfdichtung aus Bossa Nova-Klängen, die Benzinpumpe aus souligen Schleifen.

Trat Nicholson anfangs auf diversen Compilations vorwiegend mit Instrumentalstücken an, ist nun auf seinem Debütalbum der Gesang hinzugekommen: in Gestalt seiner gelegentlichen Mitstreiterin Anita Nansy Valderhaug, die stimmlich gekonnt die Balance zwischen Pop und Jazz hält. Auch hübsch, weil treffend passend: der Einsatz von Saxophonen und Gitarren, die seiner exakten Beatgrundierung eine gewisse freimütige Note geben. Und der Song »Ease My Mind«, er wird der nächste James Bond-Titel werden. Wetten? (frk)

 Cinque Cento: Lake shore drive

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D'sound: My Today
(2006, Edel 0168512CTT )

Was langweilt auf Dauer ungemein? Perfektion! Makellose Schönheit ist eine Endstation. Genau das ist das Problem beim Trio D'Sound. Sie füllen ihre Nische, eine gefällige Mischung aus Nu Jazz, Rythm And Blues und einer Spur Balladenpop so vollständig aus, dass keinerlei Reibungspunkte bleiben. Die Stimme von Sängerin Simone, einer Deutschen, die es vom Schwarzwald an die Fjorde verschlagen hat, kennt jeder: Sie hat die träumerischen Backing Vocals in A-has Welthit »Velvet« gesungen. Auf »MY TODAY«, der sechsten Veröffentlichung von D'Sound, ist alles auf diese biegsame, warme Stimme zugeschnitten. Es sind nur handverlesene Gäste zugelassen: Da kommt der deutsche Lounge-Trompeter Till Brönner für ein Duett mit ins Spiel, ebenso wie Tony Momrelle, Sänger der britischen Soulheroen Incognito.

Das alles könnte perfekt funktionieren – wenn es eben nicht so perfekt wäre! Das Album ist auf dem Hochglanzniveau von Lifestyle-Magazinen produziert, aber das lebendige Atmen ist auf der Strecke geblieben. Nur ganz selten, in den ruhigeren Stücken wie »As Long As I Sing« gibt es etwas Tiefgang. Ansonsten qualitätvolle Hintergrundmusik für die gehobenen Hotelbars dieser Welt. (emv)

 D

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Datarock: Red
(2009, Nettwerk Records /Soulfood 3 22822 )

Zitieren ist ein Zeichen von Intelligenz. Und schlau sind sie, keine Frage! Die norwegischen Discopop-Rebellen und Spielekonsolen-Blieper trauern auf ihrer zweiten Veröffentlichung »RED« demonstrativ darüber, dass sie in den frühen 80ern vermutlich noch in den Windeln lagen. Ihre Traurigkeit bekämpfen sie mit Zitaten. Seit »REMAIN IN LIGHT« ist kein Album mehr erschienen, dass so sehr nach den echten, den coolen Talking Heads klingt. Der Track »True Stories« besteht nur aus Songtiteln der Giganten um David Byrne. Schlau, wer das auf Anhieb herausfindet!

In ihrer Zitate-Glitzershow huldigen Datarock in »Molly« der 80er-Teenieschmonzetten-Aktrice Molly Ringwald, vergnügen sich in »Amarillion« mit A-ha-Anspielungen und werfen mit Synthie-Fanfaren um sich wie Konfetti. In der Summe ist das Album ein einziger großer, anarchischer, unwiderstehlich tanzbarer Spaß unter der Discokugel. Wenn nur nicht der Zitierwahn so gänzlich mit den Norwegern durchgehen würde. Denn irgendwann, in einer Tanzpause, meldet sich die naive Kinderstimme wie in Andersens Märchen. »Der Kaiser hat ja gar nichts an!« Ja, stimmt! Was bleibt eigentlich von diesem Album, wenn man das Spiel mit den Vorbildern einfach mal weglässt? (emv)



Mehr CDs von Datarock



Siehe auch:
A-ha

 Datarock: Red

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