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Lange Rezensionen 1 - 10 von 57 im Genre »Folk« und Land »Dänemark« (insgesamt 81)

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Haugaard & Høirup: Om Sommeren
(2003, Gofolk /Nordpool GO0203 )

Fröhlich juchzend, ja vor Lebensglück jubilierend hüpfen die beiden Dänen in das erste Stück auf ihrer Sommer-CD. Wenn Morten Alfred Høirup mit atemberaubend schnellen Akkordwechseln seine Gitarre schrammelt und Geiger Harald Haugaard dazu in unvergleichlicher Eleganz den Bogen tanzen lässt, fühlt man sich unweigerlich an irische Jigs und Reels erinnert.

»Dabei können wir gar nichts anderes spielen als dänische Musik«, kontert der Fiddler verschmitzt und weist darauf hin, dass Dänemark schon immer Einflüsse aus England, Irland und Frankreich in seine Volksmusik integriert hat. Das soll uns nur recht sein, so lange sie so schmelzend schön in den Balladen daherkommt, so feurig bei den schnellen Tanzpassagen, so episch weit ausholend, wenn Høirup mal seine Stimme erhebt. Eine CD ohne Fehl und Tadel; ein meisterhaftes Folk-Duo, dem die Welt gehört – sofern diese zuzuhören bereit ist. (peb)



Mehr CDs von Haugaard & Høirup



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Harald Haugaard & Anders Mogensen


 Haugaard & Høirup: Om Sommeren

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Abild: Methea
(2010, Gofolk GO0910 )

Alles kommt ja wieder, irgendwann. Manchmal kommt auch etwas wieder, was man gar nicht vermisst hatte, alldieweil man von dessen Existenz nichts wußte. Abild aus Dänemark schaffen hier Abhilfe, mit Hilfe einer Legende, mag sie stimmen oder nicht: im Jahre 1767 gab es eine jüngste Tochter namens Mette Marie (nein, nicht diese Prinzessin, die ist doch Norwegerin). »METHEA«, so der Titel dieser CD, war ihr Spitzname. Jacobsen der Nachname. Eines Tages ward sie 16, stellen wir sie uns blond und hübsch vor. Ihr reicher Vater beauftragte einen Musiker aus Odense, ein Liederbuch für die Maid zu schreiben. Und wie es halt so ist: von der Maid ward nie wieder gehört, aber das Liederbuch wurde 230 Jahre später entdeckt.

Anna Aagaard Hansen (sieben A im Namen, aber nur eine Geige), Theis Juul Langlands (p), Jonas Kongsted Fredriksen (vi, va, mand) und Frey Thyrré Klarskov (g, acc) bemühen sich, die Lieder ins Heute zu retten: redlich, aber doch vergeblich. Es klingt nach Kinderreim, es klingt nach Seilspringen, nach Pippi Langstrumpf (aber vielleicht ist es ja auch umgekehrt, »Dans På Dækket«). Die Melodien nerven, die Band tut zu wenig, um auch nur einen kleinen Spannungsbogen aufzuspannen. Stellt sich also die Frage, ob man jedes Liederbuch, das man irgendwo auf einem verstaubten Speicher findet, unbedingt vertonen muss. (tjk)

 Abild: Methea

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Afenginn: Opus
(2016, Westpark /Indigo 87315 )

Warum es diesmal eine Doppel-CD wurde, erklärt Afenginns Mastermind Kim Rafael Nyberg im Cover: Er war aufgrund eines Plantarismuskelrisses in Tasmanien ebendort gefesselt und hatte 40 Tage und Nächte Zeit. Diese nutzte er, um einen Großteil des Materials für »OPUS« zu schreiben.

Die Doppel-CD ist in vier Teile untergliedert, Nyberg vergleicht das mit einem symphonischen Aufbau. Jeder Teil ist anders thematisiert und klanglich fokussiert. Insgesamt zaubern Afenginn erneut ein buntes Kaleidoskop aus nordischem Folk, jazzigen Harmonien, weitläufigen Einflüssen aus der ganzen Welt und klassisch anmutenden Strukturen, die die durchkomponierten Teile der Stücke bestimmen. Neben Nyberg an Mandoline und Piano gehören Rasmus Krøyer (cl, bcl), Niels Skovmand (vi), Erik Olevik (cello, b), Kaare Munkholm (vib, marimba, p) und die beiden Percussionisten Knut Finsrud und Ulrik Brohuus) zur Band. Dazu kommen noch Gäste an Posaune und Trompete und der Cittern-Meister Ale Carr.

In den ersten beiden (bzw. auf der ersten CD) klingen Afenginn fast wie sonst, sehr kontrolliert und strukturiert wirkt die Musik und erinnert hier und da an das Penguin Café Orchestra. Der dritte Teil ist der beste, hier beschäftigen sich Afenginn ganz deutlich mit orientalischen Klängen, sind teilweise als nordeuropäisch nicht mehr zu erkennen. Der letzte Teil hingegen ist ausgesprochen vokal ausgerichtet, die vielen Sänger erinnern an mittelalterliche Choräle. Ein sehr ambitioniertes Werk, das seinem Namen durchaus gerecht wird. (tjk)



Mehr CDs von Afenginn



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Basco
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 Afenginn: Opus

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Analogik: Klunser Beats
(2011, Jenka Music JENKACD08 )

Das Nebelhorn trötet gleich zu Beginn durchdringend. Das ist bitter nötig, damit wir in diesem unübersichtlichen Stilgewaber nicht verloren gehen und mit unserem Bötchen womöglich noch an einer Klippe zerschellen, die unverhofft vor uns aufragen mag. Analogik könnten als gewiefte Strandräuber aus den weißen Schwaden auftauchen und triumphierend ihre Enterhaken schwingen. Das Sextett aus dem dänischen Århus sind respektlose Freibeuter, die in ihrer Kindheit womöglich zu viele Abenteuer-Kassetten gehört und dann das wilde Treiben an ihren Spielekonsolen fortgesetzt haben. Auf »KLUNSER BEATS« entsteht eine aberwitzige Mischung aus Balkan-Beats, Italowestern-Klamottereien, Gigolo-Attitüden, elektronischen Bliepereien, Hip-Hop-Dicke-Lippe-Machen und Zigeunertanzmusik. Hallo?

Nichts hier hallo! Hier geht es um Spaß und Tanzboden-Seeligkeit, beschwingt, ironisch und verspielt. Die Oma schwooft mit dem Enkel, der Erbonkel drückt die appetitliche Nichte ein bisschen zu eng an den Schmerbauch, und darüber flackern Kerzen und Discokugel gleichermaßen wild. Die teils bärtigen Sechs aus Dänemarks Norden zelebrieren wie einst M. Walking On The Water einen charmanten Dilettantismus, der natürlich keiner ist, sondern von Könnern an den Instrumenten dargeboten wird, die teils aus dem tiefernsten Jazz kommen. Himmel aber auch! Saxophon und Konsolen bilden die Vorhut dieser Provinzanarchisten, die mit wildem Geschrei daherkommen, aber zwischendurch zur Stärkung völlig relaxed ihren Aquavit trinken. Das Glas nachfüllen, bitte! (emv)



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 Analogik: Klunser Beats

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Baltinget: Classic
(2003, Gofolk GO0103 )

Ein weiterer Beweis für die volksmusikalische Nähe von Dänemark zur britischen Insel: Das dänische Quintett erinnert an die englische Folk-Bewegung vergangener Jahrzehnte mit seiner freundlich-distinguierten Retro-Spielart. Tove de Fries' Geige fiedelt die Melodien meist unisono mit Jesper Vinther Petersens Akkordeon; manchmal überreichen sich die beiden Instrumente auch wie ein langjährig vertrautes Tanzpaar respektvoll die Lead-Passagen.

Kontrabass, Gitarre und Perkussion stützen mit beschwingter Rhythmik, wobei auffällt, dass Drummer Jesper Falch die potenzielle Wucht eines Schlagzeugs konsequent vermeidet und statt mit Stöcken nur (fast zu) unaufdringlich mit Besenschlagwerk begleitet. Überhaupt kommen Tänzer bei Baltinget nie übermäßig ins Schwitzen – stattdessen können sie sich an der Eleganz ihrer Walzer und »Hopsas« erfreuen. Was, wenn man sich nun aber doch mal in Ekstase tanzen will? (peb)

 Baltinget: Classic

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Bark & Blig: Vildskud
(2016, GO‘ Danish Folk GO 0116 )

Diese Band, diese CD ist sensationell gut – so viel schon vorweg. Bark & Blik sind gewissermaßen die Fortführung von Over Sundet, die ja auch schon ihrer Zeit ein wenig voraus waren. Siri Iversen und Cecilie Strange sind die Protagonistinnen der Band, die eine mit Klarinette und Bassklarinette, die andere spielt Tenorsaxophon.

Bassklarinette und Tenorsaxophon in dänischer Folklore? Ja, das geht, und in diesem Fall – und hier ist die Wiederholung ausnahmsweise angebracht - sogar sensationell. Die beiden Blasinstrumente geben den Stücken einen leicht jazzigen Touch, der durch einige Improvisationspassagen verstärkt wird. Kristine Heebøll an der Violine und Simon Krebs an der akustischen Gitarre vervollständigen ein Quartett, das ein gemeinsames Studium am Konservatorium in Odense hinter sich hat. Sie schreiben starke Melodien und arrangieren diese für das vorhandene Instrumentarium perfekt. Keineswegs spielen immer alle, auch daraus bezieht die Musik Spannung. Obendrein spielen die vier auch noch feine Soli – Krebs beispielsweise in »Mykines«, Siri Iversen singt sogar ein sehr schönes »Farvel«. Eine herausragende CD! (tjk)

 Bark & Blig: Vildskud

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Basco: Interesting Times
(2017, GO´Danish Folk Music GO0717 )

Ein Schwede und zweieinhalb Dänen - die letzte Hälfte kommt mit Geiger und Sänger Hal Parfitt-Murray aus Schottland: Das sind Basco. Sie sind gekommen, um ein paar Geschichten zu erzählen. Es sind »interessante Zeiten«, die wir gerade durchleben, sagen die vier jungen Männer, und so möchten sie die interessante Musik dazu liefern. Und posieren auf ihrem CD-Cover mit einer Mixtur aus Folk- und Jazzinstrumenten und Maschinengewehr.

Denn Basco sind zwar eine in Dänemark angesiedelte Folkband, doch ihre Songs sind international: komplex arrangierte Stücke zwischen skandinavischen und nordamerikanischen Einflüssen sowie Celtic Folk mit Akkordeon, Violine, Viola, Mandoline und Posaune, und das i-Tüpelchen ist oft ist das Cister-Spiel von Ale Carr (Dreamer's Circus, Afenginn) - das Lauteninstrument ist entfernt mit der Gitarre verwandt und sollte nicht mit der Zither verwechselt werden. Wie häufig beim Label GO' Danish Folk Music können Basco mit einer eigenwilligen Mischung aus Tradition und Innovation mitreißen. Es wäre schön, wenn das Quartett mit seinem originellen, ausdrucksstarken Ansatz nicht auf Hörer im Folkbereich beschränkt bliebe. Basco ist in der Tat eine interesting band for interesting times. (lha)



Siehe auch:
Dreamer's Circus
Afenginn

MAAR


 Basco: Interesting Times

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Helene Blum & Harald Haugaard: Julerosen
(2016, Pile House Records /Westpark PHR 1016 / WP 87330 )

Weihnachten ist nur einmal im Jahr und die meisten Künstler machen auch nur eine einzige Weihnachts-CD in ihrer Karriere – da darf es schon mal etwas mehr sein: »JULEROSEN« kommt als schmuckes Großpack, ebenso edel und geschmackvoll ist der klangliche Inhalt.

Eigene Kompositionen wie der eröffnende Titeltrack und traditionelle Weihnachtslieder aus Dänemark, Schweden, Österreich und Deutschland halten sich die Waage. Blum und Haugaard verzichten auf abgedroschene Gassenhauer und vor allem auf schwülstigen Kitsch. Der Klassiker »Maria Gennem Torne Går« wird von Slide-Dobros veredelt, »Sikken Voldsom Trængsel Og Alarm« verführt zu einem kleinen Walzer durchs Wohnzimmer. Die Arrangements sind sehr luftig, sie haben auch ihre übliche Band aus Spitzenkräften wie Tapani Varis, Rasmus Zeeberg, Mikkel Grue oder Sune Rahbek ins Studio und auf die Bühne geholt – ein paar der Stücke sind bei verschiedenen Konzerten aufgenommen. Helene Blums Stimme ist auch hier ganz wunderbar, Haugaard ist natürlich ebenbürtiger Partner, nicht nur an der Violine. Obendrein gibt es im Booklet mehrere Koch- und Backrezepte: Der Roggen-Stollen von Mikkel Grue sieht extrem lecker aus und lockt mit ungewöhnlichen Zutaten. Das Traumpaar des dänischen Folk hat hier tatsächlich eine traumhaft schöne CD gemacht. (tjk)



Siehe auch:
Helene Blum
Harald Haugaard


Helene Blum: Julerosen

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Bragr: Danmarkar‘n
(2016, GO‘ Danish Folk GO 0316 )

»Am Klange sollt Ihr sie erkennen« sprach, nein: rief einst Hamlet, König von Dänemark, als eben dort die Volksmusik erfunden wurde. Bedauerlicherweise hielten sich nicht alle daran, sogar die Mehrzahl der Volksmusiker des Königreichs fiedelte sehr ähnlich und austauschbar, bis heute ist das leider so. Aber es gibt selbstverständlich auch hier positive Ausnahmen.

Bragr jedenfalls sind am Bandsound sofort erkennbar und stechen schon dadurch aus der Masse der braven Fiedler heraus. Einen solchen haben sie freilich auch: Perry Stenbäck stammt aus Schweden, spielt Nyckelharpa nebst Mandoline, Gitarre, Cister und die Weissenborn Lap Steel Guitar. Die beiden anderen sind Dänen: Christine Dueholm bearbeitet Cajon, Darbuka und diverse andere Percussion-Instrumente, Jesper Frost Bylling spielt eine bundlose akustische Bassgitarre. Man merkt allen an, dass sie sich in ihrer musikalischen Karriere nicht nur Walzern und Schottischen hingegeben haben, sondern auch in Jazz und ähnlichen Bereichen Erfahrung haben.

Folgerichtig klingen Bragr ganz hervorragend zusammen, natürlich nur, weil alle richtig gute Musiker sind und auch wissen, was sie wollen. Sie nehmen ein paar dänische und schwedische Traditionals und arrangieren sie punktgenau für ihre Besetzung. Dazu noch ein, zwei neuere Songs wie »Tidlöse Valsen/Jiggen« von Puma Hedlund – und fertig ist eine frische, muntere Scheibe dänischer Folklore, die nicht nur nach heute, sondern auch nach mehr klingt. Einzig der Bandname ist etwas magr. (tjk)

 Bragr: Danmarkar‘n

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Dreamer's Circus: Second Movement
(2015, GO‘ Danish Folk GO0315CD )

Auf ihrem zweiten Longplayer spielen Nikolaj Busk (Akkordeon, Piano), Rune Tonsgaard Sørensen (Violine) und Ale Carr (Cister) eine sehr moderne, lebendige und einfallsreiche Art Folk, die derzeit in Dänemark ganz weit vorne anzusiedeln ist. Für die beiden Dänen und den Schweden Carr ist traditionelle Musik der Ausgangspunkt, sie lassen sich aber stilistisch keineswegs einengen. Prinzipiell klappt ihr Sound auch mit den Stamminstrumenten Violine, Akkordeon und Cittern, aber insgesamt bringt es das Trio auf dieser CD auf schlappe 19 Instrumente, gelegentlich hilft sogar ein Streichquartett.

Grandios allein schon »A Room In Paris«, auf dem sie stakkatohaft beginnen, immer melodiöser werden ohne an Intensität zu verlieren. Schön auch das folgende »Sofastykket« mit La-la-la-Gesang, der gar nicht peinlich wirkt. Hinter »The Ballad Of Solitude Street« scheint hingegen eine dramatische Geschichte zu stecken, bei so vielen Wendungen und dynamischen Sprüngen. Alle Stücke stammen von Carr und Busk oder entstanden im Trio, mit einer Ausnahme: »Prelude To The Sun« ist eine Bearbeitung von J.S. Bachs »Violin Partita no. 3 – Preludio« - auch das ist ausgesprochen gelungen. Dreamer’s Circus haben hier eine sehr gute CD mit moderner akustischer Musik vorgelegt, die durchaus als zukunftsorientiert und richtungsweisend gelten kann. (tjk)



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Siehe auch:
Ale Carr & Afenginn
Nikolaj Busk

Rune Tonsgaard Sørensen & Danish String Quartet

Basco


 Dreamer

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