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Lange Rezensionen 1 - 10 von 51 im Genre »Folk« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 62)

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Accordion Tribe: Accordeon Tribe
(1998, Intuition /SMD INT 3220-2 )

Man mag es kaum glauben, doch eine Band bestehend aus fünf Akkordeonisten ist richtig spannend! Zumindest wenn sie Accordion Tribe heißt und aus keinen geringeren als Maria Kalaniemi (Finnland), Bratko Bibic (Slowenien), Lars Hollmer (Schweden), Otto Lechner (Österreich) und Guy Klucevsek (USA) besteht; letzterer spielt auch mit Bill Frisell und wählte als Initiator dieser wahrlich ungewöhnlichen Kollaboration die Übrigen aus, weil diese auch speziell für das Akkordeon komponieren.

Diese CD ist eine Kompilation, die Lars Hollmer anlässlich der 1996er Tour des Quetschkommoden-Fünfers zusammenstellte. Neben Solo-, Duo- und Trio-Aufnahmen der verschiedenen Mitglieder (wobei Maria Kalaniemi auch sehr gut singt!) sind die Höhepunkte hier sicher die Live-Mitschnitte eines Konzertes in Stockholm zu werten, wo die Einzigartigkeit dieser Gruppe deutlich wird – klanglich wie musikalisch. Freilich muss man sich als Hörer darauf einlassen – aber auch die Musiker hatten anfangs ihre Probleme mit Konzept und Ideen der jeweils anderen, wie Maria Kalaniemi in verschiedenen Interviews bestätigte. (tjk)



Mehr CDs von Accordion Tribe



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Lars Hollmer


 Accordion Tribe: Accordeon Tribe

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Acoustic Sense: Absorption
(2010, Gateway Music AJSCD-01 )

»This album is dedicated to the spirit of creation« steht im Innencover dieses Erstlings von Acoustic Sense – das lässt Schlimmes befürchten! Wer hier spiritualitätsgeschwängerte New Age-Klänge (vulgo: esoterischen Quatsch) vermutet, liegt zwar nicht völlig falsch, aber zum Glück auch nicht ganz richtig. Aber gemach: Erst hören! Die Band von und um John Sund ist bereits mit der von »REACHING OUT« ident, Gäste kommen allerdings nicht vorbei. Wie schade.

Die Stücke heißen »Agama Suite Part 1« (Teil 2 gibt’s natürlich auch), »Like A Breeze« oder »An Evening Song«, sind allesamt ziemlich lang und komponiert von »John Sound« - sehr witzig, hahaha. Das Titelstück baut sich behutsam auf, erst ein ganz interessantes Kontrabass-Solo, gefolgt von einem Cello-Solo, in das sich langsam die ganze Band einschleicht. Zusammen pluckert man dann mal sanft, mal mittelflott durch Zeit, Raum und wenige Akkorde. Sund zeigt seine beachtliche Virtuosität auf der akustischen Gitarre – spielen können sie alle, aber das Solieren wird maßlos übertrieben. Stringenz ist dieser Band völlig fremd, scheinbar ziellos fließt alles dahin. Jazz für Meditation? Nein. Musik für Massagen (statt dem dort üblichen Gesäusel und Gezirpe). (tjk)



Siehe auch:
Acoustic Sense & Glas
John Sund

Sund · Shashank · Phalgun


 Acoustic Sense: Absorption

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Acoustic Sense & Glas: Reaching Out
(2014, Gateway Music AJSCD-03 )

Eigentlich verwehren wir uns ja ein wenig gegen eine saubere Unterteilung in Genres und Crossover bzw. Fusion. Soll man denn auch ins Crossover-Fach alles reinwerfen, was sonst nirgends richtig reinpasst? Ist Fusion nicht ohnehin ein Begriff, der aus den Siebzigern so stark geprägt ist, dass man dagegen als Schreiberling nicht ankommt? Hier allerdings passt beim besten Willen keine unserer Schubladen, »Crossover« wäre die beste Wahl, auch wenn es um die Wahl des Herkunftslandes geht.

Bandleader und Komponist John Sund stammt jedenfalls aus Dänemark, und die Platte wurde im Kopenhagener Studio »The Village« aufgenommen. Damit wären die Eindeutigkeiten aber bereits erschöpft. Die Band Acoustic Sense, die der Gitarrist Sund mit Morten Lundsby (kb), John Ehde (vc) und dem Ghanaer Ayi Solomon (perc) führt, besteht seit 2002. Rhythmus spielt bei ihnen eine ziemlich wesentliche Rolle, speziell was Einflüsse afrikanischer Musik betrifft. Doch hier kommen erstens Gäste an Klarinette und Vibrafon sowie ein Schlagzeuger aus Kuba zum Ensemble; und zweitens – und entscheidender – ein weibliches Gesangsseptett, das Sund 2011 per Empfehlung »entdeckte« und das eine ganz ungewöhnliche Farbe mitbringt. Normalerweise singen die Damen (drei Sopranistinnen und je zwei Stimmen im Mezzosopran und Kontra-Alt) a cappella, doch im Zusammenspiel mit dem Instrumentalseptett ergibt sich ein Ensemble, wie man es wohl nie zuvor zu Gehör bekommen hat.

Ursprünglich wollte Sund, dass die Sängerinnen komplett textlos singen, doch schließlich ergab sich, dass einige Texte ideal zum Thema des Albums, des »wundersamen Zaubers« unseres Planeten, der uns prägenden Natur und des größeren Geistes passten. Was der Komponist hier ausgefuchst hat, klingt frisch und zeitlos zugleich, eine Art mit afrikanischer Rhythmik durchsetzter Jazz, traditionelle Elemente aus Süd und Nord(europa) und sich assoziativ abzeichnende Anmutungen Alter Musik. An einem Punkt dürfen die Damen auch mal schrill und geräuschhaft werden. Komplex, ambitioniert, faszinierend und reich. (ijb)



Siehe auch:
Acoustic Sense
Sund · Shashank · Phalgun

John Ehde

Morten Lundsby


 Acoustic Sense & Glas: Reaching Out

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Emilia Amper: Trollfågeln – The Magic Bird
( SACD, 2012, BIS /Klassik Center Kassel BIS-SACD-2013 )

Geschichten erzählen, das kann Emilia Amper; mit ihrem Instrument, der Nyckelharpa, mit ihrer Stimme, mit ihren eigenen Liedern und Arrangements. Eine ungemein vielseitige und facettenreiche Reise durch ihr ganz persönliches Universum, ihr Leben, ihre Liebe zur Musik und zum Norden sowieso bieten die 14 Stücke auf »TROLLFÅGELN« (»Der Zaubervogel«). »Hier ist die Musik, für die ich brenne,« schreibt die 1981 in Südschweden geborene Amper, die mehrere Jahre in und bei Trondheim studierte und lebte (aber auch in Helsinki und Stockholm hat sie Abschlüsse) und bereits mit dem Spellemannspris-gekrönten »In Folk Style« auf CD zu hören war.

Und dieses Feuer überträgt sich vollkommen aufs Publikum. Dabei spielt es keine Rolle, welche der Lieder auf traditioneller Überlieferung basieren und welche von Emilia Amper geschrieben wurden; den Unterschied hört man schlichtweg nicht. Ob in intimen oder melancholischen Solostücken, jazzig oder tanzbar arrangiert im Quartett mit Gitarre, Cello, Percussion oder im Ensemble mit Streichern der Trondheim-Solists klassisch angehaucht, jede Facette dieser wunderbaren Stunde Musik begeistert.

Ein ganz besonderer Höhepunkt der CD kommt ganz zum Schluss in Form des neun Minuten langen Duetts »Walzer aus Valsebro« mit Cellist Anders Löfberg, das nicht nur das gesamte Album in einem anderen Licht erstrahlen lässt, sondern wie ein ganzer Kosmos in sich erscheint. Ein überaus bewegender Schlusspunkt eines vielleicht perfekten Albums zwischen Vergangenheit und Gegenwart. (ijb)



Siehe auch:
Helge Norbakken / Batagraf
TrondheimSolistene

Gjermund Larsen

Olov Johansson


Emilia Amper: Trollfågeln – The Magic Bird

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Aquabella: Nordlichter
(2011, Jaro 4306-2 )

»Klanggewordene Sagen« lautet der Utertitel dieser deutsch-skandinavischen Spurensuche. Mit teils selbst komponierten Liedern, teils aus Island, Norwegen, Schweden oder Holland stammenden Traditionals widmet sich das rein weibliche A Cappella-Quartett ganz dem hohen Norden. Und hier stimmt alles: der makellose Vortrag und die leidenschaftlich arrangierten Lieder, das liebevoll mit Aquarellzeichnungen illustrierte Booklet und die sowohl in Originalsprache als in deutscher Übersetzung abgedruckten Texte.

Zentrale Gestalt ist die isländische Riesin Grylla, die mit ihren 13 Trollsöhnen in der Vorweihnachtszeit die Menschen heimsucht. Geschickt und (viel-)stimmig gruppieren die vier Sängerinnen ihr Song-Repertoire um diese nordischen Sagengestalten und haben ihren Heidenspaß daran, zu gackern und blöken und zu kichern und zu kieksen. Aquabella - bestehend aus zwei Deutschen, einer Französin und einer Holländerin - hatten sich seit jeher der Weltmusik verschrieben. Mit ihrer wie aus einem Guss wirkenden »NORDLICHTER«-Songsammlung haben sie sich anscheinend einen Herzenswunsch erfüllt – sonst wäre die CD wohl kaum so eindringlich und berührend ausgefallen. (peb)

 Aquabella: Nordlichter

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Baltic Crossing: Baltic Crossing
(2008, Gofolk GO0508 )

Die Wahrscheinlichkeit, in Kokkola bei einem Volksmusik-Kongress auf ein paar Vertreter der Familie Järvelä zu stoßen, liegt bei 100% – ist doch Kaustinen, die kleine Hauptstadt der (west-)finnischen Folklore, nicht weit, und dort heißen fast alle Järvelä und spielen Violine. So geschah es auch dem dänischen Fiedler Kristian Bugge und seinem britischen Kumpel Ian Stephenson (g). Antti und Esko (spielen auch bei Frigg zusammen) sind die beiden Järvelä-Kousins, die sich ihre Bässe, Violinen, Mandolinen, Banjos etc. packten, dazu kam Andy May mit ein paar Dudelsäcken, schon war Baltic Crossing auf dem Weg.

Bald merkten sie, dass die Folklore ihrer unterschiedlichen Heimatländer gar nicht so unterschiedlich ist (dies gilt nur für Westfinnland!), und dass sich diese Unterschiede trefflich zu einer frischen, neuen, kraftvollen »baltischen« Folklore verschmelzen lassen. So spielen sie nun frisch und froh Polkas (»Original Polka Set«) und Schottische, mal melancholisch (»Sir John Fenwick’s«), mal mit viel Drive (»Sextour«), mal mit Gypsy-Swing-Flair (»Space Cowboys«). Wenn sie zusammen spielen wollen, muss mindestens einer die Ostsee überqueren – auch wenn man dabei nicht wirklich Rom entdeckt: Spaß macht diese CD allemal, zum Tanzen taugt sie auch. (tjk)



Mehr CDs von Baltic Crossing

 Baltic Crossing: Baltic Crossing

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Blink: Blink
(2011, Norcd 1103 )

»Blink besteht aus vier Frauen, die aus fünf Ländern stammen«, verrät das Infoblatt der Plattenfirma. Wie das? Nun, Jullie Hjetland hat dänische als auch norwegische Eltern, während Johanna-Adele Jüssi aus Estland kommt, Charlotte Hagfors aus Finnland und Emilia Amper schließlich aus Schweden. Dieses gemischt-nordische Quartett, das sich intensiv mit alten skandinavischen Folklore-Traditionen beschäftigt, singt mit einer Intensität, die an Värttinä, Kraja oder Suden Aika erinnert. Wie diese legendären und bei Kennern hoch geschätzten Sängerinnen benötigen Blink nur wenige Gesten, um maximale Wirkung zu erzielen.

Manche Songs wie etwa »Maria, Pohjan Neito« drücken als Klagegesänge auf das Gemüt, andere Nummern wie »Miss You« kommen dann wieder fast so luftig-leicht wie sommerliche Pop-Songs daher. Zugegeben – die vier Nordländerinnen erreichen zwar nicht die Klarheit Krajas, nicht Värttinäs Stimmgewalt und auch nicht Suden Aikas Präzision der Darbietung. Aber Blink zeigen sich insgesamt vielfältiger und in gewisser Weise mutiger; sie nehmen als Begleitinstrumente lediglich Geige, die schwedische Nyckelharpa und die klanglich ganz ähnliche, aus Amerika stammende Autoharp dazu – da mag man ein anstrengend-forderndes Hörerlebnis vermuten, doch das Resultat kommt überraschend schmissig und schmeichelnd daher. (peb)



Siehe auch:
Kraja
Värttinä

Suden Aika


 Blink: Blink

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Mari Boine; Inna Zhelannaya & Sergey Starostin: Winter In Moscow
(2001, Jaro 2435-2 )

1992 – Mari Boine hatte mit »GULA GULA« gerade ihr internationales Debüt auf dem Markt – lernte sie über den norwegische Musikjournalisten Sigbjørn Nedland zwei Mitglieder der Moskauer Band Farlanders kennen: Inna Zhelannaya, eine wie Boine beim »One World-Projekt« beteiligte Musikerin, und Sergey Starostin, der als brillanter Vokalist und Bläser später beim Moscow Art Trio Karriere machen sollte.

Roger Ludvigsen (g) und Gjermund Silseth (b) aus Mari Boines Band sowie einige russische Kollegen – u.a. Drummer Jurij Kistenjev oder Bassist Sergey Kalachev – komplettierten das Ensemble, jeder brachte ein paar Songs mit (Boine etwa eine Vertonung eines indianischen Gedichts sowie einen Song von »GOASKINVIELLJA«), und heraus kam feinster Ost/West-Crossover mit Anleihen bei Jazz, Folk und Rock. Besonders wie sich die Joiks der Samin mit Starostins Kuhhorn-Tönen und seinem kehligen, tief in der russischen Folklore wurzelndem Gesang verbrüdern, erzeugt meterweise Gänsehaut. Hier haben sich Brüder und Schwestern im Geiste getroffen! (peb)



Siehe auch:
Mari Boine
Moscow Art Trio


Mari Boine: Winter In Moscow

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Sondre Bratland & Javed Bashir: Dialogue
(2006, Kirkelig Kulturverksted FXCD 308 )

Reduktion. Respekt. Religiosität. Auf diesen drei Pfeilern ruht die musikalische Reise ins Unbekannte, die Sondre Bratland, der große alte Mann des norwegischen Folks, gemeinsam mit Javid Bashir, einem in Pakistan hoch respektierten Qawwali-Sänger, unternommen hat. Das ungewöhnliche Projekt: Gemeinsam beschäftigen sich beide Künstler auf »DIALOGUE« mit den traditionellen religiösen Hymnen und Gesänge ihrer beiden Kulturen. Dabei beschränken sie sich aufs Wesentliche: ihre Stimmen. Nur selten taucht eine bescheidene Handtrommel als scheue Begleiterin auf.

Die Aufnahmen fanden in verschiedenen historischen Moscheen in Lahore, aber auch in norwegischen Gotteshäusern statt, und – unter völliger Billigung des Großmuftis Ahmed Hassoun – in der traditionsreichen Umayyaden-Moschee in Damaskus. Dass es sich bei dem christlich-muslimischen Austausch um keine leicht verdauliche musikalische Kost handelt, ergibt sich allein aus dem Ernst, mit dem beide Künstler an das Projekt herangegangen sind. Zu entdecken gibt es vor allem zwei Dinge: In den Psalmen und heiligen Texten beider Religionen spielen die Suche nach Erlösung, nach Sinngebung und das Ringen um die Gottesliebe vergleichbar zentrale Rollen. Und: Dass genaues Zuhören und Unvoreingenommenheit breite Brücken zwischen den Kulturen schlagen können. (emv)

Sondre Bratland: Dialogue

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Cerro Esperanza Band: Nubes del Alma
(2003, Footprint Records FRCD002 )

In Besetzung, Aufnahmeort und Label eine schwedische Veröffentlichung, ist die Musik der Cerro Esperanza Band allerdings eher nicht auf eine Gegend eingrenzbar, schon gar nicht auf eine skandinavische bzw. »nordische«. Stilistisch bietet das schwedische Oktett um Sänger und Gitarrist Jorge Alcaide eine mitreißende Mixtur aus musikalischen Elementen vom Balkan und aus Kuba, höchst lebendig, abwechslungs- und facettenreich. (lha)

 Cerro Esperanza Band: Nubes del Alma

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