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Lange Rezensionen 1 - 10 von 124 im Genre »Jazz« und Land »Schweden« (insgesamt 219)

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Josefine Cronholm: Hotel Paradise
(2003, Stunt /Sunny Moon STUCD 03082 )

Die tolle Stimme allein wäre eigentlich schon genug Argument für die verträumte junge Schwedin im Nachthemd. Doch das faszinierendste an »HOTEL PARADISE« sind die traumtrunkenen Songs und Zeitlupen-Arrangements. Mit der vierköpfigen Band IBIS breitet Josefine Cronholm ihre zartbitteren Jazzpop-Romanzen »Silent Moon«, »Memory Of A Lover« oder »Another Day In Paradise« wie edle Gewirke aus Samt und Seide vor uns aus – vorsichtig und mit melancholischer Färbung hingetupft, oft nur subtil von Piano oder Kontrabass begleitet.

Das introvertierte, fast autistische Grübeln erinnert oft an ihre Pop-Kollegin Stina Nordenstam, doch die derzeit in Dänemark lebende Cronholm ist noch weit mehr von dieser Welt: Sie liebt das Leben und die Liebe, aber sie träumt eben manchmal etwas viel in den Tag (und die Nacht) hinein. (peb)



Mehr CDs von Josefine Cronholm



Siehe auch:
Stina Nordenstam
Pierre Dørge

String Swing

Steen Rasmussen


Josefine Cronholm: Hotel Paradise

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Miriam Aïda: E De Lei
(2014, Connective Records /Broken Silence CTV36532 )

Warm wird es uns hier! Und tanzen wollen wir! Denn die in Schweden lebende Jazz-Sängerin Miriam Aida zieht es auf ihrem achten Album »E DE LEI« in afrikanisch-brasilianische Gefilde. Gemeinsam mit dem Afrosamba Orchestra interpretiert die Chanteuse Klassiker der Altmeister Baden Powell und Vinicius de Morales neu. Diese beiden hatten bereits im Jahr 1966 mit ihrem stilbildenden Abum »OS AFRO SAMBAS« bewiesen, dass Grenzängerein keineswegs schwere Kost sein müssen: Der Gitarrist und der Sänger zelebrierten hier mit einem geschmeidigen und hochlebendigen Mix aus Samba, afrikanischen Rhytmen und klassischer Gitarre. Und schufen somit Weltmusik, bevor dieser Begriff überhaupt erfunden wurde!

Genau an diese Tradition knüpft die brasilianischstämmige Miriam Aida hier an. Und beleuchtet die Dinge ganz nebenbei aus weiblicher Sicht neu! Das sie stimmlich den Stil von Astrud Gilberto eine elegante Reverenz erweist, ist eine der positiven Überraschungen dieses Albums. Sehr animiert, sehr elegant und trotzdem ungemein tanzbar kommen diese Neuinterpretationen daher. Und, wie es scheint, einen guten Tick flotter als das Original! Leute, trinkt den Caipi endlich leer und kommt endlich auf die Tanzfläche! (emv)

Miriam Aïda: E De Lei

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Coste Apetrea: Nyspolat
( LP, 1977, MNW 81P )

Der schwedische Gitarrist Coste Apetrea ist (auch Gründungs-)mitglied von Samla (Mammas Manna) resp. Zamla, und war auch lange Jahre Partner von Jukka Tolonen in verschiedenen Gruppierungen. Auch auf verschiedenen Soloalben beweist er, dass er's drauf hat.

Auf »NYSPOLAT« helfen ihm dabei u.a. Georg Wadenius (der hier einen virtuos-federnden Bass spielt!), Stefan Nilsson (p, key) und Åke Eriksson (dr). Musikalisch zeigt sich Apetrea auf der Höhe der Latin-Jazz-Rock-Zeit anno 1977. Ein paar zündende Melodien bzw. Hook Lines, und ab geht die (Solo-)Post über wenige Akkorde einer profunden Rhythm Section. Manchmal klingt das ein bisschen nach Santana, aber dann kommt gleich ein akustisches Stück, und auch da hat Apetrea Stärken. Siehe das spätere Duo Tolonen-Apetrea. (tjk)



Siehe auch:
Jukka Tolonen
Oreo Moon

Zamla Mammas Manna

Georg Wadenius


Coste Apetrea: Nyspolat

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Peter Asplund Quartet: Lochiel's Warning
(2005, Prophone Records /Sunny Moon PCD 071 )

Peter Asplund ist bisher auf mehreren Alben von Silje Nergaard aufgefallen, aber auf »LOCHIEL'S WARNING« zeigt er, dass er wesentlich mehr kann. Der schwedische Trompeter und Flügelhornist leitet ein ausgezeichnetes Quartett, und auch als Komponist vermag er zu überzeugen. Allein schon das zehnminütige »In A Sentimental Mood«, ein nun wirklich sattsam durchgekauter Standard, besticht durch ein originelles Arrangement und Asplunds Trompetensolo. Und sogar »Summertime« lockt flott swingend die Katze hinter dem Ofen hervor.

Asplunds eigene Stücke bewegen sich im Mainstream, fallen aber interessant aus; er selbst spielt sehr intonationssicher und mit großem melodiösen Einfallsreichtum, hier und da an Freddie Hubbard und Woody Shaw erinnernd. Zu diesen Höchstleistungen treiben ihn Pianist Jacob Karlzon, der nicht nur schön flüssige Soli spielt, sondern auch mit schrägen Blockakkorden den Trompeter kontrastiert, und eine sehr agile Rhythm-Section: Drummer Johan Löfcrantz Ramsay groovt prima mit Besen, und Hans Andersson wirft auch noch ein paar flinkfingrige Bass-Soli ins Geschehen. (tjk)



Siehe auch:
Silje Nergaard
Jesper Bodilsen


Peter Asplund: Lochiel

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Nils Berg Cinemascope: Popmotion
(2011, Hoob Records /Broken Silence HOOBCD023 )

Nils Berg spielt Saxofon, Flöte und Klarinette - und jede Menge verschiedener Jazzspielarten. Nachdem bereits seine vorherige CD im Titel David Bowies Kinohommage »Life on Mars?« zitierte, hat er nun unter dem Namen »Cinemascope« ein neues Projekt zusammengestellt. Mit Schlagzeuger Christopher Cantillo und Bassist Josef Kallerdahl, steht das Kerntrio, das ganz zeitgemäß Musiker aus aller Welt, vor allem via YouTube, einlädt, Teil der Band zu werden.

So wirkten auf »Popmotion« unter anderem eine japanische Koto-Klasse, ein Balafon-Meister aus Ghana und andere Leute aus Indien oder Brunei mit. Das Konzept findet seine Fortsetzung über die bandeigene Website sowie via Videoprojektion auf den Konzerten des Trios. Trotz allem gelang unter dem uneinheitlichen internationalen Einfluss eine wundersam homogene pop-infizierte Scheibe, die eingängig und unkonventionell im selben Atemzug daherkommt. Der 1977 in Göteborg geborene Nils Berg studierte Komposition und Improvisation, und er ist ein mutiger Spinner im besten Sinne: einer, der auf komische Ideen kommt und diese geistreich und innovativ ausarbeitet. Diese Idee von Jazz hat mehr Aufmerksamkeit verdient! (ijb)



Mehr CDs von Nils Berg & Cinemascope



Siehe auch:
Josef Kallerdahl

Nils Berg: Popmotion

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Marie Bergman & Maj-Britt Kramer: Who Calls The Tune
(2002, Stunt /Sunny Moon STUCD 02112 )

Magische Momente fallen auch in der Musik nicht einfach vom Himmel, sondern sind das Ergebnis harter Arbeit unterschiedlicher Charaktere. So zumindest beschreiben Marie Bergman und Maj-Britt Kramer den Schaffensprozess zu ihrem eigenen Sound: nordisch mit einem »internationalen« Element. Sophisticated in den Kompositionen, aber hinter der intellektuellen Raffinesse öffnet sich ein Meer an emotionalem Tiefgang; eintauchen möchte man in den wunderschönen Melodien und sanft pulsierenden Rhythmen. Musik hat keine Balken ...

Bei den beteiligten Musikern ist es dann wiederum doch kein Wunder: Das Trio der dänischen Pianistin Maj-Britt Kramer mit Jens Skou Olsen (b) und Benita Haastrup (dr) präsentiert sich glänzend eingespielt. Marie Bergman aus Schweden, die sich von der Rock-Diva zu einer der führenden Jazz-Stimmen Skandinaviens entwickelt hat und besonders in Dänemark sehr populär ist, arbeitet mit dem Trio schon mehrere Jahre, ebenso Andy Sheppard, der auf Tenor- und Sopransax mit seltener Leichtigkeit brilliert. Und der magische Moment? Beginnt mit dem Piano-Intro im ersten Stück und endet mit gehauchtem Tenorsax bei den letzten Tönen der CD. (tjk)

Marie Bergman: Who Calls The Tune

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Mats Bergström: Perceptions Of Time
(2007, Caprice Records CAP21800 )

Musik zwischen den Welten. Jazz. Klassik. Stille. Und Poesie: »Tiden drar sin stråke genom oss natt nu«. Der klassische Gitarrist Mat Bergström spielt auf seiner SACD Stücke von und mit Anders Jormin, aber auch die Komposition »Serenade« der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina sowie – auch geografisch dazu passend – das betörende »Fratres« von Arvo Pärt – wo Violinist Joakim Svenheden natürlich voll punkten kann. Überraschend innerhalb des eigentlich seriösen Kontexts ist der Remix von »Fratres«, dem Staffan Mossenmark und Jesper Norda mit Filtern und Verzerrern radikal zu Leibe rücken.

Auch deren dreiteiliges Lärm-Klangbild »Green Bridge« spült – obwohl besänftigt durch die beruhigende klassische Gitarre – nachhaltig die Ohren frei. Die meiste Zeit geht es allerdings lyrisch zu, denn Anders Jormins fernöstliche Ode »Lhasa«, das in drei Sätzen angelegte »Three Angels« und das thematisch zentrale »Tiden Är Ingenting« zeigen die meisterhafte Harmonie von Bergströms Gitarren- und Jormins Bass-Saiten und die Unmöglichkeit einer Entscheidung, ob man diese CD nun ins Jazz-, ins Klassik- oder ins Avantgarde-Regal stellen soll. (peb)



Siehe auch:
Anders Jormin

Mats Bergström: Perceptions Of Time

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Jussi Björling: Jussi Björling: Collection (Vol. 6)
(2006, Naxos 8.110790 )

Diese CD ist der sichere Beweis dafür, dass Legenden ihre »Jugendsünden« nicht immer vor der Nachwelt verbergen können. Dies betrifft auch den schwedischen Star-Tenor Jussi Björling (1911–1960). Alle großen Nummern der Opern- und Operettenliteratur waren in den vorangegangenen Folgen der Naxos-Edition mit historischen Aufnahmen dieses Ausnahmesängers schon zu hören gewesen – nun aber folgt Unerhörtes! Denn zwischen 1931 und 1935 hat sich Björling unter dem Pseudonym Erik Odde auch gefälliger Unterhaltungsmusik gewidmet.

Erhalten hat sich eine ganze Reihe von kurzweiligen Nummern: Jazz, Swing, Tango und auch satt triefende Schmonzetten. Gesungen wird alles (natürlich) in schwedischer Sprache, gespielt aber auf einem interationalen Niveau, das zeigt, welch sicherer Geschmack schon damals im hohen Norden herrschte. Natürlich klingt alles mono und von dem obligatorischen historischen Rauschen begleitet, aber auch so macht die CD unendlich Spaß. Ein Raritätkabinett – nicht nur für Sammler. (mku)

Jussi Björling: Jussi Björling: Collection (Vol. 6)

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Bohuslän Big Band: Don't Fence Me In
(2011, ACT /Contraire 9028-2 )

Seit 2007 ist Nils Landgren künstlerischer Leiter der Bohuslän Big Band, einer der wenigen professionellen Big Bands Nordeuropas. Die Idee eines Cole Porter-Programms hatte er schon bald, als Arrangeur hatte er Colin Towns früh im Visier. Der britische Komponist, vor allem für Film- und Theatermusik berühmt, schafft es auch, den tausendfach gespielten Porter-Songs neues Leben einzuhauchen – andere Rhythmen, feurige Bläsersätze und überraschende Klangfarben inbegriffen.

»Too Darn Hot« hält was der Titel verspricht, »Love For Sale« und »What Is This Thing Called Love« hat man so auch noch nicht gehört. »Begin The Beguine« ertönt druckvoll, »Every Time We Say Goodbye« zeigt deutlich Towns’ herausragende Fähigkeiten. Die Band spielt blitzsauber und kann einige bemerkenswerte Solisten wie die Trompeter Samuel Olsson und Staffan Svensson vorweisen oder die Posaunisten Karin Hammar und Christer Olofsson, auch Nils Landgren soliert fleißig mit. So weit, so sehr gelungen. Die Band hat allerdings noch einen Sänger, der heißt, wen wundert’s, Nils Landgren. Dessen gesanglichen Qualitäten reichen allenfalls für den Kuhstall von Bullerbü. (tjk)

 Bohuslän Big Band: Don

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Christer Bothen Acoustic Ensemble: 7 Pieces
(2001, Lj-Records LJCD 5230 )

»Writing about music is almost impossible«, schreibt Christer Bothen im Booklet seiner CD und lässt so jeden Rezensenten im Regen stehen. Was, wenn das per se stimmt und wenn man nicht zur Ausnahme gehört? Bleiben erst einmal die Fakten: Aufgenommen und eingespielt hat der Multiintrumentalist seine tatsächlich sieben Stücke mit dem eigens dafür gegründeten Acoustic Ensemble. Und das wären an der Instrumentenbasis: Bassklarinette, Vibraphone, Gitarre, Bass, Drums. Gesungen wird also nicht.

Man pflegt im Gegenteil einen durch und durch abstrakten Jazz, der weit eher in den Sphären der Bildenden Kunst zu Hause ist denn im Groove-Jazz schummriger Bars. Das sich zu Gemüte zu führen, verlangt folglich einiges an Vorstellungsvermögen, fordert und fördert zugleich die Lust, sich vom üblichen Popschema des ewigen und ungefragten Herstellens von Eindeutigkeit zu befreien. Keine einfache Kost folglich, aber hat man erst einmal daran genascht, könnte man langfristig auf den Geschmack kommen. (frk)

Christer Bothen: 7 Pieces

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