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Kronos Quartet featuring Tanya Tagaq & Laakkuluk Williamson Bathory:
Tundra Songs — Music by Derek Charke
(2015, Centrediscs/Centredisques /Canadian Music Centre Toronto CMCCD 21015 )

Mit unermüdlicher Zuverlässigkeit legt das amerikanische Kronos Quartet auch im fünften Jahrzehnt seines Bestehens noch Jahr für Jahr zwei bis drei CDs vor. Und ebenso zuverlässig darf man gespannt sein, welcher Region der Welt oder welchen kaum bekannten KünstlerInnen sich die vier diesmal verschrieben haben. Nach der kleinen Weltreise »A Thousand Thoughts«, dem biblischen Spektakel »Noah«, Porträts der Arcade-Fire-, National- und Wilco-Bandmitglieder Parry, Dessner und Kotche, einem Ausflug nach Russland zur Musik Vladimir Martynovs, einem Trip nach Finnland mit Kimmo Pohjonen und Samuli Kosminen sowie einem 11.September-Gedenkalbum mit Steve Reich dürfte »TUNDRA SONGS« das zehnte Album in den letzten fünf Jahren sein. Mit einem Team von elf Mitarbeiten ist das Kronos Quartet längst eher ein Unternehmen im Auftrag des Streichquartett-Genres als ein klassisches Kammerensemble.

Gemeinsam mit zwei Inuit-Künstlerinnen aus Nunavut, der Kehlkopfsängerin Tanya Tagaq und der Tänzerin, Geschichtenerzählerin und Poetin Laakkuluk Williamson Bathory, haben sich Kronos auf Anregung von Tagaq und Esa-Pekka Salonen diesmal in die arktische Region aufgemacht. Der Komponist Derek Charke (*1974) aus Nova Scotia liebt diese kalten Randbezirke der Zivilisation und reiste daher wiederholt in die Arktis. ausführlich erzählt er davon im anregenden Beiheft, denn die Reisen sind die Grundlage dieser Kompositionen.

Charkes »22 Inuit Throat Song Games«, aus denen hier vier vertreten sind, übertragen Techniken des Kehlkopfgesangs (Katajak) auf präparierte Streichinstrumente, was für den Spieler ziemlich anstrengend ist. »Cercle du Nord III« für Streichquartett und Field Recordings baut auf diese kurzen Studien auf und bildet zugleich eine Art Vorstufe für das höchst ambitionierte, halbstündige Meisterstück »Tundra Songs«, mit dem Charke die Geschichte der Arktis erzählt. Ja, es geht um ihre Klangwelt, ihre Menschen und Tiere, indem »klassische« Streichquartettmusik des 21. Jahrhunderts mit zeitgenössischen Originaltönen aus der Tundra, dazu ein wenig artifizielles Soundmaterial und nicht zuletzt die eindringlichen Stimmauftritte (die eine einen mythischen Text sprechend, die andere rein abstrakte Kehlkopfgesänge beisteuernd) der beiden Frauen zu einem mitreißenden Gesamtbild verwoben werden.

Ein einzigartiges, herausforderndes Werk zwischen den musikalischen Genres, in jeder Hinsicht ebenso gegenwärtig wie zukunftsweisend. Ein Ereignis von außerordentlicher Qualität. (ijb)



Siehe auch:
Tanya Tagaq
Kronos Quartet + Kimmo Pohjonen & Samuli Kosminen

Esa-Pekka Salonen


 Kronos Quartet featuring Tanya Tagaq: Tundra Songs — Music by Derek Charke

Video-Link Offizielle Website

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