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Lange Rezensionen 1 - 10 von 230 im Genre »Pop« und Land »Finnland« (insgesamt 390)

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Viola: Melancholydisco 2
(2008, If Society IF-49 )

Viola pflegen und hegen die Tradition. Was der Hausfrau ihr Sonntagsbraten ist, das ist für Riku Kärkkäinen und Tommi Forsström die reine Spielfreude unter Einbeziehung der liebsten befreundeten Bands. Zum zehnten Bestehen von Viola gibt es statt Torte die Auflage zwei von »MELANCHOLYDISCO«: vier neue Viola-Songs. Plus Remixe der beiden Vorgängeralben »ANYTHING CAN STOP US« und »WONDERABILIA«. Bei der Neuinterpretation von Viola-Material sind dieses Mal finnische Indie- und Dancefloor-Szenegrößen wie Black Audio, Regina und I Was A Teenage Satan Worshipper überzeugend mit dabei.

Viola drehen hier die Synthies bis zum Anschlag auf. Zelebrieren selbstbewusst ihre Abkehr vom reinen Indiepop in Richtung elektronische Tanzmusik, die sie seit ihrem Debüt »TEARCANDY vollzogen haben, was nicht alle Fans goutierten. Sie feiern das feine Melodrama auf der Disco-Tanzfläche, bis die Glitzerkugel hektisch rotiert. Verneigen sich vor Giorgio Moroder und den Pet Shop Boys und der ganzen selbstironischen hedonistischen Tanzkultur. Und vielleicht auch ein bisschen erstaunt vor sich selbst – denn zehn Jahre sind ein kleiner Meilenstein. (emv)



Mehr CDs von Viola



Siehe auch:
Black Audio
Regina

I Was A Teenage Satan Worshipper

Ultramariini


 Viola: Melancholydisco 2

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23:23: Softest Wave
(2012, Eigenverlag)

Ein Album, aus dem heimischen Schlafzimmer heraus entstanden. Für Sami Vierula offenkundig ein entspannter Ort, an dem die Gitarre psychedelisch scheppern darf und die Grundstimung tiefenentspannt ist. Um nicht zu sagen: Hemdsärmelig! Der Musiker, der sich nach der Uhrzeit benannt hat, zu der sein Blick zu fortgeschrittener Abendstunde beim Werkeln am Solomaterial häufig schweifte, macht aus seiner Vorliebe für das Groovy-Gefühl der späten 60er keinen Hehl, aber schmuggelt feine elektonische Verfremdungseffekte ein. Lustvoll trabt hier mitunter ein Gaul in den den Sonnenuntergang über der weiten Prärie. Mit dem flummiball-leichten Indiepop von Delay Trees, wo er als Sänger und Gitarrist aktiv ist, hat Vierula nichts am Hut. Obwohl er dem sehnsüchtigen Schönspiel in Songs wie »Sweetheart« nicht wirklich abgeschworen.

»SOFTEST WAVE« heißt der Erstling des Mannes aus Helsinki. Was ein wenig in die Irre führt, denn allzu sanftsäuselig geht es hier nicht zu. Obwohl der emotionale Höhepunkt »PleasePleasePlease« ein flehentliche Pop-Hymne an die Herzensperson ist, sich bloß nicht zu entfernen, das diese ein Herz aus Stein haben müsste, um sich nicht erweichen zu lassen. Das Album ist übrigens auf Bandcamp zu hören, und wer mag, kann Vierula auch finanziell durch den Kauf in MP3-Form unterstützen (emv)



Mehr CDs von 23:23



Siehe auch:
Delay Trees

 23:23: Softest Wave

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Anna Abreu: Now
(2008, Sony BMG 88697 398222 )

Anna Abreu, eigentlich Anna Eira Margarida Mourão de Melo e Abreu, wurde zwar 2007 in der dritten Idols-Staffel (finnische Version der Castingshow Pop Idol) »nur« Zweite hinter Ari Koivunen, aber bekam dennoch einen Plattenvertrag bei Sony BMG. Erwartungsgemäß schrieb sie auch auf ihrem zweiten Album »NOW« kein Lied komplett selbst, wirkte nur mit, wie bei den nicht-englischen Stücken »Perdoa-Me« oder »No Estragues El Momento«. Keine Passage der Instrumentierung stammt von ihr, die Tochter eines portugiesischen Vaters und einer finnischen Mutter singt »nur«. Aber sie singt erstklassig.

Sie serviert nicht Pop pur, sondern würzt ihre zehn Songs kräftig mit R & B, wie in »Junkie For Your Love«. Und sie scheint noch ganz andere musikalische Vorlieben zu haben: So gab sie in den Idols-Sendungen nicht nur die (bei ihrem Aussehen und ihrer Stimme) erwarteten Lieder von Alicia Keys zum Besten, sondern auch »Jumala« von Apulanta oder »I Love Rock 'n' Roll« von Joan Jett & The Blackhearts. Nach Apulanta klingt »NOW« freilich nicht, stattdessen nach Anna Abreu mit einem Schuss Shakira oder – nicht ganz so geglückt – Amy Winehouse (in »Done With Her«). Fazit: Der 37-Minüter ist eines der besseren Popalben, dank einer ausgezeichneten Anna Abreu, die just, im März 2009, zum zweiten Mal in Folge mit der »Emma« als »Beste weibliche Künstlerin« ausgezeichnet wurde.

Noch eine kleine Randbemerkung: Anna Abreu spricht in der finnischen Synchronisation von »Die Simpsons – Der Film« spricht Rod Flanders. (nat)



Siehe auch:
Ari Koivunen
Apulanta

Don Johnson Big Band


Anna Abreu: Now

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Acorn: Here & There & Back
(2008, Herzog Records 6418770801958 )

Das Gewöhnliche entdecken? Acorn aus Helsinki bieten dazu zwölf Anlässe, die zwar nicht gänzlich zupacken, jedoch mit vielseitiger Instrumentierung und Charakterstärke die Beliebigkeit in Schach halten. Im bunten Acorn-Kosmos verwischen Zeit und Raum genauso wie die musikalischen Grenzen. Irgendwo in den weiten Feldern zwischen Country, Bluegrass und Pop liegen die Songs in der Ackerfurche; geerdet und mit der Bodenhaftung ausgestattet, die immer auch ein bisschen rückständig wirkt.

Gut und gerne könnte dieses Quartet auch aus dem mittleren Westen der USA stammen, wo sich Banjo und Slidegitarre die schwieligen Hände schütteln. Mit Arbeitermentalität ist aber dieses Album nicht ausgestattet, vieles klingt beschwingt und unbeschwert, was vor allem der klaren Stimme Christa Renwalls zu verdanken ist. Kein Song mag so richtig aufhorchen lassen, vielleicht weil ab einem gewissen Alter Überraschungen eher als lästig denn spannend wahrgenommen werden. So bleibt nur noch die Freundlichkeit haften, mit der dieses doch eher blasse Werk vorüberhuscht. (maw)

 Acorn: Here & There & Back

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Air B.C.: Zippo
( EP, 2006, Bel Air Productions)

Es gibt sie, diese Pop-Alben, da kommt man einfach nicht so schnell darauf. Auf den Grund, warum sie nicht funktionieren. »Stimmt doch«, grübelt man. »Solide produziert, Songs durchaus ansprechend, Sound in Ordung.» Aber trotzdem fehlt etwas, das »ZIPPO«, die zweite EP der beiden in Helsinki lebenden Studiomusiker Ivo Baric und Daithi O'Clerigh, doch so seltsam steril wirken lässt: Es ist das lebendig schlagende Herz. Dieser Tick mehr an kreativer Eigenständigkeit, der die Mitläufer von den Gestaltern unterscheidet.

Der gepflegte Synthie-Pop des Duos fährt alle Nettigkeiten auf, die ein gut ausgestattetes Studio zu bieten hat. Das Ergebnis klingt sehr gefällig. Aber eben zu glatt, zu kalkuliert und letztendlich austauschbar. Ein bisschen mit Erinnerungen an Alan Parsons geflirtet, sich an der Piano-Ballade versucht, ausgiebig in großen Gefühlen geschwelgt – aber dabei ständig in der Gefahr, die Balance zu verlieren und bis über die Knöchel in den Weichspülerpop-Fettnapf zu stapfen. So zeigen die Daumen nach unten: Denn der Versuch, es allen Recht zu machen fordert in aller Konsequenz die Höchstrafe. Das Duo liefert angenehme Hintergrundmusik, sonst nichts. (emv)

 Air B.C.: Zippo

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Anni: Redemption
(2016, Eigenverlag)

Lebenspraktische Tipps von einer knapp 20jährigen? Keine Angst: Diese Anleitung zur Selbstliebe konmmt überhaupt nicht oberlehrerinnenhaft daher! Mit »REDEMPTION STREET« legt Anni Mattila ihre Debüt-EP vor. Hymnen für ihre Generation will die junge Frau aus Helsinki schreiben. Und vor allem dazu auffordern, sich selbst mit allen Fehlern und Macken zu akzeptieren. In Zeiten der permanenten Selbstoptimierung keine einfache Aufgabe! Erstaunlich kraftvoll klingt sie, die soulige Stimme von Anni. Und erstaunlich tanzbar klingen diese Tracks, die mit angesagten Beats unterlegt sind. Angst vor zuckrigen Synthies hat Miss Mattila ohnen keine!

Um Authentizität geht es der Musikerinnen, die sich nicht zu früh mit den Dingen abfinden und den verlorenen Seelen mit dem feinfühligen Song »Lost Ones« ein zartes Denkmal setzt. Das akustische Piano verträgt sich beim Track »Awakening«übrigens bestens mit der warmen R´n`B-affinen Stimme der Sängerin. Dass sie beim Herz-Schmerz Duett »If You Would Know Me Now« im Duett mit Gastsänger Boy With Springs knapp an der Kitschgrenze vorbeischrammt, wollen wir ihr gerne verziehen. Wo doch die zurückgenommene Klavierballade »Feels So Easy To Be Loved« so innig vom Suchen und Endlich-Finden kündet! (emv)

 Anni: Redemption

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Baby Sweetcorn: New Low
(2006, Karkia Mistika Records KARMI-009 )

Es gibt Bands, die möchte man nach dem dritten Song adoptieren. Sie betütteln. Ihnen die Butterstulle nur mit der besten Marmelade bestreichen. Nicht, weil sie besonders gut oder gar genial sind, sondern weil sie es auf unverschämt unaufdringliche Weise schaffen, sich geradewegs ins Herz zu schleichen. Baby Sweetcorn, das Pianopop-Trio aus Pori, sind eine klassische Adoptivband. Mit ihrem konzentrierten Bemühen um Leichtigkeit, die den beschwingtem Tönen diesen Tick Schwere gibt, die sie brauchen, souverän abzuheben. Die Band um Keyboarder und Sänger Mikko Grönlund feilt mit Hingabe so lange an ihren Songs, bis sie funkeln wie Christbaumkugeln.

Den Kopf in den 80ern, aber ohne den Bombast. Genüsslich Visages »Fade To Grey« zitieren und dann flugs in die eigene Flugbahn einschwenken. Einige Kilometer entfernt ziehen Bands wie ABC oder Spandau Ballet als Referenzgrößen ihre Bahnen. Auf elegante Synthies kann man sich einigen. Auf unbedingte Tanzbarkeit. Auf übermütige Loopings Richtung Dandytum. Das Klavier swingt in Songs wie »Navigators» oder »Arsonsist« wie Fred Astaire über die Tanzfläche. Wunderbar! Wo sind die Adoptionspapiere? (emv)



Mehr CDs von Baby Sweetcorn



Siehe auch:
Verschiedene: Tässä Me Uimme, Tätä me Juomme

 Baby Sweetcorn: New Low

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Barry Andrewsin Disko: Kuka Siellä?
(2012, Fonal Records FR-85 )

The Blair Witch Project, neu inszeniert in Finnisch-Lappland? Ach was! Denn obwohl Jukka Herva, der bebrillte Nerd aus Rovaniemi, das Unheimliche in seine Songs einziehen lässt, so will er auf seinem Debütalbum »KUKA SIELLä?« (Wer ist da?) doch lieber Verwirrung stiften und uns nicht das Gruseln lehren. Unter dem Nom de Plume Barry Andrewsin Disko (hat nichts mit dem gleichnamigen Keyboarder von XTC zu tun, eher mit einem Ex-Mitglied von King Crimson!) erschafft der Musiker schwankende Gegenwelten. Hantiert mit einer Unmenge musikalischer Gerätschaften, von altmodischen Synthies über abgedrehte Jodel-Samples bis hin zu knisterigen Uralt-Kassettenklängen. Bedient sich großzügig aus dem Zauberkasten für den Nachwuchs-Weirdfolkster. Unterläuft aber auch diese Erwartungshaltung, weil der Erstling auf eine sehr schräge Weise doch im Poplager verankert ist.

So ist der Track »Pam Pam« leichtfüßig ausgefallen und wäre auf dem Tanzboden nicht völlig fehl am Platz, wenn sich nicht diese manische Nervosität in den Vordergrund drängeln täte. Um Selbstmitleid geht es hier, sagt der Barde. Im düster-sprechgesangigen »Lampaita« wird mit bescheidener Hellsichtigkeit der Schlaflosigkeit gehuldigt. Und im vielleicht heimeligsten Stück »Yö Seuraa Yötä« spinnt ein taumelig verlangsamter Walzer krudes Seemansgarn. Alles keine etablierten Popthemen, das. Sondern die unbekannte Verwandtschaft, die sich bislang noch nicht blicken ließ. Buntgescheckt und unberechenbar. Und doch in romantischer Mission der Seelenerforschung unterwegs, auf der Suche nach der grauen Blume.

(emv)

 Barry Andrewsin Disko: Kuka Siellä?

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Beacon St. Radiants: First Degree Desperation
(2005, Killer Robot Records KIRO 1 )

Da stehen zwei ganz am Anfang und träumen den Traum von den endlosen, leeren Landschaften und den hoffnungslosen Liebesgeschichten und der perfekten Traurigkeit. Ganz lakonisch und überhaupt nicht larmoyant. Zach Erlandson und J. Dawson aus Turku schaffen es, auf ihrem Debütalbum »FIRST DEGREE DESPERATION« eine Stimmung zu erzeugen, die alle blauen Stunden dieser Welt vereint. Und vom Zuhören dürfte selbst überzeugten Melancholikern ein wenig warm werden.

Zurückgenommener Countrypop ohne jeden unnötigen Schnickschnack findet man hier, wo Chris Isaac und Wilco den beiden Protagonisten wohlwollend über die Schulter schauen. Beacon St. Radiants tasten sich langsam an ihre eigene Ausdrucksform heran und sind dabei nicht perfekt – und das Sympathische ist, dass sie das gar nicht sein wollen. Zachs Sangeskünste sind ausbaufähig, das Songwriting verheißungsvoll, aber noch nicht voll ausgereift. Tut aber nichts zur Sache, denn das Grundgefühl stimmt. Ein leises, aber nachhaltig wirkendes Debüt. (emv)

 Beacon St. Radiants: First Degree Desperation

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Ben's Diapers: Up In The Mountains, Deep In The Sea
(2010, Plastic Passion BRRL 0 )

Nicht mehr scheinen zu wollen als sein ist eine typische finnische Tugend. Angeben ist nicht! Irgendwelchen Moden hinterherlaufen? Haben wir nicht nötig! Ben´s Diapers spielen seit Jahren mit ungebrochener Hingabe ihre warmherzig-euphorische Variante des zeitlos-bodenständigen Americana-Countrypops. Die Mandoline puckert, die Slide-Gitarre sehnsüchtet seelenvoll dazu. Die Musiker um Sänger Jaakko Söderström schlagen sich auf ihrem vierten Album »UP IN THE MOUNTAINS, DEEP IN THE SEA« mit den kleinen Problemen des Alltags und den großen Fragen des Lebens herum setzten auf stillen Widerstand mittels mehrstimmige Harmoniegesänge.Crosby, Stills, Nash And Young winken entspannt aus der Ferne.

Hemdsärmelig herzlich, aber nicht einfach gestrickt. Und, nein, bescheiden sein heißt nicht, sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Denn das Quintett aus Turku lässt sich selbstbewusst alle Zeit der Welt, um Spannungsbögen aufzubauen und dann mühelos euphorisch abzuheben. Bodenständige Hingabe erweist sich erstaunlicherweise als stiller Sieger. Und die Provinz regiert. (emv)



Mehr CDs von Ben's Diapers



Siehe auch:
Verschiedene: Tervetuloa Kioskiin Vol. 4

 Ben

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Lange Rezensionen 1 - 10 von 230 im Genre »Pop« und Land »Finnland« (insgesamt 390)

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