Nordische Musik » CD-Rezensionen » Nach Land » Pop » Norwegen
Zur Hauptseite
Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 237 im Genre »Pop« und Land »Norwegen« (insgesamt 463)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Hanne Kolstø: While we still have Light
(2015, Jansen Plateproduksjon /Musikkoperatørene JANSEN058 )

Und Hanne Kolstø macht einfach weiter: Ein Album nach dem anderen, dies ist bereits ihr fünftes seit 2011, und es ist wieder hervorragend, slightly avant-garde, ausgeklügelt produziert, vielseitig und mit Power arrangiert und vor allem eingängig. Das macht der Norwegerin derzeit keiner nach: Popmusik von einer konstanten Brillanz. Nach dem textlich direkteren Vorgänger besticht »WHILE WE STILL HAVE LIGHT« wieder mehr durch Raffinesse und kluges Songwriting in einer souveränen Mischung aus dunkel und Pop. Wobei »souverän« garantiert nicht meint, dass sie und ihr vielköpfiges Team die sichere Bank gewählt hätten, im Gegenteil.

Diesmal hat der etablierte Avantgarde-Komponist Eivind Buene leicht aparte Streicherarrangements beigesteuert, und das sorgt hin und wieder für eine ungewöhnliche Färbung der mit viel Aufwand produzierten Songs. Es sind zwar einfache, klare Lieder, aber mit Instrumentenfülle, einem geradezu akribischen Sound Design ausgeführt, reich und voluminös, aber nie erschlagend oder bombastisch. Wunderbar, wie etwa im letzten Song »White Noise Static« überraschend noch ein Saxofonsolo von André Roligheten (Albatrosh) alles zuvor Gehörte toppt und abrundet. Ob Hanne Kolstø in 12 Monaten wohl wieder mit einem neuen, tollen Album aufwartet? Wir wagen es nicht träumen. (ijb)



Mehr CDs von Hanne Kolstø



Siehe auch:
Eivind Buene
André Roligheten


Hanne Kolstø: While we still have Light

Offizielle Website

Nach oben

-phy: Love Songs From Mars
(2003, Apricot Records /Freibank )

Sie wollen so viele CDs wie möglich verkaufen. Sie wollen durch die ganze Welt touren. Und auch weit außerhalb Norwegens soll man ihre Musik genießen. Es sei ihnen gegönnt, weil berechtigt. Denn die drei Ladies Ellen Ersfjord (Bass, Gesang), Ingrid M. Tolstad (Gitarre, Gesang) und Vigdis Sjelmo (Schlagzeug, Percussion) bieten wunderbar kompakte wie zugleich verspielte Songs - mal durchaus gediegen krachig, dann wieder melodisch eingängig.

Durchaus lassen sich Vorlieben oder auch Vorbilder erkennen: U2, The Cure, die B-52 und immer wieder auch Blondie - gerade was den Gesang angeht. Aber -phy ist eine dieser seltenen Gruppen, die sich einerseits in einer Traditionslinie bewegen und doch eine ganz eigene Richtung eingeschlagen haben mit diesem zupackendem Debütalbum, dieser erfrischenden Sommerplatte, diesem rezeptfreiem Anti-Depressivum. (frk)

 -phy: Love Songs From Mars

Nach oben

3-11 Porter: Surround Me
(2008, Stereo Deluxe Records SDX0169678CD )

In unserer übersexualisierten Welt ist ein wahrer Moment der Sinnlichkeit Gold wert. So wie es aber 3-11 Porter angehen, verpufft jede Magie. Die Norweger Per Arne Bertheussen, Svein Hansen und Sängerin Tracee Lewis Mayn hauchen ihre Vocals über die Rillen – und sind dabei das Gegenteil von sexy. Einschmeichelnd rekeln sich auch die schlaffen Beats über extraflauschige Synthieflächen, geradezu anbiedernd harmlos und in ihrem Verständnis von 90er-TripHop, Lounge und 60er-Soul leider nie auf der Höhe der Zeit.

Dabei ist die Melange an sich natürlich alles andere als einseitig. Mal gibt es Anklänge von Worldbeats, spanischen Flamenco-Gitarren oder gleich jazzige Ambienten. Unter dem Strich eint neben der immerwährend-chilligen Behäbigkeit der Songs aber der Fakt: Allesamt sind sie formidable musikalische Fototapeten für die Berieselung moccafarben getünchter Kaffeebars, in denen es nur um das möglichst dezente Nebenbei geht. Und so werden sich hier die Geschmacksgeister scheiden: Manch einer mag hierzu »tolle Entspannungsmusik« sagen, der andere »seelenloses Geplänkel«. Manch einer freut sich über die »nostalgisch anheimelnden Klänge«, andere sehen darin nur »entkräftete Popmusik«. (maw)

 3-11 Porter: Surround Me

Offizielle Website

Nach oben

a-ha: Time and Again – the Ultimate a-ha
( 2 CDs, 2016, Rhino /Warner 081227947200 )

Ob man »Take on me« irgendwann überdrüssig wird? Ob man je wieder eine zweite Hits-Kollektion von a-ha brauchen wird? Ob das norwegische Trio auch nach der zweiten Reunion wieder elf Jahre aktiv sein wird, bis zum nächsten groß verkündeten Bandende? Fragen, die in Anbetracht dieser neuerlichen Kompilation aufkommen. Der Überhit »Take on me« wird vermutlich auch noch in Jahrzehnten im Pop-Radio rauf und runter gespielt werden, und das zu recht. Darüber hinaus ist allerdings nicht anzunehmen, dass Menschen, die nicht explizit Fans von a-ha sind, dann noch weitere »Hits« kennen werden.

1991 erschien »Headlines and Deadlines – The Hits of a-ha«, mit dem Besten der ersten vier Alben. Da ist alles Wertvolle an Hits drauf, und dabei hätte man es belassen können, denn weitere Zusammenstellungen variierten diese 16 Songs nur wenig. Zum Zwanzigjährigen im April 2005 gab's »The Singles 1984|2004« mit 19 sowie »The Definitive Singles Collection« mit 17 Hits bis 2002(!). Und nach nur weiteren zwei Studio-CDs gab's zum Abschluss der zweiten Bandphase das Jubiläums-Album »25« mit restlos allen 33 (auch den Promo-)Singles und sechs weiteren Tracks, fast eine oftmals als »Anthologie« bezeichnete Sammelpackung.

Was also ist nach einem weiteren (zumal lauen) Reunion- und Comebackalbum zum nun 30. Bandjubiläum dazugekommen, das eine fünfte Kollektion rechtfertigen und attraktiv machen könnte? Unverblümt, man darf es geradezu sarkastisch lesen, gab man ihr gleich den Titel »TIME AND AGAIN«, zu deutsch »Wieder und wieder«. Nun, um die Käufer zu locken, gibt es nun neben den 19 ausgewählten Singles auf der ersten CD ausschließlich Remixes auf CD2: drei aus den Achtzigern, einer aus den Neunzigern (diese »previously unissued«) und ganze zehn (»previously issued«) aus den Jahren 2000 bis 2010. Als einziger Bonus lassen sich zwei okaye Neubearbeitungen der ersten beiden Hits »Take on me« und »The Sun always shines on TV« finden.

Also »ULTIMATE« ist diese Veröffentlichung bedauerlicherweise eindeutig nicht. Wem die Hits genügen, der nehme die 1991er CD (die man doch besser als 25th Anniversary Edition herausgebracht hätte), wer etwas tiefer ins Gesamtwerk eintauchen möchte, greife zu »25«. Die 16 Remixes sind fast komplett zum Vergessen, und, was man wirklich auch mal deutlich sagen muss: Sooo geniale Hitautoren sind a-ha nun wirklich nicht. Nach den drei großen Knallern vom ersten Album haben sie doch stets von diesem Jugenderfolg gezehrt. (Daher hier wohl auch das Jugendporträt als CD-Cover.) Zu viele von den wieder und wieder als »biggest hits« feilgebotenen Singles sind doch eigentlich eher schwache Songs. Ohne »Take on me« würde (jenseits von ergebenen Fans) kein Hahn nach halbgaren Liedern wie »Cry Wolf«, »Touchy!« oder dem schamlosen »Take on me«-Recycling »You are the one« krähen. Besser, man hört a-ha als feine Albumband und widmet sich »Scoundrel Days« oder »Minor Earth Major Sky«. Diese »Immer wieder«-Collections müssen ein Ende haben! (ijb)



Mehr CDs von a-ha


Zum Artikel über a-ha

 a-ha: Time and Again – the Ultimate a-ha

Offizielle Website

Nach oben

Greta Aagre & Erik Honoré: Year of the Bullet
(2012, Jazzland /Universal 371 061-9 )

»YEAR OF THE BULLET« ist in mancherlei Hinsicht das Partneralbum zum parallel erschienenen »Uncommon Deities«, das Erik Honoré mit Jan Bang produzierte. Hier wie dort verschmelzen Live-Samples mit Studioproduktion, Musiker unterschiedlicher Stile bekommen größere Präsenz als reine Gäste - und nicht zuletzt überschneiden sich mehrere der Interpreten. Neben Jan Bangs Samplework veredelt auch hier Arve Henriksen einige Songs mit seinem prägnanten Trompetenklang, und Dai Fujikuras Streichersamples werden von Honoré in die durchweg reichen Songtexturen eingewoben. David Sylvian, obgleich nicht konkret präsent, hatte als Berater wohl einigen Einfluss auf die Platte; zumal »sein« Designer Chris Bigg das Artwork zu beiden Alben gestaltete.

Doch wo das Ensemblemeisterwerk »Uncommon Deities« von den schwebenden bis abstrakten Stimmen Sylvians und Sidsel Endresens geprägt ist, spielt sich »YEAR OF THE BULLET« im deutlich konventionelleren Gebiet ab: Keine vielschichtigen, assoziationsreichen Geschichten, sondern die warmen Songs von Greta Aagre, denen das komplexe, aber doch klar subtile Klangbild mehr als ein Fundament bietet, stehen im Zentrum. Und immer wieder zwischendurch schwingt sich die instrumentale Seite der Musik zu eigenen kleinen Episoden auf. Bislang traten Aagre und Honoré als Elsewhere in Erscheinung; dieses zum Teil in Kristiansand, Oslo, Rom, Terracina, Lissabon und New York entstandene Album ist ihr erstes unter ihren eigenen Namen, direkt an der Grenzlinie der eingängigen Pop-Jazz-Welt von Jazzland und dem freischwebenden Impressionismus von SamadhiSound stattfindend. Einziger Wermutstropfen: Greta Aagre hat als Sängerin leider nicht ganz die Klasse und Präsenz etwa einer Sidsel Endresen - und so gelingt es ihr nicht durchweg, Honorés Klangreichtum kongenial zu begegnen. (ijb)



Siehe auch:
Jan Bang
Bang, Honoré, Sylvian, Endresen, Henriksen

Arve Henriksen

Erik Honoré


Greta Aagre: Year of the Bullet

Audio-Link Offizielle Website

Nach oben

Björn Afzelius & Mikael Wiehe: 1993
(2004, MajorStudio /Warner 50504675712 )

1993 fanden Björn Afzelius und Mikael Wiehe zusammen, um im Studio eine intime Club-Atmosphäre einzufangen. Entsprechend simpel das musikalische Konzept, das allein aus Afzelius und Wiehe und zwei Gitarren besteht, und das voll aufgeht. Oder aufgegangen wäre, wenn diese Aufnahmen zur Veröffentlichung gekommen wären. Von 1993 bis 1999 schoben Afzelius und Wiehe die Fertigstellung auf, dann starb Afzelius.

Erst 2004, die digitale Technik macht's möglich, vollendet Wiehe im Alleingang die mittlerweile elf Jahre alten Aufnahmen. Und daran hat Mikael Wiehe gut getan: »1993« wirkt nicht im Geringsten angestaubt. Die Texte wirken scharf und persönlich zugleich. Die intime Stimmung zieht einen gänzlich in den Bann. Einziger Schwachpunkt dieser wunderbaren Aufnahmen: »Så Vill Jag Bli«. Diesen Song sollte man auf keinen Fall hören, bevor man den CD-Spieler ausschaltet, weil man sonst unweigerlich »Mein Hut, der hat drei Ecken« den Rest des Tages als Ohrwurm mit sich herumträgt. (hew)

Björn Afzelius: 1993

Offizielle Website

Nach oben

Ai Phoenix: The Light Shines Almost All The Way
(2007, Glitterhouse /Indigo GRCD 662 )

Ai Phoenix? Große Klasse! Und dann kommt da dieses Album auf den Tisch, wird in den CD-Player ein- und dann wieder beiseite gelegt, später wieder hergenommen im festen Vorsatz, die Rezension endlich zu schreiben – bis man dann nach vielen Wochen schließlich beim Hören der Vorgänger-Alben landet auf der Suche nach der Begründung, warum man die Band einst so geliebt hat. Sicher bilden immer noch Mona Mørk, Patrick Lundsberg und Bosse Litsheim den Kern der Bergener Band, und ihre Musik bewegt sich noch immer im Halbdunkel hingepatschter Folkpop-Melancholie.

Ihre Songs brauchen aber mehr Anläufe, um das Herz zu stürmen, und die Liebe entflammt nicht mehr so heftig. Ai Phoenix sind inzwischen mehr die langjährige gute Frendin, bei der man noch Rat und Trost sucht. Deren Wärme man spüren kann, obwohl sie doch selbst Trost bräuchte. Aufregende Abenteuer aber wird man anderswo erleben. (peb)



Mehr CDs von Ai Phoenix

 Ai Phoenix: The Light Shines Almost All The Way

Offizielle Website

Nach oben

Jonas Alaska: If Only As A Ghost
(2013, Sony Music 88765477192 )

Vielleicht fühlt sich Jungsein genau so an: Ein bisschen übermütig, ein bisschen nachdenklich, ein bisschen traurig. Ein bisschen hingebungsvoll und ein wenig selbstironisch. Und das im Minutentakt. Der junge norwegische Singer-Songwriter Jonas Alaska kommt äußerlich so ungelenk daher wie ein dreiviertel ausgewachsener Windhund, der nicht so recht weiß, in welche Richtung er seine langen Gliedmaßen schlenkern soll. Aber dieser Eindruck täuscht. Mit »ONLY AS A GHOST« legt die Nachwuchskraft aus Oslo bereits ihr zweites Album vor, das mit feiner Zurückhaltung zwischen 60ies-Pop und Americana-Klängen seiltanzt. Den Altmeistern Simon And Garfunkel dabei mitunter fröhlich zuzwinkert. Ein Album, das trotz aller zwischenzeitlichen Melancholie funkelt wie einer dieser ersten Sterne am mittelblauen Abendhimmel.

Alaska, dessen großes musikalisches Vorbild übrigens Bob Dylan ist, beherrscht die leisen, die balladigen Töne bestens. Aber hüpft mit Tracks wie der flotten Verlierer-Hymne »I Saw You Kid« ausgelassen über Großstadtgassen, die verdächtig an die Carnaby Street im Swinging London erinnern. Setzt bei aller Verspieltheit auf ehrliche Gefühle und erzählt Geschichten mit mitunter bösem Ausgang, die uns aber nicht übermäßig deprimieren, sondern eher auf merkwürdige Art wärmen. Und irgendwie wünscht man sich diesen Nerd mit den tellergroßen Augen zum besten Freund, aber subito.

Solche souveräne Gelassenheit beim Songwriting hätte man dem blondgelockten Jungspund, der am Liverpool Institute Of Performing Arts studiert hat, gar nicht zugetraut. Jonas Alaska flirtet in Tracks wie dem putzmunteren »Come On And Dance« ausgelassen mit dem Piano und bugsiert uns unmissverständlich in Richtung Tanzfläche. Noch so ein ansteckend fröhlicher kleiner Gassenhauer also, der aber bestens zu den reduzierteren Songs wie dem Titelstück passt. In denen der Norweger zu Klampfenbegleitung wortreich einer verstorbenen Liebe nachtrauert. Das wäre zum Heulen, wenn es nicht so herzzerreißend schön wäre. (emv)



Mehr CDs von Jonas Alaska

Jonas Alaska: If Only As A Ghost

Offizielle Website

Nach oben

Alice And The Mountain: Nine Lives
(2013, Karmakosmetix)

Schillernd wie das Innere einer Perlmuttmuschel präsentiert sich Alice And The Mountain alias Silje Kåfjord auf ihrem Debütalbum »NINE LIVES« . Bloß sich nicht fassen und domestizieren lassen mit vorschnellen musikalischen Einordnungen! Die Chanteuse aus Südnorwegen springt scheinbar mühelos zwischen den Genres: Trip Hop und Neo-Pianoromantik, balladigen Dreigroschenoper-Anspielungen, Nu Lounge Jazz und Kammer-Elektronikpop. Uff, die Dame hat hohe Ansprüche! Am kommerziellsten ist hier noch das sehr tanzbare, vertrackte und schimmernde Dancefloor-Stückchen »Hunt You« ausgefallen.

Die Sängerin flirtet mit hörbarem Vergnügen mit den großen Vorgängerinnen: Mitunter meint man Anklänge an Joni Mitchells intelligente Grenzgängereien zu hören. Und wenig später an die neumodische Mystik von Loreena McKennitt. Das könnte angestrengt und überladen wirken, kommt aber tatsächlich sehr locker und leichtfüßig daher. Übrigens am Piano einfühlsam unterstützt von Bernt Moen, der in reduzierten Tracks wie »Little Things« den kongenialen Partner an den Tasten gibt.

Die Kåfjord säuselt, schreit, gurrt, lockt, schmachtet und sehnsüchtet. Aber schafft es dabei, sich eine Aura des Geheimnisvollen, des Nicht-Fassbaren zu bewahren. So wie sie es auf schwerelos tagträumerische Art im klassisch schönen Song »Like In A Dream« tut. Emotionaler Höhepunkt des Albums aber ist der Seelentröster »Resting Place«, der in seiner zarten Innigkeit an das unvergessene Credo der Cowboy Junkies erinnert: You´ll be loved again! (emv)

 Alice And The Mountain: Nine Lives

Offizielle Website

Nach oben

Anne Marie Almedal: Blue Sky Blue
( CD+DVD, 2010, +47 /VME i+47 10/007 )

Eines der stärksten Lieder gleich zum Einstieg - allerdings ist es eine der beiden Coverversionen, die die Norwegerin Anne Marie Almedal auf ihrer zweiten Soloplatte präsentiert: Massive Attacks Klassiker »Safe from Harm«, souverän zurückhaltend dargeboten, begleitet von klanglich so reich wie leise arrangierter Band mit Cello, Kontrabass und gleich mehreren Gitarren. Doch schon Lied Nummer zwei, »I think I love you«, eine von zehn Eigenkompositionen des Duos (in Kunst und Leben) Almedal und Nicholas Sillitoe, schrammt richtig eng an schlagerhafter Beliebigkeit vorbei; obgleich der Song gut funktioniert, hat man das Gefühl, ihn bereits hundert Mal (und davon gefühlte 95 Mal zu oft) gehört zu haben.

Zwischen diesen Polen bewegt sich das gesamte, teils sehr geschmackvolle, hin und wieder etwas zu weichzeichnerische Album. Ein paar Mal gelingen kleine Pop-Perlen wie »Show more Love«, aus wenigen, sensibel auf einander abgestimmten Elementen - nicht selten ohne Schlagzeug, dafür mit Saxofon, Glockenspiel oder Hammondorgel. Auf der Plus-Seite ist auch die elegante, piano-betonte Lesart von Jagger/Richards' »Paint it, black« zu verbuchen; leider darf nicht unterschlagen werden, dass Almedals interpretatorische Präsenz auch hier nicht über adrette Sorgfältigkeit hinausreicht. Man kann sich nicht beschweren - aber so richtig begeistern kann »BLUE SKY BLUE« eben auch nie. (ijb)



Siehe auch:
AM and the UV
Velvet Belly

Illumination

Chilluminati


Anne Marie Almedal: Blue Sky Blue

Video-Link Offizielle Website

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 10 von 237 im Genre »Pop« und Land »Norwegen« (insgesamt 463)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

                     


© 2000 - 2017, Design & Programmierung: Polarpixel