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Lange Rezensionen 11 - 20 von 294 im Genre »Rock« und Land »Finnland« (insgesamt 579)

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Anssi 8000: Kyklops Vs. Svesse
( 2 CDs, 2007, Bone Voyage BONE-0092 )

Reduzieren auf das Wesentliche: Eine dreiseitige Gitarre, zwei mit den Füßen gespielte Drums und eine Stimme, die so klingt, als sei Kurt Cobain im westfinnischen Sahalahti als Reinkarnation wieder aufgetaucht. Anssi Kasitonni aka Anssi 8000 ist ein Ein-Mann-Orchester, das er den Rock'n'Roll in all seiner Rauheit in einer aberwitzigen Einzelkämpferaktion retten will. In all seiner Wut, seiner unbedingten Direktheit, in Schweiß, Verzweiflung und schmerzhaften Empfindsamkeit. Zeit für Schnörkel gibt es auf dem Doppelalbum »KYKLOPS VS. SVESSE« keine. Das ist nicht immer schön, aber unbedingt notwendig und so intensiv, dass man beim Hören unwillkürlich schneller atmet.

Die Unterstützung von Miss Hot Coke, die ab und zu Backup singt und ansatzweise einen Hauch Electronics hereinbringt, ist nur ein kurzes Aufflackern. Der nächste Drei-Minuten-Song drängelt schon vor der Tür, mit der Traurigkeit des Blues und der aggressiven Energie des Rock und mit einer selbstbewussten Kampfansage an all das, was man uns heutzutage als »Normalität« verkaufen will. Puuuh. Atemholen können wir später. (emv)

 Anssi 8000: Kyklops Vs. Svesse

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Apples Of Idun: While The Night Is A Shade
(2011, Eigenverlag)

Mythologisch verbrämte Männerphantasien im schick verdüsterten Industrial-Stil: Apples Of Idun inzenieren sich auf ihrer EP »WHILE THE NIGHT IS A SHADE« als martialische Dunkelmänner zwischen Dämmerung und Alptraum. Unter massivem Synthieeinsatz versucht sich das Quintett an der Inszenierung einer gewalttätigen Form der schwarzen Romantik unter gelegentlichem Screamo-Einsatz. Hier muss der Trockennebel einfach wabern und werden überlebensgroße Gefühle kreiert. Im Track »On And On And On And On« geh es eigentlich nur darum, bedeutungsbeladene Spannungsbögen zu erzeugen, die in orgiastischem Geschrei enden. Uff!

Iðunn ist in der nordischen Mythologie übrigens die Göttin der Jugend und Fruchtbarkeit, die nie ohne Äpfel daherkommt. Ahaa! Aber bei den wilden Heiden wollen sich Apples Of Idun aber partout nicht verorten lassen und streben mit »The Falling Man« entschieden zurück zum Dancefloor. Wobei sich Trent Reznor von Nine Inch Nails keine Sorgen machen muss, dass sein Thron als Prinz der Düsternis wackeln könnte. Nein, bei aller gewalttätigen Inszenierung wollen die Finnen doch nur gefallen und brav den Massengeschmack treffen. (emv)

 Apples Of Idun: While The Night Is A Shade

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Apulanta: Hiekka
(2002, Levy Yhtiö LY 099 )

Apulanta gewöhnen sich an ihre Auszeichnungen: Fast schon selbstverständlich ging »HIEKKA« (Sand) auf Platz eins der finnischen Charts, die Band heimste dafür Gold und Platin ein – bis jetzt. Die nach einem Düngemittel(!) benannte Combo ist mit ihren spektakulären Bühnenshows eine der beliebtesten Bands in ihrer Heimat. Ihre Musik geistert zwischen rührenden Balladen, Grunge und Metal umher, sporadisch mit einem Schuss Industrial versehen.

Treibende Rhythmen mit leichtem Elektro-Anflug kennzeichnen den gold-dekorierten Titelsong, balladesk-nachdenklich widerhallt »Onttosydän« (etwa: leeres Herz), »Hippo« oder »Saasta« (Schmutz) siedeln zwischen Rock und Metal. Bassist Tuukka, Schlagzeuger Sipe sowie Sänger und Gitarrist Toni gehören zum Urgestein der finnischen Rockszene. Obwohl sie – bis auf ein englisches Album – finnisch singen, stammen ihre Fans sogar aus Deutschland, Frankreich, Slowenien oder Ungarn: Die Sprache ist kein Hindernis, nur die Verfügbarkeit der Alben... (nat)



Mehr CDs von Apulanta



Siehe auch:
Ismo Alanko

 Apulanta: Hiekka

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Atom Notes: Spare Parts
(2011, Combat Rock Industry /Flight 13 )

Hauptsache abgefeiert, das T-Shirt durchgeschwitzt und gehörig revoluzzigen Spaßpunk in den heruntergewirtschafteten Rockerclub am falschen Ende der Stadt gebracht! Die guten alten Werte Rotzigkeit und Stinkefinger-Zeigen hochhalten, auch wenn wir damit die Welt nicht mehr aus den Angeln heben. Atom Notes lassen es sich auf ihrem Debüt »SPARE PARTS« nicht nehmen, mitunter ironisch über sich selbst zu grinsen. Die fünf Veteranen, die in der Tampere-Szene mit Kapellen wie Endstand und Manifesto Jukebox reichlich Street Credibility gesammelt haben, wollen es hier auf ihre leicht älteren Tage nochmal wissen.

Der völlig reinen Punkrock-Lehre haben die Fünf längst abgeschworen und wecheln mit Gusto hinüber in benachbarte musikalische Territorien wie den dreckigen Rock´n´Roll, das croonige Two-Tone-Universum mit dem Borsalino-Hütchen und nicht zuletzt: die trashige Tex-Mex-Extravaganza, die im rein instrumental eingespielten »Money Well Spent« so übercool daherkommt, dass selbst Quentin Tarrantino seine Freude daran hätte. Gesellschaftsfähig werden Atom Notes in diesem Leben nicht mehr. Und das ist gut so. (emv)



Siehe auch:
Endstand
Manifesto Jukebox


 Atom Notes: Spare Parts

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Automatic Eye: Don't Let The Past Come Between You And Your Happiness
(2008, Johanna Kustannus Oy RAMCD 3158 )

»We have to set this record straight« – gedacht, getan, gesungen. Mit diesen Zeilen startet das Langspieldebüt von Automatic Eye, alias Sänger/Gitarrist Pete Murto und Basser Heikki Hiekkasalmi. »DON'T LET THE PAST COME BETWEEN YOU AND YOUR HAPPINESS« ist ein selbstbewusster, melodischer elf-Song-Indie-Rocker, der frisch klingt, gute Laune bringt – aber nie ins Triviale abdriftet. Als Eckpfeiler des Automatic-Eye-Sounds bezeichnen die Finnen »Away From Sunshine«, das erste gemeinsam geschriebene Stück: Es ist treibend, packend mit einem winzigen Hauch Melancholie, klug arrangiert und hat Ohrwurmcharakter.

Für die 44-minütige Scheibe mit dem sperrigen Titel holte sich das Duo Verstärkung: Schlagzeuger Tommy Gun und Heikki Yrjölä (Klavier/Keyboard) – beide Teil der Liveband – sowie Jonas Olsson (Programming, Perkussion) und Mikrohelfer Rick Rovio unterstützen die 2005 erweckte Kapelle. Die Inspiration für die Texte holen sie sich aus dem wahren Leben, und so transportiert jedes Stück eine andere Stimmung, denn: »We still believe this is what music is all about: Emotions.« (nat)

 Automatic Eye: Don

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Bad Machine: Motörfreakout
(2005, Punk 'N Drunk Recordings /Rough Trade PND 10009-2 )

Bad Machines erste Takte in vier Worten: »Finnische Punkversion von Motörhead«. Wem diese Erklärung ausreicht, kann seinen Allerwertesten schon mal in den näxten Plattenladen bewegen, reinhören lohnt sich. Der krachige Titeltrack huldigt Wodka-Warzen-Weiber-Lemmy, doch die Nachfolger schreiben groß und deutlich Rock'n'roll auf die Flagge, deuten mitunter mit dem Finger in Richtung Blues. Gegen Ende des Longplayers blitzen die Engländer erneut durch: »Cenobites« klingt sehr nach »Ace Of Spades«.

Durch beträchtliche Spielfreude macht das Quartett die mangelnde Selbständigkeit aber wieder wett. Der Zweitling der seit 1999 bestehenden Truppe groovt, wenn die Stücke meist unter der Dreiminutenmarke über die Zielgerade rasen. Aki, Masa, Make eilen Sänger Ana zu Hilfe und grölen nicht nur die Refrains. Fazit: »MOTÖRFREAKOUT« ist ein cooles, spaßiges Album, dem zwar der letzte Kick fehlt, aber für gute Stimmung sorgt. (nat)



Mehr CDs von Bad Machine



Siehe auch:
The Accidents
Verschiedene: Punk N Roll A Licious Vol. 2


 Bad Machine: Motörfreakout

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Balls: Skinny Dipping
(2001, Rocktops RockCD6 )

Die Stimme Marjo Leinonens klingt beinahe schwarz: bluesig, soulig, mit einer Idee Janis Joplin. Der Whitfield/Strong-Klassiker »I Can't Get Next to You« eröffnet die fünfte Scheibe der Finnen gebührend: Bassist Jari Paulamäki und Schlagzeuger Sami Vettenranta geben kraftvoll groovend den Takt an, durch ein paar eingestreute Congas pointiert. Gleichzeitig sausen des Gitarrenduos Petri Peevo/Tipi Järvinen Finger über die Saiten; jedoch lassen die Musiker Marjo immer genug Freiraum für ihren Gesang.

Beim zweiten (und letzten) Cover »Taxi Driver« taucht zusätzlich ein anregendes Piano auf, doch ab jetzt folgen nur Eigenkompositionen, zehn an der Zahl, eine gelungener als die andere. Die Balls-Frontfrau besitzt eine unwiderlegbar packende (Blues)Röhre, die das komplette Album prägt, dominiert – und problemlos alleine einen Saal a cappella füllen könnte. Janis Joplins »Mercedes Benz« lässt grüßen. (nat)



Siehe auch:
Agents

 Balls: Skinny Dipping

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Big Wave Riders: Life Less Ordinary
(2012, Soliti)

Von der enspannten Straßenköter-Attitüde der Big Wave Riders sollte man sich nicht täuschen lassen. Über den grauen Großstadt-Hinterhöfen strahlt die Sonne in durchdringenden Comicbook-Farben. Mit dem Song »Sunny Season« haben die Fünf aus Helsinki genau dieser Attitüde auf ihrem Debütalbum »LIFE LESS ORDINARY« Tribut gezollt. Die Nachwuchskräfte lieben das Spiel mit den Zitaten nicht nur in Bezug auf die schnodderige Seite des 80er-Indierock: Der Albumtitel zwinkert dem gleichnamigen Film mit Ewan McGregor zu. Dem Helden aller leicht aus der Bahn katapultierten Loser, der sich mit einem frechen Grinsen noch aus jeder Bredouille befreit hat! So geht das! Big Wave Riders jonglieren hier wie bereits auf ihrer ersten EP mit vielen Bällen: Flirrenden Strandgitarren, coolen Synthies oder lärmigem und aufbegehrendem Klampfengeschrammel. Ein Hauch von psychedelischen Patschulidüften hängt gleichmütig über den Mülltonnen hinter dem Haus. Groovy, Jungs!

Dass Schöngesang auch den mittelharten Jungs durchaus gut zu Gesicht steht, beweisen die Riders in Lebenslust-Stückchen »Castle In The Air«. Und wer hier ganz genau hinhört, der könnte vielleicht vermuten, dass das Quintett um Schnodderschnauze-Sänger Teppo dem umfangreichen Schaffen ihrer finnischen Landsleute The Rollstons von anno damals (also zu Beginn des Jahrtausends!) aufmerksam gelauscht haben. Der anarchisch-föhliche Grundton und die insgeheime Popverliebtheit finden sich hier wie dort. Und das unverschämte Glitzern in den Augen sowieso. (emv)



Mehr CDs von Big Wave Riders



Siehe auch:
The Rollstons

 Big Wave Riders: Life Less Ordinary

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Micke Bjorklof & Blue Strip: Ain’t Bad Yet
(2015, Hokahey! Records HHR 1501 )

In Finnland und gesamt Nordeuropa haben sie den Ruf als einer der besten Blues (-Rock) Bands zu verteidigen, und so viel vorweg: »AIN’T BAD YET« setzt ein klares Zeichen! Micke Bjorklof (dem schwedischen Ö hat er die Pünktchen genommen, man schielt halt nach Europa) hat eine verdammt starke Stimme, manchmal reibeisenrau, manchmal überraschend gefühlvoll, wie in »Sweet Dream’s A Sweet Dream«, dazu spielt er auch virtuos Mundharmonika. Die Band ist seit langem fest beisammen und entsprechend eingespielt – vor allem Lefty Leppänen ist ein feiner Gitarrist, insbesondere an der Slide Guitar.

Der Blues als Form genügt Bjorklof schon lange nicht mehr, das 12-taktige Schema ist mehrfach nur noch Ausgangsvehikel für richtig starkes Songwriting. Der Groove kommt manchmal aus Louisiana, aus Memphis, aus Chicago – richtigen Blues können sie natürlich auch noch. Der Chorgesang ist inspiriert von frühem 60er R’n’B, dann heizt wieder Leppänen ein: »Blame It On The Bright Kights« ist schlichtweg unschlagbar! Der Titeltrack kreist sparsam instrumentiert um ein Riff, das sich schließlich auflöst – interessanter Song, auch kommt hier Björklofs Stimme fein raus – der Mann hat Charisma, das direkt aus den Boxen tropft. (tjk)

Micke Bjorklof: Ain’t Bad Yet

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Black Light Discipline: Against Each Other
(2012, Danse Macabre)

Böse schauen aus dick kajalgeschminkten Augen reicht uns noch lange nicht! Bisschen Glamour in die bedeutungsschwere Schwärze bringen und das Gesamtkunstwerk mit einer dicken Pathos-Glasur überziehen, so hinterlassen wir Eindruck beim stylishen gotischen Jungvolk! So oder ähnlich könnte das Konzept aussehen, das hinter »AGAINST EACH OTHER« steckt, dem zweiten Album von Black Light Discipline aus Helsinki und Kuopio. Das Quintett kennt kein Klein-Klein und blickt schon allein aus diesem Grund gerne in die 80er zurück, in dieses Zeitalter des Hedonismus ohen Reue. Dem die Finnen mit einem Cover des Laura-Brannigan-Klassikers »Self Control« Respekt zollen. Posieren ist alles, und wenn es unserer böse-Buben-Reputation hilft, dann streuen wir hier und da ein paar Screamo-Vocals ein.

Die Idee, Disco-Elektropop mit düster-pompösen Metal-Sounds zu kombinieren und wildromantische Düsterlandschaften zu entwerfen, die ist wahrlich nicht neu. Die Fünf schaffen es nicht, auf diesem überbevölkertem Terrain mit originellen neuen Ideen aufzufallen. Lieber stellt man sich mit streng vor der Brust verschränkten Armen auf, verharrt schön fein auf bekanntem Boden und lauscht dem majestätischen Hall seiner eigenen Kompositionen nach, ehe man den Lidstrich nachzieht. (emv)

 Black Light Discipline: Against Each Other

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