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Alle Rezensionen zu Ageness
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Songs From The Liar's Lair
(2009, Presence Records/Nordic Notes PRECD016)

Warum haben sich Ageness elf Jahre Zeit gelassen mit der Veröffentlichung ihres vierten Albums »SONGS FROM A LIAR'S LAIR«? Fast könnte man auf den Gedanken kommen, sie wollten den Retro-Prog neu erfinden. Glamrock mit Artrock versöhnen, Marihuana-vernebelte Gegenwelten mit 80er-Stadionrock kompatibel machen. Dass sie als echte finnische Mannsbilder mit den Plateauschuhen-Fummeltrienen nicht verwechselt werden wollen, stellen Ageness mit Testosteron-gesättigten Gitarrensoli klar. So will die Versöhnung zwischen beiden Welten nicht wirklich klappen: Trotz aller ausufernden Keyboard-Kaskaden und bombastischer Klangeffekte bleibt das Quartett im biederen Niederungen stecken und wagt nirgendwo wirklich den Aufbruch. Merke: Es ist unsouverän, alle Register zu ziehen, wenn man nur Altbekanntes zu sagen hat.

Ageness nehmen die Sache ernst. Erzählen die wundersamen Geschichten und wollen die Könige der Welt sein. Auf dem Weg dorthin könnte ein wenig Selbstironie nicht schaden. Oder ein paar wirklich gute Einfälle. Pluspunkt dieser Platte: Der wirklich fette Sound. Aufgenommen wurde in den legendären Finnvox-Studios. Eine erdige Wärme und Kraft rettet dieses Album vor dem Absturz in die absolute Beliebigkeit. (emv)

 Ageness: Songs From The Liar

Offizielle Website

Offizielle Website      ageness.palasokeri.com/

   

Imageness
(1997, Musea FGBG 4236.AR)

Ihre Genesis-Phase haben Ageness auf ihrem dritten Album »IMAGENESS« weitgehend hinter sich gelassen. Rockiger geht es hier zu; dynamischer, auch experimentierfreudiger zeigt sich das Neo-Prog-Quintett. Und dreht die Synthies weit auf, so dass Van Halen um die Ecke schauen. Geblieben sind der Hang zum Pathos, zu ausufernden Stücken (der Rekord steht beim Song »Feast Of Fools« bei 26 Minuten!) und die Unsitte, sich ausgiebig und ohne wirklich überzeugende eigene Ideen aus den Archiven des Art Rock zu bedienen. Die selbstverliebt-epische Pose von Marillion aus den 80ern macht sich auf dem Album besonders bemerkbar. Was 1998 ein wenig angestaubt wirkt.

Sänger Tommy Eriksson hat Peter-Gabriel-Exorzismus betrieben und klingt stimmlich variantenreicher als auf dem Vorgängeralbum »RITUALS«. Wem dick aufgetragene Engels-Chöre, ausgiebige Gitarrensoli und elegische Keyboardkaskaden gefallen, wird von Ageness bestens bedient. Nur: Als Erneuerer des Prog werden die fünf Finnen nicht in die Musikgeschichte eingehen. (emv)

   

Rituals
(1995, Musea FGBG 4240.AR)

Als Peter Gabriel letztens nostalgisch wurde, wollte er mal wieder Kunsthochschul-Progrock hören. Aber nicht die eigenen Genesis-Platten. »Da gibt es doch diese finnischen Jungs, die fast so wie wir klingen«, überlegte er und kramte im CD-Regal nach Ageness. Kaum erklangen die ersten Klänge von »RITUALS«, lehnte er sich zufrieden zurück. »Selbst meine Stimme hat der Sänger gut drauf«, murmelte er beeindruckt.

Genesis-Epigonentum nennt man Ageness' zweiten Album: Schwurbelnde Keyboards, intellektuell verbrämte Texte, ausgedehnte Gitarrensoli und ein guter Schuss Pathos. Und zuvor sehr genau bei »SELLING ENGLAND BY THE POUND« und »LAMB LIES DOWN ON BROADWAY« zugehört. Es geht vielleicht ein bisschen dynamischer zu als bei den Engländern, aber sonst: den alten Eintopf noch mal aufgekocht. Nicht sehr anregend, und originell schon gar nicht. (emv)



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