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Alle Rezensionen zu Ferhat Tunç
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Kobani
(2016, Kirkelig Kulturverksted FXCD 417)

Unter dem Begriff »World Music« oder »Weltmusik« wird meist (etwa im CD-Geschäft) alles subsumiert, was nicht aus anglophonen Ländern stammt oder in popmusikalischer Weise englisch aufgenommen wurde. Dass das der Vielfalt der Musik unserer Welt nur bedingt gerecht wird, dürfte kaum jemand in Abrede stellen. Zunehmend gibt es jedoch auch KünstlerInnen, SängerInnen und auch Labels, die es sich zum Ziel gesetzt haben, jenseits streng gezogener Nationalitäten und enger kultureller Grenzen in den Köpfen tatsächlich eine Musik zu machen, die man als »Weltmusik« bezeichnen muss, eben weil sie lokale Welten verbindet, in mehrfacher Hinsicht.

Erik Hillestad tut dies seit Jahrzehnten mit seinem Label KKV, gerade in der jüngeren Vergangenheit mit einem Schwerpunkt auf Zusammenarbeiten und Grenzgängen zwischen Musikern aus Norwegen und dem nahöstlichen bzw. arabischen Raum. So erklärt sich, dass ein türkischer Sänger und Songwriter mit einem Album, das sich aus zwölf Liedern über kurdische, armenische und andere in der Türkei lebende ethnische Gruppen zusammensetzt, hier bei »Nordische Musik« landet. Hillestad produzierte die CD, aufgenommen wurde zum Teil in der im Zentrum Oslos gelegenen Kulturkirken Jakob, Osman İşmen aus İstanbul arrangierte die Stücke, in Zusammenarbeit mit Knut Reiersrud, für insgesamt mehr als 30 mitwirkende InstrumentalistInnen und SängerInnen, und gemischt hat die Aufnahmen am Ende Jan Erik Kongshaug in seinem Rainbow Studio.

»KOBANI« steht dafür, wie wichtig es ist, die kostbaren, oft bedrohten Freiheiten, die Traditionen und Kultur in der Region von Anatolien, Mesopotamien und den angrenzenden Regionen zu verteidigen. Und daher nutzt Ferhat Tunç seine Lieder, um die Geschichten, das Leid, die Kämpfe und überhaupt den Reichtum der Menschen und Völker seiner Heimatgegend zu versammeln und zu würdigen. Das ebenfalls reiche Beiheft liefert englische Übersetzungen und wertvolle Anmerkungen zu Tunçs berührenden Liedern, in denen er teilweise Texte fremder Autoren vertont. Mit »KOBANI« zeigt der musikalische Freiheitskämpfer, unterstützt von Hillestads Engagement und bei einem Lied auch von Duettpartnerin Mari Boine (die ihrerseits bereits häufig die Kämpfe in der Geschichte der Samen aufgegriffen hat), was »Weltmusik« tatsächlich sein kann: Türkische und kurdische Traditionen in gewandter Verbindung mit westlichem Songwriting. (ijb)



Siehe auch:
Mari Boine
Knut Reiersrud
diverse Alben von KKV
Songs from a Stolen Spring | Turning Back

Ferhat Tunç: Kobani

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kkv.no



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