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Alle Rezensionen zu MoHa!
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Raus aus Stavanger
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD 2049)

MoHa! ist ein zugleich älteres wie erstes Projekt zweier noch recht junger Musiker der norwegischen Noiseszene. Und das erklärt sich so: Seit acht Jahren arbeiten der Gitarrist Anders Hana (23) und der Schlagwerker und Elektriker Morten Olsen (24) zusammen und haben eben nun ein erstes erhältliches Duo-Album eingespielt. Beide musizieren sie seit dem Alter von zehn Jahren, und entsprechend können sie einiges an Aktivitäten vorweisen: Hana war gelegentlich Mitstreiter bei den Jaga Jazzist und dem Ingebrigt Flaten Quintet; Olsen war bei Ultralyd zugange und trommelte u.a. für Thomas Dybdahl, Arve Henriksen oder den amerikanischen Musikpionier Fred Frith.

Entsprechend agieren ineinander geschachtelte Elektrogewitter, frisch improvisiert und mit verzerrten Gitarrenloups garniert, mit kleinen Rückkopplungfitzeln durchsetzt, zuweilen in anschwellende Dissonanzkaskaden gelenkt, bis der Ohrenarzt kommt und verzweifelt mit den Händen ringt. Und wer da denkt: »Holla, da haben zwei mal so richtig ihre Grenzen und noch mehr Fähigkeiten ausgelotet« – er irrt nicht: Alles wurde live im Supersilent Studio Athletic Sound eingespielt und ohne großes Gebastele hinterher frisch auf CD gepresst. (frk)



Siehe auch:
Jaga Jazzist
The Thing
Ultralyd
Arve Henriksen

 MoHa!: Raus aus Stavanger

   

Meiningslaust Oppgulp (A Singles Compilation)
(2011, Rune Grammofon RACD106)

Laut, schnell, präzise. Mehr braucht man zu MoHa! nicht zu sagen. Der Titel »A Singles Compilation« erscheint wie ein Witz auf die Vermarktungsstrategien der Musikindustrie. »Best of«, »Very Best of«, »Hits«, »Greatest Hits«, »Ultimate«, »Essential«, »Hyper Hyper«... Haben MoHa! das nötig? Gibt es gar einen Markt für »Love Songs by MoHa!«? Nein, hiermit finden Sie eine Zusammenstellung von limitierten und anderswie schwer zu findenden Tracks, die allesamt zwischen 2008 und 2011 auf Vinyl-Singles veröffentlicht wurden, zumeist nicht auf Rune Grammofon übrigens; nun wiederum auf limitiert auf dieser CD.

Alles, was das Fanherz begehrt, gibt es hier wieder: MoHa!s bizarres Amalgam aus Terror-Jazz, Hardcore, emsigem Rhythmusgefrickel, purem Krach und - äh - Rock, naja, irgendwo zwischendurch jedenfalls Reste von dem, was man mal Rock nannte. Sicher keine Gute-Laune-Platte für den Gelegenheitshörer oder den Fünf-Uhr-Tee mit Oma. Eher schon ein Grund für den Nachbarn, die Polizei zu rufen. Wer hier kein Ohrenschlackern bekommt, muss taub sein. John Zorn wird Luftsprünge machen, wenn er das hört. (ijb)

   

One-way Ticket To Candyland
(2008, Rune Grammofon/Cargo RCD 2078)

Wow! Krass, wie einem Anders Hana und Morten J. Olsen ab der ersten Sekunde den Pulsschlag in die Höhe treiben. Rock, Freejazz, Elektronik – aus diesen Töpfen bedient sich das Duo, und es kocht beileibe nicht auf Sparflamme. Beide sind Mitglieder von Ultralyd, wobei der MoHa!-Sound ein Destillat davon ist: dichter, dreckiger, fetziger, heftiger. Ziemlich unglaublich, dass das nur zwei Leute sein sollen.

Aber sie haben ja technische Unterstützung. Viele Effektpedale, Echtzeit-Software, die die Energie-Attacken schreddert und den beiden Mittzwanzigern wieder um die Ohren haut. Trotzdem – absolute Kontrolle. Wie sich aus dem Krach Beats und Muster hervorschälen und wieder versinken, wie die Einsätze brutal präzise kommen, wie sich der ganze Krach-Sound doch irgendwie musikalisch ineinander fügt, das zeigt die Beherrschung der klingenden Materie, die die beiden Musiker immer besser ausüben. Das hier ist das bisher beste MoHa!-Album, wach und präsent wie nie. (sep)

   

Norwegianism
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCD2064)

Britzel, Bumm, Zischel, Rumpel! Kreisch, Ächz, Fieps, Boing! So klingt das, wenn das Impro-Duo Anders Hana und Morten J. Olsen als Moha! zu Schlagzeug und Elektronik greift und deren Klänge in wüsten Miniaturen dem Hörer um die Ohren haut. Die Zwei kommunizieren auf den Punkt: kurz, knapp, brutal, komplex, und haben sich doch immer noch so viel zu sagen, dass sie es in höchster Dichte auf Ein-, Zwei-Minuten-Tracks quetschen.

Das macht atemlos nur vom Zuhören, da staunt man angesichts der rasenden Klangmaschinen und ist ratlos, was durchs Hämmern auf Metall und Fell und was durchs Schreddern am Laptop entstanden ist. Das Rauschen dieses Dialogs ist ein Rausch, das schon, aber so sehr man die Ohren auch spitzt – bis auf ein vages Herzklopfen rumpelt und rast das Streitgespräch vorbei, zu schnell und zu dicht, um ihm einen Sinn abzugewinnen. Aber darum gehts natürlich: um Zisch Bumm Bratz! auf hohem Niveau. Comic für die Ohren. (sep)



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