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Alle Rezensionen zu In The Country
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Whiteout
(2009, Rune Grammofon/Cargo RCD 2086)

Mit dem dritten Album hat sich das Trio aus Morten Qvenild, Roger Arntzen und Pål Hausken endgültig zur derzeit wohl spannendsten Jazzformation Norwegens gemausert. Gelobt und mit Preisen überschüttet – Kritiker und Jurys haben die Qualität und Originalität des Trios längst erkannt. Mit »WHITEOUT« dürfte es nun gar keine Diskussionen mehr geben, was den Status von In The Country angeht.

Melodien, die episch und doch unverwechselbar eigentümlich sind, entwickeln sich in satten, langen Linien. Geht man näher ran, hört man, dass diese Linien aus unerhört vielen, kunstvollen kleinen Details bestehen, die das Trio und ihr Gast, Multi-Instrumentalist Andreas Mjøs, ganz unspektakulär und mit herzerwärmender Spielfreude miteinander verzahnen. Mal hat das die klangliche Opulenz von Jaga Jazzist (wo Qvenild früher auch spielte), mal die Kargheit und gleichzeitig kurz vor der Explosion stehende Energiedichte eines Esbjörn Svensson Trios, ohne aber so nihilistisch zu wirken.

Zum ersten Mal setzt das Trio auch Elektronik ein – ganz vorsichtig und kaum bemerkbar – und lässt damit die schmale Spur der ersten beiden Alben, reinen, feinen Kammerjazz-Werken, hinter sich. Breiterer Horizont, zunehmende Reife, technische Verfeinerung: Mal sehen, ob In The Country noch besser werden können, als sie jetzt schon sind. Man wagt es kaum zu glauben. (sep)



Siehe auch:
Susanna And The Magical Orchestra
Solveig Slettahjell
Jaga Jazzist
Esbjörn Svensson


Zur DVD-Rezension über In The Country

 In The Country: Whiteout

Die CD »Whiteout« war »CD des Monats« im Monat 6 / 2009.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Faszinierend, wie sich Melodiebögen aus wenigen, kargen Harmonien herausschälen, einer Raupe gleich sich verändern, wachsen, hierhin und dorthin krabbeln, Rhythmen fressen und größer, breiter, fetter werden, innehalten und auf dem Höhepunkt sich verpuppen. Schließlich davonfliegen. Die Musik - ein Schmetterling.
Tim Jonathan Kleinecke

Ein Album voller subtiler Klangkonstrukte. Fast schon konventionell für ein experimentelles Label wie Rune Grammofon. Aber es plätschert mir zu sehr und hält meine Aufmerksamkeit nicht. Für mich eher langatmig und alles andere als spannend. Eine echte Konzentrationsübung, allerdings auf zugegebenermaßen hohem Niveau.
Jessica Walther

Leichtigkeit und Tiefe. Ernsthaftigkeit und Spielfreude. Experimentierlust und Disziplin. Was die Norweger hier zeigen, ist aufregend. Auf eine unaufgeregte, souveräne Art, die Staunen macht. In The Country überzeugen durch kühle Wärme. Das soll ihnen mal einer nachmachen!
Eva-Maria Vochazer

Macht die Probe aufs Exempel: Spielt es einem Jazz-Interessierten beliäufig vor. Die CD wird - obwohl sich die Musik unaufdringlich im Hintergrund hält - den Hörer packen und ihn überwältigen. »Quit is the new loud«, wenn Qvenild in die Tasten kriecht ...
Peter Bickel

   

Sunset Sunrise
(2013, ACT/Edel 9548-2(CD) / -1(LP))

Jeder kann sehen, dass Rune Grammofon in der Krise steckt. Viele der Labelstars sind abgewandert - Økland, Henriksen oder Food zu ECM, Huntsville zu Hubro, nun sogar In The Country, und zwar ausgerechnet zu ACT, das doch eher für eine Rune fast komplett entgegengesetzte Jazzrichtung steht. Vielleicht sind die drei Norweger dort sogar besser aufgehoben, werden so international noch als legitime Nachfolger des e.s.t. aufgebaut. Diese Rolle stünde ihnen wahrlich nicht schlecht. Dieses Prädikat wird seit Svenssons Tod natürlich häufig vergeben, doch haben In The Country auf ihren bisherigen Alben souverän und spannend bewiesen, dass sie Pop und Jazz zu einer Einheit verschmelzen können wie sonst kein anderes skandinavisches Jazztrio.

Zurück zum Trio und wieder ohne Gesang bleibt bei Qvenild, Arntzen und Hausken eigentlich alles beim Alten - nur dass sie diesmal im Sunset Studio in Los Angeles aufgenommen haben. Acht sehr lange Stücke, die sich alle Zeit der Welt lassen, große komplexe Bögen spannen, und zumeist einem sehr ruhigen Ton und Fluss folgen, elegant und kaum merklich durch Elektronik angereichert. Sensible Reduktion. Erst zum Ende des vorletzten (elfminütigen) Stücks kommt dann überraschend Fahrt auf, und man bedauert dann doch ein wenig, dass Album Nummer fünf insgesamt ein bisschen zu gleichförmig bleibt. (ijb)



Siehe auch:
e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio)

   

Sounds and Sights
(CD+DVD, 2011, Rune Grammofon 2113)

Das vierte Album der sich derzeit als Quartett präsentieren-den Jazzband In The Country ist, zumindest theoretisch, ein Livealbum, und im Zuge der in jüngerer Zeit häufigen Praxis direkt ein Doppelpack aus CD und DVD (fast) derselben Aufnahmen. Doch letztlich merkt man beiden Scheiben nicht an, dass die Aufnahmen aus drei Konzerten stammen, da Liveatmosphäre und Publikum komplett aus Bild und Ton herausgelassen wurden.

Anders als die vorhergehenden Alben kann man »SOUNDS AND SIGHTS« einem Einstieger in das Werk von In The Country indes nicht direkt empfehlen. Es braucht einige Zeit, um ihre unbestimmte Position zwischen Kammerjazzensemble und Popband zu begreifen; diese neun Stücke, sieben bis 15 Minuten lang, sind keine mitreißenden Livemitschnitte mit Publikumsjubel als vielmehr ausufernde, teils hochkomplexe Neuauslegungen der Studioversionen mit weiten Melodie- und Spannungs-bögen. Ganz selten werden die Musiker laut und explosiv, meist geht es sehr konzentiert und reduziert zu.

Für Fans der Gruppe eine hervorragende Erweiterung, zumal ein paar neue Stücke im Programm sind. In The Countrys Stil gründet zwar stark auf Jazztradition (Piano, Kontrabass, Schlagzeug, Vibrafon, Gitarren sowie äußerst sensible elektronische Elemente), doch einen ebenso hohen Anteil haben Pop- und Rockanteile, was in dem donnernden Rockjazz »Kung Home« zum Ausdruck kommt, zudem in den paar Liedern mit Gesang, und nicht zuletzt darin, dass sich die vier als erstes Cover einer fremden Komposition für Mark Knopflers »Brothers in Arms« (Dire Straits, 1985) entschieden haben - durchaus kein einfaches Stück für ein instrumentales Jazzarrangement.
Fortsetzung: Rezension der DVD. (ijb)

   

This Was The Pace Of My Heartbeat
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD 2045)

Was ist denn das? Eine »klassische« Jazz-CD bei Rune Grammofon? Ja und nein, denn zwar klingt »In The Country« nach einem typischen Jazztrio (Klavier, Bass, Drums), und Songs wie »Beaver Creek« oder »Trio For Quartet« könnten auch von jeder anderen »klassischen« Blues- oder Modern Jazz-Formation stammen. Trotzdem drückt Front- und Tastenmann Morten Qvenild dem Ganzen doch hörbar seinen Stempel auf: seine Kompositionen sind mal wunderschön schwebend, aber auch von kleinen Geräuschen durchsetzt wie die Arrangements für Susanna Wallumrøds Magical Orchestra, mal symphonisch und skurril pathetisch wie seine Songs »Jaga Jazzist«.

Roger Arntzen (Bass) und Pål Hausken (Drums) tragen diesen Mix mit, mal als bluesige oder groovende Fundamentierer, mal als klangkreative Elektronik-Frickel-Imitatoren. So entsteht ein schönes, nicht ganz unkompliziertes, manchmal schwermütiges, meist aber verträumt-verspieltes - ja: Jazzalbum. Man kann es einfach nicht anders nennen. (sep)

   

Losing Stones, Collecting Bones
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD2059)

Dass dieses Jazztrio nach seinem Debut noch besser würde werden können, hatte man fast nicht zu hoffen gewagt – aber voilà. »LOSING STONES, COLLECTING BONES« ist ein wundervolles, eindeutig jazziges, hell strahlend fröhliches, manchmal absurd komisches Album, dem der Pianist und außergewöhnlich kreative Songschreiber Morten Qvenild seinen Stempel deutlich aufgedrückt hat.

Hier fasst er, scheints, seine Erfahrungen zusammen: Die verquere Symphonik von Jaga-Jazzist-Songs und die Schlichtheit von Susanna Wallumrøds Magical Orchestra verbindet er mit lässigem Jazz zu einem unverwechselbaren Stil. Wenn die Herren in »Everyone Live Their Life« plötzlich in hymnischen Gesang ausbrechen, kann man einfach nicht anders als breit zu grinsen. Ein heißer Anwärter auf das »skandinavische Jazzalbum des Jahres«, und deshalb auch in allen Kategorien: Höchstwertung! (sep)



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